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Static Noise Festival 2009 10.10.2009 Festhalle Berwangen u.a. Drone, Silent Overdrive, Cypecore, May The Silence Fail
Und wieder ist ein Jahr vorbei. Mittlerweile traditionell lud auch dieses Jahr der Hard Music e.V. am zweiten Oktoberwochenende zum Static Noise Festival ins beschauliche Berwangen bei Eppingen. Der Einladung folgten auch wiedereinmal etliche Metalfans und Leute aus dem Hard- & Metalcore Sektor.
Wie fast schon üblich für Indoor-Festivals fing auch das Static Noise dann etwas später an. Diesmal hatten aber CYPECORE wohl ein wenig den Soundcheck verpennt, aber Frontmann Azge entschuldigte sich für diesen fopais. Ein unbekanntes Gesicht konnte man dann auf dem Drumhocker erkennen. Ok, zugegeben, hätte Azge es nicht erwähnt, dass Inges hier aushilft, wärs wohl einigen gar nicht aufgefallen, dass hier jemand anderes hinter der Schießbude sitzt. Aber nun gut. So sei dem Aushilfsschlagzeuger auch verziehen, dass er beim ersten Song doch ein wenig neben der Spur war. Dies legte sich aber bereits schon nach dem zweiten Song. Anderes Problem war dann aber der Sound. Hier hatte man den Eindruck, als würde der Herr Soundengineer ein wenig an den Reglern herumspielen, denn so waren die synthetischen Klänge die bei CYPECORE in der Regel dezent im Hintergrund sich tummeln, teils doch sehr laut und dann wieder etwas leiser. Aber was solls. Der Auftritt der Jungs war dennoch in gewohntem guten Niveau und so flogen bereits zu Beginn des Festivals ordentlich die Matten vor der Bühne. Auch kein Wunder zumal die Jungs als quasi Lokalmatador doch wieder eine beachtliche Fanschar mitbringen konnte. Aber auch wer die Jungs bisher noch nicht kannte, wird sicherlich auch jetzt zu ihren Fans zählen.
SAINTSBLEED bis dato für mich noch ein unbekannter Bandname, und das obwohl die Truppe aus Schwäbisch Hall kommt, also so fast um die Ecke. Dass die Truppe mir aber kein Begriff war, liegt wohl daran, dass sie nach ihrem Demo 2003 quasi zu einem Soloprojekt mutierte und erst 2008 mit ihrem Debüt-Album „The Mighty Monster“ wieder aus der Versenkung hervorkamen. Wie der Name es vielleicht erahnen lässt, so hat man es hier in der Tat mit einer relativ truen Metal Band zu tun. Nein kein trver Black Metal. True Metal wie es im Buche steht. Für Fans der 80er die dazu noch auf Bands wie Grave Digger, Stormwitch, Rebellion oder Metal Inquisitor stehen sollten hier mal reinhören. Da vor allem bei recht bunt gemischten Festivals Bands aus den Sektoren Power, True und Heavy es in der Regel immer recht schwer haben, so waren die Reihen vor der Bühne auch bei SAINTSBLEED doch lichter als noch beim Opener. Aber dennoch lieferten die Schwaben hier einen feinen Gig ab.
Mit MAY THE SILENCE FAIL hatte man wahrlich einen Durchstarter ins Billing gepackt. Gerade einmal zwei Jahre hat die Band auf dem Buckel und hatten bereits jetzt schon die Ehre die Bühne mit namhaften Acts wie Heaven Shall Burn, Ill Nino oder Deadlock zu teilen. Größter Erfolg dürfte aber wohl die Tatsache sein, dass die Truppe durch ein gewonnenes Voting bei Metal Hammer die Ehre hatte Amon Amarth und Slayer bei der Unholy Alliance Tour zu supporten. Daneben konnte man die Band auch unter anderem beim Zabbaduschder Open Air im letzten Jahr begutachten. Da die Truppe und vorallem das Stageacting der zwei Frontdamen mich beim Zabbaduschder 08 mächtig beeindruckt hat, war ich entsprechend gespannt auf den heurigen Gig beim Static Noise. Zwar hatte ich den Eindruck, dass die Damen an der Front beim besagten Open Air Gig doch etwas mehr abgingen als hier, aber dennoch können sich etliche Truppen von dem Stageacting eine Scheibe abschneiden. Auch der Rest der Band ging gut auf der Bühne ab. Mit ihrem eigenen Mix aus Death Metal der Marke In Flames und Corigen Anleihen wie man sie von Heaven Shall Burn kennt, konnte das Sextett recht schnell die Meute auf seine Seite ziehen.
Fast schon alte Hasen im Musikzirkus sind im Vergleich zu CYPECORE und MAY THE SILENCE FAIL die Sinsheimer Thrasher von SILENT OVERDRIVE. Bereits seid 2002 beackern sie die deutschen Lande und konnten sich bereits eine große Fanbasis erspielen. Nach ihrer EP „Babylon Nation“ und dem etwas magereren Langeisen „Disease“ konnte die Truppe mit ihrer jüngsten Veröffentlichung „Wake Up Call“ für etliche offene Kinnladen sorgen. Mit besagter Platte im Gepäck durfte man nun auch das Static Noise unsicher machen und das Gelang auch ganz ordentlich. Vor einer richtig gut gefüllten Halle spielt es sich halt doch schöner. Und wenn vor der Bühne auch noch ordentlich gemosht und gebangt wird wie hier, dann umso mehr. Was für eine Livepower die EP „Wake Up Call“ eigentlich hat, merkt man wenn die Truppe Songs der EP dann auch live spielt und die Fans zu Songs wie „Reality Bites“, dem Titelsong „Wake Up Call“ oder dem neu aufgenommenen „Babylon Nation“ abgehen. Sehr starker Auftritt des Quintetts. Und auch eine saubere Darbietung des Publikums. So muss es sein.
Wirklich alte Hasen sind die Old School Thrasher von CONTRADICTION. Schon fast 20 Jahre hat die Wuppertaler Thrashkapelle auf dem Buckel und hat bisweilen auch schon an die sechs Langeisen veröffentlicht. In den letzten Jahren spielten sie etliche Auftritte, auch bei größeren Open Airs wie dem Wacken Open Air, RockHarz oder dem Queens Of Metal. Es scheint also fast unmöglich, dass man die Truppe zuvor noch nicht irgendwo zu Gesicht bekommen hat. Naja, eben nur fast unmöglich. Meine Wenigkeit hatte nun beim Static Noise zum ersten Mal die Ehre das Quartett auf seine Livetauglichkeit zu überprüfen. Und man muss ihnen zugestehen, sie wissen wie man eine ordentlich Thrashkeule schwingt. Für so manchen war die Mucke anscheinend doch etwas zu oldschoolig, anders kann ichs mir nicht erklären, dass vor der Bühne nicht noch mehr los war. Mit ihrem 80er Thrash der sowohl aus der Bay Area a la Slayer als auch der deutschen Dreierkrone des Thrashs seine Einflüsse gezogen hat und zu dem auch noch eine feine eigene Note aufweist weiß die Truppe doch durchweg zu begeistern. Ordentliche zum Teil auch groovende Riffs treffen auf Mitgröhlpassagen, die – sofern man die Texte kennt – sicher noch besser zünden würden beim Publikum.
 Den weitesten Anreiseweg dürften wohl die Jungs von DRONE gehabt haben, die aus dem niedersächsischen Celle angereist waren. Die Band war mir vorher auch noch kein Begriff, wobei mich das bei der Truppe dann doch schon sehr stark wundert, zumal sie unter anderem schon auf dem With Full Force, dem Summer Breeze, dem Metalcamp in Slowenien, dem Inferno Festival in Norwegen und schon etliche male gar auf dem Wacken Open Air gezockt haben. Im Jahre 2006 konnten sie auch den Wacken Metal Battle gewinnen, wonach doch eine erhebliche Publicity der Truppe zuteil wurde. Resultat waren die Auftritte auf den anderen Open Airs und unzählige Auftritte im In- und Ausland. Musikalisch wird auch bei DRONE die Thrashkeule geschwungen. Allerdings die modernere Variante, wie man sie heute des öfteren zu hören bekommt. DRONE muss man allerdings attestieren, dass die vier Jungs doch recht deutlich aus dieser Masse herausstechen. Stakkatoartige Riffattacken treffen auf Groove, Blastbeats und eine feine Brise Melodie. Auch gesangstechnisch wird fleißig zwischen cleaneren Vocals und Shouts hin und her gewechselt. Vergleiche zu Machine Head kann man durchaus ziehen, mehr aber nicht. Klauen ist hier nicht angesagt, dafür schaffen es die Jungs zu sehr Einflüße die von der Bay Area bis Pantera reichen extrem gut unter einen Hut zu bringen. Auch wenn viele die Band wohl noch nicht kannten, so konnte sie mit ihrem sauberen Auftritt und der charismatischen Einstellung doch sehr gut Punkten beim Publikum.
Noch bevor die letzten Klänge von DRONE verstummten machte ich bereits den Abgang. So dürfte ich dann wohl irgendwie ENRAGED BY BEAUTY verpasst haben, aber scheiß drauf. Dennoch wars wieder ein sehr feines Static Noise Festival, dass sich immer mehr einen guten Namen als gutes Underground-Festival macht. Sei es durch die feine Organisation oder durch die stets abwechslungsreichen Billings. Dazu tauchen hier dann auch bandtechnisch immer wieder ein paar Perlen auf, die man vorher nicht kannte. So kanns ruhig weitergehn.
Zum Festival an sich kann man nicht groß meckern. Preise für Essen und Getränke waren durchweg im grünen Bereich. Aufgrund des miesen Wetters hatte man vor der Halle auch ein Pavilion aufgebaut, damit die Raucher nicht im Regen stehen müßen. Merchandise Stände waren auch einige vertreten. Allerdings waren diese auf der Empore aufgebaut, wodurch vielleicht der eine oder andere gar nicht mitbekommen hat, dass es Merchtechnisch überhaupt etwas gibt.
Ansonsten ne saubere Sache. Da freut man sich schon auf das nächste Static Noise.
Oimel
www.staticnoise.hard-music.de
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