Riders on the storm – Back to the night – into the club
Live Factory Adelsheim – 12.10.07

Alle paar Wochen gibt es in der Live Factory in Adelsheim eine Vollbedienung in sachen Metal. So auch am 12.10. Diesmal kamen DIE APOKALYPTISCHEN REITER in den Odenwald und holten sich mit SILENT OVERDRIVE, THE PROPHECY 23 und VOICE OF REVENGE gleich entsprechende Anheizer.

VOICE OF REVENGE hatte ich leider verpasst und kam genau recht zum Auftritt von THE PROPHECY 23. In diesem Jahr feiern die Jungs ihren fünftes Bühnenjubiläum und man merkt diese fünf Jahre der recht jungen Truppe doch deutlich an. Angefangen hatten die Jungs als Coverband und föhnten damals den Fans noch Hits von SLAYER oder METALLICA um die Ohren. Aber auf Coverversionen brauchen die Jungs nicht mehr zurück greifen, um die Meute vor der Bühne ordentlich zum abmoshen zu bewegen. Von ursprünglich fünf Bandmitgliedern ist die Truppe nachdem sich das Besetzungskarussell gedreht hatte, auf mittlerweile vier Musiker zusammen geschrumpft. So wird ihr Thrash Metal auch nicht mehr mit drei sondern mit zwei E-Klampfen dar geboten. Neben den Bandinternen Umbrüchen gab es auch musikalisch eine leichte Kurskorrektur. So wurden die melodischen Parts, wie sie noch zu ihrer Debüt-CD „No Future For The Dead“ stark vertreten waren, etwas zurückgeschraubt und das neuere Material eingängiger und auch aggressiver gestaltet. Außerdem singt neben Frontmann Hannes nun auch Tobias der seid einigen Monaten den Tieftöner bedient. Dieses Jahr soll das Zweitlingswerk „Immortal Attitude“ erscheinen. Neben älteren Stücken wurden entsprechend dann auch neuere Stücke gespielt, wie das mächtig Spaß machende Stück „Immortal Attitude“ oder der Song „Surf Nazis Must Die“, der mit seinem melodischen Mittelteil fast schon Urlaubsstimmung aufkommen lässt. Der Meute vor der Bühne machte es mächtig Spaß und so wurde doch eifrig die Matte geschwungen. Angestachelt von der guten Stimmung legte die Truppe auch einen ihrer besten Gigs überhaupt hin.

Nun waren SILENT OVERDRIVE aus Sinsheim an der Reihe und nach dem fulminanten Brett von der Vorband, sollte es die Truppe um Frontmann Maik recht schwer haben das noch toppen zu können. Ein wenig Pech hatten die Thrashcorler mit dem Sound. Über weite Strecken kam da nur Matsch aus den Boxen und so konnte man bei schnelleren Songs wie „Break Up“ größtenteils nur noch ein Geschredder vernehmen. So war es nicht verwunderlich, dass zumindest bei einigen der Funken nicht so recht überspringen wollte. Aber wie schon THE PROPHECY 23 konnten auch SILENT OVERDRIVE auf ihre Fanschar zählen, die doch zu einigen in der Live Factory vertreten waren und die Truppe abfeierten. So war es dann auch nicht sonderlich verwunderlich, dass beim Mitgrölhit „Lost Your Belief“ doch von einigen Kehlen der Refrain lautstark mitgesungen wurde. Von ihrem aktuellen Album „Disease“ wurden neben dem bereits erwähnten „Lost Your Belief“ auch das Titelstück „Disease“ oder der Mosher „Faceless“ den Fans um die Ohren gepfeffert. Für die Sinsheimer Fans gab es von der Debut EP „Babylon Nation“ das gleichnamige Titelstück, was von den Fans natürlich abgefeiert wurde. Trotz des recht dürftigen Sound konnte die Truppe einmal mehr einen sehr soliden Gig hinlegen. Hier merkt man auch die jahrelange Bühnenerfahrung der Jungs.

Schon während des SILENT OVERDRIVE Auftritts von ein paar Metalheads gefordert war es nun Zeit für DIE APOKALYPTISCHEN REITER. Und wer sie kennt, weiß was kommt. Party ohne Ende. Nach dem Intro „Enforcamento“ ging es gleich mit „Friede sei mit dir“ vom aktuellen Album „Riders on the storm“ los. Und von da an war auch kein halten mehr. Vor der Bühne war es sehr gut gefüllt und schon von den ersten Takten an wurde gleich gemosht und gebangt. „Riders on the storm“, „Der kleine Wicht“ oder auch „Gone“ vom Album „All You Need Is Love“ wurden gleich nachgelegt, um den Moshfaktor hoch zu halten. Wie bei den Reitern üblich wurde auch diesmal wieder bei „Seemann“ eine Seemannsbraut auf die Bühne geholt, das zwischenzeitlich zu Dr. Pest in den Käfig gesperrt wurde. Ebenso traditionell ist die Trommeleinlage, bei der Fuchs (Gesang), Volk-man (Bass) und Pitrone (Gitarre) förmlich auf die Pauke hauen. Dieses Zwischenspiel mündet schließlich im leicht theatralischen „Mmmh“, das ebenfalls auf der „Riders on the storm“ Scheibe zu belauschen ist. Wer aber nun gedacht hat, dass danach die Luft raus ist, kennt die Reiter mal total schlecht. So durften sich die Fans neben dem gewohnten Crowdsurfspiel bei „Reitermania“ natürlich noch über „Die Sonne scheint“ oder „Dschinghis Kahn“ erfreuen. Bei letzterem war natürlich die ganze Halle beim mitsingen. Aber irgendwann ist auch für die Reiter Schicht im Schacht.

Oimel

The Prophecy 23

 

Silent Overdrive

 

Die Apokalyptischen Reiter