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Metallic Noise Festival Part VII 16.12.07 – Rockfabrik Ludwigsburg mit Grave, Ektomorf, Dew Scented, Goddess of desire, Totenmond, Karkadan, Runamok, Not tonight Josephine und Creature
Festivals gibts viele hier zu Lande. Und dem entsprechend auch viele Veranstalter. Bei manchen bleibt es bei einem Versuch ein Festival zu veranstalten, bei anderen ein paar mehr. Und hin und wieder gibt es auch Veranstalter, die sich nicht unterkriegen lassen und es immer aufs neue versuchen. So wie die Jungs vom Metallic Noise Festival. Wie schon im Vorbericht erwähnt mussten die Veranstalter des öfteren eine neue Lokalität für ihr Festival suchen. Zum nunmehr sechsten mal musste dies auch für das Metallic Noise Festival Part VII vollzogen werden. Nach dem Open Air in Burgstette-Erbstetten im vergangenen Jahr zog es die Truppe dieses Jahr in die Rockfabrik nach Ludwigsburg. Am 16.12. durften dann Acts wie GRAVE, EKTOMORF, DEW SCENTED oder auch lokale Acts wie KARKADAN und CREATURE die Bühne beackern und den Fans einen feuchtfröhlichen Abend bescheren.
Bereits am frühen Nachmittag begannen die Pagan Black Metaller von CREATURE mit ihrem Gig. Bei neun Bands muss natürlich auch irgendwann angefangen werden, aber die Truppe schon als Opener quasi zu verheizen, war schon etwas schade. Zur frühen Stunde war auch sehr sehr wenig los. Die Zuschauerzahl wahr recht überschaubar, was sich auch noch eine ganze weile so hinziehen sollte. Aber sei es drum. Die Truppe hatte eine halbe Stunde Zeit ihre Musik darzubieten und diese Zeit nutzten die Kreaturen auch ausgiebig. Vom aktuellen Album „Kreuzlaub“ wurden neben dem Titelsong auch „Kelch der Dunkelheit“ aus der PA geprügelt. Aber auch vom Vorgängeralbum „Ursprung“ wurden Songs gespielt, wie z.B. „Der letzte Krieger“. Für das Metallic Noise musikalisch ein sehr guter Beginn. Schade nur, dass die Truppe viel zu früh ran musste und dass sich viel zu viele Metalheads den Pagan Black Metal haben entgehen lassen. Immerhin ließen es sich ein paar Hartgesottene nicht nehmen, um schon hier ihre Matten kreisen zu lassen.
Es waren zwar nicht viele, aber doch deutlich mehr als beim zweiten Act NOT TONIGHT JOSEPHINE. Der Bandname lässt schon schlimmes befürchten und beinahe so schlimm kam es dann auch. Auf der Festivalhomepage wurde die Truppe aus Würzburg als Nu Metal Act angekündigt. Und da Nu Metal bekanntlich kein Metal ist war dann vor der Bühne gar nix los. Das einzigste was hier am rumwuseln war, waren die Damen und Herren der Presse mit ihren Fotoapparaten. Die Truppe lieferte zwar einen durchweg guten Gig ab, aber Musik die, mit Ausnahme einiger Metalcoreeinsprengsel, hörbar von Bands wie P.O.D., Papa Roach oder 3 Doors Down beeinflusst ist, hat auf einem Metalfestival wie dem Metallic Noise rein gar nichts zu suchen. Man muss der Band aber dennoch zugute halten, dass sie ihren Gig gut über die Bühne gebracht haben.
Ebenfalls aus Würzburg, aber musikalisch ein ganz anderes Kaliber sind die Old School Thrasher von RUNAMOK. Auf der einen Seite von Bands wie Megadeth oder Annihilator, aus deren Anfangstagen beeinflusst, hört man auf der anderen Seite aber auch neuere Sachen wie Chrome Division heraus. Hier wird recht schnell klar, dass das eine richtige Partytruppe ist, was im Ansatz auch die Clownsfratze auf den Backdrops veranschaulichen. Gut gelaunt wird hier ein Song nach dem anderen ins noch immer mager vertretene Publikum abgefeuert. Songs wie „You will fail“ vom „Dance of the dead“ Album erweisen sich eindeutig als Partymucke und machen durchwegs Laune auf mehr. Das Songwriting und auch die Art und Weise, wie das ganze vorgetragen wird kann sich sehr hören bzw. sehen lassen. Gutes Stageacting, Gute Mucke, Guter Gig. Was will man mehr.
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Mit KARKADAN kam als nächstes ein weiterer Lokalmatador an die Reihe. Mit Fronthüne Robby am Mikro wird von Beginn an die volle Bandbreite der musikalischen Machenschaften ausgereizt. Neben älteren Songs aus den Anfangstagen der Band, die noch etwas schwarzmetallischer daher kamen, gabs natürlich auch neuere Stücke, die deutlich in die melodische Todesbleirichtung mit leichten progressiver Attitüde geht. Vor der Bühne tummelten sich mittlerweile doch deutlich mehr Fans als noch bei den Bands zuvor. Lag wohl mit unter da dran, dass die Truppe in der Region kein unbeschriebenes Blatt mehr ist. Und dass die Truppe schon 10 Jahre auf dem Buckel und entsprechend viel Bühnenerfahrung hat merkte man auch. Ein sehr guter Gig, der lediglich durch ein paar Abstriche im Sound etwas getrübt wird. Aber die geniale Coverversion von Megadeths “Symphony of destruction” hat das wieder mehr als Wett gemacht. Wer KARKADAN noch immer nicht kennt, aber mit unter auf Bands wie Children of Bodom, Dark Tranquillity oder, was die progressive Schlagseite angeht, auch auf Opeth steht, sollte sich die Band mal genauer zu Gemüte führen.
Ein noch weniger unbeschriebenes Blatt sind TOTENMOND, die nach KARKADAN die Bühne entern dürfen. In typischer TOTENMOND Manier gibt’s hier deutschen Krach, in dem Fall ein eigenwilliger Mix aus Death, Doom und Hardcore, aller erster Güte. In Nebelschwaden gehüllt schreddert das Trio gleich los, wobei die ersten Takte bzw. Minuten doch ein wenig Fad und eintönig daher kommen. Entsprechend Lau geht’s auch im Pit zu. Das ändert sich dann allerdings, als den Fans Wodka – natürlich pur – gereicht wird und die Truppe dann mit „Heroin“ vom aktuellen Longplayer „TonbergUrtod“ oder „Der Misantrop“ vom 98er Album „Fleischwald“, der im übrigen ein Cover der stilistisch ähnlich angehauchte Band Narsaak darstellt, einen „Hit“ nach dem anderen aus den Boxen prügelt und doch für einige Kopfschüttler vor der Bühne sorgt.
M it GODDESS OF DESIRE kam nun der erste nichtdeutsche Act des Abends an die Reihe. Vor allem durch ihre eigenwillige Bühnenshow bereits sehr bekannt durfte das Quartett auch beim Metallic Noise ihren True Metal wahrhaft heroisch zelebrieren. Mit kitschigen Outfits, die wohl sowas wie eine Rüstung darstellen sollten, bekleidet und mit Schwertern bewaffnet stapften die Mannen auf die Bühne und legten gleich mit „Rites of war“ und „Metal Guns“ los. Klassischer True Metal a la Manowar wird hier nicht gespielt, vielmehr schwankt man hier zwischen Venom, Motörhead und anderen frühachzigern Größen hin und her. Und genau das macht neben der Bühnenshow GODDESS OF DESIRE aus. Ihre Mitgrölhymnen lassen die Partystimmung um einiges steigern. Neben einem neuen Stück („Fear the king“) gabs auch die Bandhymne „Metal Forever“, das auch jeder noch so besoffene Metalhead mit Leichtigkeit mitsingen kann. Schade an dem Gig war lediglich die sehr magere Bühnenshow. Hier sind wir definitiv besseres von den Holländern gewohnt. Stripshow fehlte komplett und die nette Dame die sich beim Feuerspuken wenig glanzvoll präsentierte machte dann auch nur noch mit einer Bierdusche für die ersten Reihen auf sich aufmerksam. Auftritt der Band war wie immer Super, auch wenn die Musik nicht unbedingt für jedermanns Geschmack ist.
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Wieder deutlich härter ging es nun bei DEW SCENTED ab. Seid Jahren, 15 um genauer zu sein, auf den Bühnen diverser Clubs und Festivals unterwegs, mauserte sich die Truppe um Frontmann Leif zu einem Death-Thrash-Act, der sich ohne Frage zur Speerspitze der deutschen Bands der härteren Gangart zählen darf. Verhältnismäßig war vor der Bühne richtig viel los. Neben den krachenden Songs macht die Truppe auch so Live einfach Laune. Das merkte man auch den Fans an, die doch eifrig dabei waren ihre Nackenwirbel für die noch kommenden Acts vorzuglühen. Neben älteren Songs, gabs vom aktuellen, 2007 erschienenen Album „Incinerate“ auch einige Songs auf die Ohren, so wie „Into the arms of misery“. Wer DEW SCENTED noch immer nicht kennen sollte, aber auf Bands wie Slayer, The Haunted oder auch At The Gates abfährt, sollte sich schleunigst in den nächsten Plattenladen begeben und sich die Band mal zu Gemüte führen.
Bei Tribal Metal, den Max Cavalera mit Sepultura und Soulfly salontauglich gemacht hat, darf man seid geraumer Zeit nun auch EKTOMORF zu den großen dreien, diesen Genres hinzuzählen. Musikalische Parallelen der Ungaren zu Sepultura und Soulfly lassen sich nicht von der Hand weißen. Und so gibt’s hier auch nicht sonderlich viel neues, was die Herren den Fans vor der Bühne um die Ohren pfeffern. Überraschend viel Junggemüse hat sich vor der Bühne versammelt um auch mal die Haare fliegen zu lassen. Neben einem doch soliden Gig, bei dem Bandhits wie „Outcast“ oder „Fire“ aus der PA geprügelt wird, gibt es nicht sonderlich viel zu berichten, außer die teils viel zu lange und nervigen Ansagen des Frontmannes. Musikalisch ist EKTOMORF keines Falls schlecht, aber es klingt einfach zuviel Soulfly und co. durch, als dass man sagen könne, man hätte es hier mit einer innovativen Truppe zu tun. Klar werden auch hier und da eigene Akzente gesetzt, mehr aber auch nicht. Zum moshen und bangen eignet sich das Material aber dennoch, was doch einige Fans bewiesen haben.
Hauptact des Abends war eine Death Metal Kappelle aus Schweden. Und diese war niemand geringeres als die Ikone im Schwedendeathmetal-Bereich GRAVE. Nach EKTOMORF hat sich die RoFa zwar wieder etwas geleert, aber die noch recht viele anwesenden Fans bekamen nun, das was ihnen gebührt. Ein fulminantes Schwedenbrett. Seid Anfang der 90er Jahre treibt s die Truppe ihr Unwesen und auf ein entsprechend hohes Repertoire an Songs durften sich die Fans freuen. Vom „You’ll never see“ Album, dass 92 erschien, gab es das Titelstück auf die Ohren und auch vom „Soulless“ Album gab es mit unter „Turning Black“ zu vernehmen. Eine krachende Setlist hatten GRAVE für ihren Gig hier zusammengestellt. Die moshenden Fans hat es gefreut. Und das die Truppe auf der Bühne sich bewegungstechnisch kraftsparend verhielt, fiel hier auch nicht weiter auf.
Mit einem ordentlichen Brett endete die siebte Ausgabe des Metallic Noise Festivals. Billing war weitgehend akzeptabel. Sound war größtenteils auch recht ordentlich. Aber Kritik gibt’s leider auch recht viel zu vermelden. Vor allem, dass das Festival an einem Sonntag, dazu noch Mitte Dezember, stattfand. Das hat mit Sicherheit einige potentielle Besucher gekostet. Der Preis war zwar auch zugegeben recht happig, aber man muss hier auch immer bedenken, dass die Bands Gage verlangen und auch andere Kosten gedeckt werden müssen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Veranstalter recht glimpflich davon gekommen sind. Wäre schade drum, wenn das Metallic Noise nicht mehr stattfinden würde, nur weil ein paar faule Metaller mal wieder ihren Arsch nicht hochkriegen, aber des ganze Jahr über schreien, die Szene ist tot und nirgends geht mehr was!
Oimel
www.metallic-noise.de
Creature


Not Tonight Josephine


Runamok

Karkadan


Totenmond


Goddess of desire


Dew Scented


Ektomorf


Grave


Das Festival




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