Chaos H.D. – Demo:I

Chaos HD DemoKaum eine Band in der Region hat es, was das Besetzungskarussell angeht, so schwer wie Chaos H.D. Mal ist kein Sänger vorhanden, dann kommt ein Basser und geht wieder. So wusste man des öfteren nicht, wie es denn mit Chaos H.D. nun steht. Aber wer Bandkopf Torsten „The Dude“ kennt, der weiß, dass er sich nicht so schnell unterkriegen lässt und prompt kommt aus dem Hause Chaos H.D. eine Demo angeflattert.

Beim Bandnamen lässt einem der Verdacht ja nicht los, dass es sich hier um eine Sepultura Cover Band handeln könnte, oder zumindest eine Band, die sehr viele Einflüße von der Band haben könnte. Aber weitaus gefehlt. Der Bandname Chaos H.D. mag sicherlich von Sepulturas Chaos A.D. entlehnt sein, das war es aber auch schon. In dem Fall wird das H.D. wohl für Heidelberg stehn, aus deren Gegend die Musiker auch allesamt kommen. Und passend dazu kann man auf dem Demo Cover ein brennendes Heidelberg vernehmen. Das Cover wurde übrigens von niemandem geringerem als Jochen S.O.D. angefertigt, der bereits für Paniczone (R.I.P.) und den Metal Hammer Covers angefertigt hat.

Aber kommen wir nun zur Musik. Das Demo hat mit vier Songs und einer Spielzeit von ungefähr 15 Minuten eigentlich die richtige Länge für ein Demo. Erster Song ist „Inner Aggression“, der einen leicht progressiven Touch aufweist. Vom Gesang her erinnert mich Frontmann Arthur an Thomas von den Wieslocher Prog Deathern Demento. Gegen Ende des Songs wird das leicht progressive dann zurückgeschraubt und man gibt ein wenig mehr Gas. Hier werden auch Erinnerungen an die guten alten Paniczone wach.

„Tear Me Down“ ist der zweite Song des Demos und mit 3:31 Minuten knapp auch der kürzeste. Zwischen tiefen Growls und Gekeife wechselt sich Sänger Arthur hier gut ab. „Everlasting Blame“ weißt im vergleich zu den beiden Vorgängerstücken kaum bis gar keine Progressivität auf. Statt dessen überrascht der Song mit einem recht melodischen Refrainpart, der zu dem mit cleanen Vocals dargeboten wird, was dem Song sehr gut zu Gesicht steht und dem ganzen eine ganz feine Note vermittelt.

Letzter Song „Stainless“ setzt mit Gitarrengeschredder ein, schlägt dann aber in die gleiche Kerbe wie die ersten beiden Songs, wobei hier mehr Death Metal Anteile in der Musik eingewoben sind.

Musikalisch bekommt man hier progressiv angehauchten Thrash Metal, der sich weitgehend im Midtempo-Bereich bewegt und nur sehr selten das Tempo spürbar anzieht. Wirklich herausstechen kann hier eigentlich nur „Everlasting Blame“, wohl mitunter wegen den clean gesungenen Refrain und den eher groovenden Passagen.

Wer Bandkopf „The Dude“ von Paniczone her noch kennt und hofft, dass mit Chaos H.D. eine Reinkarnation von Paniczone zu Tage gefördert wurde, der wird enttäuscht sein. Hier und da lassen sich zwar Paniczone noch heraushören, aber das wars auch schon. Im großen und ganzen bietet das Demo zu wenig Abwechslung, um hier jetzt groß etwas zu reisen. Der Sound ist soweit ok, reist aber jetzt auch niemanden vom Hocker. Für längeren Hörgenuss, braucht das Material ein paar Umdrehungen mehr im CD Player, ehe es langsam zündet. Als erstes Lebenszeichen taugt das Demo aber allemal. Und wer progressiv angehauchte Mucke mag, der kann hier ohne Probleme mal ein Ohr riskieren.

7 von 10

Oimel