FINSTERFORST - … zum Tode Hin

Es ist endlich so weit, nach Ihrem Debütalbum WELTENKRAFT, melden sich die sieben Schwarzwälder von Finsterforst imposant zurück.

Bei erster freudiger Begutachtung musste ich aber erstmal Schlucken. FÜNF Lieder – ich dachte, dass kann ja nicht wahr sein – doch auf den zweiten Blick machte sich die Erleichterung breit. Mit einer Gesamtlänge von etwas über 70 Minuten, spielt jeder Track jenseits der 10 Minutengrenze. (Alle Eposschweine die überlange, ewig gehende Mucke lieben heben bitte die Hände!!! *Alles von mir streck*)

Auffällig bei der neuen Scheibe, ist der fast schon „Kreislauf des Lebens beschreibende“ Charakter, der sich mit fortschreiten der Tracks immer mehr zu einer prophetisch- visionären Apokalypse entwickelt. (klingt total geschwollen, aber so was wollt ich schon immer mal loswerden! ^^) So wundert es auch keinen das die Tracktitel die Stufen bis … ZUM TODE HIN bilden. Ein weiteres Highlight für mich ist das Booklet, das anders als das Standard, vielmehr wie ein Poster wirkt. Aber genug BlaBla …

Schon in den ersten Zügen - nach traktieren des Playbuttons - hallen einem die wohlbekannten finsterforsteigenen Klänge des Akkordeons entgegen. Flöten-Klänge teilen sich tragende Passagen mit dem Akkordeon, die sich durch die gesamte CD ziehen. Anders als in der vorhergehenden Platte wirkt das gesamte Arrangement düsterer, was eine epische Grundstimmung untermalt. Doch wer jetzt denkt, dass sich das erbarmunglos langweilig hinzieht und zum einschlafen verleitet, der hat weit gefehlt. Die Jungs haben ihre Hausaufgaben gemacht und egal ob sich ruhigere sphärische Parts mit brachialen Tempoknüplern oder Marco Schomas Gekeife mit besinnlich instrumentalen Abschnitten abwechseln, es greift alles wunderbar in sich.

Das recht präsente Schlagzeug, das sich mit einer unbarmherzigen Doublebase immer wieder ein Rennen mit den eingehenden Riffs der Gitarren liefert. Das Keyboard, das mit seiner atmosphärischen Bandbreite auftrumpft und mit Akkordeon, Flöte und Akustikgitarre das - rein instrumental gehaltene – Pagan Riffing bestreitet. Zusammen mit dem Gesang bilden die Instrumente eine fast schon erschreckende Einheit, die einem die Gänsehaut über den Rücken jagt! Man bekommt zu keiner Sekunde das Gefühl, dass eine Komponente dominant das Zepter führt oder eine Weitere in der Masse der Instrumente untergeht.

So treiben einen die Tracks durch ein Meer an Emotionen, beim dem man sich je nach rhythmischen Finessen, mal mehr und mal weniger fallen lassen kann.
Ich gehe bewusst nicht auf die Tracks an sich ein, weil man die Tracks als ein zusammenhängendes Werk genießen sollte. Bei längerem Abtauchen, fallen einem immer wieder neue Fassaden auf, die „… Zum Tode Hin“ zu einem wahren Hörgenuss werden lassen. Zwei kleine Kritikpunkte muss ich abschließend dann doch noch zur Sprache bringen. Der Keifgesang könnte hier und da noch ein bisschen Farbe vertragen, wobei er auch gerade durch seinen eigenen Charakter, gut in das Gesamtbild passt. Als letzter Kritikpunkt (wenn man das überhaupt so sehen darf) fallen mir fehlenden Unterscheidungsmerkmale. Lässt man die Platte nur nebenbei laufen, entgehen einem einfach zu viele Eigenheiten der einzelnen Tracks. Also nehmt euch einfach mal die Zeit und flackt euch auf die Couch um das Ganze zu genießen und wirklich in die Musik abzutauchen.

Das zweite Album sollte Finsterforst einen festen Platz unter den Pagan/Black Metalern garantieren. In meinen Augen ganz hohes Level, sowohl im Instrumentalen, als auch das Songwriting betreffend. Man spürt förmlich die Leidenschaft mit der hier Musik gemacht wird und daher möchte ich auch besonderes Augenmerk auf die Songtexte legen!
So, was bleibt mir noch groß zu sagen außer LANGT ZU!!!! Jeder der epischen Paganmetal in voller Größe und Ausdruck mag sollte an dieser Scheibe nicht vorbeigehen.

Sarah

Bewertung: 9 von 10

Trackliste: 
1. Urquell   11:45
2. Das Große Erwachen 12:14
3. Seines Glückes Schmied 11:24
4. Sturmes Ernte 13:36
5. Untergang   21:37