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Kraichgau Inferno 10.11.07 Stadthalle Neckarbischofsheim u.a. Darkness Ablaze, The Prophecy 23, Silent Overdrive, Skepsis
Liegt Neckarbischofsheim noch im Kraichgau? Bin mir da nicht so sicher. Aber wie dem auch sei. Ein paar Metalheads aus der Gegend haben sich vorgenommen eben dort das Kraichgau Inferno abzuhalten. In den Hauptrollen Cypecore, Nefarious, Skepsis, Silent Overdrive, The Porphecy 23, Darkness Ablaze und unzählige bangende Metalfreaks.
Den Anfang des Infernos waren CYPECORE aus der Sinsheimer Gegend. Vor gerademal zwei Monaten aus der Taufe gehoben, musste die Truppe um Frontmann Azge hier gleich ihre Feuertaufe bestehen. Und man muss sagen. Sie haben sie extrem gut bestanden. Mit ihrem eigensinnigen Mix aus melodischem Death Metal, leichten Thrashakzente und ein paar gut dosierte synthetische Klänge, konnten die Mannen gleich von Anfang an beim Publikum punkten. Vergleichbar ist die Musik von CYPECORE vielleicht mit neueren IN FLAMES und im Ansatz DARK TRANQUILLITY, wobei sich die Herren vor den großen Namen nicht verstecken brauchen! Mit „Final Hour“ wurde das Set eröffnet und der Song erweißt sich als mächtig guter Eröffnungssong. Gleich von den ersten Akkorden an lassen die Fans vor der Bühne ihre Matten kreisen. Für die noch sehr junge Band konnte sich das Songwriting echt hören lassen. „Innocent“ oder „Control Yourself“ waren weitere Songs, die den Fans um die Ohren geblasen wurden. Zugaberufe durften zum Schluss natürlich nicht fehlen. Aber da die Truppe erst fünf Songs im Repertoire hat, musste zum Abschluss noch einmal „Final Hour“ her halten. Hier bleibt nicht mehr viel zu sagen, außer; Klasse Mucke und klasse Gig!!!
Aus Bretten kamen im Anschluss NEFARIOUS auf die Bretter. Auch hier gab es Death Metal zu vernehmen, allerdings ist die Musik nicht so eingängig, wie die der Vorband. Aber dennoch tummelten sich auch hier einige Fans vor der Bühne und feierten die Truppe ab. Mit „Skull Division“ packte die Truppe wohl ihr melodischstes Stück in die Setliste. Mit einer Anfangsmelodie versehen, die leicht an IRON MAIDEN erinnert, brach kurz darauf dann aber die Division los und der Song mündet in einer Uptemponummer, die aber recht gekonnt durch ruhigere Pausen angereichert wurde. Gesanglich variierte Frontmann Frank zwischen Deathcrowls und Black Metal gekeife.
Mit SKEPSIS gab es das nächste Death Metal Brett auf die Lauscher. Der schwedisch angehauchte Totesstahl zog die Meute vor der Bühne gleich in seinen Bann. So wie beim Song „Sigh of chaos“. Einmal gab es ein etwas grooviges Brett um die Ohren, dann gab es die volle Bedienung in Sachen Knüppel aus dem Sack und obendrein gab es auch noch ein Hauch von Melodie zu vernehmen. Einziges Manko was hier anzukreiden ist, was aber nichts mit der Band zu tun hat. Irgendein Vollpfosten hatte wohl nix besseres zu tun, als die Halle mit der scheiß Nebelmaschine zuzuscheißen. Anfangs sah man da gar mal rein gar nix, zum Leidwesen der überwiegend männlichen Zeitgenossen, zu mal bei SKEPSIS ja nicht nur das musikalische Gehör verwöhnt wird, sondern auch das Auge. Nichtsdestotrotz hatte die Truppe stets den Durchblick und lieferte einen klasse Gig ab.
Nach dreimal Death wurde es nun Zeit für etwas anderes, aber nichts softeres. SILENT OVERDRIVE aus Sinsheim hatten nun die Ehre die Thrash-Core-Keule durch die Reihen zu schwingen. Und das taten sie auch mit Bravour und in gewohnt guter Laune. „Faceless“, „In Hell“ oder Band-hit „Lost your belief“ wurden von den Fans dankend angenommen. Als Dank gabs ordentlich gemoshe und gebange vor der Bühne. Aber nicht nur da. Auch die Herren und Damen an den Merchandise Ständen (Baden Metal und Dragon Metal) vergaßen für einen Moment ihre Arbeit und bangten auch lieber zur Mucke von SILENT OVERDRIVE. Nach etlichen Zugaberufen, durften sich die Fans noch auf „The Story Ends“ freuen, auch wenn der Wunsch von ein paar Fans nach „Emotionally Dead“ nicht erhört wurde. Vielleicht das nächste mal!
Thrash Metal Attitude gepaart mit brachialem Gesang und Riffs wie ein Vorschlaghammer. So ähnlich kündigt die Band selbst ihre in wenigen Wochen erscheinende neue Platte „Immortal Attitude“ an. Und die Jungs treffen hier den Nagel auf den Kopf. Gleich mit „Surf Nazis must die“ beginnen die Jungs aus Bad Rappenau ihren Gig. Zur Erheiterung aller weißt der Song auch einen groovigen Bonanza-Part auf, bei dem man doch glatt das Tanzbein schwingen könnte. Aber hier wird nicht getanzt, sondern gemosht und gebangt. Bei „Burning yourself“ sieht man unzählige Fäuste in die Höhe gestreckt und bei „Burn, Burn, Burning yourself“ sind auch einige Goldkehlchen im Publikum beim mitsingen zu hören. Neben neuen Stücken, gab es mit „Damned Souls“ auch ein Song aus alten Tagen, ehe mit dem Titelsong des kommenden Albums „Immortal Attitude“ der Gig sich dem Ende zu neigte. Als kleine Zugabe gab es noch einen 30 Sekunden Mosher.
Die Halle ist zwar mittlerweile schon etwas geleert, aber die feierwütigen unter den Fans tummeln sich noch immer vor der Bühne, um der letzten Band des Abends – DARKNESS ABLAZE – zu frönen. Bei den Schwaben weiß man nicht so recht wie man dran ist. Einmal wird man von einer Deathmetalwalze überrollt, bei der ein Nackenbrecherriff nach dem anderen, die Nackenwirbel zum quietschen bringen, dann fegt melodischer Black Metal aus den Boxen und dann findet man sich in modern angehauchten, fast schon metalcoreartigen Gefilden wieder und als Krönung wird einem ne Thrashgranate in den Hintern gejagt. Musikalisch sehr vielseitig am besten aber im Black / Death Bereich einzuordnen lieferten die Jungs ein extrem guten Gig ab. Mit „Black Rainbow“ eröffneten sie ihr Set und konnten noch immer etliche vor die Bühne zum bangen bewegen. „Ascending from the ashes Part I & II“ oder die Zugabe “Lonely March” waren nur einige gute Songs, mit denen die Truppe ihr können unter Beweis stellten und einen würdigen Abschluss des Kraichgau Infernos bildeten.
Abgesehen von leichten technischen Problemen auf der Bühne, lief das Festival sehr gut und wie immer friedlich ab. Der Stimmung hätte es aber nicht geschadet, wenn sich noch ein paar mehr Metalheads nach Neckarbischofsheim begeben hätten. Aber dennoch wurde wirklich jede einzelne Band von Anfang bis zum Ende von den anwesenden Fans abgefeiert und extrem gut angenommen. Sowas erlebt man auch nicht alle Tage.
Oimel
CYPECORE


NEFARIOUS


SKEPSIS


SILENT OVERDRIVE


THE PROPHECY 23


DARKNESS ABLAZE


DAS FESTIVAL



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