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Interview mit OBSCURITY Obscurity. Spätestens seid ihrem letzten Schlachtenwerk Várar ist das Quintett aus dem Bergischen Land in aller Munde. Wir sprachen mit Frontmann Agalaz Schlachten, Legenden und Obscurity.
Erstmal guten Tag! Ja, das ist schon eine lange Zeit, aber auch wenn unsere Haut schon die Konsistenz von Leder angenommen hat, unser Haar grau ist, die Hautfalten wie Wellen über den Körper ziehen; unser Schwertarm wird niemals müde! Im Ernst: 12 Jahre sind eine lange Zeit, aber wir blicken sehr gerne zurück und freuen uns auf die nächsten 12 Jahre, haha. Ich glaube, dass Obscurity noch nicht den Zenit erreicht haben. Várar war ein Ausrufezeichen; aber ich verspreche dir, es wird noch besser. Die nächsten Alben werden kommen, der Raubzug hat gerade erst begonnen! Wer genau schwingt bei OBSURITY die Axt. Könnt ihr kurz was zur eurer doch schon längeren Chronik sagen? Wie würdet ihr Eure Musik bezeichnen? Wir spielen „Battle Metal“, eine Mischung aus Black/Death/Viking Metal! Pauschal kann man Obscurity nicht in eine musikalische Schublade schieben; und so soll es sein. Obscurity haben ihren eigenen Stil und werden diesen auch immer behalten. Genau das ist es, wofür wir stehen. In all den Jahren, haben wir zwei „Schicksalsschläge“ verdauen müssen: zu einem war es 2003 der Ausstieg von unserem Bruder „Dornaz“. Für ihn übernahm Cortez den Job an der Gitarre und zog von nun an mit uns in die Schlacht. Cortez brachte viel frischen Wind mit in die Band und wurde schnell zu einem Bruder für uns. Weiter hat sich im letzten Jahr einiges bei uns getan. Nach der Trennung von unserem Fronter „Nezrac“ standen wir am Scheidepunkt. Wir haben lange überlegt wie es weiter gehen sollte. Wir hatten die Songs für das Várar Album fast komplett im Kasten, doch war es uns zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich, weiter mit Nezrac einen gemeinsamen Weg zu beschreiten. Dies war für uns ein herber Schlag, viele Fragen und Zweifel taten sich damals auf. Nach langem Überlegen entschieden wir, dass ich (Agalaz) das Várar Album einschreien sollte. Es war für mich nicht gänzlich Neuland, da ich schon immer als Backgroundsänger fungiert habe und doch sollte es nur vorübergehend sein. Es war schon eine riesige Herausforderung für mich, als ich im Studio vor´s Mikro trat, vor allem weil es kaum Vorbereitungszeit gab. Heute habe ich den Salat, meine Gitarre habe ich abgelegt und den Job des Fronters komplett übernommen. Ich werde aber weiterhin beim Songwriting an der Gitarre aktiv sein, denn so ganz ohne geht es doch nicht, hehe. Den Job an der Gitarre übernahm unser alter Bruder Dornaz, der nun wieder fester Bestandteil der Band ist. Es war eine schwierige Zeit, aber die Zustimmung der Fan´s zum Várar Album, als auch bei unseren Live Show´s zeigt uns, dass wir alles richtig gemacht haben. Gibt es Waffenbrüder, die ihr besonders mögt bzw. die euch direkt beeinflussen? Ich denke schon, dass wir uns untereinander immer positiv beeinflussen. Obscurity ist ein Kollektiv und keine „ein Mann Show“! Wir teilen die selben Ansichten wie Musik zu klingen hat und wir versuchen uns gegenseitig immer bis zum Maximum zu pushen. Nur so funktioniert das Ganze. Klar gibt es Reibereien, aber ohne diese, wäre es doch langweilig, haha. Außerhalb der Band gibt es zu dem Waffenbrüder, die einen mehr interessieren, als andere. Ich persönlich ziehe meinen Hut vor Leuten wie Quorthon, Abbath oder Jens Rydén. Aber weder mich, noch meine Brüder hat eine so genannte Persönlichkeit, direkt beeinflusst. Schon mit dem Titel des ersten Silberlings „Bergisch Land“ (1997) bekundet ihr eine starke Verbundenheit mit eurer Heimat. Werdet ihr durch diese Landschaft inspiriert oder woher kommen die Eingebungen der Lyrics? Nicht nur die Landschaft inspiriert uns, auch die Geschichte des Bergischen Land ist es, die unsere Herzen höher schlagen lässt und uns mit Stolz erfüllt. Unsere Bergischen Ahnen mussten viele Schlachten schlagen, gegen die verschiedensten Gegner und Widrigkeiten. Die Bergischen Menschen waren schon immer ein unbeugsames, widerstandsfähiges und stolzes Volk und dies wird es immer sein! Wir sind alle im Bergischen Land geboren und haben somit eine hohe Verbundenheit zu unserer Heimat und drücken dies in unseren Liedern aus. Sei es in „Bergisch Land“ ,, „Worringen“ oder in „Bergische Löwen“. Bereits mit dem Album „Schlachten & Legenden“ (2007) sind die Texte quasi komplett in Deutsch. Das steht im gegensätzlichen Trend zu skandinavischen Bands, die ursprünglich in ihrer nordischen Heimatsprache sangen und nun fast nur noch im markttauglichen Englisch musizieren… Da sagst du was. Das zeigt doch nur, dass wir irgendwelchen Trends trotzen und uns diese am A… vorbei gehen. Wir sind zu hundert Prozent eine eigenständige Band und machen das, was unseren Vorstellungen entspricht, lassen uns nicht verbiegen. Wir finden, dass die Deutsche Sprache eine harte Sprache ist und so genau richtig für unsere Musik ist. Denn Englisch und Wischi-Waschi Metal kann doch jeder, haha! Wir haben innerhalb der Band eine Überzeugung, wie unsere Musik klingen soll und dazu gehören nun auch mal die deutschen Vokals. Außerdem sind wir eine Deutsche Band, was jetzt natürlich nicht falsch zu verstehen sein sollte. Denn ob, Dänemark, Schweden, Norwegen, Spanien, usw.; auch da gibt es genügend Bands die sich ihrer Heimatsprache bedienen und nicht zwangsläufig eine Nazi-Band sind, sondern dies aus Überzeugung machen.
Besingt ihr eigentlich ausschliesslich heroisches der Nordic Saga? Unsere Ideen, bzw. Themen stammen natürlich meist aus der Ecke der Nordischen Mythologie. Es gibt vieles was uns interessiert; wir dann auch in unseren Songs verarbeiten. Dazu gehören Schlachtensagen sowie die Geschichte des Bergischen Landes. Die alten Göttersagen, die dazugehörige Mythologie und die zeitgeschichtlichen Überlieferungen der damaligen Zeit faszinieren uns sehr. Oft sind unsere Texte aber auch rein fiktiv und wir erzählen in unseren Texten frei erfundene Geschehnisse. Klar wollen wir auch Botschaften rüberbringen, wie z.B. die: Dass man sich nie verbiegen und niederringen lassen sollte. Weiter haben wir z.B. mit Battle Metal eine Hommage an den Metal geschrieben. In Várar geht es z.B. um die große Völkerwanderung der germanischen Völker und der damit verbunden Hindernisse und Konfrontationen. Die Varusschlacht haben wir diesmal auch aufgegriffen, was natürlich zum 2000 Jahrestag sehr gut passt. Eine faszinierende Schlacht, die in der germanischen Vergangenheit eine sehr gewichtige Rolle spielt. Im Song Worringen, geht es um die Schlacht von Worringen, die unsere Bergischen Vorfahren siegreich gegen den Erzbischof von Köln geschlagen haben. Nordmänner, erzählt die Geschichte des großen Seefahrervolkes, den Wikingern. Wir haben diesmal versucht viele Themenbereiche auf zu greifen: nicht nur stur der nordischen Mythologie nach eifernd. Unsere Texte sind schon Hundertprozent Obscurity, wir versuchen niemanden und lyrische Stile zu kopieren. Das würde nicht zu uns, zu Obscurity passen. Kommerzielle Metall-Combos a la Manowar sind seit einiger Zeit auf den Karren aufgesprungen und besingen hauptsächlich nordisches Sagengut und jenseitige Götterdämmerung. Freut euch dieser Trend oder seht ihr da einen Verrat für die Geldgier einiger Altmetaler? Ich werde den Teufel tun und andere Musikerkollegen namentlich anprangern. Aber ich muss sagen, dass es schon erstaunlich ist, wie viele Bands auf den Pagan/Viking Zug aufspringen, um die Gunst der Stunde zu nutzen. Dass diese Combo´s das aus Überzeugung machen oder einem plötzlichen Interesse an der Mythologie, das glaube ich nicht. Es stecken schon kommerzielle Erwartungen dahinter und das finde ich gerade Bands gegenüber sehr schade, die aus Überzeugung die Fahnen des Pagan/Viking Metal hoch halten und für die ganze Szene sehr schädlich. Man sollte sich schon damit identifizieren und solche Lyriks aus voller Überzeugung niederschrieben und an den Fan bringen. Im gewissen Sinne, gebe ich dir recht: es ist eine Art von Verrat! Euer jüngster Rundschild unter dem Zeichen des bergischen Löwen trägt den Titel „Várar" (2009). Was bedeutet der Titel dieses warhammergeilen Machwerks? Várar ist ein altgermanisches Wort, was soviel bedeutet wie: Eid, Zusammenhalt, Zusammenschluss. Wir haben diesen Titel gewählt, da er genau das symbolisiert und ausdrückt, was bei Obscurity in der schwierigen Phase nach der Trennung von Nezrac geschehen ist. Wir sind noch enger zusammen gerückt. Die Situation hat unser stärker denn je zusammen geschweißt und das Bandgefüge ist seit dem stärker als jemals zuvor. Dafür steht Várar – Zusammenhalt und bis zum Ende kämpfen, niemals aufgeben! Das Coverartwork passt ja wie Hölle. Wer hat da den Pinsel geschwungen?
Könnt ihr was zu den Aufnahmen sagen? Wo wurde es aufgenommen bzw. wer hat es produziert? Aufgenommen wurde das Várar Album im 4CN-Studio, von Tim Schuldt, in Wuppertal. Es waren acht entspannte Tage im Studio und dass bisher beste Recording. Tim weiß genau was er macht und ist ein absoluter Fachmann. Als Produzent, war wieder Bony von JAKA mit an Bord. Bony gehört mittlerweile zum Inventar und begleitet uns seit dem Bergisch Land Album. Sei es als Produzent oder auch als Livemusiker. Er gehört mit zur Obscurity - Familie. Beim Mastern haben wir dieses mal einen komplett neuen Weg eingeschlagen. Wir haben die Tracks nach Dänemark zu Jacob Bredahl (Ex - Hatesphere) geschickt und ihm unsere Vorstellungen mit auf dem Weg gegeben. Beim Mastern hatte er freie Hand und das Endergebnis kann sich sehen, bzw. hören lassen. Manchmal ist es eben besser, das Feintuning aus einer gewissen Distanz zu verfolgen und nicht immer die Finger selbst an den Reglern zu haben. Wir sind absolut Zufrieden! Sicherlich ist jede neue Aufnahme was Besonderes. Aber was würdet ihr jungen Bands vor ihrem ersten Studiodate anraten? Jetzt soll ich wohl den Oberlehrer raushängen lassen, wa??? haha!!! Ich kann nur aus unserer Erfahrung sagen, wichtig ist es gut vorbereitet zu sein, seine Songs zu kennen. Zu 90 Prozent sollten die Songs einige Wochen vor dem Studio stehen. Auch wenn es schwer ist, sollte man versuchen ohne großen Druck an die Aufnahmen zu gehen. Mehr kann ich eigentlich nicht raten, der Rest ergibt sich im Studio. Eins vielleicht noch: schaut euch das Studio und den Techniker vorher an. Man sollte sich schon Wohlfühlen können im Studio! Habt ihr Lieder des Albums schon live spielen können? Wie war die Resonanz? Da das Album nun ja schon längere Zeit auf dem Markt ist, haben wir alle Songs schon live gespielt. Die Resonanz ist durchweg positiv und wir haben live immer ein gutes Gefühl bei den Songs. Es ist einfach genial, mit den Kriegern vor der Bühne in die Schlacht zu ziehen und die neuen Songs wie aus einem Mund zu singen! Wir merken schon, dass Várar guten Anklang bei unseren treuen und auch neuen Fans findet und es macht uns Stolz wenn diese Leute vor der Bühne, uns lautstark unterstützen! Bevorzugt ihr eigentlich die Arbeit im Studio oder auf livebattels? Beides hat seinen besonderen Reiz. Wenn du im Studio dem Endprodukt immer näher kommst, sich Stein für Stein alles zusammen fügt, ist das ein gutes und mächtiges Gefühl. Aber den größeren Kick, gibt dir schon der Livegig. Wie ich in der Antwort zuvor schon sagte, ist es einfach ein geniales Gefühl mit den Kriegern vor der Bühne, Party zu machen. Auf der Bühne kannst du Gas geben, die Songs authentisch ans Publikum bringen, deine Songs ausleben! Oft habe ich Gänsehaut, wenn ich in die Menge schaue und sehe, dass wir mit unserer Musik die Leute zum Beben bringen. Bands aus eurem Bereich müssen sich immer wieder mit Vorwürfen herumschlagen, sie seien rechts. Wie siehst bei OBSURITY aus? Gibt’s auch Schreiberlinge mit erigierten Zeigefinger oder gar Glatzen auf Konzerten? Wer Obscurity kennt, kennt auch unsere Statements zum NSBM – Abschaum! Mehr will ich da eigentlich nicht zu sagen. Jeder soll sich über Obscurity seine eigene Meinung bilden, nachdem er/sie sich genügend mit uns und unseren Texten und Statements auseinander gesetzt hat. Die Leute, die einfach was über eine Band sagen, oder behaupten, ohne sich jemals mit den textlichen Inhalten der Band befasst zu haben, sind keinen Deut besser als der NSBM – Abschaum. Diese machen halt nichts anderes als Propaganda und Stimmung gegen eine Band! Hier nun unser beliebtes Assoziationsspiel: (kurze Antwort zu den Begriffen) Richard Wagner – Walküren Wie geht’s nun weiter? Wo spielt ihr 2010? Wir werden im Frühjahr 2010 unser neues Album einprügeln, welches dann im Herbst 2010 erscheinen wird. Weiter haben wir einige Gig´s und Festivals bestätigt. Wir werden z.B., das erste Mal auf dem Ragnarök zocken, was uns sehr Stolz macht. Verstärkt werden wir Live in der zweiten Jahreshälfte aktiv sein und dann auch schon einige neue Songs in die Menge werfen! Pünktlich zum Weltuntergang 2012 stoßt ihr die Methörner ja zum 15jährigen Jubiläum an. Das wäre doch der Toptermin für ein Album mit dem Titel „Weltenbrand“… Ha, gute Idee…aber keine Sorge, für dieses Ereignis haben wir uns schon was feines überlegt! Wir werden was ganz besonderes für all unsere Brüder da draußen kreieren! Was das sein wird, erfahrt ihr in einer anderen Geschichte, haha… Ich wünsche dir alles Gute und möge die Macht mit dir sein… (Interview: angel§layer) (© Pics by Obscurity) |
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