Metal Meeting XIX
22.04.06 - “Das Haus” in Ludwigshafen

Kaum zu glauben, dass im November diesen Jahres schon das zwanzigste Metal Meeting stattfindet. Veranstaltet vom Metalclub Warriors of Steel aus Mannheim hat sich das Meeting in der Region zu dem Metal-Ereignis schlechthin gemausert. Und in einem halben Jahr kommt schon das Metal Meeting XX. Doch wir sind erst einmal noch beim Metal Meeting XIX, das am 22.04., wie die vorhergehenden Meetings auch, im „Haus“ in Ludwigshafen stattfand. Zum gewohnten Bild gehörten auch wieder die zahlreichen Händler, die die Einkaufsmeile bildeten und bei welchen man sich eifrig mit CDs und Merchandise eindecken konnte. Nach den sehr erfolgreichen Meetings der letzten paar Jahre scheint aber irgendwie die Luft raus zu sein. Schon beim Meeting XVIII kamen spürbar weniger Metalheads als gewohnt und diese Flaute setzte sich leider auch beim vergangenen Metal Meeting fort. An den Bands kann es eigentlich nicht gelegen haben, wobei die drei Hauptacts in jeder Konzerthistory eines Metalfans aufgelistet sein sollten. Der Eintrittspreis von 12 € ist zwar auf den ersten Blick etwas happig aber wohl noch im grünen Bereich.

Wie immer wurde ab 16 Uhr die Meute ins Haus gelassen, damit sich diese vor Konzertbeginn noch eifrig auf dem Metalmarkt austoben konnten. Um kurz nach 19 Uhr betraten dann DEMENTIA die Bühne. Mit ihrem pro-gressiven Schweden-Deathmetal brachten sie doch schon ein paar Fans vor die Bühne, die auch eifrig die Matte schwangen. Neben etwas ruhigeren und progressiveren Parts a la OPETH wurde auch ordentlich die Metalkeule a la DARK TRANQUILITY geschwungen. Neben dem cleanen Gesang des Gi-tarristen röhrte vor allem der Frontmann ordentlich ins Mikro. Aber leider war schon nach ner halben Stunde die Zeit für das schwäbische Sextett vorbei. Aber dennoch Zeit genug, um eindrucksvoll auf sich aufmerk-sam zu machen.

Vom Schwabenland in die Pfalz wurde nun gewechselt, denn TOMBTHROAT enterten die Bühne. Quasi vor heimischen Pu-blikum ratterten die Jungs ihren technischen Death / Grind herun-ter und so konnten sie den ers-ten, wenn auch recht kleinen, Moshpit des Abends verzeichnen. Zwar spielte der Vierer ohne Basser, da ihnen dieser abhanden gekommen ist und sie auf der Suche nach einem neuen festen Tieftöner sind, aber durch den druckvollen Sound den die Jungs verabreicht bekamen viel das keinem weiter auf. Auch so machten die Jungs eine ordent-liche Show.

Von den Undergroundbands ging es nun in die bekanntere Gefilde. NOCTE OBDUCTA waren nun an der Reihe. Nach einem langsamen aber kurzen Einstieg legte NOCTE mit Es fließe Blut gleich richtig los. Da die Spielzeit nur 45 Minuten betrug und man schon in Verzug war schwang man nicht lange Reden sondern klatschte der Meute einen Song nach dem anderen um die Ohren. Zu hören gab es recht viele neue Lieder, das hinderte aber die Menge nicht daran eifrig zu bangen und vor allem auch eifrig vor die Bühne zu stolzieren. Man kann sagen, dass bei NOCTE OBDUCTA zum ersten Mal an dem Abend die Halle einigermaßen gut gefüllt war.

Nach dem überzeugenden Auftritt der Frankfurter kamen nun GODDESS OF DESIRE auf die Bühne. Die rein optische Kreuzung von KISS und TWISTET SISTER räumte musikalisch gleich sämtliche Vorurteile aus dem Weg. Man musste nicht Angst davor haben nun Glam Rock oder ähnliches daherge-reiert zu bekommen, sondern durfte zu klängen a la VENOM die Sau raus lassen. Dass die Band schon bekannt ist bewiesen die zahl-reichen GODDESS OF DESIRE Gesänge (Vamos a la playa) der Fans. Mit solidem Gitarrenspiel brachten die Holländer die Menge zum toben. Und falls es bei manchen nicht gelang, waren diese spätestens bei der etwas anderen Bühnenshow fällig. Neben den vielen Totenköpfen, Fackeln und Flammenwerfern schwangen auch noch zwei leichtbekleidete Damen das Tanzbein. Aber auch erst, nach dem sie sich ihrer Kleidung auf der Bühne entledigt hatten. Neben einem VENOM-Cover und einer Zugabe wurde das Feld den finalen Österreichern überlassen.

Die Wiener PUNCHENT STENCH, wahrlich alte Hasen im Death Metal, waren nicht ohne Grund als Headliner geordert worden. Nach einem im besten Wiener Akzent gesprochenen „Grüß Gott“ legten die Österreicher auch gleich los. Allerdings auch nicht zu lange. Schon nach drei Liedern musste eine ungewollte Pause eingelegt werden, da es Probleme mit dem Schlagzeug gab. Wer aber die Jungs kennt, weiß, dass das kein Grund zur Panik ist und so legten sie nach der kurzen Zwangspause gleich weiter nach. Mit Songs aus den Anfängen des Trios bis zu neuen Stücken wurde den Fans alles geboten. Und diese bedankten sich mit frenetischem Abfeiern vor der Bühne. So wurde ge-mosht und gebangt was das Zeug hielt. Aber auch für PUNCHENT STENCH war irgend-wann Schicht im Schacht und so schlossen sie den Abend mit einem fulminantem Set ab.

Wer aber das Meeting kennt, der weiß, dass nach den Bandauftritten noch lange nicht Schluss ist. Im Anschluss an die Konzerte gibt es immer die berüchtigte After-Show-Party bei der kein Auge oder besser gesagt keine Kehle trocken bleibt.

Trotz des etwas spärlich besuchten Meetings, macht das Festival immer wieder Spaß. Nicht nur wegen den Bands sondern wegen der familiären Atmosphäre und die vielen bekannten Gesichter, die einem da über den Weg laufen. Dann bleibt nur noch zu hoffen, dass die Warriors of Steel zum Meeting-Jubiläum im November ne Schippe drauflegen. Bis dahin!

ANMERKUNG: Kurz vor Redaktionsschluss er-fuhren wir, dass das Metal Mee-ting XX im November auf Grund diverser Vorkommnisse NICHT stattfinden wird! Ob diese Aussage bestand haben wird, wird sich zeigen!