Last concert
Fr. 25.01.2008 Ohrakel Ingolstadt
Kruel, Deep down the Soul, 24 days to fall, Narcotica

Abschied nehmen heißt es für die Jungs von „Kruel“. Doch anstatt sang und klanglos von der Bildoberfläche der Ingolstädter Musikszene zu verschwinden, wollten sie mit einem letzten Konzert das Ohrakel noch einmal richtig rocken. Unterstützung holten sie sich für ihr Vorhaben bei den lokalen Bands „Deep down the soul“ und „Narcotica“ sowie „24 days to fall“ aus München.

Den Anfang bestritten auch gleich Narcotica, eine junge vierköpfige Band aus Ingolstadt, die trotz ihrem souveränen Auftritt beim Publikum nicht viel erreichen konnten. Schade, denn das die Jungs mächtig Talent haben konnte man schon bei ihrem ersten Song deutlich erkennen. Musikalisch erinnern sie an eine Mischung aus Bands wie Bullet for my Valentine, Atreyu und Machine Head. Wenigstens bei „Shadows“ liesen es sich ein paar hartgesottene Fans nicht nehmen, sich gegenseitige über die, immer noch viel zu große, Lichtung vor der Bühne zu jagen. Doch dann folgte die Überraschung des Abends, eine Coverversion von Metallicas „Creeping Death“. Die Ansage des Titels führte zu vielen kritischen Blicken unter dem Publikum, doch wer erwartet hatte, dass die Nachwuchsmusiker an diesem Stück scheitern würden hat sich mächtig getäuscht. Gekonnt präsentieren sie eine neue Version des Klassikers, die vor allem durch den Wechsel von clean- und shout parts eine interessante Note erhält. Bei dem einen oder anderen Patzer drückt man gerne mal ein Auge zu, wenn man bedenkt, dass das Durchschnittsalter der Jungs bei ungefähr 17 liegt. Doch alles hat nun mal ein Ende und so verabschiedeten sie sich mit „Last chapter“, aber nicht ohne einige anerkennende Blicke zu ernten.

Schon als die 6 Münchner von 24 days to fall die Bühne betreten hebt sich die Stimmung erheblich. Immer mit einem lockeren Spruch auf den Lippen spielen sie einen Kracher nach dem anderen. Sowohl für eingefleischte Metalheads als auch für Hardcore Kids, für jeden ist etwas dabei. Spätestens bei ihrem dritten Lied „already dead“ gibt es kaum einen der noch ruhig dasteht. Von brachialem Sound über melodische Parts, die Stimmung kocht, da darf natürlich auch die altbekannte „Wall of death“ nicht fehlen. Die sechs-köpfige Combo macht seit 2005 die Bühnen, hauptsächlich im Münchener Raum unsicher, und bei den vielen Metallern die nach ihrem Auftritt den Merchandise-Stand stürmten, haben sie sicherlich auch hier etliche neue Anhänger gefunden. Trotz ihrem teilweise sehr aggressiven Sound, merkt man den Jungs deutlich an, das für sie der Spaß an der Show eine große Rolle spielt und auch bei ihrem Auftritt im Mittelpunkt stand. Wer da noch ruhig bleibt ist eindeutig selbst schuld!

Als nächstes hieß es Bühne frei für Deep down the soul. Die, wie man es von ihnen gewohnt ist, einen gekonnten Auftritt hinlegten. Die fünf Jungs fahren einen eigenen Stil auf, den man nicht so leicht in eine Schublade stecken kann. Mit einer mehr als gelungenen Mischung aus Nu-Metal, Hardcore und Crossover machen sie seit 2004 in der Ingolstädter Musikszene von sich hören. Schon mit ihrem ersten Lied geben sie ordentlich Gas und legen gleich mit ihrem Ohrwurm „Revolt“ nochmal einen drauf, da bleibt kein Auge mehr trocken. Das die jungen Ingolstädter ein eingespieltes Team sind kann man an den perfekt wechselnden Vocals der beiden Brüder und Frontmänner Markus und Michael erkennen die sich nicht nur beim Gesang sondern auch an der Gitarre abwechseln. Ihr Versprechen, den Abend unvergesslich zu machen, haben Deep down the Soul auf jeden Fall eingehalten. Mit starker Bühnenpräsenz und hohem Unterhaltungsfaktor reißen sie nicht nur ihre Fans jedes Mal aufs Neue mit, auch wenn das Publikum zum Ende hin etwas schwächelte. Bei dem Auftritt auch kein Wunder, Crosscore vom Feinsten!

Last but not least, betreten die Gastgeber Kruel den Ort des Geschehens. Da es mittlerweile schon etwas später ist und wahrscheinlich auch schon etwas Alkohol im Spiel ist, merkt man den Jungs an das es nicht ihr Ziel ist, einen möglichst sauberen Auftritt hinzulegen, sondern noch ein letztes mal die Sau raus zulassen. Von gegenseitigen Liebesbekenntnissen der einzelnen Bandmitglieder untereinander bis hin zu einem Rülps – Kontest ist alles dabei. Was bei einigen zur Erheiterung beiträgt, enttäuscht wiederum andere. Manch einer hat sich wohl mehr Ernsthaftigkeit erwartet. Aber wirklich übel nehmen kann es ihnen keiner. Ein würdiger Abgang der Ingolstädter Metalcore Band, die sich trotz allem bei ihren Songs mächtig ins Zeug legt. Da lassen sich die Fans nicht lange Bitten und mit einem zwar kleinen aber sehr feinen Circle Pit feiern sie die Jungs von Kruel ein letztes Mal. Früher als erwartet aber unter lautem Jubel verlassen sie schließlich die Bühne. Ein Abschied der etwas lauteren Sorte, der wohl noch einigen länger im Gedächtnis bleiben wird!

Kati

http://www.myspace.com/narcoticamusic  
http://www.myspace.com/24daystofall  
http://www.myspace.com/officialdeepdownthesoul