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Interview mit Zottel von HATCHERY
Hallo Zottel. Lange aufgeschoben, aber endlich ist es soweit. Das versprochene Interview. Lass uns doch mal gleich anfangen. Wann wurde die Band gegründet und wie bist Du zu Hatchery gestossen?
Hallo Styx! Dann legen wir mal los: Die Band wurde von Nils (Gitarre), Ruben (Drums), Ronny (Bass) und Erik (Gitarre) gegründet. Die Vier haben bereits alle in anderen Bands gespielt und standen im Herbst 2003 alle zeitgleich ohne Band da. Da lag es auf der Hand wieder etwas Neues zu gründen und Hatchery war geboren. Am Gesang stieg anschließend noch Ingo ein, der die Band aber im Herbst 2005 aus gesundheitlichen Gründen wieder verlassen musste. So waren die Jungs dann auf der Suche nach einem neuen Sänger. Zu der Zeit war ich noch bei Unscared aktiv, das hatte für mich allerdings mit der Zeit immer weniger funktioniert und habe mich anderweitig mal umgeschaut. Hatchery kannte ich auch schon, wir hatten zusammen mal gespielt und ich hab mich dann mit deren Musik beschäftigt, mir die Songs gründlich angehört und überlegt ob das nicht was für mich wäre. Schlußendlich habe ich angerufen, wir haben uns ein paar Proben angetestet und es hat absolut gepasst so daß ich von Unscared zu Hatchery gewechselt bin. Um die Line Up-Geschichten noch zu vervollständigen: Gegen Ende 2006 ist Erik aus zeitlichen Gründen ausgestiegen, seit Anfang 2007 hat Paul seinen Platz an der Gitarre eingenommen.
Hatchery schreiben auf Ihrer Myspace Seite, dass sie vom alten 80er Thrash beeinflusst sind und Ihren Vorbilden huldigen. Welche Bands genau sind das?
Jede Menge! ;-) Und ich glaube es würde ein wenig dauern alles aufzuzählen. Das geht von den Großen wie Slayer, Exodus, Overkill, Kreator, Sodom, Destruction, Testament bis hin zu Exumer, Forbidden, Onslaught, Assassin (die ersten beiden Alben). Alles was gut ballert halt. Thrash Metal so wie er halt sein sollte. Nils steht zum Beispiel tierisch auf Slayer, was man seinen Riffs manchmal doch anmerkt. Ruben und Ronny sind im Thrash-Bereich Forbidden nicht abgeneigt, während meine Favoriten Overkill sind. Aber wir hören ja auch nicht nur Thrash. Natürlich unterscheiden sich die Geschmäcker auch innerhalb der Band. Da ist von Stryper (ja genau, Stryper, DIE Stryper, schreib das ruhig :-D ) bis zu Cannibal Corpse und Dark Funeral alles dabei. Ab und zu kommen dann auch mal Heavy- oder Death-Anleihen in die Songs. Nur den moderneren Einflüssen stehen wir etwas kritischer gegenüber. Ich sehe das so daß wir traditionellen Thrash Metal spielen ohne altbacken oder eintönig zu werden.
Was bedeutet der Name Hatchery? Ist dies eine Anspielung auf das Wort Hatchet (Axt) und als Wortspiel zu verstehen?
Hmmm... Das mit der Axt wußte ich gar nicht. Naja, der Name stand schon als ich zur Band kam aber wörtlich übersetzt heißt Hatchery = Brutstätte. Wie die Jungs jetzt genau darauf kamen weiß ich leider nicht, aber so schlecht hört sich das ja jetzt nicht an, oder? Ich würde jetzt reininterpretieren daß wir jede Menge Ideen haben, die nur darauf warten rausgelassen zu werden.
Auf der ersten Veröffentlichungen warst Du noch nicht als Sänger zu hören. Wie findest Du das Material und worin siehst Du die Unterschiede zum jetzigen Material, das mit dir eingesungen wird?
Die Stimme von Ingo war ja um einiges tiefer und Death Metal-lastiger als es mein Kehlchen ist. Mit dem instrumentalen Material kann ich mich absolut identifizieren, wir spielen ja natürlich immer noch alte Songs und ich glaube ich kann die Songs auch einigermaßen rüberbringen. Vom rein persönlichen Geschmack stehe ich nicht so auf Gegrunze, Ingo weiß das aber und letztendlich ist das ja alles Geschmackssache. Ich würde sagen die neuen Songs sind noch etwas traditioneller gehalten als das Material von "Night Time Greys" und "Distorted Society". Es sind insgesamt weniger Death Metal-Einflüsse zu hören, die Stimme kommt natürlich ohne Gegrunze rüber. Mit Paul sind auch wieder ein paar mehr Heavy-Einflüsse dazugekommen, wobei man schon sagen muß daß Nils und Paul sich an den Gitarren perfekt ergänzen. Aber um alles mal zusammen zu fassen: Wir machen Thrash Metal! Wem das gefällt der kann sich auf unserer MySpace-Seite (www.myspace.com/hatcherymetal) schon mal den Song "Trail Of Blood" von der Vorproduktion unseres Albums anhören. Und irgendwie sind diese ganzen Beschreibungen im Stil von "Epic Symphonic Power Metal Of Death" ja auch für den Arsch, ne? Deswegen: Thrash Metal! Das passt schon!
Hatchery befinden sich zur Zeit im Songwriting. Bis wann kann man mit dem neuen Album rechnen? Gibt es schon einen Titel für das Album?
Der Titel unseres Albums wird "Birth Of A Bomb" lauten. Wir gehen Anfang August in die Kohlekeller-Studios in denen zum Beispiel auch schon Abandoned, Agathodaimon oder Crematory aufgenommen haben. Das Album wird dann am 13.10. erscheinen, Releaseparty gibt es in Weinheim im Cafe Central. Insgesamt werden auf der Scheibe dann 9 Songs vertreten sein und wer Thrash Metal mag sollte gespannt sein! Die Vorproduktion ist im Kasten und wir sind wirklich heiß drauf die Sachen einzuspielen und euch dann zu präsentieren.
Bist Du auch für die Lyrics zuständig? Wenn ja, um welche Themen handelt es sich dabei?
Ja, auch. Wer bei uns einen Text geschrieben hat bringt ihn mit und wenn er gut ist wird er genommen. Da ist es egal wer den geschrieben hat. Natürlich bringe ich auch Texte ein. Die Themen bewegen sich einerseits im ernsten Bereich, also gesellschaftskritisch, aber ebenso "Metal"-Texte über Party, Mosh-Pit und so weiter. Auf dem kommenden Album ist beides vertreten. Einige Texte handeln grob gesagt von der "Bombe Mensch" in allen Facetten und Variationen. Der Titel "Birth Of A Bomb" fasst das meiner Meinung nach ganz gut zusammen. Unsere Klischee-Texte sind diesmal nicht ganz so zahlreich vertreten, aber ganz ohne geht es ja auch nicht. ;-) Wir nehmen ganz gerne Mal Mißstände oder Entwicklungen in der Szene aufs Korn (<--- Wortspiel :-D ) ohne uns jedoch selbst zu ernst zu nehmen. Wenn das neue Album draußen ist könnt ihr ja mal reinschauen.
Wie gehen Hatchery an das Songwriting heran?
Im Grunde werden alle Songs im Proberaum geschrieben. Los geht es mit einem Gitarrenriff, dann gesellen sich Schlagzeug und Bass dazu und am Ende der Gesang. Das ist mal grob unsere Art des Songwritings. Natürlich ist das jetzt nicht starr, aber wir schreiben die Songs zum Großteil wirklich zusammen. Es ist nicht so daß ein Einzelner sich daheim hinsetzt und komponiert. Dadurch daß alle beteiligt sind haben alle Einfluss auf das Material. Bei ein paar Songs kommt das auch mal vor, daß ein Gerüst steht, aber im Endeffekt werkeln alle mit. So kann sich auch jeder von uns optimal mit den Songs identifizieren, jeder steckt hier Herzblut rein. Und jeder kann sich bei jedem Instrument mit einbringen. So merkt man den neuen Songs meiner Meinung auch ein wenig an, daß sie in einem anderen Line Up gesc hrieben wurden als die Songs auf den ersten beiden Demos. Natürlich sind alle Songs Hatchery, aber es sind gewisse Feinheiten die dazugekommen sind.
Ist die Musik für Dich mehr ein Hobby oder so etwas wie ein Job, mit dem Du Deinen Lebensunterhalt verdienen willst?
Ich glaube ich kann sagen daß alle bei Hatchery in der Musik mehr sehen als nur ein Hobby, allerdings auch nicht als Job um den Lebensunterhalt zu verdienen. Musik machen ist einfach geil. Noch geiler ist es dann wenn Du live auf der Bühne stehst und der Krach gefällt sogar noch ein paar Leuten. Dann weißt Du daß sich die ganze Mühe gelohnt hat. Ich persönlich will aber nicht Songs schreiben müssen um was zu futtern zu haben. Ich bin mir nicht ganz sicher ob das dann noch der Spaß wäre den wir jetzt haben. Natürlich wollen wir spielen und im gewissen Sinne auch etwas erreichen. Aber wir können sagen was und wie wir etwas machen. Kann man heute überhaupt von der Musik, von der Musik wie wir sie machen, leben? Ich denke mit Thrash Metal ist das nicht wirklich leicht. Dafür sind wir wahrscheinlich knapp 20 Jahre zu spät dran. Das heißt nicht daß wir uns nicht anstrengen oder Mühe geben oder etwas in der Art. Es soll vielmehr bedeuten daß wir unsere Zukunft in der Hand haben und uns nicht auf irgendetwas fixieren. Wir wissen was wir erreichen können und wir wissen was wir wollen. Was bringt es wenn Bands auf Teufel-komm-raus einen Plattenvertrag wollen und sich auflösen wenn sie ihn nicht bekommen? Die stehen doch nicht zu ihrer Musik, oder? Entweder ich bin der Meinung daß die Musik es wert ist gespielt zu werden, ob mit oder ohne Vertrag, oder ich lasse es sein. Wir haben Spaß an der Musik und das ist die Hauptsache. Wir würden wahrscheinlich zu einem Vertrag nicht nein sagen, aber wir versteifen uns nicht darauf einen haben zu müssen. Aber ich sehe das alles in weiter Ferne. Wir können auch so genug erreichen! Spaß muss es machen!
Wie sehen eure Pläne mit Touren aus? Kann man mit einer ausgedehnten Tour im Umkreis rechnen, wenn Ihr die Platte draußen habt?
Klar! Wir spielen am nächsten Samstag (21.07.) erst mal auf dem Hard'n Heavy's Summernight Open Air in Euskirchen (in der Nähe von Bonn). Die Spontanen unter euch können ja mal hochdüsen, das Beste dabei ist: Eintritt frei, Parken frei, Camping frei. Infos dazu gibt es unter www.hardnheavys.de (falls ihr das Interview rechtzeitig hochladet ;-) ). Ansonsten spielen wir am 22. September auf dem Thrash 'Em Down-Festival in Bietigheim bei Stuttgart bevor wir am 13. Oktober im Cafe Central in Weinheim unser Album präsentieren. Mit dabei sind dann noch Bastard Nation (www.myspace.com/bastardnation), Into Darkness (www.myspace.com/intodarkness13) und die italienischen Thrasher von Neurasthenia (www.myspace.com/neurastheniaband). Das solltet ihr nicht verpassen! Danach kann man uns noch am 27.10. auf der Knüppelnacht in Speyer sehen. Weitere Konzerte sind bis jetzt noch nicht bestätigt aber die Planungen laufen. Da kommen bestimmt noch ein paar Daten dazu. Schaut einfach mal regelmäßig auf unsere MySpace-Seite www.myspace.com/hatcherymetal oder www.hatchery-band.de. Da gibt es dann immer die aktuellsten Infos! Wenn alles gut läuft werden wir nächstes Jahr auch mal ein wenig durch Europa tuckern. Die ersten Gespräche sind geführt und auch hier sind wir mitten in den Planungen. Wir sind also keinesfalls untätig, aber spruchreif ist das Ganze leider auch noch nicht.
Wann werdet Ihr zu Destruction, Kreator, Sodom, Tankard, Protector und Co. aufschliessen und somit unauslöschbar in den Annalen des Metals eingehen?
Ich denke nicht daß wir uns anmaßen können daß wir das irgendwann werden. Dafür sind wir 20 Jahre zu spät und beurteilen sollen uns andere.
Noch irgendwelche letzte Worte an die Fans und Leser? Wie gesagt: Schaut mal bei unserer Releaseparty am 13.10. im Cafe Central vorbei! Das wird ne Killer-Party! Ansonsten: Bombardiert uns mit Feedback im Gästebuch und bei MySpace! Wir freuen uns immer darüber. Und wenn ihr in einer Band spielt: Postet eure Konzertdaten in unser MySpace-Gästebuch! Wir machen das natürlich auch bei euch, von so etwas lebt die Szene! Nicht meckern von wegen Spam und tralalala. Und ansonsten: Nehmt euch nicht zu ernst, wir machen das auch nicht. Da bleibt dann nur noch: Vielen Dank für das Interview! Keep on thrashin'!
Vielen Dank für das Interview von mir und dem Sleeplesszine.
Styx
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