Interview mit DESERT RAIN

In unserer 1. Ausgabe des Sleepless Metalzines, das ihr auf der “Anfang” Seite in PDF-Form downloaden könnt, haben wir noch verkündet, dass die neue Platte der Heavy-Band DESERT RAIN kurz davor steht auf die Menschheit losgelassen zu werden. Die Scheibe ist bereits im Presswerk und es dauert wirklich nicht mehr lange, bis ihr den neuen Silberling der Truppe in euren Händen halten könnt. Da die Band aus der Musiklandschaft in unserer Region schon gar nicht mehr weg zu denken ist und das neue Album kurz vor dem Release steht, haben wir die Band für euch interviewt.

Hallo erst mal. Ihr seid ja gerade dabei am neuen Album zu werkeln, wie ist denn der Stand der Dinge?

Olli: Hi! Der Stand der Dinge: Es ist alles fix und fertig und bereits im Presswerk. Die Produktion hat sich auch diesmal wieder sehr lange gezogen, weil uns alle erdenklichen Dinge dazwischen gekommen sind – sowohl privat als auch beruflich/studienbedingt.

Wann habt ihr denn mit dem Songwriting angefangen? Sind auch noch „Überbleibsel“ die nicht auf dem Vorgängeralbum gelandet sind oder ist alles restlos neu?

O: Nein, es gibt keine Überbleibsel – lediglich einen Song, den wir nur für uns endlich aufnehmen wollten, der aber nicht auf der Scheibe gelandet ist. Angefangen haben wir mit dem Songwriting schon während des Mixing-Prozesses von ‚SdTR’, der sehr lange gedauert hat.

Wenn ihr die Songs mit denen von „Sold down the river“ vergleicht, erwartet uns ein großer Unterschied oder kann man es als Klon des Vorgängers bezeichnen?

O: Ich denke, wir haben vor allem herausgefunden, was nicht funktioniert, hehehe. In puncto Songwriting und vor allem textlich sind die Songs natürlich ne ganze Ecke erwachsener – manch einen Song auf ‚Sold down the River’ habe ich ja geschrieben als ich 16, 17 war. Zudem hat Phil diesmal etwa die Hälfte der Musik beigesteuert, wohingegen auf der letzten Platte nur ein Song von ihm vertreten war, da er zum damaligen Zeitpunkt noch nicht so lange in der Band war. Diesmal hat er sich wesentlich mehr einbringen können und wichtige Impulse gegeben.

Stephan: Wie Olli es schon gesagt hat: Die Songs sind viel erwachsener und kommen viel schneller auf den Punkt und machen live mehr Spaß als der alte Kram. Ich finde man merkt den Songs an, dass wir jetzt schon ne ganze Weile zusammen Musik machen und mittlerweile doch schon sehr gut aufeinander eingespielt sind.

Phil: Die Songs von ‚Sold down the River’ wurden grundsätzlich geschrieben, um sie live zu spielen. Im Studio haben wir dann gemerkt, dass viele Kleinigkeiten, die Live nicht groß auffallen auf Platte einfach nicht überzeugen. Deshalb haben wir uns diesmal schon beim Komponieren und bei der Vorproduktion Gedanken darüber gemacht, wie Details im Studio umzusetzen sind. Das hat die Songs viel schlüssiger gemacht und uns die Arbeit enorm erleichtert!

Habt ihr manche Songs schon auf Konzerten gespielt? Wenn ja, wie waren denn die Reaktionen?

O: Wir haben die Songs alle ausnahmslos schon live getestet – das ist uns sehr wichtig, da ne Menge Herzblut drinsteckt.

S: Die Reaktionen des Publikums waren durch die Bank hinweg positiv. Wir haben auch für ‚Affinity’ endlich den vielfach von unseren Fans geforderten Song „Once Again“ aufgenommen. Es ist immer ein sehr geiles Gefühl wenn man merkt, dass die eigene Musik beim Publikum so eine Resonanz erfährt.

Wie liefen denn die Studioaufnahmen? Wo habt ihr produziert und wer war diesmal der Mann an den Reglern?

O: Wir haben diesmal in Heimarbeit eine Vorproduktion gebastelt, was die ganze Angelegenheit wirklich einfacher gemacht hat. Aufgenommen und produziert haben wir die Platte dann in den Noisechamber Studios in Wiesloch. Die Männer an den Reglern waren zum einen Björn Daigger und zum anderen erneut Fabian Pospiech.

S: Es gab viel zu lachen, und dazu noch viele Flaschen „Plastik-Bier“.

P: Wir waren deutlich besser vorbereitet als die Aufnahmen begannen. Fabz und Björn haben dann noch ihren Teil dazu beigetragen, dass die Aufnahmen sehr entspannt und viel weniger hektisch als bei Sold down abgelaufen sind. Damals lief uns die Zeit weg und wir wären fast nicht fertig geworden…

Seid ihr zufrieden mit dem Album oder besser gesagt der EP? Wieso habt ihr „nur“ eine EP gemacht und kein full length Album?

O: Nun, kaum ein Musiker ist je zufrieden mit einer Platte – so geht es uns auch. Gemessen an ‚Sold down the River’ ist die Platte aber nach meinem Empfinden ein Schritt in die richtige Richtung. Wir haben uns schon recht früh darauf geeinigt, diesmal eine EP aufzunehmen und das nächste Mal mit einem full length Album um die Ecke zu kommen – vier Songs existieren bereits.

S: Wir hatten einfach nicht genug Songs, um ein ganzes Album zu füllen und haben uns von vorneherein gesagt, dass wirklich nur die stärksten Stücke auf die Platte kommen. Von daher lag die Wahl der EP – Form sehr nahe, da wir ein Lebenszeichen von uns geben wollten.

Wisst ihr schon wie viele Songs auf die CD kommen und wann ist mit einem Release zu rechnen?

S: Auf Affinity werden genau 5 Songs vertreten sein. Die Arbeiten am Layout meinerseits sind abgeschlossen. Damit hängt das Erscheinungsdatum alleinig noch vom Presswerk ab. Ich denke, Anfang bis Mitte August werden wir die Teile dann endlich in den Händen halten.

Die neue Platte lautet auf den Namen „Affinity“. Wer ist auf den Namen gekommen? Und was wollt ihr mit dem Namen ausdrücken?

O: Stephan und ich haben uns zusammengesetzt und erstmal unsere Vorschläge in einen Topf geworfen. Dazu muss man sagen, dass wir beide alle Texte schreiben und daher auch sehr nahe an den Themen dran sind. Letztendlich ist es ‚Affinity’ geworden, weil uns die Mehrdeutigkeit des Wortes sehr gut gefallen hat.

S: Affinity ist ein sehr ausdrucksstarkes Wort mit vielen Interpretations- beziehungsweise Übersetzungsmöglichkeiten. Es kann beispielsweise sowohl Ähnlichkeit als auch Seelenverwandtschaft heißen. Die genaue Deutung in Bezug auf unsere Songs bleibt dann jedem selbst überlassen.

Was für Songs werden denn auf eurer Platte zu finden sein? Beschreibt die einzelnen Stücke kurz.

Auf der Platte werden zu finden sein:

Lack of Confidence:
O: Ein Midtempo - Song, in dem wir im Refrain eine Art Wechselspiel betreiben – Engelchen und Teufelchen sozusagen.

In Quest for I:
O: Geht gut nach vorn los, die Lyrics sind recht kryptisch gehalten. Live ein echter Brecher.

Sold down the River:
O: Dieses Lied ist, obwohl man das nicht vermuten würde, erst nach dem Release des Vorgängeralbums entstanden.

Failure:
S: Das ist eins meiner Lieblingsstücke der neuen EP. Es handelt, wie der Titel es schon „leicht“ andeutet, von gravierenden Missverständnissen und daraus resultierenden Fehlern.

Once Again:
S: Ein sehr emotionaler Song der in einer für mich sehr schwierigen Zeit entstanden ist.
O: Die Quotenballade, hahaha!

Das Cover eurer Platte zeigt in der Mitte ein Paar, was den Albumtitel in gewisser Weise bildlich darstellt. Sonst ist es doch eher schlicht gehalten. Wer war denn für das Artwork verantwortlich?

S: Das Cover hat Alexandra Falter gezeichnet, dafür noch mal an dieser Stelle vielen Dank an sie. Das Cover von Affinity ist kein typisches Metal – Cover mit Drachen, Schwertern und Monstern. Wir wollten einfach etwas anderes, etwas was sich von den anderen „typischen“ Metal-Covern hervorhebt. Und das hat Alex auch sehr gut umgesetzt, wie wir alle finden.

Auf dem Cover habt ihr auch ein neues Logo verwendet. Wollt ihr dadurch zukünftige „Veränderungen“ in eurem Stil andeuten?

O: Naja, wir wollten einfach einen individuellen Schriftzug haben – auch hierfür hatte Alex tolle Vorschläge.

Letztes Jahr habt ihr ja das „Desert Rain Festival“ veranstaltet. Zum ersten mal oder gab es vorher schon welche? Wird es dieses Jahr wieder ein „Desert Rain Festival“ geben? Schon was in Planung?

O: Ja, das nächste Festival wird wohl am 13.10. stattfinden. Außer uns werden noch zwei weitere Bands spielen. Das Festival kam sehr gut an letztes Jahr und wir haben sehr viel gelernt bei der Sache – diese Erfahrungen wollen wir diesmal nutzen.

P: Allen voran dürfte es bei einer Neuauflage wohl weniger hektisch zugehen. 2005 waren es 4 Bands, die wegen einer Auflage bis 23 Uhr fertig sein mussten. Mit einer Band weniger ergibt sich mehr Spielzeit für die einzelnen Bands und mehr Zeit zum Umbauen.

Desert Rain haben ja mittlerweile schon sieben Jahre auf dem Buckel. Wenn ihr auf die sieben Jahre zurückblickt, wie war denn die Entwicklung von Desert Rain und wo wird sie euch in den nächsten paar Jahren hinführen?

O: Wir haben die Band damals gegründet, als wir so sechszehn Jahre alt waren und waren dementsprechend naiv. Wir haben nie drüber nachgedacht, wo wir überhaupt hinwollen sondern einfach nur gemacht. Wir haben jetzt ja auch ein stabiles zuverlässiges Line Up, das ist natürlich die Arbeitsgrundlage Nr.1.

P: Wirklich entwickelt hat sich die Band erst mit den Vorbereitungen zur ersten Platte. Der Studioaufenthalt hat uns ordentlich weitergebracht - Auch live. Alles klappte viel besser. Schon während den Aufnahmen haben wir gemerkt was wir nächstes Mal besser machen können. Das konnten wir in die neuen Songs von Affinity einbringen. Jetzt freuen wir uns tierisch endlich wieder live spielen zu können, was in letzter Zeit leider etwas zu kurz gekommen ist.

Und was macht ihr heut noch?

O: Lernen, die Klausuren rücken näher – wir drei gehen zur Uni bzw. FH.

P: Ebenso…

Was fällt euch denn spontan zum Thema „Bier“ ein?

O: Zwei Dinge: ‚Tannenzäpfle’ und ‚viel’, hahaha!

S: Grundnahrungsmittel? Oder ein Zitat von Homer Simpson: „mmh..Bier, der Ursprung und die Lösung aller menschlichen Probleme“

Wir bedanken uns für dieses Interview und wie üblich, gehören die letzten Worte, in diesem Fall euch.

Besucht unsere Homepage www.desert-rain-metal.com und schreibt was ins Gästebuch. Nachdem ihr die neue EP ‚Affinity’ bestellt habt, hahaha! Und denkt an unser nächstes Festival am 13.10.06 im JUZ Heddesheim.