Distruction in our ass
14.06.07 – Stadthalle Neckarbischofsheim

Mortified, Cypecore, Pulse of decay, Wild Garden

Festivalnamen gibts, die gibts nicht. Aber is ja nun auch wurschd. Vergangenen Samstag gabs in Metalbischofsheim auf alle Fälle mal wieder eins auf die Nuss, oder, um in Bezug zum Festivalnamen zu bleiben, eins gehörig aufn Arsch.

Der Beginn des kleinen Festivals ließ davon allerdings noch nicht viel spüren. WILD GARDEN, ich glaube als Alternative angekündigt, hatten die Ehre das Festival zu eröffnen. Zwar startete die Truppe eine halbe Stunde oder gar noch später ihren Gig, aber die Halle hatte sich bis dahin noch immer nicht sonderlich gefüllt. Die Anwesenden hielten sich bis dato noch eifrig zurück, bis auf einen hartgesottenen der allein auf weiter Flur die Matte schwang. Aber kommen wir nun zur Band. Wie bereits erwähnt wurde die Truppe als Alternative oder so angekündigt. Mit Blick auf das restliche Billing wohl definitiv eine Fehlbesetzung. Allerdings hatte die Mucke von WILD GARDEN doch beachtliche Überraschungsmomente. So gab es nicht nur rockige Momente sondern auch eine gehörige Thrashnote zu hören. Der Gesang von Gitarrist und Sänger Mr. Blizzard, der zwischen typischem cleanen Gesang und auch tiefen crowls hin und her pendelte, wurde durch eine weibliche Stimme angereichert. Dass vor der Bühne wirklich nix los war juckte die Truppe gar nicht. Sie zockte ungestört ihr Set runter und konnte mit einem ziemlich starken Gig doch viel Applaus einheimsen.

Deutlich mehr gings dann bei PULSE OF DECAY zur Sache. Sowohl musikalisch als auch vor der Bühne. Zwar waren zunächst auch nur wenige Mattenschwinger vor der Bühne, aber da die brachialen doomigen Riffs einfach zum Bangen einladen wurde es vor der Bühne recht schnell recht voll. Wie bereits angedeutet gabs ihr was schleppendes in Form von Doom um die Ohren gehauen. Aber nicht nur das. Die Truppe versteht es in beachtlich guter Manier schöne langsame Doompassagen in einem flotten Thrashinferno münden zu lassen. Dazu kommt noch die filigrane Arbeit der Klampfenabteilung die der Hörerschaft zum Teil sehr eingängige Melodien aus den Boxen schmettert. Sehr starker Gig, der erst nach einer lautstark vom Publikum geforderten Zugabe zu Ende ging.

W eit er gi n gs mi t C Y P E C O R E, di e wie PULSE OF DECAY auch einen Heimvorteil hatten und so etliche Fans vor die Bühne locken konnte. Bemerkenswert an dieser Truppe ist es, dass sie in der recht kurzen Zeit ihrer Existenz es bereits geschafft haben sich einen sehr guten Namen in der regionalen Musikszene zu erspielen, was angesichts der musikalischen Leistungen der recht jungen Truppe nicht weiter verwundert. Dazu kommt, dass die Burschen mit ihrer Musik, die Einflüsse von Bands wie IN FLAMES, DARK TRANQUILITY, ZONARIA oder TIDFALL in einem mittlerweile CYPECOREtypischen Sound einfließen lassen. Aber Schluss jetzt mit der Lobhudelei hier. Nun zum eigentlichen Gig. Wobei hier eigentlich nicht sehr viel zu sagen ist, zumindest was auf die Band bezogen ist. Der Gig war mal wieder bärenstark und die Truppe und auch das Publikum stachelten sich gegenseitig zu Höchstleistungen an. Vor der Bühne gab es nicht nur einmal die Wall of death, dazu noch etliche Circle- und Moshpits und natürlich etliche fliegende Haare. Einzigstes Manko war der etwas matschige Sound. Vor allem zu Beginn des Gigs hätte der ruhig besser sein dürfen. Aber der Stimmung tat das keinen sonderlichen Abbruch. Das I-tüpfelchen dürfte wohl das kurze Drumsolo von Luki gewesen sein, der bis zwei Tage vor dem Gig noch mit Gips umher lief, auf Grund eines gebrochenen Mittelhandknochens.

Den Abschluss des Abends bildeten nun MORTIFIED. Auf Grund der Verzögerungen zu Beginn, war es mittlerweile halb ein Uhr nachts, wodurch sich die Halle doch deutlich geleert hat. Aber ein paar Hartgesottene sind geblieben, um sich noch einmal die Vollbedienung in Sachen Old School Death Metal zu geben. Seid mittlerweile über 10 Jahren treibt die Truppe in der Musikszene ihr Unwesen. Naja, nicht so ganz. Etliche Besetzungswechsel hatten die Truppe mehr oder weniger zum Nichtstun gezwungen, doch seid 2005 ist die Truppe komplett und macht seid dem wirklich etliche Locations unsicher. Für Fans von anspruchsvollem Death Metal wie er von Bands wie VADER oder MALEVOLENT CREATION fabriziert wird ist die Truppe definitiv zu empfehlen. Am besten gleich ihre Scheibe „Suicide Invitation“ antesten oder die Truppe bei einem ihrer nächsten Gig besuchen. Aber da dann hoffentlich etwas früher als beim Distruction in our ass.

 

„der großartige, unübertreffbare, über alles herrschende“ Joscha & Oimel

www.myspace.com/blutfurz

WILD GARDEN

 

PULSE OF DECAY

 

 

CYPECORE

 

 

MORTIFIED

 

 

S’FESCHD