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Rhein Neckar Metal Festival 19.04.08 – 7er Club Mannheim Tombthroat, Into Darkness, Hatchery, Bastard Nation, Orgasmodemon, Compulsive Slaughter, Boiling Blood, Sensles
„Hey was haltet ihr davon, wenn wir mit allen auf RNM registrierten Bands ein kleines aber feines RNM Festival machen im 7erClub?” Diesen Geistesblitz hatte Seb (Gesang / Gitarre INTO DARKNESS) Mitte September 2007. Was daraus wurde, durften rund 300 Metalheads vergangenen Samstag im 7er Club in Mannheim erleben. Nicht weniger als acht lokale Metalbands gaben sich die Klinke in die Hand und das für schlappe 5,-- €uronen Eintritt.
Bereits um 15 Uhr war Einlass und hier wurde auch gleich die Running Order für den Abend ausgelost. COMPULSIVE SLAUGHTER durfte demnach dann bereits um 16 Uhr den Anfang machen. In den meisten Fällen würden die Bands um die Uhrzeit vor leeren Hallen spielen. Aber nicht so an dem Abend. Etliche, hauptsächlich jüngere Metalheads moshten und bangten schon zu so früher Stunde. Entsprechend gut gelaunt ging es auch auf der Bühne her. COMPULSIVE SLAUGHTER zeigten gleich zu beginn was eine Harke ist. Groovende und schleppende Riffs trafen auf gnadenlos nach vorne preschende Knüppelparts und setzten schon zu Beginn des Abends ein deutliches Ausrufezeichen!!!
„Bock auf ein bissl Moshpit und Knochenbrechen und so?“ Dann seid ihr bei HATCHERY genau richtig. Mitunter für den Poserteil des Abends zuständig (O-ton Sänger Zottel), heizte auch die Thrashkapelle der Meute vor der Bühne mehr als ordentlich ein. Laute „Hatchery, Hatchery“ – Rufe waren zu vernehmen und während Frontmann Zottel Songs wie das noch unveröffentlichte „Nothing“ oder „Crushing Bones“ in die Menge kreischte. Mit dem Song „Weekend Warrior“ setzte die Truppe sowohl musikalisch als auch lyrisch eine deutliche Message an all die Möchtegern-Metaller, die nur an Wochenenden ihre Bandshirts und Kutten aus dem Schrank holen! Gegen Ende des Gigs wurde auch noch dem wieder auferstandenen John Rambo in Form eines neuen Stücks gehuldigt, welches wohl auf der nächsten EP drauf sein wird.
HATCHERY Frontmann Zottel hatte schon erwähnt, dass der Abend in gewisser weiße ein Themenabend ist. Ein Teil der Bands ist für den Knüppelpart zuständig, der andere Teil der Bands für den Poserteil. Und da alles schön abwechslungsreich ausgelost wurde ist nun wieder eine Knüppelband an der Reihe. ORGASMODEMON, die auch einmal wieder in Mannheim auf die Bretter durften, hatten nun die Ehre. Stilistisch geht’s ähnlich hart wie bei COMPULSIVE SLAUGHTER zur Sache, allerdings mit ner spur mehr Brachialität. Nach einem Intro, das wohl von einem Filmsoundtrack stammen könnte, ging es auch entsprechend brachial los und Songs wie „Zombie“ oder „Private Executioner“ wurden den Fans um die Lauscher geprügelt. Frontmann Mano – wieder mit dem obligatorischen Cowboyhut bewaffnet – machte eine sichtlich gute Figur an dem Abend. Als weitere Songs wurden „Penetration till deformity“ und „Fucking Bastards“ in die Menge gefeuert, gegrunzt, geprügelt ... egal wie. Auf alle Fälle kamen sie an!
„Fucking Bastards“ .... da war doch was. Ach ja BASTARD NATION aus Heidelberg waren nun an der Reihe. Nein, keine Angst. Bei der Truppe handelt es sich nicht um Drecksbastarde sonder schlicht um eine der besten Power Metal Kappellen in der Region. In dem Billing, das fast nur aus Thrash und Death Metal Bands bestand, stachen BASTARD NATION mit ihrem genialen Power Metal zwar doch deutlich aus der Reihe, aber wenn bei den Songs wie „Point of no return“ oder anderen Lieder eingefleischte Death und Thrash Metalfans eifrig mitsingen, kann die Truppe gar nicht so verkehrt in dem Billing sein. Musikalisch doch deutlich von der NWoBHM beeinflusst, allen voran Judas Priest und Iron Maiden, schafft es die Truppe in doch bemerkenswerter Art und Weise, die 80er Jahre in zeitgemäßem Gewand ins 21ste Jahrhundert herüberzubeamen. Zum Schluss des Sets gab es vom aktuellen gerade erschienenen Album „Birth of a nation“ noch zwei weitere hammerstarke Songs zum eifrig mitsingen. „Killing Spree“ und „Bastard Nation“ bildeten den Abschluss eines mal wieder sehr gelungenen Gigs.
Nach ein bisschen Posen wurde nun wieder der Knüppel aus dem Sack geholt. Die Grabkehlchen – besser bekannt als TOMBTHROAT – waren nun an der Reihe und zeigten was anständiger Brutal Death Metal ist. Mit Songs, die hauptsächlich vom aktuellen Album „Blood Red History“ stammen, wurde ein ordentliches Set gefahren und den Fans auch ordentlich eingeheizt. Aber nicht nur den Fans. Die Band ist einfach zu schnell für diese Welt und so versuchte das Schlagzeug sich langsam davonzuschleichen, um der Kesselklopperei zu entgehen. Natürlich ohne Erfolg. Mehr Erfolg hatte da dann doch das Bandbanner, das sich während des Gigs auch nicht mehr an seinem Platz halten konnte und in Richtung Boden verabschiedete. Neben „Terrorized“ das ein wenig nach einer Hommage an TERRORIZER erinnerte gab es zum Schluss noch „Bloodstained“ zu hören, das doch deutliche schwedische Züge aufweißt, aber dennoch unverwechselbar nach TOMBTHROAT klingt.
Nach dieser Knüppelorgie kamen nun die Pfälzer von SENSLES mit ihrem Sesammosh an die Reihe. Sesammosh? Ja genau. Die Band ist hier und da wohl noch im Kindesalter hängen geblieben zeigten sich als Fans der Sesamstraße. Im Gegenzug zeigten sie sich auch als Gegner von Dieter Bohlen. Dieser meinte es dann wohl gar nicht gut mit der Band und so kam es, dass der Amp von Frontmann und Gitarrist Hille ausfiel. Aber Retter standen schnell Gewehr bei Fuß und nach ein paar Minuten - die die Rhytmusabteilung für einen Sesam-Jam nutzten - gings mit neuem Amp auch gleich weiter. „Desert Rain“ von ICED EARTH wurde als Schmankerl dar geboten ehe mit Songs wie „Dreams of impotency“ und natürlich den „Sesammosh“ der Huldigung für Samson und die anderen Helden aus Kindheitstagen, das Set allmählich zu Ende ging.
War es nun Dieter Bohlens Fluch oder Terrortornado von Terr... öh ... Tombthroat. Keiner weiß es, aber INTO DARKNESS hatten auch ein paar kleinere technische Probleme. Dazu kam nun auch noch zu so später Stunde, dass die Jungs mittlerweile ein wenig zu tief ins Glas geschaut hatten. Da die Fans vor der Bühne weitgehend auch schon einiges Intus hatten, war die Musik irgendwo mittlerweile fast egal. Die Party an sich stand mittlerweile mehr im Vordergrund. So kam man auch zu der Ehre, dass ORGASMODEMON Frontmann Mano als Gastsänger die Bühne enterte und INTO DARKNESS Fronter Seb gesanglich unterstützte. Oder es zumindest versuchte, den Mano war auch schon ziemlich gut dabei. Trotz der technischen Probleme sowohl auf der Bühne als auch in den Köpfen der Beteiligten, gab es ein ordentliches Death Metal Brett und als Partykracher „Sweet Home Hellabama“ zu vernehmen.
Bei der Auslosung haben BOILING BLOOD in gewisser weiße die Arschkarte gezogen. Den ganzen Tag schon auf den Beinen durfte die Truppe um ca 00:00 Uhr auch endlich auf die Bühne und als letzte Band des Abends den noch übrig gebliebenen Metalheads ordentlich einheizen. Thrashmetal der Marke S.O.D. bekam man nun auf die Lauscher. Doch zu Beginn kamen auch die Blutkocher mit einer Huldigung an unsere Kindheit. „Hey hey Wicky, hey Wicky hey“ trällerte die Truppe in schönem Thrashgewand aus den Boxen. Passend dazu kam Sänger Peter mit Wikingerhelm und roten Zöpfen auf die Bühne. Zwar hatte die Band die Arschkarte gezogen, dass sie als letzte Band ran musste, aber das münzte die Truppe zu ihrem Vorteil um und gab eine Zugabe nach der anderen. Das S.O.D. Cover „United Forces“ sollte eigentlich das letzte Stück sein, doch die hartgesottenen Fans vor der Bühne wollten noch mehr und so gab es noch einmal „Hey Wicky“ und ein improvisiertes „For Whom The Bell Tolls“ von Metallica.
Danach war dann endgültig Schicht im Schacht und das erste Rhein Neckar Metal Festival, übrigens organisiert von Musikern des Onlineportals www.rhein-neckar-metal.de, ging zu Ende. Auf Grund des überwältigenden Erfolgs dürfte es wohl nicht bei der einen Ausgabe bleiben. Hoffen wir, dass es eine Fortsetzung gibt und es auch beim nächsten Mal eine „United Forces“ gibt, die so an einem Strang zieht und so ein geiles Festival auf die Beine stellt.
Oimel
COMPULSIVE SLAUGHTER


HATCHERY


ORGASMODEMON


BASTARD NATION


TOMBTHROAT


SENSLES


INTO DARKNESS


BOILING BLODD


DAS FESTIVAL


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