Smilodon
Murder Of Crows

Ich muss zugeben, von der Band Smilodon hatte ich bisher nichts gehört, der Name war mir gänzlich unbekannt. Über ihre Homepage wirken die Musiker als ein sehr lustiger und lockerer Haufen; seltsam ist nur, das alle bis auf Christopher 85er Baujahr sind. Umso erfreuter ob meiner vorherigen Unwissenheit war ich dann, als mir eine CD zu Reviewzwecken überlassen wurde. Was sollte mich musikalisch erwarten? Angekündigt wurde mir die Gruppe aus dem Kreis Heidelberg als Melodic Death Metal; unter diesem Stil sind sie auch in den Metal-Archives angegeben.

Die Einleitung der CD ließ mich aber etwas von dem „Melodic Death Metal“ wegdenken, „Black Feathered Twilight“ ist ein auf der Akkustikgitarre vorgetragenes Instrumentalstück von knapp eineinhalb Minuten Länge, das mich selbst irgendwie an diverse Zwischenspiele von den frühen Dissection-Veröffentlichungen erinnert.

„Murder Of Crows“, der Titeltrack des Albums steht am zweiten Platz genau an der richtigen Stelle, das Stück geht gut ins Ohr. Zudem wirkt für mich persönlich die Stimmarbeit von Luzy in dieser Spur am Besten. Genau lassen sich bei diesem – und bei den anderen Liedern natürlich auch – die heruntergestimmten Gitarren vernehmen, die etwas vor den anderen Instrumenten hervorstehen. In ähnlicher Manier geht es das restliche Album über weiter, keine großen Überraschungen, einfach ein direkter Stil der beibehalten wurde. Es wurde mehr auf Grooves und einige interessante Tempo/Taktwechsel gesetzt, als auf brachiale Knüppelorgien.

Im Punkte der Produktion kann ich guten Gewissens sagen, dass sie sauber durchgeführt wurde und alles einwandfrei zu vernehmen ist (wie wir es von Stephan Adolph gewohnt sind ;) . Schade fand‘ ich, dass dennoch die Bässe etwas dürftig waren.

Fazit:

Ein echtes Schmankerl sind die wenigen akustischen Parts wie z.B. das komplette Intro „Black Feathered Twilight“. Die rockigen Parts in „Scenario“ sind ebenfalls sehr hörenswert. Etwas kräftiger hätte allerdings die Produktion sein dürfen, da ich der Aufnahme trotz Subwoofer nicht das richtige Wummern entlocken konnte. Bemängeln muß ich leider das Textwerk; die Texte sind hier alle nach einem ähnlichen, nicht sehr „geschniegelten“ Muster gestrickt, das zwar durchaus auf die Musik eingeht, aber sonst (für mich) weniger ansprechend ist. Erfreulich ist dafür wieder, was die Grunzerin Luzy ihrer Stimme entlocken kann und damit beweißt, dass auch Frauen in extremem Metal mithalten können. Ich freue mich schon darauf die Band mal live sehen zu können.

Insgesamt bin ich etwas geteilter Meinung zu dem Album, daher möchte ich jedem Interessierten dringend anraten, einfach selbst auf der Myspace-Seite mal reinzuhören, dort sind derzeit die beiden Lieder „Fanaticism“ und „The Insatiate Yearning Of The Innermost“ zu hören.

Das Album gibt es für 6 € bei der Band zu bestellen; zu erwähnen ist, das alle Texte auch im 12-seitigen (!) Booklet zum Nachlesen verfügbar sind. Um Porto braucht ihr euch keine Gedanken zu machen, denn die 1,45 € sind wirklich sehr günstig.

Kleine Info: Die Band ist kürzlich im Café Central zur zweitbesten Newcomer-Band gewählt worden.

Tracklist:

01 – Black Feathered Twilight (01:24)
02 – Murder Of Crows (02:52)
03 – Bloodsign (03:03)
04 – Fanaticism (06:00)
05 – Der Tyrannen Blut... (02:32)
06 – Scenario (05:45)
07 – The Insatiate Yearning Of The Innermost (03:26)

Gesamtwertung: 7.5 von 10 Punkten (gut)

Marius

Links zum Thema:

http://www.smilodon.net/
http://www.myspace.com/smilodonband