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Interview mit Torsten - der Unhold, Mastermind bei AGRYPNIE und ehemals Frontmann bei NOCTE OBDUCTA.
Hallo Torsten. Bei dir und AGRYPNIE soweit alles in Ordnung? Alles bestens. Dieses Jahr war mit sehr vielen Überraschungen gespickt. Leider waren einige davon nicht sehr positiv und mir ging es eine zeitlang verdammt beschissen. Noch zu NOCTE OBDUCTA Lebzeiten, hast du bereits AGRYPNIE ins Leben gerufen. Wie kam es dazu? War dir die musikalische Welt von NOCTE OBDUCTA damals zu eng geworden und du wolltest etwas anderes / eigenes machen? Fakt ist das ich bei Nocte ja „nur“ der Sänger war und ich mich musikalisch nicht austoben konnte. Deshalb habe ich beschlossen ein eigenes Projekt zu gründen um mich musikalisch verwirklichen und eigene Songs aufzunehmen zu können. Die erste Veröffentlichung von AGRYPNIE ist eine Split-CD gemeinsam mit FATED. Wieso kamst du damals zu dem Endschluss eine Split und keine eigene Demo oder ähnliches herauszubringen? Das war eine Idee die ich mit Claudius zusammen im Delirium „entwickelt“ habe.Wir fanden es beide sehr cool gemeinsam was zu veröffentlichen und haben uns gegenseitig dazu angestachelt unserem Kram endlich aufzunehmen.
Die Resonanzen waren durchweg positiv. Hier und dort wurde zwar der Drumcomputer bemängelt, aber ich bin nach wie vor der Überzeugung dass dieser gut zur Atmosphäre des Albums passt. Ansonsten bin ich sehr zufrieden mit dem was die Presse zu berichten hat. Da die Musik von AGRYPNIE stilistisch derer von NOCTE OBDUCTA ähnelt und die Texte zudem auch von Marcel verfasst wurden, lassen sich Vergleiche wohl kaum aus dem Weg gehen. Wie stehst du zu den Vergleichen von AGRYPNIE und NOCTE OBDUCTA? Geht dir das ganze hin und wieder – mehr oder weniger – auf die Nerven? Da diese Frage bei jedem Interview früher oder später auftaucht, muss ich sagen dass sie mir langsam wirklich auf den Sack geht. ;-) Nocte sind tot und daran wird auch Agrypnie nichts ändern. Wie kam es denn dazu, dass Marcel sowohl auf der Split-CD als auch auf dem aktuellen Album in lyrischer Hinsicht mitarbeitete? Das ist schnell erzählt. Ich liebe seine Lyrics und habe ihn einfach gefragt ob er Bock hat für beide Scheiben die Texte zu schreiben. Hattest du Marcel irgendwelche konzeptionellen Vorgaben hinsichtlich der Thematik der Lyrics gegeben oder konnte er hier seinen Gedanken freien lauf lassen? Gab es auch hinsichtlich der Sprache irgendwelche Vorgaben? Schließlich sind ja alle Texte auf deutsch. Nun ja, er schreibt sehr großartige deutsche Texte und diese wollt ich auch auf meinem Album verwenden. Ja, es gab Vorgaben von mir. Ich habe ihm zu jedem Song einen Text verfasst indem ich beschrieben habe welche Gefühle, welche Atmosphäre der Song vermitteln soll, welche Geschichte der Song erzählt. Marcel hat ziemlich genau bei jedem Text den Nerv des Songs getroffen und ich hatte kaum etwas zu beanstanden.
Ehrlich gesagt habe ich mir bisher noch keinerlei Gedanken darüber gemacht die Texte in einer anderen Sprache zu verfassen bzw. verfassen zu lassen. Meine Muttersprache ist deutsch und ich finde gut geschriebene deutsche Texte immer sehr viel ausdrucksstärker als englische Lyrics. Und nur einer Internationalisierung wegen würde ich nicht auf englische Texte umsteigen. In welcher Hinsicht wurdest du denn bei der Aufnahmeprozedur von Mitmusikern unterstützt? Hattest du Gastmusiker oder hast du alles selbst eingespielt? Ich habe auf beiden Scheiben alles selbst eingespielt, gesungen und programmiert. Lediglich die Lyrics wurden wie bereits angesprochen von Marcel geschrieben. Außerdem hat mich Claudius aus technischer Sicht bei den Aufnahmen für die Gitarren und dem Bass unterstützt, da mein Rechner doch etwas Schwach auf der Brust für Studio-aufnahmen ist. Die Vocals wurden dann in den Maranis Studios aufgenommen, wo die Scheibe dann ebenfalls Gemischt und Gemastert wurde. Auf der „F51,4“ und auch schon auf der Split-CD hast du einen Drumcomputer anstatt eines richtigen Drummers genutzt. Wieso hast du dich für die synthetische Variante entschieden und wie waren denn so die Reaktionen speziell zu diesem Thema? Schließlich gibt es in den Metalbreitengraden doch etliche, die einem gekünstelten Drumsound sehr skeptisch gegenüber stehen. Das leidige Thema… Es gab für mich letzten Endes einen Hauptgrund einen Computer anstelle eines Schlagzeugers aus Fleisch und Blut einzusetzen. Das Studiobudget.
Einige Songs auf F51.4 und der Demo befassen sich mit dem Thema und es wird sicherlich auf den nächsten Scheiben wieder Songs dazu geben. Davon abgesehen dass ich den Bandnamen sehr gut finde, habe ich selbst oft mit Schlafstörungen zu kämpfen. Deshalb war der Bandname meines Erachtens einfach nahe liegend. In welchem Zusammenhang siehst du die Aufmachung des Booklets mit den einzelnen Songs? Wolltest du zumindest ein paar Songs hier auch visuell etwas greifbarer machen? Ja, auf jeden Fall! Mir ist die visuelle Unterstützung der Musik durch das Artwork sehr wichtig. Es soll dem Hörer helfen schon vor dem ersten Ton einen Eindruck zu bekommen was auf ihn zukommt und auch gleichzeitig beim Hören die Bilder verstärken die die Musik zeichnet. Auch wenn es natürlich primär um die Musik geht, ist es mir trotzdem sehr wichtig dass das Artwork mit der Musik eine Einheit bildet und beides im Kontext gesehen wird. Wie mit einigen NOCTE OBDUCTA Scheiben bist du mit AGRYPNIE auch bei Supreme Chaos Records gelandet. Wie kam überhaupt die Zusammenarbeit zwischen Band(s) und Label zu stande? Auch relativ schnell erklärt. Ich habe Robby von SCR gefragt ob er an einer Zusammenarbeit zwischen SCR und Agrypnie interessiert sei und er hat relativ schnell zugesagt. Der Kontakt zwischen SCR und Nocte kam damals über Marcel zustande, dazu kann ich leider nicht sagen da ich die Geschichte nicht kenne. Wirst du auch die in absehbarer Zukunft erscheinenden AGRYPNIE Langeisen über SCR heraus bringen? Das nächste Agrypnie Album wird noch über SCR erscheinen. Ob es danach noch eine weitere Zusammenarbeit geben wird ist bisher ungewiss, da der Vertrag nach zwei Studioalben zwischen SCR und Agrypnie ausläuft. Schauen wir mal… Wo wir schon beim Thema absehbare Zukunft sind. Bist du schon daran am Nachfolgealbum zu „F51,4“ zu werkeln oder hast du dir hierzu noch gar keine großen Gedanken gemacht? Das nächste Album, dessen Titel übrigens „Exit“ lautet, ist bereits seit Anfang 2007 komplett fertig geschrieben. Es fehlen noch 2/3 der Texte, aber ich arbeite bereits an den Konzepten. Es fehlen auch noch einige Samples und Keyboards, aber auch daran arbeite ich zurzeit. Wird es vom Stil her der „F51.4“ Scheibe ähneln oder wird es doch größere Unterschiede geben? Das ist eine Frage die ich nicht so ganz beantworten kann und möchte. Ich denke das sollen die Hörer dann lieber selbst entscheiden. Aber ich würde mal schwer behaupten das Fans von F51.4 sicherlich wieder auf ihre Kosten kommen werden. Ich für meinen Teil bin auf jeden Fall sehr zufrieden und Stolz auf die neuen Songs und kann es jetzt schon kaum erwartet die fertige Scheibe irgendwann in meinen Händen zu halten.
Nein, diesmal wird es kein Alleingang werden. Rene wird im Studio die Drums einspielen. Aufgrund der räumlichen Distanz zu ihm und der knapp bemessenen Zeit im Studio möchte ich aber nichts dem Zufall überlassen und habe die Drums schon mal komplett programmiert und ihm alles zukommen lassen, damit er weiß was er wo zu spielen hat. Ich möchte einfach sicher gehen dass alles so umgesetzt wird, wie ich es mir vorstelle. Ich bin halt ein ziemlicher Bandfaschist, ich weiß… Hähä. Was hat dich letztendlich dazu gebracht aus dem Einmannprojekt eine bühnentaugliche Band zu formen? Der Split von Nocte und eine sehr schwere Zeit Anfang diesen Jahres. Ich habe etwas gebraucht an dem ich festhalten kann und wollte endlich meinen Traum in die Tat umsetzen mit meiner Musik und coolen Musikern wieder auf die Bühne zurück zu kehren. Wie kamen denn die Kontakte zu den neuen Bandkollegen zu stande? Hatten sich die Jungs bei dir um den jeweiligen Posten „beworben“? Wie war denn die Resonanz und was war ausschlaggebend, dass du dich für René, Andi, Nikolaj und Carsten entschieden hast? Carsten war der erste der mich auf Agrypnie angesprochen hat. Wir haben damals zusammen mit Nocte und Cheeno, Carstens Hauptband nach dem Split von Autumnblaze, einen Gig bestritten und haben uns von Anfang an sehr gut verstanden. Bei unserem nächsten Treffen bei einem Cheeno Konzert in Frankfurt hat mich Carsten auf Agrypnie angesprochen und mir gesagt das er sofort den Bass übernehmen möchte wenn ich Livemitglieder suchen sollte.
Wow, viele Fragen auf einmal. Ich plaudere einfach mal drauf los und hoffe sie damit alle zu beantworten. Der Gig an sich war… sagen wir, durchwachsen. Wir hatten einen sehr bescheidenen Bühnensound und Rene ging es nicht sonderlich gut. Diese beiden Umstände und die Tatsache das es unser erster Gig nach einigen wenigen Proben war, haben dafür gesorgt dass wir einige sehr böse Schnitzer in einigen Songs hatten und ich mich stellenweise gewundert habe wie wir immer wieder die Kurve gekriegt haben. Die mehr als sehr gute Generalprobe direkt vor dem Konzert hätte mich echt nervös machen sollen, Haha. Was erwartest du für die Zukunft von AGRYPNIE, bzw. wo soll die Reise hinführen? Ich weiß nicht ob erwarten das richtige Wort ist. Ich wünsche mir noch viele Gigs mit diesem Lineup spielen zu dürfen, wünsche mir weiterhin genug Kreativität für viele Alben und eine Plattenfirma die mich bei meiner Musik unterstützt. Torsten, wir bedanken uns für dieses Interview und wünschen dir und AGRYPNIE für die Zukunft viel Glück und viel Spaß bei euren Gigs. Wenn du noch was an die Welt da draußen richten willst, dann kannst du dies nun tun. Danke für das Interview! Oimel |
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