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Ivory Night - 7 - Dawn of the night Heute gehe ich mit meinem Review mal etwas weiter in mein Heimatbundesland, die Pfalz; genauer: nach Kaiserslautern. Vielleicht hat der/die ein oder andere von euch schon etwas von dieser Band gehört, da sie schon über die Grenzen von Deutschland hinaus bekannt geworden sind. Es geht um die Band Ivory Night, welche sich dem Power Metal verschrieben hat und dabei unter anderem Einflüsse von Jag Panzer oder Manowar in ihre Musik einbezogen hat – was jedoch nicht heißt, das es eine „Kopie“ solcher Bands ist; über Jahre hinweg haben Ivory Night ihren ganz eigenen Sound kreiert.
Diese Scheibe stellt das erste offizielle Full-length Album dar, wobei jedoch Carsten Kettering (Bass) erklärte, dass es mehr eine Art „Best Of“ der letzten paar Jahre von Ivory Night darstelle, da mehrere Besetzungswechsel sich auf den Entstehungsprozess neuer Songs ausgewirkt hatte (vgl. unser Interview mit Carsten). Eingeleitet wird die CD von dem Lied „The 7th Sea“; dieses Stück stellt jedoch selbst ebenfalls „nur“ die Einleitung zum folgenden Stück (Killer 7) dar. Das Riffing bereitet einen auf das vor, was danach folgen soll, jedoch merkt man dem Stück einen introhaften Charakter an; die Gitarren spielen melodiös, der Bass trägt ebenfalls viel zur Melodie bei und das Schlagzeug liefert einen grundsolides Fundament. Nach dem Stück bekommt man Lust auf mehr.
Das dritte Lied ist eine schnelle Nummer mit dem Namen „And I Fly“. Wow! Ich hatte die Band schon öfter live gesehen und auch seitdem ist das Lied eines meiner Lieblingslieder; aber die Studioversion transponiert gekonnt alles, was ich live an dem Lied mochte; die Gitarren gehen perfekt aufeinander ein und Patricks geniale Stimme entführt uns in einen halsbrecherischen Flug. Ich möchte jedem Interessierten diesen Song als einen Anspieltip empfehlen, mich hat er seit ich ihn das erste mal gehört habe zum Headbangen bewegt. Weiter geht es mit dem langsameren „Salvation Is An Honest Man“. Dieses Lied hat keinen festen Refrain; dieser verändert sich über das Lied hinweg mehrere Male, was jedoch in vielen Strophen vorkommt ist das treibende „Salvation is an honest man!“; ein Stück bei dem jeder stellenweise mitsingen kann, wozu die Musik auch anregt. Ein Anspieltip zu den etwas langsameren Liedern. „The Ghost“ kannte ich bis ich das Album in meinen Händen hielt noch nicht wirklich, jedoch ist es auch nur ein kleines, ruhiges Instrumental. Beim Anhören wird einem klar warum das Stück „Der Geist“ genannt wurde; trotz eines harten, verzerrten Gitarrenakkordes am Anfang kommen in dem Stück sonst nur unverzerrte Klänge vor. Kein Text, kein Schlagzeug. Dieser Song weiß es, eine gewisse unheimliche Stimmung aufkommen zu lassen. Diese Stimmung verfliegt jedoch beim nächsten Lied namens „Mighty Wings“ wieder. Gleich zu Beginn des Stückes hört man wie gut Patrick Fuchs seine Stimme im Griff hat und wie variantenreich er damit singen kann. Wieder einmal beweisen uns die beiden Gitarristen der Band, das sie ihre Instrumente blind beherrschen, kein falscher oder unharmonischer Ton. Der Refrain ist äußerst eingängig : „I just leave, tomorrow is still far away, tomorrow is still far away, I fly away on Mighty Wings!“. Dem interessierten Metalhead will ich auch dieses Stück als Anspieltip empfehlen. Hörproben zu fast jedem Stück gibt es ebenfalls auf der Homepage. „Insane“ kommt daher mit einem Bassriff, das durch einen Effekt so angepasst wurde, dass einem wirklich etwas der Gedanke des Wahnsinns kommt. Die Gitarristen spielen zwischendurch viel mit hohen Tönen, was durchaus nochmals zur Atmosphäre des Stückes beiträgt. Der Text behandelt mehrere abstrakt verwobene kleine Geschichten, die alle auf das Hauptthema „Wahnsinn“ hinauslaufen. Nach dem „Wahnsinnsstück“ kommt einer meiner persönlichen Top-Favoriten auf dem Album, den man sich unbedingt anhören sollte: „Beyond The Pain“. Dieses Stück reißt einen sofort von der ersten Sekunde an mit und weiß mich mehr als nur zu begeistern. Allein die Melodie wird einem längere Zeit im Kopf herumspielen, der Ohrwurmcharakter ist eindeutig präsent. Wie bei vielen anderen Stücken auch strotzt dieses nur so von Melodien und kleinen Soli. Mit „My Dearest Love“ folgt jedoch ein langsameres Liebeslied, das den Zuhörer etwas von der Headbangerlaune herunterholt und zum Schwelgen in Erinnerungen einlädt, wozu nicht zuletzt die Akkustikgitarre und Patricks Stimme einen großen Beitrag leisten. Wer gerne träumt, in melancholischen Gedanken schwelgt oder einfach nur mitreißende, emotionale Themen in der Musik mag, welche mit einem „zerrenden“ Rhythmus daher kommt, sollte sich diese Klänge zu Gemüte führen. Flotter wird es wieder mit „Children Of Thorns“, ein Lied das mit solch genialen Vocals aufwartet, das man am liebsten – auch wenn man keine gute Stimme hat – sofort mitsingen will. Erneut merkt man, dass die Musiker sehr viel Erfahrung mit ihrem jeweiligen Instrument haben. Der Text handelt von den Dornenkindern, welche mehr eine Metapher dafür darstellen und ebenfalls etwas leichte „Gruselatmosphäre“ aufkommen lässt. Das folgende Lied „Twilight Into Darkness“ wird von vielen Fans zurecht als eines der legendärsten Ivory Night-Lieder bezeichnet und wird daher immer wieder gerne gehört. Die Gitarren bewegen sich hier überwiegend im tieferen Tonbereich und der textlich simple Refrain ermöglicht jedem sofort die Möglichkeit mitzusingen (oder mitzugröhlen). Nun kommt wieder ein instrumentales Zwischenspiel, genannt „Overture“. Das knapp eineinhalb minütige Lied hat wirklich Ouvertürenhaften Charakter und kommt – wie auch „The Ghost“ – ohne einen Text aus, dafür ist hier das Schlagzeug präsent. „Never Be My Friend“ bildet das vorletzte Lied auf diesem starken Album, welches davon handelt, das eine nicht näher spezifizierte Person nie der Freund des „Ich-Akteurs“ sein wird; in den Strophen wird etwas verdeutlicht – jedoch versteckt in Metaphern und anderen Umschreibungen – warum dies so ist. Das Tempo ist hier eher wechselhaft; es kommt nicht an „And I Fly“ dran, doch bewegt sich manchmal in die schnellere Richtung. Schlusslicht bildet das teils balladenartige „Mother Earth“, in dessen Text es mehr oder weniger um den Weltuntergang geht. Die Einleitung bildet die Band, welche als Chor die erste Strophe singt und dann zu einem simplen aber äußerst passenden Chorgesang wechselt. Dieses Lied ist ein Juwel auf der CD, daher möchte ich jedem Metalfan nahelegen zumindest reinzuhören. Wer das Lied schon live gehört hat wird sich wundern, denn auf der Albumversion erwartet uns überraschenderweise gegen Ende des Liedes ein Kanon, der wirklich äußerst gut von der Band verwirklicht wurde. Mit seinen knapp achteinhalb Minuten ist dies auch das längste Stück auf dem Album. Fazit: Wer auf klassischen Heavy- oder Power-Metal steht, sollte unbedingt einmal in diese Band hereinhören. Natürlich sind auch modernere Elemente in der Musik verwoben, doch die Band ist dem Genre 100%ig treu und weiß dies sowohl live als auch im Studio deutlichst zu zeigen. Jedes Lied wartet mit Melodien und geschickten Soli auf, die wohl so manchen Gitarristen neidisch werden lassen. Die Produktion ist recht klar und alles ist auch sehr gut aufeinander abgemischt. Patricks Stimme erinnert mich häufiger an die von Harry Conklin (Jag Panzer) z.B. zu Zeiten des Albums „Mechanized Warfare“. Das Album ist grundsolide und weiß zu überzeugen; es ist übrigens nach wie vor bei der Band erhältlich, also bei Interesse zuschlagen!* * Preis : 10 € ohne die noch anfallenden Versandkosten. Tracklist: 01 - The 7th Sea, 1:33 Marius Links zum Thema: |
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