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Static Noise Festival 2008 11. Oktober 2008 - Stadthalle Berwangen u.a. mit Dark Age, The Prophecy 23, Last Warning, Licksalt
Bereits zum dritten Male fand in der Stadthalle in Berwangen das Static Noise Festival statt. Initiiert wurde das ganze wieder einmal vom Hard Music e.V., der auch dieses Jahr wieder ein starkes und abwechslungsreiches Billing zusammenstellte.
Den Anfang machte die junge Bande von LICKSALT. Ihren Musikstil betitelt die Truppe selbst als „Thunder of vikings“ und wer mit etwas Grips ausgestattet ist, kann sich selbst denken, in welchem Bereich die Band musikalisch anzusiedeln ist. Als vergleiche kann man hier ohne weiteres Equilibrium, Kromlek oder Finntroll nennen. Aber nicht, dass jetzt gedacht wird es handelt sich um billige Plagiate der genannten Bands. Mit deutschen und englischen Texten geschmückt geht die Truppe ihren eigenen Weg durch die nordischen Lande. Als Opener für das Static Noise machte die Truppe eine mehr als sehr gute Figur und enterte zum teil im Kilt die Bühne. Als kleines Schmankerl am Schluss gab es noch ein gut gelungenes Cover von „Met“ von Equilibrium zu hören.
Weiter ging es nun mit PULSE OF DECAY aus der Heidelberger / Sinsheimer Gegend. Dass die Truppe in der Region keine Unbekannten mehr sind, zeigt sich daran, dass ich recht viele Metalheads vor der Bühne versammelten, um den musikalischen Gegensätzen, die die Truppe in ihrer Musik vereint zu lauschen. Musikalische Gegensätze in soweit, da es die Truppe in gekonnter Manier fertig bekommt langsame und schleppende Doom Passagen mit flotten Thrashattacken zu vereinen. Mag vielleicht nicht jedermanns Sache sein, aber den Jungs und Mädels vor der Bühne scheint es gefallen zu haben, sofern man es an den vielen fliegenden Mähnen ausmachen kann.
Mit LAST WARNING hatten die Veranstalter eine Band aus Österreich eingeladen. Und wenn man schaut, was die Band schon so alles unternommen hat in ihrer Historie, dann muss man erkennen, die Truppe scheint es zu lieben umherzureisen. So kann die Truppe schon Auftritte in Indonesien und Sumatra vorweißen. Da sind Auftritte in Deutschland im Vergleich ja fast schon Heimspiele. Bei LAST WARNING treffen – wie bei zu vielen Bands heutzutage – Hardcore auf Metal, wobei der Hardcoreanteil doch etwas überwiegt. Entsprechende musikalische Bastarde kennt man ja mittlerweile zugenüge. Den Mischling, den allerdings die Österreicher fabrizieren, kann sich allerdings durchaus hören lassen, da die Band nicht wie 90% der Bands aus dem Metier im Einheitsbrei untergehen. Die Festivalbesucher dürften dies auch erkannt haben, den es gab doch etliche, die sich nach und nach vor die Bühne begaben.
Wahrlich Heimvorteil hatten dann die Thrasher von THE PROPHECY 23. Von Beginn an herrschte in der Halle Ausnahmezustand und die Menge moshte und bangte sich die Seele aus dem Leib. Gitarrist und Frontmann Hannes stachelte die Meute immer weiter zu Höchstleistungen an. Unterstützung bekam er nicht nur gesanglich hierbei von Basser Tobias, der zu Hannes’ „dreckigem“ Gesang die tiefen Crowls beisteuerte und so dem neueren Material der Band eine extra markante Note verlieh. „Burning Yourself“ oder „Surf Nazis Must Die“ – wohl in Anspielung an den gleichnamigen Trashfilm aus den 80ern – wurden ordentlich von den Fans abgefeiert. Als Schlussakt gab es das Titelstück der aktuellen Scheibe „Immortal Attitude“.
Die wohl weiteste Anreise dürften die Headliner DARK AGE gehabt haben. Von der „Waterkant“ im hohen Norden sind sie ins süddeutsche Berwangen gereist, um den Anwesenden eine Portion ordentlichen melodischen Death Metal vor den Latz zu knallen. Allerdings gestaltete sich das Unternehmen zu Beginn doch etwas schwieriger als wohl gedacht. Da die Band einigen noch nicht sonderlich bekannt war, hielt sich ein Großteil der Meute noch entsprechend zurück. Aber je länger der Auftritt der Hamburger andauerte, desto mehr lockerte sich die Atmosphäre und die Fans wurden von den durchweg guten Kompositionen der Truppe überzeugt. Songs aus der gesamten Schaffensphase hatte die Band im Repertoire, wobei das Hauptaugenmerk allerdings auf den Stücken der aktuellen Scheibe „Minus Exitus“ lag. Nach anfänglicher Zurückhaltung flogen gegen Ende immer mehr auch die Haare. Dank einiger minderbemittelten Hardcore-Freaks und ihrem „tanzen“ wurde allerdings der Spaß an dem Auftritt von DARK AGE ziemlich getrübt.
Die Arschkarte des Abends dürften wohl die Heilbronner von UNLEADED gezogen haben. Nach dem Headliner als Rausschmeißer zu fungieren ist sicherlich nicht die beste Position, die sich eine Band wünschen kann. Da es auch schon recht spät war, tummelten sich auch recht wenige noch vor der Bühne, um der Band eine Chance zu geben. Der Frontmann versprach zwar, das hohe Niveau von DARK AGE halten zu können, doch mit ihrem Metalcore gelang dies der Truppe nicht wirklich und so lichteten sich die schon gelichteten Reihen vor der Bühne doch noch mehr. Nur noch ein paar Hartgesottene hielten die Stellung bis zum Schluss.
Und so ging ein weiteres Static Noise Festival zu ende. Wer auch auf den ersten beiden Ausgaben dieses Festivals anwesend war, weiß, dass die Veranstalter immer ein gut ausgewogenes Billing ankarren. Da darf man dann schon jetzt auf die vierte Ausgabe gespannt sein.
Oimel
www.staticnoise.hard-music.de
LICKSALT


PULSE OF DECAY


LAST WARNING


THE PROPHECY 23


DARK AGE


UNLEADED

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