Interview mit Trabi Fleshover

Fleshover aus der Oberpfalz (Bayern) überzeugen live mit guter Mucke und zynischem Humor (absolut mein Ding also). Sänger Trabi wurde von mir per Mail verhört und zeigte sich auch hier von seiner lockeren Seite, aber lest selbst.

Hi Trabi, wie sieht es im Lager von Fleshover aus und was macht die Fleischeslust?

Serwas Sascha! Unsere Kühlschränke sind gut gefüllt und der Gammelfleischskandal hat sich auch wieder gelegt. Auf gut deutsch: Wir wissen nicht genau, was wir mit dem vielen Fleisch anfangen sollen. Aber egal! Solang wir Auftritte dazu bekommen, sind wir glücklich. Letzte Woche hat es sich erst ergeben, dass wir im Rock It in Aalen auch mal unsere Fleischbatzen auf die Bühne schmeißen können. Mal schauen, wie wir bei den APOPHIS- und DISINFECT-Fans ankommen. Ursprünglich sollten ja FINAL BREATH noch mit über die Bretter walzen, aber ihre Ärzte haben ihnen dringend abgeraten dieses Jahr noch sich zu bewegen, da ihre Herzen durch die ganze Sauferei und Fresserei nicht mehr die gesündesten sind. Das kommt sicher durch den ganzen Thai-Fraß, den die Pussies sich reinziehen.

In Ludwigshafen habt Ihr im Vorprogramm von Tombthroat eine gute Figur gemacht und dies auch noch lustigen und ironischen Ansagen gewürzt. Von woher holt ihr eure Inspirationen für die Texte? Etwa von den ganzen Horrorklassikern aus den 80ern?

Danke, aber wissen, dass unsere Figuren beim männlichen wie auch weiblichen Publikum durchaus gut ankommen. Dafür hocken wir auch jeden Tag in der Muckibude und pumpen literweise Aufputschmittel in uns rein, die wir bei unseren energiegeladenen Shows wieder rausschwitzen.
Die Texte stammen alle von meinem Kumpel Eumel (Sänger bei Final Breath) und mir. Dabei hab ich immer die Grundidee und Eumel liefert seinen Teil dazu. Auf unserer My Space Page (myspace.com/fleshover) kann man von zwei Songs, die wir dort gelistet haben, auch mal in die Lyrics reinschnuppern. Sie sind total scheiße und handeln immer über Fleisch, egal ob es sich nun zum Verzehr oder zum Rumschubsen oder Begatten handelt.
Wir lassen uns von Kräutern und dem alltäglichen Leben als Metalheads inspirieren, oder auch nicht.

Wer ist bei euch für die lyrischen Ergüsse zuständig?

So ne Kacke mit den Mail-Intis, ne? Da weiß man nie so genau, wie der andere antwortet und schwuppdiwupps hat man eine überflüssige Frage gestellt. ;)

Wie steht es den um neue Songs? Ist in ferner Zukunft ein neuer Release geplant und wann kann man mit diesem rechnen?

Falls unser Drummer mal nicht mehr so oft auf Montage muss und unser Gitarrist nen besseren Job findet, kann das mit neuen Songs ganz schnell gehen. Das große Problem ist aber die Zeit, da wir höchstens zweimal die Woche proben können. Derzeit ist es aber kaum möglich, aber wir versuchen bis zum 10.3. in Aalen einen neuen Fleischbatzen durch den Wolf geschreddert zu haben. In Ludwigshafen haben wir ja auch nicht alles gespielt, was wir parat haben. Da fielen zwei neuere Songs, die noch nicht so 100%-ig sitzen, der kurzen Spielzeit einer Vorband zum Opfer.

Kannst Du eine kurze Zusammenfassung von Fleshover über Gründung bis heute hin geben?

Fune (dr.), Hatl (g.) und ich haben bereits von 90-2002/3 gemeinsam in ULCERATE LIQUOR gespielt. Allerdings war irgendwann der Ofen aus und wir haben diese Band ad acta gelegt. Die beiden haben dann in Cover- bzw. Rockbands weitergespielt und ich hab mit dem damals zweiten Gitarristen und einem Drummer CARNAGE INC. gegründet. Mit C.I. haben wir allerdings nur in unserer Region gezockt. Zwar hatten wir auch unseren Nachmittagsauftritt auf dem UFTG in Gemünden, allerdings war dies der Anfang vom Ende, da unser damaliger Drummer zu doof war allein sein Schlagzeug einzustellen. Der Kerl war das reinste Nervenbündel, wenn es ums Live-Zocken ging. Im Proberaum ist er ein recht guter Techniker, aber das wars auch schon. Die Band konnte allerdings nur aus uns Drei bestehen, also lösten wir sie auf. Ich hab dann eine ganze Weile nur Konzerte organisiert und mich aufs Verreißen von hoffnungsvollen Newcomern im Internet spezialisiert, hehe. Bis zu dem Tag, als Hatl mich fragte, ob wir nicht wieder etwas gemeinsam machen wollen. Bob, der zweite Gitarrist von ULCERATE LIQUOR und einzige bei CARNAGE INC., wollte auch wieder mitmachen. Fune als Drummer war auch da und ich hatte auch schnell einen Proberaum an Land ziehen können. Das Bassspielen, das ich seit 89 versuchte zu lernen, ließ ich aber aufgrund meiner fehlenden Zeit von Anfang sein. Nachdem Cliff erkannt hatte, dass er bei der falschen Band zockt, war auch er ein Stück FLESHOVER. Der Typ ist klasse, wenn auch manchmal etwas zu voll, hehe. Aber er heißt ja nicht umsonst Cliff ;)
Mit der Zeit stellte es sich aber heraus, dass Bob, der seinen Ingenieurberuf mehr als gewissenhaft verfolgt, keinen richtigen Bock mehr auf diese Mucke hat, bzw. er hat nicht das nötige Kleingeld für Proberaum noch für eine Aufnahme. Der Inschenör hats eben schwör...wie auch immer, er ist gegangen (worden) und wir brauchen auch nicht so dringend einen zweiten Gitarristen, sind aber nicht abgeneigt zweistimmige Leads auch wieder live zu bringen. Aber das hat Zeit. Es muss nur der richtige Fucker an uns rantreten, denn Pussies können in Coverbands spielen und die Kacheln ihrer Schwiegermütter lutschen!

Wo seid Ihr den mit Fleshover schon überall rumgekommen? Was habt Ihr noch in absehbarer Zeit so vor?

Bisher war alles recht regional gestaltet, aber außer dem Gig in Ludwigshafen gibt es wie schon erwähnt diesen in Aalen, dann wird noch einer in Straubing dazu kommen und irgendwann auch in Krefeld. Ansonsten haben wir in Regensburg und in Kelheim gezockt. Wir kommen gern etwas weiter raus, damit auch andere dem Fleische preisen können und wir genügend Scheiben verkloppen können, dass mal etwas in die Bandkasse kommt, denn der nächste Release muss definitiv in einem richtigen Studio entstehen, das unsere Songs besser zur Geltung bringen kann. Das soll jetzt nicht heißen, dass wir eine 'true'-Aufnahme auf "Guts, Flesh and Glory" gebannt haben, sondern dass man sicher am Sound noch etwas verbessern kann. Nur haben uns zu dem Zeitpunkt die nötigen finanziellen Mittel gefehlt. Das tuts jetzt immer noch. Es ist eine Seuche...

Habt ihr euch schon eine Fangemeinde erarbeiten können, die euch auf Schritt und Tritt folgt und euch zu jedem Konzert begleitet?

Naja, zu jedem nicht, aber in unserer Gegend kennen uns die Leute bereits und kommen auch immer wieder zu den Konzerten. Drei Die-Hards gibt´s aber doch und auf die sind wir auch besonders stolz. Gerade weil sie so jung sind und wir so alt. Das zeigt uns, dass der oldschoolige Metal, den wir mit neueren Elementen schmücken, auch bei jungen Fans ankommt. Überhaupt sind uns die jungen eh lieber als die dicken Männer mit Bärten. Die stehen nämlich meistens dumm rum und jammern über vergangene Zeiten.

Welche Band/Bands würdest Du als Haupteinfluss für den Sound von Fleshover bezeichnen?

Hatl, der die meiste Mucke schreibt, hat ganz sicher seine Faves in Slayer und Carcass gefunden. Beim Fune sieht es ähnlich aus. Bei mir auch, nur bin ich eben auch großer Fan von richtig derben Gesang, wie du sicher gehört hast. Als absoluten Gott sehe ich Matthew Chalk, der PSYCROPTIC eigentlich ausgemacht hat. Peppi, sein Nachfolger, ist zwar kein schlechter Sänger, aber eben kein Gott! Ein weiterer Gott ist Mike Patton! Der Typ ist einfach krank und aus seiner Kehle kommen die ganzen Spinnereien seines Hirns heraus. Eigentlich schränke ich mich aber nicht ein beim Mucke hören, denn es gibt in jeder auf Instrumenten gespielten Musikrichtung etwas zu entdecken und für seinen Stil zu verwenden.

Noch irgendwelche letzte Worte an unsere Leser?

Lasst Euch nicht allzu sehr von den Werbungen der Labels verkackeiern, besucht Undergroundkonzerte und verpulvert Euer Geld nicht in abgefuckten Discos, denn da gibt es eh keine Tussis für Euch, und saugt nicht soviel Mucke im Internet, denn auf Dauer macht das den Metal, der Euer Leben bereichern und nicht bestimmen soll, tot.
Achja, und esst mehr Fleisch!

Vielen Dank für das Interview Trabi von mir und von dem Rest des Mags.

Styx