Night of the banging heads
18.01.08 – Zuckerfabrik Frankenthal
mit Raw Intense Power (R:I:P), Bastard Nation, Circle of silence

Night of the banging heads – bei diesem Namen den der Konzertabend mit CIRCLE OF SILENCE, BASTARD NATION und RAW INTENSE POWER trug, denkt man eigentlich gleich an zig Metaller die ihre Matten kreisen lassen. Aber leider weit gefehlt. Wieder einmal haben nur sehr wenige Metaller ihren Arsch hoch bekommen und sich in die Zuckerfabrik nach Frankenthal begeben, um sich die Vollbedienung in Sachen Metal abzuholen.

Aber scheiß drauf. Schließlich haben die paar Leuts die da waren auch ordentlich die Bands abgefeiert. CIRCLE OF SILENCE aus Heilbronn durfte als erste Truppe des Abends die Bühne entern und gleich ihren doch deutlich von den 80ern angehauchten Heavy Metal in die Menge feuern. Frontmann Nick, der mich stimmlich stellenweise an Udo Dirkschneider erinnerte, hatte an dem Abend ständig einen kessen Spruch auf Lager und konnte so die Meute auf seine Seite ziehen. Neben den Heavy Metal Elementen schnappt sich die Truppe auch aus anderen Genres hier und da mal ein bisschen was und wurstelt das recht gut gekonnt in ihre Songs mit ein, ohne groß den roten Faden zu verlieren. So braucht man sich nicht wundern, dass man auch mal eine Death Metal Attitüde zu hören bekommt, sowohl musikalisch als auch gesanglich. Aber am deftigsten dürften die Einflüsse aus dem Bereich Accept und Helloween zu hören sein. Songwriterisch gute Ergüsse wie „Claustrophobia“ oder das als Ballade angekündigte Stück „Hollow in mind“ schallten aus der PA. An dieser Stelle sei auch noch auf die CD Releaseparty von CIRCLE OF SILENCE hingewiesen, die am 8. März in der Stadthalle in Berwangen stattfindet.

Ebenfalls Metal der alten Schule machen BASTARD NATION aus Heidelberg. Allerdings verspürt man hier eher die britische Schule a la Iron Maiden und Judas Priest. Aber auch Acts wie Annihilator, Metallica oder Manowar seien hier zu nennen. „Another World“ oder auch „Killing Spree“, welches man auf der Bandeigenen MySpace Seite anhören kann, zeigen recht deutlich, wieso die Bastarde ohne Frage zu den besten Power / Heavy Acts in der Region zählen. Erstklassiges Riffing, gepaart mit eingängigen und vor allem zum mitgrölen animierende Refrains treffen hier auf sehr gute Schlagzeugarbeit von Kesselklopper Axel. Auf den ersten Blick oder besser gesagt, aufs erste Hören merkt man deutlich, dass die Truppe hier und da zu sehr sich an ihre Vorbilder wie Iron Maiden und Co bedient. Aber das macht die Truppe dafür mehr als beachtlich gut. Trotz der vielen Einsprengsel ist deutlich eine eigene bastard’sche Note zu vernehmen die im Gesamtwerk dazu auch noch ordentlich Laune macht und förmlich Körperbewegungen erzwingt. Nach dem Schlussakt, der Bandeigenen Hymne „Bastard Nation“ musste die Truppe noch eine Zugabe beisteuern. Hierbei zollten sie ihren Heroen in Form von Iron Maidens „The Trooper“ Tribut.

Rohe intensive Kraft durfte man dann vom Schlussact des Abends erwarten, wenn man ihrem Bandnamen glauben schenken mag. RAW INTENSE POWER in deren Reihen sich u.a. Mitglieder von Majesty und Midnattsol tummeln legten im Gegensatz der zuvor gespielten Bands einen deutlichen Gang zu. Mit „W.A.N.T.E.D. – dead or alive“ holperte es dann auch gleich los. Ähnlich wie auch auf der aktuellen CD „...out to RIP all nations!!!“ bricht recht chaotisch der Song aus den Boxen, ehe man sich fängt und dann in geordneten Bahnen den weiteren Gig bestreitet. Hinzukam, dass zu Beginn des Songs der Sound etwas dürftig war, sich das ganze dann aber auch stark verbesserte. Nahezu die ganze aktuelle Debütscheibe wurde in Frankenthal dargeboten. Mit „Craving for unity“ und dem Stampfer „Crushing the lies“, der nur im Refrain etwas gemildeter daher kommt, drischt die Truppe gleich die nächsten Songs aus den Boxen. Neben oldschool Riffing, das hier und da an Kreator erinnert und moderne Anleihen, finden RAW INTENSE POWER gekonnt einen extrem schmalen Grad, um Elemente verschiedenster Genres, egal ob alt oder modern, zu einem ordentlichen Gebräu zusammen zu rühren. Und das dazu auch noch so exzellent, dass man hier in keinster Weise von billigem Abklatsch oder ähnlichem sprechen kann. Hier herrscht ein recht hohes Maß an Innovation, was in der heutigen Zeit recht schwer zu bewerkstelligen ist, will man die Metalgemeinde nicht mit extrem genrefremden Elementen schocken oder gar verärgern. „Bittersweet Pain“, „From the remains“ oder das leicht punkige „Blink of an eye“ sind weitere Songs, die den mittlerweile recht spärlich vertretenem Publikum um die Ohren gedroschen werden. Aber dennoch bedankt sich die Meute mit einem ordentlichen Moshpit. Mit „Crawling through broken glass” beendet die Truppe um Frontmann Fabz einen ihrer selteen aber dafür mehr als gelungen Auftritt.

Oimel

Circle of silence

 

Bastard Nation

 

 

Raw Intense Power