Painsaw – Schnitz ´em all

Painsaw Schnitz em all2Anfang der 80er gab es eine Band, die sich allen Konventionen widersetzten und einfach ihre Musik spielen wollten, die für damalige Verhältnisse schnell und brutal war. Die Band, um die es hierbei geht heißt Metallica und ihr Debüt „Kill ´em all“.

Fast dreißig Jahre später wird ein Tonträger mit dem Namen „Schnitz ´em all“ veröffentlicht. Die Band, die dieses schmucke Stück vergangenes Jahr aufgenommen hat und damit die Metalszene bereichert nennt sich Painsaw und kommen aus Heidelberg. Musikalisch – die Einleitung lässt es wohl schon erahnen – geht es relativ weit zu den Anfängen des Thrash Metals zurück. Von Metallica und Megadeth zeigen sich die im Schnitt nicht einmal 16 jährigen Jungs wohl besonders beeinflußt, was man nicht nur an der Musik sondern auch an den Aufbaus der Songs fest stellen kann.

Zwar kann das Demo von Painsaw mit einem recht ordentlichen Sound aufwarten, aber überraschender Weise wird die Demo nicht wie gewöhnlich in einer produzierten CD vertrieben, geschweige denn verkauft. Wer Interesse an der Musik hat und unbedingt etwas in der Hand halten möchte, der muss sich mit einer CD-R zufrieden geben.

Den Anfang des Demos macht der Song „Blinded Eyes“. Mit einer leicht düster angehauchten Melodie beginnt „Blinded Eyes“, ehe die verzerrten Gitarren einsetzen und das Stück im Midtempo losstampft. Im Refrain zieht die Truppe das Tempo deutlich an. Hier prescht das mit Doppelbass unterlegte Powerriffing vorne weg, ehe im Mittelteil des Songs ein sehr gut gelungenes und stimmiges Solo den Song deutlich aufwertet. Zum Ende wird auch nochmal etwas aufs Gaspedal getreten und der Refrain mehrmals wiederholt, der sich auch von den Gesangslinien her recht zügig ins Gehör setzt. In diesen flotteren Abschnitten werden durch das leicht punkige Riffing erinnerungen an Metallica’s Motorbreath wach.

„Who Care’s“ ist wie „Blinded Eye’s“ ebenso eine Nummer die weitgehend im Midtempo angesiedelt ist, auch wenn der eher flott thrashiger Beginn deutlich mehr Tempo erwarten lässt. Im Mittelsektor wird ein Zwischenstück eingeschoben, dass zunächst temporeich daher kommt, aber dann in ein schleppendes Duell zwischen Bass und Gitarren mündet, ehe ein längeres Solo eingeläutet wird und der Song zum Finale ansetzt.

Fast schon melancholische Züge nimmt der Song „Agony’s Price“ zu Beginn an. Ein klein wenig erinnert es spontan an Metallicas „Fade To Black“. Aber nicht nur wegen des Balladesken Anfangs des Stücks und der depressiven Stimmung, die der Song versprüht, sondern auch mit dem restlichen Aufbau. Gesanglich passt sich Gitarrist und Sänger Darius der Stimmung des Songs an. Der Song steigert sich schließlich gegen Ende immer mehr in ein Riffinferno, welches durch eine von der Tieftönerfraktion beigesteuertem Sektor langsam einsetzt.

Als Abschluss des Demos und auch als Beweis, was die Jungs für ihr junges Alter an ihren Instrumenten drauf haben, gibt es eine astreine Coverversion von Metallica’s „Whiplash“. Musikalisch wurde dieses Werk makellos umgesetzt. Selbst das Solo gegen Ende. Ein Herr Kirk Hammett würde hier selbst vor Neid erblassen. Wer nach den ersten drei Stücken von der Band Painsaw – zumindest was ihr können – nicht überzeugt ist, der muss es einfach spätestens nach dieser Darbietung sein. Textlich wurde der Song an einer Stelle abgeändert. „We never stop, we never quit, caus we’re Painsaw“. Hoffen wir, dass die Band diesen Satz verinnerlichen und nicht aufgeben und vor niemandem zu Kreuze kriechen werden und einfach ihr Ding durchziehen.

Fazit: Mit dem „Erwerb“ dieser Demo kann definitiv niemand etwas verkehrt machen. Wer auf alten Bay Area Thrash steht, aber kein Problem damit hat, wenn die Zügel etwas angezogen werden, sollte bei Painsaw einmal ein Ohr riskieren. Aber auch Fans anderer Sparten dürfen oder sollen hier mal reinhören. Musikalisch und vom Können an ihren Instrumenten muss man den Jungs schon fast ein Diplom für gutes Songwriting ausstellen. Mit diesem Demo hat die Band nahezu alles richtig gemacht. Vor allem wenn man bedenkt, wie alt die Jungs erst sind. Einziges was man hier ankreiden könnte, ist, dass es der Stimmgewaltigkeit des Frontmannes etwas an Druck fehlt. Dafür hat ist die Stimmfärbing wiederum recht rotzig, was der Musik dennoch recht gut zu Gesicht steht. Bleibt die Band am Ball und macht da weiter, wo sie mit diesem Silberling angefangen haben, dann wird uns in den nächsten Jahren von Painsaw wohl noch so einiges um die Ohren gedroschen werden.

Das Demo kann man übrigens komplett auch auf der Myspace-Seite der Band anhören.

Trackliste:

1. Blinded Eyes
2. Who Care’s
3. Agony’s Price
4. Whiplash

www.myspace.com/painsawsucks

 9,5 / 10

Oimel