Metal Embrace Festival
10.12.05 - Route 66 in Malsch

Metal auf dem Lande. Dieser Satz ist recht passend dafür, was am 10.12.05 abgelaufen ist. Knapp 100 Metalheads aus der Umgebung hatte es an diesem Tag in das Weindorf Malsch verschlagen, um im Route 66 mal wieder ordentlich die Sau raus zulassen. War aber auch kein Wunder, bei dem Feuerwerk, das die Bands abgebrannt haben.

Organisiert wurde das kleine Festival von der Band OBSCURE, allen voran deren Keyboarderin Doro. Als Mitstreiter hatte man sich noch die Bands SILENT OVERDRIVE, THE PROPHECY 23 und SPEEDBALL ins Boot geholt um den Metalheads ordentlich einzuheizen.

Den Anfang machte die “Melan-cholic Death Metal”-Band OB-SCURE aus Mühlhausen. Trotz ihres erst zweiten richtigen Auf-tritts kam die Band beim Publikum recht gut an. Das lag aber wohl auch an der Showeinlage, welche die fünf in ihr Programm einbauten. Musikalisch konnten sie allerspätestens mit der eigen-willigen Version von “Tears Of Time” von Crematory das Puplikum auf ihre Seite ziehen, was letzten Endes in lautstarken Zugabe-Rufen endete. Da das Song-Repertoire der recht jungen Band schon erschöpft war wurde kurzer Hand “Winter-storm” ein zwei-tes mal angestimmt und wieder ließen die Fans ihre Matten schwingen.

Weiter ging es dann mit der Thrash Metal Combo SPEEDBALL aus Mosbach. Trotz der Verletzung, die sich der Bassist zugezogen hatte, spielte die Band tapfer zu dritt und lieferte eine or-dentliche Show ab. Mit ihren modern angehauchten Songs konnten auch sie dem Publikum ordentlich einheizen. Dass die Band schon etwas mehr Bühnenerfahrung hat war anzumerken. Routiniert, wie es sich für den Opener des Brett-Hart-Festivals 2005 gehört.

Mit SILENT OVERDRIVE aus Sinsheim war ein weiterer Brett-Hart-Festival-Veteran an der Reihe. Mit ihrem Melodic Thrash Core hatten sie sich in der Szene schon einen guten Namen gemacht und durften so auch Anfang 2005 mit ILLDISPOSED als Support auf Tour gehen. Nun war das Metal Embrace dran und hier schwangen sie in gewohnter Manier ordentlich die Thrash-Keule. Neben Songs des Demos und der Mini-CD „Babylon Nation“ wurden auch Songs des neuen, kommenden Albums „Disease“ gezockt, was das Zeug hält.

Den Schluss des Abends bildeten schließlich THE PROPHECY 23 aus Bad Rappenau. Mit ihrer Misch-ung aus Heavy und Thrash Metal prügelten die sechs Jungmusiker der Metal-scharr vor der Bühne die Seele aus dem Leib und zwangen diese zum zwischenzeitlichen Moshpit. Neben ihr-en eigenen Songs, die man auch auf ihrem Longplayer „No Future For The Dead“ zu Gemüte führen darf, haben die Jungs immer ein paar besondere Cover-Versionen im Gepäck. Diesmal wurden SLAYERS „Angel Of Death“, „Bombenhagel“ von SODOM und der IRON MAIDEN Klassiker „The Trooper“ zum Ab-schluss gezockt. Wer bis dahin sein Genick geschont hatte war spätes-tens bei diesen Songs fällig.

Glücklicher Weise war die gewählte Lokalität genial für dieses Konzert: Es lag zentral, bot genügend Platz zum austoben, sowohl vor als auch auf der Bühne und die Kneipe befand sich sozusagen im Haus. Unglücklicher Weise war dies das erste und vorerst letzte Mal, dass das Metal Embrace hier stattfinden konnte, da das Route 66 in Malsch kurz darauf die Toren für immer verschloss. Eine Fortsetzung von diesem Konzert ist bereits in Planung: Im September 2006 dürfen wir uns auf ein mindestens eben so geiles Programm im Rock und Pop Verein in Wiesloch freuen.