|
Ragnarök Festival VI 17. – 18.04.09 Stadthalle Lichtenfels u.a. mit Dark Fortress, Fjoergyn, Andras, Adorned Brood, Finsterforst, Wolfchant, Manegarm, Einherjer
Nachdem schon die letzten Jahre man stets aufs Ragnarök fahren wollte, hat es dieses Jahr nun auch endlich geklappt. Knapp drei Stunden Fahrt lagen hinter uns, als man dann doch in Lichtenfels ankam. Aber dann kam erstmal der Part mit der Parkplatzsuche, die sich dann doch länger hinzog, als gedacht. Nachdem man das Auto dann sprichwörtlich in der Walachei hat abstellen können und die Stadthalle dann zu Fuß erreichte, durfte man dann aber erstmal an die berüchtigte Schlange anstehen, die sich nicht sonderlich nach vorne zu bewegen schien. Hier sollte man seitens der Veranstalter definitiv was tun. Zum einen was die schnellere Abfertigung der Besucher angeht, die in strömendem Regen teils Stunden anstehen mussten und zum anderen hätten wohl Hinweisschilder in Bezug auf Einlass und Bändchenausgabe auch ein wenig ihren Teil dazu beigetragen, dass das ganze schneller von statten ging. So mussten etliche, die am Einlass anstanden nach ewigem Warten aus der Schlange und zur Bändchenausgabe. Ärgerlich für viele war, dass die ersten Bands bereits spielten, während man immer noch vor den Toren stand. Nicht sonderlich verwunderlich war die Aktion ein paar Ungeduldigen, die einfach den Bauzaun aufmachten und somit einem Pulk von Fans einen leichten und schnellen Einlass ermöglichten.
Für viele kam diese Aktion gelegen, denn so konnte man noch die letzten Songs des bereits spielenden Openers FINSTERFORST mitbekommen. Mit ihrem neuen Album „... zum Tode hin“, das im Februar über Einheit-Produktionen erschienen ist, sorgten sie gleich zu Beginn des Ragnaröks für fliegende Mähnen vor der Bühne, wenngleich sich der Bereich vor der Bühne auch erst zum Schluss des Auftritts immer mehr füllte. Mit Songs ihrer bisherigen Schaffenswerke, unter anderem dem bereits erwähnten neuen Langeisen, hatten die Schwarzwälder ein breites Spektrum an Material mitgebracht, um dies der Hörerschaft zu präsentieren.
Auch aus finstren Forsten kommen die Finnen von KIVIMETSÄN DRUIDI. Ja auch wir tun uns sehr schwer beim aussprechen des Bandnamens. Aber das tut nicht sonderlich viel zur Sache. Während draußen noch immer viele Fans vor den Toren warteten, versuchte drinnen die Band, mit dem unaussprechlichen Namen, ihre deutsche Fangemeinde mit ihrem symphonischen Folk Metal weiter auszubauen. Ob dies so richtig gelingen konnte ist fraglich. Musikalisch konnte man auf jeden Fall nicht meckern und die Songs wussten zu gefallen. Allerdings war der Klang des weiblichen Gesangs teils schmerzhaft für die Ohren. Von „Reifenquietschen“ bis zu „im sterbenden liegendes Schwein“ reicht hier die Definition. Zum Glück konnte der männliche Gesang hier doch einiges von dem Auftritt retten.
Schon als dritter Act stürmten ADORNED BROOD auf die Bühne. Zwar ist das Billing durchweg hochkarätig besetzt, aber man hätte ADORNED BROOD genauso wie FINSTERFORST ruhig spätere Slots für ihre Auftritte geben können. Aber seis drum. ADORNED BROOD zeigten gleich zu Anfang wo der Hammer hing und zückten mit „Am Grund der Meere“ und „Tage lang“ gleich zwei Gassenhauer und brachten die Meute vor der Bühne gleich auf ihre Seite. Schade war, dass die Setliste fast gänzlich aus Songs der letzten Alben bestand und die ersten vier Langeisen kaum Beachtung fanden. Einzige Ausnahme war hierbei „Wigand“ vom gleichnamigen Album. Zum Abschluss des doch starken Auftritts wurde bei „Under Yggdrasil“ vom aktuellen Album „Noor“ das Publikum zur Mithilfe für den Chorus eingespannt. Und so grölte die Halle entsprechend „Under Yggdrasil“ zum Abschluss des Auftritts.
Dass das Chaos am Eingang mittlerweile ein Ende genommen hat merkte man dann langsam bei ALESTORM, da die Halle doch sichtlich mehr gefüllt war, als noch ein, zwei Bands zuvor. Mit ihrem doch eher in Richtung Power und Heavy Metal tendierende Musik, auch wenn die Schotten sie „True Scottish Pirate Metal“ nennen, konnten sie uns nicht so recht überzeugen und so nutzten wir die Gunst der Stunde für eine Bierpause.
Guter Heidenmetal muss nicht unbedingt aus Deutschland oder Nordeuropa kommen. Dies beweißen die Niederländer von HEIDEVOLK, die – wie man sehen konnte – sich eine beachtliche Fanschar erarbeitet haben, die auch trotz der in Niederländisch gehaltenen Songtexte recht Textsicher ist. So hatte es zumindest den Anschein. Leider haben wir den Auftritt nur am Rande verfolgt, aber das was man vernehmen konnte, war nicht von schlechten Eltern. Auch herrschte eine sichtlich gute Stimmung im Publikum.
Auf Grund zwischenzeitlicher Bierpause kam man verspätet zum Auftritt von WOLFCHANT. Zum dritten mal in Folge waren die Niederbayern nun auf dem Ragnarök vertreten. Für dieses Jahr hatte es allerdings den Grund, da die Veröffentlichung des neuen Albums „Determined Damnation“ anstand. Mit etlichen Fans vor und vielen Gastmusikern – u.a. Rebellion und Ex-Grave Digger Mitglieder - auf der Bühne feierte man dann natürlich eine entsprechende Party. Krönender Abschluss des fulminanten Auftritts der Pagan Metaller, war das Cover des Grave Digger Hits „Rebellion“.
Bei der nachfolgenden Band scheiden sich dann die Geister. TÝR zogen sichtlich viele Metalheads vor die Bühne. Doch gab es auch etliche, die dem Auftritt auch lieber fern blieben. So verfolgten wir den Anfang des Auftritts nur am Rande. Auch wenn die Truppe ein paar gute Songs hat, so ist die Musik im Ganzen dann doch eher was für Feinschmecker. Nicht Jedermanns Sache.
Trotz großer Vorfreude meinerseits konnte der Auftritt von DORNENREICH nicht überzeugen. In den ersten beiden Liedern war die Mischung schlecht, zu viel Bass in der Stimme und die Violine kaum hörbar. Auß erdem war der Sound durchgehend recht matschig und kam nicht an die Album Qualität ran. Dornenreich ist wohl eher eine Studio- denn eine Liveband.
Ähnlich wie bei TÝR verläuft es sich auch bei KORPIKLAANI, nur nicht ganz so arg, da die Musik der finnischen Waldschraten doch um einiges Flotter daher kommt und durch aus für Partystimmung sorgen kann, wie man an dem Auftritt feststellen konnte. Da bei vielen der Pegel mittlerweile stimmte wurde viel gefeiert und getanzt und so kann man den Finnen die bis dato beste Stimmung attestieren.
Da sich der erste Tag nun auch langsam aber sicher dem Ende zu neigte, wurde es auch Zeit für einen Hochkaräter. Und mit MANEGARM enterte ein solcher auch so gleich die Bühne und zeigte der Hörerschaft was richtiger Pagan Metal ist. „No Humppa Shit, just pure Pagan Metal“ hatte der Frontmann auf vergangenen Konzerten schon von sich gegeben und das kann man mehr als nur Unterstreichen. Mit Sigrblot, Hemford und Vredens Tid wurden natürlich auch die obligatorischen Hits des erstklassigen Vredens Tid Albums gespielt, die nicht fehlen durften. Nattväsen – so wird das neue Album der Schweden heißen und von der Scheibe wurde auch gleich ein neues Stück gespielt. „Nattvasen“ ist höchstwahrscheinlich das beste „echte“ Viking/Pagan Metal Album des Jahres 2009“. So hatte es Fronter Erik in einem Interview angekündigt. Und wenn das ganze Album so fett wird, wie der gespielte neue Song, dann könnte an dieser Aussage, mehr als nur ein funken Wahrheit dran sein.
Samstag, 18.04.09
Trotz dass man am Vorabend schon nach MANEGARM sich in Richtung Zeltplatz aufmachte, vermochte man es nicht sich am nächsten Tag früh genug aus den Federn zu begeben, um die ersten Bands sich reinzuziehen. Und so kam es, dass man erst zu ALKONOST wieder vor der Bühne stand. Musikalisch boten die Russen eine recht gute Kost für den frühen Morgen oder war es schon Mittag? Sie sorgten auch für recht gute Stimmung, obwohl vielen noch die letzte Nacht in den Knochen steckte. Einzig anzukreidendes Manko ist auch hier der Frauengesang. Von den Herren am Mischpult viel zu sehr in den Vordergrund gemischt wirkte der weibliche Gesang viel zu penetrant und war auf Dauer zu viel für die Ohren. Mit andauerndem Gig, versprühten die Songs auch eine leichte Monotonie im Songaufbau. Aber im Grunde ein dennoch recht guter Einstand für den zweiten Tag.
Auch aus dem Osten, aber nicht ganz soweit wie ALKONOST, kamen ANDRAS nach Lichtenfels. Aus dem Erzgebirge angereist, hatte man es hier mit einer relativ alten Truppe zu tun, die aber einigen dennoch recht unbekannt war. Mal schleppender mal flottere Songs wechselten sich in der Setliste ab, wobei die eher gemächlicheren Stücke für die Uhrzeit etwas fehl am Platz wirkten. So konnte man bei schnelleren Stücken auch eine aktivere Puplikumsreaktion vernehmen, was das ganze eigentlich bestätigte.
„Windir lebt.“ Das war mein erster Gedanke, als COR SCORPII ihren Auftritt starteten. Neben VREID ist es die zweite Band mit Ex-Windir Mitgliedern und im Gegensatz zu VREID sind die Windirwurzeln bei COR SCORPII nicht zu verkennen. Man muss der Band allerdings zu Gute halten, dass sie nicht versuchen einen Windirklon zu schaffen, sondern ihre eigenen Einflüsse mit einbringen. Teilweise erinnerte mich die Musik auch an Dark Fortress. Unter anderem mit „Endesong“, den durch den Pagan Fire II Sampler wohl am bekanntesten Song der Band, zeigten die Norweger aus welchem Holz ihre Musik geschnitzt ist und heizten der Meute vor der Bühne ordentlich ein.
Nach dem DORNENREICH am Vorabend für viele bereits einen eher mäßig bis schlechten Gig ablieferten, hatten viele die Befürchtung, dass dies auch bei FJOERGYN geschehen könnte, da die Musik teils ähnlich gestrickt ist. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Klar kann man Live- nicht mit auf CD-gebannter Musik vergleichen, aber das FJOERGYN dennoch so Livetauglich ist, hat selbst mich überrascht. Vor der Bühne war es gut gefüllt und neben bereits bekannten Songs wie „Fjoergyn“ gab es auch ein Stück vom kommenden Album „Jahreszeiten“. „Wie Jahr und Jahr“ konnte einen guten Einblick darin vermitteln was von der Truppe noch kommen wird. Zum Abschluss gab es dann die Verlosung einer handgefertigten Ragnarök Gitarre, ehe mit „Katharsis“ und dem Gastauftritt des Ragnarökveranstalters der Auftritt auch schon wieder endete.
Geentert wurde die Bühne dann von den Herren der Dunkelburg. Nein nicht Dimmu Borgir. DARK FORTRESS aus Landshut durften nun den Herren und Damen vor der Bühne guten eingängigen Black Metal darbieten. Allerdings bleibt zu dem Auftritt nicht viel zu sagen. Der Gig war für DARK FORTRESS Verhältnisse gute Standardqualität. Nichts Weltbewegendes. So wurden vor allem vom Hit-Album Eidolon ein Kracher nach dem anderen – unter anderem „Baphomet“ oder „No Longer Human“ – herunter gespielt. Guter solider Gig. Mehr nicht.
Ungewöhnlicher Black Metal gab es dann bei MELECHESH zu hören. Irgendwo war es nicht schlecht, allerdings missfiel mir das Schlagzeugspiel ziemlich gänzlich. Aber bei sumerischem Black Metal scheint dies wohl normal zu sein ;) Auf jeden Fall gewöhnungsbedürftig. Da half es auch nicht, dass der Gitarrist extra einen orientalischen Teppich mitgebracht hat oder die Monitorboxen mit Räucherstäbchen geschmückt wurden. Manchen gefällt die Musik, manchen weniger.
Richtig voll wurde es dann bei THYRFING. Mit neuem Frontmann an Bord avancierte die Truppe schnell zum Publikumsmagnet an dem Abend und zog wohl alles vor die Bühne was noch laufen konnte zu dem Zeitpunkt. Mit dem neuen Herren am Mikro kam auch etwas frischer Wind in die Truppe, wenn auch viele alte Hits gespielt wurden. Den Fans hats gefallen und so war die Stimmung vor der Bühne wohl auch die beste des ganzen Ragnarök Festivals.
Nach THYRFING wurde dann zu erst die Bühne verhüllt. Es war auch klar, was jetzt kommt. Nämlich die einzigartige Reunion Show von EINHERJER. Da dies der erste Gig seit rund fünf Jahren ist, war die Band natürlich vielen – vor allem jüngeren – Fans unbekannt und so wurde es dann doch recht licht vor der Bühne. Bleibt nicht viel zu sagen als „selbst schuld“. „Es wird keine Schauspielerei oder hohle Phrasen auf der Bühne geben“. Mit dem Statement hatten EINHERJER bereits angekündigt was auch folgen sollte. Kein großes Geschwafel gab es zu vernehmen. Ein Kracher nach dem anderen wurde in die Meute gefeuert, mit unter „Far Far North" und „Når Hammeren Heves". Lediglich als die Truppe dem Ragnarök Festival und den Veranstaltern für den Auftritt und für das Festival an sich dankte wurde etwas mehr getextet. Danach donnerte aber – gewidmet für die Ragnarök Veranstalter – „Ironbound“ aus den Boxen, ehe der Auftritt und somit auch das Ragnarök sich langsam dem Ende zu neigten.
Pro:
- Hallen- / Bühnenbereich
- Bierpreise
- Schöne Becher *g*
- Infoheft
- Freundliches Toilettenpersonal
- Flirtendes Küchenpersonal *g*
Contra:
- Einlasskontrolle (viel zu lange)
- Bändchenausgabe (keine Hinweisschilder)
- Viel zu wenig Parkplätze
- Scheiß Wetter!!!
- Bei den Schnitzelsticks mit Pommes zu wenig Schnitzelsticks dabei
- Beschiss beim Müllpfand (!!!) Dass man unbedingt einen halben Sack voll Müll haben muss ist ein Unding. Wer auf dem Festival direkt frisst und säuft hat aufm Campingplatz natürlich kaum Müll. Von daher ist es echt beschiss, dass man für folglich fast leere Müllbeutel das Müllpfand nicht zurück bekommt!
BG, Laura, Sarah, Oimel Pics by Laura
FINSTERFORST

KIVIMETSÄN DRUIDI

ADORNED BROOD

HEIDEVOLK


WOLFCHANT


DORNENREICH


KORPIKLAANI


MANEGARM

ALKONOST


ANDRAS


FEJD


COR SCORPII


METSATÖLL


DARK FORTRESS


MELECHESH


THYRFING


EINHERJER


DRAUGNIM

|