Baden Metal Festival
08.11.08 – Rock- und Popverein Wiesloch
u.a. mit Thy Final Pain, Unlight, Dead Eyed Sleeper

Wer die Metalszene in Baden ein wenig kennt, der kommt nicht drum rum auch in irgendeiner Weiße von Baden Metal zu hören. Seit Jahren unterstützt das Onlinezine die Metalszene in Baden und veranstaltet an verschiedenen Orten - zwischen Konstanz und Mannheim - Konzerte. Mit der Baden Metal Konzertreihe machte man diesmal im Rock- und Popverein in Wiesloch halt, wo man fünf Bands aus dem hiesigen Underground eingeladen hatte.

Den Anfang machten die Power-Thrasher von ENCOUNTER. Sie selbst beschreiben ihren Stil als Power Metal mit Thrasheinflüssen fernab von Tralala-Kitsch. Und das kann man so auch ohne weiteres Unterschreiben. Vergleiche kann man in etwa zu Bands wie GRAVE DIGGER herstellen, was nicht nur an der raueren Stimme des Frontmannes auszumachen ist. Abwechselnd zwischen flotteren Nummern und ruhigeren Stücken konnte die Band eine nette Setliste zusammenstellen. Allerdings zog es nur eine Hand voll Leute vor die Bühne.

 

Nicht viel voller wurde es bei THY FINAL PAIN, die als Ersatz für SEELENFRIEDEN aufs Billing gekommen sind. Und bereits nach den ersten Akkorden war zu vernehmen, hier geht’s zur Sache. Eingängiger Death Metal mit viel Groove und einer Brise Melodie, der an Bands wie BOLT THROWER oder neuen KATAKLYSM erinnert. Songs wie „My Temptation“ vom aktuellen Erstlingswerk „Epitaph“ zeugen von der fast schon beängstigenden Gnadenlosigkeit, mit der sich die Songs der Truppe gleich ins Gehör einfressen. Geile Mucke, Starker Gig, aber viel zu wenig los.

 

Aus Trier waren die Prog-Metaller von THE MIST angereist. Für Progressive Musik zeigte sich das Werk von THE MIST als doch recht eingängig. Stimmlich variierte man hier zwischen höher gelegenen Vocals wie sie im Heavy Metal Bereich verbreitet sind und deutlich rauerem Gesang. Ähnlich variabel geht es auch musikalisch daher. Mal einfach gestrickte Riffs, die auf treibende Basedrums treffen und dann mal wieder ruhigere Einschübe. Entferne Vergleiche lassen sich vielleicht mit RAGE ziehen. Oder am besten selbst mal reinhören.

 

Richtig Düster wurde es dann mit den Freiburgern von UNLIGHT. Düster deshalb, weil hier Black Metal zelebriert wurde. Mit den üblichen Corpsepaint wurde natürlich auch das Klischee bedient, aber das tat nichts zur Sache, denn es geht ja um die Musik und die ist mehr als beachtlich. Ist ja oft genug so, dass bei Black Metal Bands vor lauter Klischee, die Musik in den Hintergrund gerät und entsprechend mies ist. Nicht so bei UNLIGHT. MARDUK und vor allem DARK FUNERAL lassen sich hier als Einfluss heraushören, allerdings gehen UNLIGHT noch einen Tick melodischer zu Werke. Zum ersten Mal an diesem Abend kann man auch sagen, dass vor der Bühne etwas los ist, auch wenn das Festival generell sehr mager besucht war. Fanfreundlich zeigte sich die Band auch, als ein schon recht angetrunkener Black Metal Begeisterter unbedingt eine kurze Ansprache halten wollte.

 

Richtig verfrickelt wurde es dann bei DEAD EYED SLEEPER. Mit ihrem eigenwilligen Death Metal haben sich die Odenwälder – vorher unter dem Namen LEGACY bekannt – einen beachtlichen Namen im Südwesten der Republik erspielt. Mit teils ungewöhnlichen Arrangements und teils verspieltem Songwriting ist die Band teils eher etwas für Fans des technischen Death Metals. Zwar finden sich auch eingängigere Songs auf der Setliste, aber dennoch ist dies nicht jedermanns Sache. Ebenso wenig meine. Aber was Frontmann Sam und der Herr am Schlagzeug da abliefern ist nicht von schlechten Eltern. Musikalische Geschmäcker hin oder her. Ihre Instrumente beherrschen die Jungs.

 

Oimel

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