Metal Madness V – Party HMC Demon Seed
08.09.07 – Halle 101, Speyer

Kinder, wie die Zeit vergeht. Da denkt man nix böses und schwubbs steht man in der Halle 101 in Speyer bei der bereits fünften Ausgabe der Metal Madness Party des HMC Demon Seed aus Sinsheim. Da lag der Club quasi noch in den Windeln, als die Jungs und Mädels ihre erste Party – damals noch mitten in der Pampa in Hilsbach – durchgezogen haben.

Zwar machte bei der zweiten Party die Stadt und irgendwelche Neider dem Club in Sachen Party in Hilsbach einen Strich durch die Rechnung, doch wer die Demon Seed kennt, weiß, dass die so schnell nix umhaut. Und so zog der Club samt Party quasi von heut auf morgen einfach nach Speyer um und bei der Jubiläumsausgabe der Party lässt es die dämonische Saat immer noch dort krachen. Für den Livesektor hat man diesmal wieder lokale Bands geholt. Agoraphobia, Silent Overdrive, Dead Eyed Sleeper, Compulsive Slaughter und Circle of silence durften sich diesmal auf der Bühne die Klinke in die Hand geben. Aber da es sich beim Metal Madness um eine Party handelt, sind die Livebands – ausnahmsweise – eigentlich Nebensache. So gab es doch etliche Metalheads, darunter auch wieder sehr viele Metalclubs aus dem ganzen Land, die nicht wegen den Bands, sondern wegen der Party als solche und auch wegen den Leuts die man hier mal wieder übern Weg läuft, gekommen sind.

Zwar öffneten die Tore bereits um 17 Uhr, aber es zog sich doch sehr lange, bis sich die Location als gut gefüllt bezeichnen lies. Erst als dann die ersten Liveklänge aus den Boxen dröhnten, zog es doch einige, die zuvor noch auf dem Parkplatz und vor der Halle verstreut waren, vor die Bühne.

Den Anfang in Sachen Meute einheizen machte COMPULSIVE SLAUGHTER. Frontmann Pino schockte hier dann doch einige Bekannte mit einer neuen Frisur und war so wohl Gesprächsthema Nummer Eins an dem Abend. „Was hoddn der mit seine Hoar gmacht?“ konnte man vernehmen. Aber nach der visuellen Schocktherapie sollte es nun akustisch ordentlich zur Sache gehen. Und so dröhnten Death Metal der Marke Oldschool aus der PA. Bei Songs wie „Fuck“, „Heavenly Suicide“ oder dem mit einem Militärmarsch-ähnlichen Schlagzeugintro beginnenden „Dismembered“ kamen einem Bands wie Bolt Thrower oder Obituary in den Sinn. Nein, des soll jetzt net heiße, dass COMPULSIVE SLAUGHTER en billiger Abklatsch von den genannten sind. Des soll nur dazu dienen, damit ihr wisst wo die Pfälzer Death Metal Walze in etwa einzuordnen ist. Wie bei den nachfolgenden Bands war auch bereits bei COMPULSIVE SLAUGHTER der Sound mehr als ... na ja ... gewöhnungsbedürftig. Aber dennoch machte die Truppe einen recht soliden Gig.

Als nächstes rückten dann die Jungs von AGORAPHOBIA an. Mit ihrem moderneren Death / Thrashmetal oder auch Deathcore, hatte sich die Truppe in den letzten Jahren einen sehr guten Namen in der Region erarbeitet oder besser gesagt erspielt. Neuer Gitarrist „Geso“ absolvierte an diesem Abend seinen zweiten Gig für die Wieslocher Truppe. Diesmal auch unter Beobachtung seines Vorgängers, dem Metalheinz, der auf der Party natürlich auch nicht fehlen darf. Nach den Songs „In my thoughts“ und „With a smile“ vom aktuellen Album “Sick” wurden hauptsächlich ein paar neuere Stücke gespielt. „Fed up“, das sehr modern gehaltene „The End of silence“ oder auch die zwei Kracher „666“ und „Sometimes“ wurden hier nach einander in die Menge gefeuert. Nach „Sometimes“ sollte eigentlich schluss sein, doch mit dem Titelstück zum Album „Sick“ gab es dann noch eine Zugabe. Den vielfach gewünschten Song „Harrassed Conciousness“ konnten die Jungs noch nicht spielen, da Geso den Song noch nicht drauf gepackt hat. Wenn der Michl so will, so soll das nächste Album noch dieses Jahr erscheinen. Zur Zeit sind die Jungs gerade im Studio, um die neue Scheibe einzuprügeln. Die neuen Songs lassen etwas großes Erwarten. Wir sind gespannt.

Nun ging es mit CIRCLE OF SILENCE powermetalmäßig zur Sache. Vom musikalischen her erinnert die Truppe ein klein wenig an Children of Bodom und Konsorten, allerdings ist der Gesang halt typisch Power Metal, wobei dieser dank Unterstützung der von Gitarrist und Bassist sehr variabel in die Halle gedonnert wird. Dass es die Truppe so richtig erst seid 2006 gibt, merkte man gar nicht an, denn die Jungs aus der Gegend um Bad Rappenau / Eppingen spielten einen sehr soliden Gig. So war es dann auch nicht verwunderlich, wenn vor der Bühne lokale Unterstützung in Form des HMC Metal Health mächtig zu Gange war, die Band abzufeiern. Aus ihrem Debutalbum „Your own story“, dass 2006 erschien, wurden Songs wie „Claustrophobia“, „Apocalypse“ oder „Sleepwalker“ zu hören. Mit „No Mercy“ gab es wohl auch ein neueres Stück zu belauschen.

Wenn schon ein Metalclub aus Sinsheim eine Party schmeißt, dann darf eine Band aus Sinsheim auch nicht fehlen. Die Rede ist von SILENT OVERDRIVE. Die Melodic Thrash Core Band hatte bereits beim Metal Madness III ihr Können unter beweis gestellt, damals allerdings noch mit ihrem alten Gitarristen Mario. Mittlerweile hat man niemand geringeren als „The Dude“ persönlich an der Klampfe, den einige sicherlich von seiner Band Paniczone kennen dürften. Wie dem auch sei, mit dem Dude haben die Jungs einen richtig guten Gitarrero ins Boot geholt, der die Meute auch ständig anstachelt. So wie auch an diesem Abend. Immer gut gelaunt und für jeden scheiß zu haben ist die Truppe ja sowieso. So wurde von Frontmann Maik diesmal Drummer Theo zum „W*****r des Abends“ gekürt und auch Basser Yogi bekam von Publikumseite her „Fangesänge“ vollführt. Und gemosht und gebangt wurde natürlich auch. Und zwar zu Songs wie „Babylon Nation“ der wie immer an die Demon Seed Fraktion gerichtet ist oder vom aktuellen Album „Disease“ das Titelstück oder „Faceless“. Auch die Mitgrölhymne „Lost Your Belief“ durfte natürlich auch nicht fehlen. Und der Song wäre auch keine Mitgrölhymne, wenn in der Halle auch net jeder mitgegrölt hätte.

Zum Abschluss des Livemusikteils kamen nun DEAD EYED SLEEPER aus dem Odenwald auf die Bühne. Früher als Legacy im Lande unterwegs, hat sich die Truppe nach ein paar Besetzungswechseln einen neuen Bandnamen zugelegt. Aber wer denkt, dass die Truppe deswegen weniger brutale Mucke macht, der liegt mal meilenweit daneben. Auch Frontmann Sam betonte das noch mal. Sie machen immer noch Death Metal par excellence. Neben neuen Stücken, die auf der aktuellen Scheibe „In Memory of Mankind“ zu finden sind. Und so gab es ordentlich Death Metal geballer, dass stets nach vorne geht und eine recht ausgewogene Mischung aus etwas oldschooligen Riffs und proggigen Songstrukturen aufweist. Und vom Herrn Kesselklopper bekommt man auch entsprechende Blastbeatsparts ins Gesicht geblasen. Hier und da ist mir das ganze zwar immer noch zu komplex und zu technisch, aber die weniger verfrickelten Songs wissen doch zu gefallen.

Schade bei den Gigs war der miserable Sound, den aber an diesem Abend jede Band zu spüren bekam. Obs an der Akustik der Halle oder an was anderem lag, darüber dürfen sich andere auslassen. An den Bands lag es nicht, denn die hatten durch die Bank durch alle einen guten Tag bzw. Abend und entsprechend sehr solide Auftritte durchgezogen.

Nach den Livedarbietungen gab es dann Mucke aus der Dose und das bis früh am Morgen. Kein Wunder, schließlich wurde ja auch eine Open End Metalparty angekündigt und die gab es dann auch. So dröhnten in der Nacht dann Songs von Slayer, Sodom, Metallica, Judas Priest, Amon Amarth, Death, Cannibal Corpse und was weiß ich noch von wem aus den Boxen und lockten noch am frühen Morgen hin und wieder ein paar hartgesottene zum entsprechenden Tanz. Bier und anderes Gesöff floss natürlich auch in Strömen und selbst meiner einer kam nicht drum rum dann doch zwei, drei, vier Joster zu trinken. Nuja, irgendwann muss man sich halt den Überredungskünsten von Silent Overdrive Schlagzeuger Theo doch noch geschlagen geben.

Aber leider ging auch diese Party wieder viel zu schnell rum und so machte ich mich dann auch morgens um 11 Uhr oder so auf den Heimweg, während die Demon Seed Jungs und Mädels schon kräftig mit dem Aufräumen beschäftigt waren. Da bleibt zum Schluss nur noch eins zu sagen. Danke an den HMC Demon Seed für die beste Party des Jahres und .... same time, next year!!!

Oimel

COMPULSIVE SLAUGHTER

 

 

AGORAPHOBIA

 

 

CIRCLE OF SILENCE

 

 

SILENT OVERDRIVE

 

 

DEAD EYED SLEEPER

 

 

Uff de Partüüü

 
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Silent Overdrive                                               Pic: Silent Overdrive

 
Pic:
Silent Overdrive

 

 
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Silent Overdrive