Dyrathor – Memories In Frost (Demo 2007)

Von einer jungen im Jahre 2006 gegründeten Band erhielten wir kürzlich die erste Demo-CD namens „Memories In Frost“. Wie ihr oben schon lesen konntet, handelt es sich um die dem heidnisch-anmutenden Black Metal verschriebene Band „Dyrathor“ aus Hattingen/Nordrhein-Westfalen. Gegründet wurde die Band im Jahre 2006 von Thurin (Schlagwerk) und Skrall (Gitarre) und über die Zeit vervollständigte sich das Line-Up mit Hjul (Bass), Jörg (Synthesizer – verließ die Band jedoch später wieder), Morguul (Stimmarbeit), Atrox (zweite Gitarre) und J. (Geige).

Nach epischem – zum Konzept der Band passenden – Intro dröhnt der erste Musikschwall namens „Der Hinterhalt“ aus meiner heimischen Anlage. Dem genrebewanderten Metaller wird sofort nach den ersten Sekunden klar welcher Stilrichtung er sich nun hingeben wird; angeschwärztem Pagan/Viking-Metal mit Folk-Elementen. Schon bei diesem Lied fallen Ähnlichkeiten zu Bands wie „Equilibrium“ oder auch „Menhir“ auf, vor allem was die Stimmarbeit angeht. Die Stimme hätte etwas lauter sein dürfen, da sie Zeitweilens auf Kosten der Lyrik etwas in der Musik untergeht.

„Im Auge des Sturms“ setzt den Kurs fort, der mit „Der Hinterhalt“ vorgegeben wurde: mit Melodien gespickter Heidenlärm. Allerdings fällt hier auf, dass sämtliche Melodie von Fiedler Julian Koch (der erst sechzehn Jahre zählt) auf der Violine beigesteuert wird – und dies fehlerfrei ohne das ich auch nur einen Kritikpunkt finden könnte. Klasse!

Klanglich wird der Kurs über das Album hinweg mit immer neuen Melodien fortgesetzt, was zu begeistern weiß. Wer gerne mehr „Abwechslung“ hätte, sollte wohl doch lieber zu einer Prog. Metal-Platte greifen.

Was wird denn nun textlich geboten? Nun, jeder dürfte sich das ja schon halbwegs denken können: auf die Edda eingehende Lyrik (Kampf auf Samsey) ist ebenso vertreten wie das obligatorische Bekämpfen des Christentums (Im Auge des Sturms) – also könnte man von im Subgenre üblichem Textwerk reden.

Die Produktion ist einwandfrei und bis auf den von mir bereits erwähnten Kritikpunkt (Lautstärke der Gesangsspuren) habe ich auch sonst keinen Makel finden können. Auch Spielfehler waren nicht zu vernehmen, wer dennoch einen gefunden zu haben glaubt, sollte ihn als „Feature“ sehen, geht ja bei Microsoft schließlich auch ;).

Tracklist:

01 – Intro, 01:34
02 – Der Hinterhalt, 04:10
03 – Im Auge Des Sturms, 05:13
04 – Schicksalsschlacht, 03:34
05 – Midwinter, 03:22
06 – Kampf Auf Samsey, 04:49

Gesamtwertung: 9 von 10 Punkten (spitze)

Fazit:

Ich schätze von dieser Band wird man noch viel hören und das enorme Potential der Gruppierung ist offensichtlich (also ihr Labels, an die Schreibmaschinen!). Auffällig ist das Alter der musikalischen Streiter, denn gerade einmal zwei der sechs aktuellen Mitglieder haben bisher das achtzehnte Lebensjahr erreicht. Ich komme nicht umhin etwas in meine frühe Jugendzeit zurückzusinnen, als ich begann musikalisch tätig zu werden; über solch ein Talent wäre ich zu dieser Zeit froh gewesen. Mit dieser Demo hat die Band auf jeden Fall nichts falsch gemacht sondern gleich zu Beginn scheinbar alles richtig. Meine Empfehlung an alle Freunde heidnisch-schwarzmetallischer Klanguntermalung.

Meine Titelempfehlungen: Midwinter (treibende Instrumentalarbeit, genialer Fiedeleinsatz) und Im Auge des Sturms (gibt einen groben Eindruck des allgemeinen Klangs der Band und des Albums).

Marius

Zusatzinformationen die uns von der Band zur Verfügung gestellt wurden:

  • - Der Name „Dyrathor“ kommt aus der Edda und stellt eine Abwandlung des Namens „Dyrathror“ dar, welchen eine der vier Hirschkühe trägt, die an den Wurzeln der Weltenesche Yggdrasil äsen.
  • - Da keine passende Stilbezeichnung gefunden wurde entstand die Genrebezeichnung „Northern Storm Metal“, unter der die Band momentan agiert.
  • - Den ersten Live-Auftritt bestritt die Band in Oberhausen mit Szenegrößen namens „Minjar“, „Obscurity“ und „Black Messiah“.

Links zum Thema:

http://www.dyrathor.com/
http://www.myspace.com/dyrathor