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Last Winternight Festival III 15.03.08 - Rock- und Popverein Wiesloch mit Fragments of unbecoming, Finsterforst, Dawn of destiny, Demento und Psyrim
Aus einer spontanen Schnapsidee ist vor ein paar Jahren in den Reihen des Metalclub Hate Crew der Gedanke entstanden ein Festival zu organisieren. Man taufte es auf den Namen Last Winternight Festival und im Jahr 2008 fand das besagte Event bereits zum dritten Male statt. Wieder durfte man in die ruhmreichen Hallen des Rock- und Popvereins in Wiesloch einziehen, um das Festival durchzuführen. Nach Monatelanger Vorbereitung sollten sich dann am 15.03. die Bands PSYRIM, DEMENTO, DAWN OF DESTINY, FINSTERFORST und FRAGMENTS OF UNBECOMING zur letzten Winternacht einfinden und den Besuchern, die auch in diesem Jahr wieder sehr zahlreich erschienen sind, ordentlich einheizen.
Den Start machte die junge Stuttgarter Band PSYRIM, welche auf der Festivalseite zuvor als Deathcore vorgestellt wurde und erst seit dem Jahre 2005 existiert. Die Stilbezeichnung ist doch etwas irreführend gewesen, da wohl viele Besucher unter „Deathcore“ etwas Anderes erwartet hatten, als den doch überwiegenden Metal-Sound der Combo. Positiv fiel auf, dass sehr abwechslungsreiches Schlagzeugspiel angesagt war; zwar saß nicht immer jeder Takt hundertprozentig, was aber nicht großartig störend auffiel. Dafür wurde man mit einem kurzen Drumsolo verwöhnt. Als Opener leisteten die Jungs wirklich sehr gute Arbeit, das Publikum zeigte sich doch begeistert, wenn auch noch nicht in Topform. Kreisende Schädel gab es trotz erster Aufführung des Abends schon einige. Auch war die Location für einen Opener schon ungewöhnlich stark gefüllt.
Als zweite Band des Abends sind die aus der Umgebung Wiesloch stammenden Prog.-Death-Metaller von DEMENTO angerückt – zwar mit einem Gitarristen weniger wie zuvor, aber dafür mit neuen Stücken im Repertoire. Gleich zu Auftrittsbeginn wurde stimmungstechnisch ein ungeplantes Schmankerl geliefert, denn Grunzer Thomas fügte sich unter Einwirkung eines Mikroständers eine Wunde am Kopf zu, womit auch für das im Metal obligatorische Blut gesorgt war. Auch gab es wieder ein auf die Songtexte eingehendes Stageacting zu dem die Anwesenden jedoch geteilter Meinung waren. Überzeugen konnte der Auftritt allemal, jedoch ist eben derart progressive Musik mit Taktwechseln, melodischen Bassparts und Ausflügen in andere Stilrichtungen nicht für jeden „zugänglich“. Wer die Band schon kannte, wusste sicher, was ihn erwartete – eine makellose Performance mit sehr abwechslungsreichen, musikalischen Facetten und Einfällen. Sehr positiv wirkte der neue Song „Erase“, der ordentlich in die Kimmen donnerte. Die Spielzeit der Band lag bei knapp 40 Minuten.
Tip: Die Band sucht im Moment einen Gitarristen. Laut Eintrag auf ihrer Myspace-Seite wird ein Gitarrist gesucht, der Leads/Soli spielen kann, aber kein Vollprofi sein muss. Wer Interesse hat meldet sich doch einfach bei der Band!
Eine sehr weite Anreise mussten die Power Metaller von DAWN OF DESTINY bestreiten. Aus dem Ruhrpott, um genauer zu sein aus Bochum, war das Quintett nach Wiesloch gereist, um der Metalschar ihre Musik zu präsentieren. Die Band wurde zwar erst 2005 ins Leben gerufen, jedoch konnten die Musiker bereits in anderen Bands reichlich Liveerfahrung sammeln, was man bei ihrem souveränen Auftritt auch spürte. Zwar stach die Truppe mit ihrem Stil und vor allem dem Gesang, der von der charismatischen Frontfrau Svenja beigesteuert wurde, aus dem Billing des 3ten Last Winternight Festivals heraus, aber dennoch konnte die Truppe mit ihrem Power Metal überzeugen. Trotz des weiblichen Gesangs hatte die Musik nicht allzu viel mit den üblichen Trällerelsencombos gemein. Angereichert wurde der Gesang auch von den beiden Herren an der Klampfe. Auch stilistisch gab es nicht nur donnernde Power Metal Attacken sondern hier und da auch Stilelemente aus dem Black und auch dem Thrash Metal Sektor, was man in Songs wie „Condemnation“ oder „Another Fallen Angel“ zu hören bekam.
Bereits im Vorfeld konnte man vernehmen, dass einige Metaller vor allem wegen einer Band gekommen sind. Der Raum des Rock- und Popvereins war vollgefüllt und die Langhaarigen erwarteten die Folk-Black Metal Band FINSTERFORST, welche an diesem Abend die Reise aus ihrem heimatlichen finstren Forst, dem Schwarzwald, angetreten haben, um uns die Lieder ihrer im Jahre 2007 erschienen Scheibe „Weltenkraft“ nahe zu bringen. Und dies mit vollem Erfolg, wie man behaupten kann! Angefangen mit einem etwas älteren Song von 2006 „Sieg und ewig Leben“ ging es noch relativ ruhig zur Sache. Das Publikum aber hielt sich nicht lange zurück und als es weiterging mit „Traumwald“, welches auf dem Album „Weltenkraft“ zu finden ist, ließ die Masse ihre Köpfe kreisen. Die Schlagzeug- und Akkordeon-lastigen Melodien laden auf Grund der ziemlich schnellen Spielweise wahrlich dazu ein, die Haare zu schwingen oder sich anderweitig zu bewegen – und das taten die Metalheads auch zu genüge! Zu guter letzt folgte noch „Verlorene Seelen“, welches dreizehn Minuten lang andauert und vom Leben bis hin zu dessen Sturz ins Grab erzählt. Welch Metaphern und bezaubernd dichterische Worte! (Vielleicht am Rande: Wer sich für lyrisches Textgut der schwarzmetallischen Band Dornenreich begeistern kann, könnte sich auch an dem von Finsterforst erfreuen!) Nun denn um nicht auszuschweifen…. Der Vokalist und Songwriter der lyrischen Texte Marco gab sichtlich alles was er konnte, genauso wie der Rest der siebenköpfigen Bande. Unterstützt von Akkordeon, Keyboard und Gitarren rezitierten die Jungs fünf ihrer Stücke bis dann auch die Zeit zu Ende ging. Was nicht hieß, dass das Verlangen des Publikums nach Mehr ein Ende hatte. Und jaaaaaa, ein weiteres Lied wurde von Seiten der Veranstalter erlaubt und bereicherte den Abend um einiges. Denn „Lauf der Welt“ ist eines der feinsten Stücke! Leider viel zu Schnell ging deren „monstergeiles, ewig gutes, pompöses, mächtiges, erhabenes Konzert“ (Zitat Finsterforst) zu Ende.
Mit FRAGMENTS OF UNBECOMING hat man zweifelsohne eines der größten Hoffnungen im Sachen schwedischer Death Metal aus deutschen Landen und dank ihrer Auftritte bei einigen größeren Festivals (u.a. Summer Breeze) auch keine unbekannte Band mehr, engagiert. Zwar war es vor der Bühne nicht mehr ganz so voll, wie bei den Jungs von FINSTERFORST, was wohl etwas auf das Gemüt der Odenwälder Truppe schlug, aber dennoch wurden auch sie ordentlich abgefeiert. Acht Jahre hat die Truppe um die Bandköpfe Sascha und Stefan auf dem Buckel und entsprechend sah auch ihre Setlist aus. Neben Songs aus alten Demozeiten gabs natürlich auch neuere Stücke, wie die beiden Bandhits „The Seventh Sunray Enlights My Pathway“ vom 2004er Album „Skywards - Chapter II - A Sylphe’s Ascension“ oder „Sterling Black Icon“ vom gleichnamigen aktuellen Longplayer, welches frenetisch abgefeiert wurde. Zwar ist die Musik auch mit progressiven Anleihen versehen, aber alles noch im grünen Bereich und ohne an Wucht und Aggression zu verlieren und den Fans musikalisch noch immer gehörig eins vor den Latz zu knallen. Und dementsprechend gab es noch immer einige hartgesottene, die fleißig ihre Matte kreisen ließen oder den Bereich vor der Bühne in einen einzigen Moshpit verwandelten. Bei Songs wie „Fear my hatred“ oder „Bloodred Tales“ auch ein Muss. Als geniale Zugabe leistete die Truppe noch Tribut an eine Band, die sie maßgeblich beeinflusst hat und zu dem das Urgestein in Sachen Schweden-Death ist – AT THE GATES. Und von eben dieser Truppe gab es noch „Blinded by fear“ zu hören. Eigentlich ein perfektes Ende. Doch die Meute vor der Bühne konnte noch immer nicht genug bekommen und feuerte die Band an, noch einen Song zu spielen. Als allerletztes Stück des Abends gab es dann noch einmal „Sterling Black Icon“ zu hören.
Danach war dann Schicht im Schacht und ein wirklich geniales 3. Last Winternight Festival ging zu Ende. Knapp 200 Metalheads fanden den Weg nach Wiesloch und ließen mal wieder das Festival zu einem Erfolg werden. Während die Helfer bereits mit dem Abbauen und Aufräumen beschäftigt waren, ließen sich einige Musiker und Fans es sich nicht nehmen, noch eine kleine Aftershowparty zu schmeißen und weiterzufeiern.
Hinweis: Der Metalclub Hate Crew vermisst seid dem Abend seine Clubfahne. Sie hing im Bereich des Mischpultes und wurde während des Festivals von dort entwendet. Wer etwas über den Verbleib der Flagge was sagen kann, kann sich mit den Jungs und Mädels vom Metalclub Hate Crew in Verbindung setzen hatecrew@metalclub-hatecrew.de
Laura, Marius, Oimel
Links zum Thema:
www.last-winternight.de www.myspace.com/last_winternight_festival www.metalclub-hatecrew.de
PSYRIM



DEMENTO



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FRAGMENTS OF UNBECOMING


DAS FESTIVAL



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