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Schwermetall - der Film Interview mit Andy K. Iller
Schwermetall - der Film. Schon seid fast einem dreiviertel Jahr treibt die Crew von Schwermetall - der Film in der deutschen Metallandschaft ihr Unwesen um Material für ihren Film zu sammeln, egal ob bei kleinen Undergroundfestivals oder größeren Events wie dem Summer Breeze, Way of darkness oder dem Queens of metal. Wir haben mit Film-Chef Andy K. Iller über den Film gesprochen, aber lest selbst.
Moin Andy. Wie gehts? Wie stehts? Du arbeitest momentan mit deinem Team an einem Film über die Metal-Szene, der sich schlicht und einfach Schwermetall- Der Film nennt. Wie kam es dazu, dass ihr euch so ein Projekt vorgenommen habt?
„Nun, der eigentliche Titel ist tasächlich Reel: Hard ´N´ Heavy / Schwermetall – Der Film A Hardrock And Heavy Metal Documentary... langer Film, also auch langer Titel... hahaha. Spass bei Seite. Wenn du Filme machen willst, dann denkst du lange Zeit über mögliche Projekte nach. Schwermetall – Der Film ist eines jener Projekte, welche mich schon seit über 10 Jahren reizen.“
Zwischen der Idee und den ersten Schritten zur tatsächlichen Umsetzung liegen meist Welten. Wann und unter welchen Umständen habt ihr gemerkt, dass es sich bei eurer Idee nicht mehr um einen bloßen Gedanken handelt sondern euern kompletten Einsatz verlangt?
„Das begann schon im Jahr 2004. Einen festen Termin gibt es aber nicht, denn das sind fliessende Prozesse. Von 2004 bis 2006 bewegte sich das alles noch in theoretischen Bahnen. 2007 war dann das Jahr der endgültigen Vorbereitung. Am 08.02.2008 startete dann der Dreh.“
Musstet ihr stellenweise großartig Überzeugungsarbeit leisten um Bands oder Labels als Partner zu gewinnen?
„Das ist fast wie im Märchen gelaufen. Viele kamen sogar auf uns zu. Dies schon nach nur drei Drehwochen. Absagen haben wir kaum erhalten, weder von Bands noch von Festivals. Leider aber hat das explosionsartige Wachstum des Projekts auch verhindert, dass wir uns untensiv um die Teilnahme absoluter Mega-Stars kümmern konnten. Maiden, Priest oder Metallica kannst du nicht eben mal anschreiben oder so, das braucht viel Zeit. Da mussten wir dann eben im Sinne aller anderen Mitwirkenden Abstriche machen.“
Was mich, abgesehen vom Gesamten, insbesondere anspricht ist der relativ hohe Anteil regionaler Konzerte wie dem Static Noise, dem Rhein-Neckar-Metal-Festival oder dem Last Winternight. Ist es eure Absicht die Regionalität auf diese Weise zu fördern oder ist das mehr ein ungewollter Umstand, schließlich lässt sich nicht mal auf die Schnelle ein kleines Underground-Konzert in Buxtehude besuchen?
„Mein Ziel ist es, unser Welt des Metals von Grund auf zu zeigen. Und der Underground ist nunmal die Basis. Das ist absolut geplant. Wir arbeiten mit den kleineren Festivals ebenso intensiv, wie auch mit Summer Breeze, Bang Your Head und Co. Förderung, so denke ich mittlerweile, entsteht bei einer solchen Grössenordnung, wie wir sie erreichen konnten, automatisch. Zumal wir, und das sei hier nochmals betont, Grössen des Metals bewusst neben all die Newcomer und (leider) noch immer unbekannten Bands stellen. So funktioniert das System fast von selbst, betrachtet man es aus dem Sichtwinkel der Förderung.“
Auffallend an der Liste der Festivals, die als Drehort dienen, ist, dass ein recht großes Festival fehlt: das Wacken Open Air. War das von Anfang an so in eurem Sinn, und wenn ja, warum, oder hat ICS schlicht und einfach kein Interesse an einer Zusammenarbeit gehabt, was das W:O:A betrifft?
„Diese Frage langweilt mich langsam. sorry. Wenn ich einen Agentenfilm machen würde, würdest Du mich dann fragen, warum James Bond oder Ethan Hawk nicht als Rolle erscheinen? Wacken und Rock Am Ring waren nie als Teil des Films geplant, was auch in unseren ersten Pressetexten bereits klargestellt wurde. Selbst wenn wir Verhandlungen sogar angegangen sind. Rock Am Ring etwa ist eine eigene Welt... in sich geschlossen. Da sollte man einen eigenen Film anstreben und ein spezielles Konzept erarbeiten. Full Metal Village ist auch schon draussen. Zumal diese Festivals nichts mehr mit Underground zu tun haben. Zwangsweise nicht. Im Falle Wacken ist das schon spezieller, aber da solltet ihr doch einfach mal bei Wacken, respektive ICS anfragen, was da los war. Bin selber mal gespannt, ob und was da dann rauskäme. Ich, für meinen Teil, darf sagen, dass wir inmitten des Wachstums meines Projekts ein grösszügiges Angebot an Wacken gerichtet haben, obwohl es eigentlich ja nie geplant war mit ihnen zu arbeiten. Alles andere sollen jene Personen beantworten, die diesbezüglich auch mit mir in Verbindung standen. Diese Korrespondenz könnte auch ich offenlegen, was ich aber nicht tue. Das hat höfliche... keine wirtschaftlichen oder filmischen Gründe. Wer mitmachen will sagt zu, wer nicht will sagt ab, so sollte das laufen.“
Gab es während der vergangenen Zeit Momente oder Ereignisse bei denen ihr komplett umdenken musstet, die eventuell sogar das gesamte Projekt gefährtet haben?
„Natürlich entwickelt sich ein solches Projekt, wie schon erwähnt. Man muss des Öfteren reagieren, um etwa auf neue Möglichkeiten eingehen zu können. Je bekannter ein solches Projekt wird, desto mehr Leute wollen dabei sein. So muss man die Struktur stetig erweitern um das alles auch unter einen Hut zu bringen. Wir lehnen niemanden ab. Jeder ist hier willkommen, denn jeder Metaller ist Teil unserer Welt. Und eben für die Metaller, für die Bands, für die Festivals und so weiter ist dieser Film gedacht und gemacht. Das ist nicht mein Film... es ist unser Film.“
Wie verlief bisher die Zusammenarbeit mit den Bands? Wurdet ihr von manchen in irgendeiner Weise enttäuscht oder haben sich eventuell sogar gute Bekanntschaften entwickelt?
„In unserer Drehstatistik, liebevoll The Hatchery genannt, kann man das in Zahlen sehen. Wir haben mit mehr als 170 Bands bislang gearbeitet und haben eine Erfolgsquote von rund 95 % erreicht. Natürlich kommt es bei dieser gigantischen Masse auch mal zu, naja, sagen wir eben Enttäuschungen. Selbst wenn ich das Wort hier nicht wirklich mag. Mal klappte es terminlich nicht mehr, mal erschien eine Band erst garnicht. Das sind kleine Dinge, verglichen mit dem, was wir erreicht haben. Ansonsten haben wir sehr gute Verbindungen zu den Bands, Managements und Bookern knüpfen können. Wer mit Herz und Verstand arbeitet, der wird auch belohnt, denke ich.“
Wie waren denn bisher die Resonanzen von jenen, die mit eurem Projekt nichts zu tun haben, sozusagen die potentiellen Kunden?
„Schau doch mal ins Internet, in die Foren und so. Da gibt es wahnsinnig viele Debatten und Gespräche. Alle sehr interessant und aufschlussreich. Natürlich sickern nur langsam Informationen zu dem Werk bis zu den Metalheadz durch, doch es ist sehr erstaunlich zu sehen, wie intensiv sich die gesamte Szene mit uns befasst. Eben diese allgemeine Interesse ist für mich mit das grösste Lob von allen. Dafür möchte ich auch erneut meinen aufrichtigen Dank an alle da draussen richten. Auf MySpace und Metal Tribe haben wir 100 % positive Reaktionen zu vermelden. Das sagt alles. Und wir haben und werden nie einen Eintrag löschen.“

Welches Release-Datum haltet ihr denn für realistisch?
„Das ist jetzt definitiv zu früh. Ich gebe hier stets Herbst / Winter 2009 an, denn wir haben am Ende etwa 150 Stunden Rohmaterial, welches dann gesichtet, bewertet und letztlich gebündelt werden muss. Zwar ist schon jetzt das Gerüst des ilmes da, doch erst mit der letzten Szene im Dreh kann ich entscheiden, was dann verwendet wird. Da wir 15 Stunden auf DVD und 2,5 Astunden in die Kinos bringen, werden nur rund 10 % des Rohmaterials Verwendung finden können. Das sit eine undankbare Arbeit, denn das gesamte Material ist gut.“
Plant ihr eine Release-Party oder werdet ihr den Film ohne großes Tamm Tamm zum Kauf bereit stellen, wenn es soweit ist?
„Auf jeden Fall wird es eine Kino-Premiere geben. Lizzy Borden zum Beispiel hat sich direkt nach dem Dreh zur Premiere angemeldet. Da wir ja auch ein Jahr lang auf Tour sind und entsprechend viel schon über uns diskutiert wird, ist ja schon Rumel um den Film da. Also wird es wohl oder über zu ein bissal Tamm Tamm kommen müssen... hahaha. Aber auch das, was den DVD Start angeht, ist momentan noch Zukunftsmusik und wird wohl im Frühjahr 2009 präzise angegangen werden. Release Partys, Pressekonferenzen... schauen wir mal, wenn es soweit ist. Ich selbst bin kein grosser Fan von Blitzlichtern und Mikrophonen, welche Dir fast in den Hals gesteckt werden."
Andy, ich danke dir für die Zeit und Mühe die du dir genommen hast um die Fragen zu beantworten und wünsche dir und deinem Team alles Gute und noch viel Erfolg bei euren Arbeiten. Die letzten Worte gehören wie so üblich, dir.
„Ich danke euch für euer Wirken für den Metal. Abschliessend möchte ich mich nochmals an die Gesamtheit aller Metaller wenden, was Festivalbetreiber, Bands, Labels... einfach alle umfassen soll: Das wird euer Film, Leute! Wir sind nur das Medium, wenn man so will. Euer Wunsch ist unser Befehl. Ein geiler Film für die geilste und genialste Familie dieses Planet: Die Metalheadz. ROCK ON! Und danke von uns allen.“
www.schwermetall-der-film.de
Joscha
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