Blutnebel
Seelenasche

Blutnebel - Seelenasche 350Direkt von der Band kam eine Anfrage an uns, eine Rezension zum aktuellen, über Ore Mountain Records erschienenen Album „Seelenasche“ zu schreiben. Dieser Bitte wollten wir natürlich gerne nachkommen und baten um die Scheibe nebst Informationsmaterial.

Mit dem Intro „Flammen des Zorns“ wird das Album überzeugend eröffnet, ein vollständiges Lied basierend auf dieser Einleitung hätte dem Album bestimmt auch gut zu Gesicht gestanden. Bei dem Gesang wird genau das geboten, was für Black Metal gebraucht wird: eine kratzige, kehlige Stimme, zeitweise mit leichtem Gurgeln und aggressivem Geschrei untermalt und vermischt. Melodien gibt es auf diesem Album öfter zu hören, doch wirken sie eher wie eine „Unterstützung“ zur Rhythmusfraktion anstatt den „Kern“ der einzelnen Werke darzustellen (Ausnahmen sind z.B. „Krieger des Nordens“ und ). Das Tempo der „Leads“ ist im Großen und Ganzen im langsamen bis mittelflotten Bereich angesiedelt. Wo „cleanes“ Gitarrenspiel eingesetzt wird weiß es völlig zu überzeugen. Am Schlagzeug geknüppelt wird ab und zu, jedoch nie so sehr, dass aus einer Komposition eine reine Knüppelorgie werden würde. „Sampleintros“ sind bei manchen der Songs zu hören ohne diese zu sehr in die Länge zu ziehen. So zum Beispiel ein wenig Schlachtenlärm bei „Blutnebel“ , zum Beginn von „Wintertroll“ rauscht etwas Wind (der hier als Effekt genau passt), ähnlich auch bei „Ruf der Runen“.

Wie sieht es denn nun mit dem Textwerk aus? Vertreten sind nicht dem Genre nicht ganz unbekannte Themen wie Religionskritik, Dunkelheit, Hass, Anti-Christentum und heidnisch beeinflusste Lyrik. Trotz des im Extrem-Metal gewohnt-harschen Gesanges erreichen die Verse das Ohr, so dass man die Zeilen nicht erst nachschlagen muss, um den Inhalt der Stimmarbeit genau verstehen zu können. Zeitweilens erinnert die Darbietung der Stimme an Helrunar zur Zeiten der „Grátr“-Demo, vor allem bei etwas schleppenden Passagen.

Die Klangqualität dieser Veröffentlichung ist völlig in Ordnung, ohne Unsauberheiten im Spiel, Übersteuerungen oder zu leisen Passagen. Eine minimale Anhebung im Tieftonbereich hätte vielleicht für etwas mehr Druck sorgen können, doch ein Fehlen dieser macht sich nicht sonderlich störend bemerkbar.

Fazit:

Die Spieldauer lässt für ein Debutalbum wirklich nichts zu wünschen übrig und das hier verbreitete Material kann sich sehr wohl hören lassen. Hier wurden keine großen Experimente gewagt sondern auf bewährte Stilmittel zurückgegriffen, dafür hierbei keine Fehler gemacht. In der überwiegend von englischen Texten dominierten Musikwelt freut es mich nach wie vor immer wieder, eine Band zu hören, die nicht nur (und in diesem Fall auch keine) englische(n) Texte zum Besten gibt. Vor allem Freunde von heidnisch beeinflusstem Schwarzmetall dürfen ein Ohr riskieren!

Anspieltips: Geheimnis des Stahls (melodisch und leicht rockig, dabei sehr überzeugend)

Tracklist:

01 Flammen des Zorns, 02:21
02 Christenmord, 05:32
03 Blutnebel, 08:04
04 Der Tod sei euer Lohn, 05:36
05 Krieger des Nordens, 07:22
06 Wintertroll, 07:35
07 Geheimnis des Stahls, 06:41
08 Nebel der Zeit, 08:20
09 Dunkle Seele, 05:37
10 Ruf der Runen, 03:47

Gesamtwertung: 8 von 10 Punkten (spitze)

Marius

Links zum Thema:
http://www.myspace.com/blutnebelband