Static Noise Festival 2007
13.10.07, Festhalle Berwangen
mit My Darkest Hate, Agoraphobia, Fallen Yggdrasil, Nuclear Warfare, Respawn Inc., Slurm

Nach dem ersten Static Noise Festival im vergangenen Jahr, bei welchem unter anderem JACK SLATER und SILENT OVERDRIVE sich die Ehre gaben, lud der Hard Music e.V. ein weiteres mal die Bangerschaft in die Festhalle nach Berwangen. Zwar fand das ganze auf dem Land statt, aber das heißt noch lange nicht, dass deswegen beim zweiten Static Noise Festival es leiser zugehen sollte. Mit der örtlichen Festhalle, die manchem für eine „Festhalle“ etwas schmächtig vorkam, hat man eine nahezu perfekte Location für das Festival angemietet, auch was das Platzangebot anging.

Genügend Platz vor der Bühne hatten die wenigen Banger bei der ersten Band des Abends. SLURM, eine Coverband aus der Region sollte die anwesende Bangerschaft etwas aufwärmen. Als die Truppe um kurz nach 19 Uhr die Bühne enterte war die Halle noch relativ leer. Aber im Laufe des Gigs füllte sich die Location aber zusehends. Neben Frontmann Martin gab es auch noch eine Frontfrau. Und diese – sie hört übrigens auf den Namen Sina – röhrte neben dem DIE HAPPY Cover „Supersonic Speed“ auch noch „Lords of the boards“ von den GUANO APES ins Mikro. Zwar wurde hier der Nerv der Metaller nicht genau getroffen, aber von der gesanglichen Leistung her, gibt es hier nicht viel zu meckern. Ebenso wenig zu meckern gibt es bei den Songs, die von Bandkollege Martin durch die PA geschrieen wurden. Neben SLIPKNOTs „Duality“ war es unter anderem noch „Seek’n’Strike“ von SOULFLY. Einziges Manko war, dass die Herren an den Klampfen mächtig hüftsteif waren. Aber nichtsdestotrotz konnte die Truppe schon die ersten Haarschüttler vor die Bühne locken und so mal einen recht gelungenen Anfang für das Festival hinlegen.

Nach der Coverband kamen nun die Bands mit eigener Mucke. Hier durfte zunächst RESPAWN INC. aus Leimen ran. Nach einem fast schon theatralischen Intro versuchte die Band um Frontmann Fabz den Metalheads ihren Modern Thrash Metal näher zu bringen. Aber leider blieb es bei dem Versuch. Das Quartett konnte sich noch so anstrengen, der Funke wollte einfach nicht überspringen. Am Gig selbst konnte es nicht gelegen sein, da die Thrasher einen recht soliden Auftritt hinlegten. Erst nach ein paar Songs, als „Sunshine“ angestimmt wird, bewegten sich manche Herrschaften etwas weiter vor die Bühne. Aber die paar Leute konnte man auch an zwei Händen abzählen. Die restlichen Anwesenden lauschten der Musik von weiter hinten und zischten dabei die ersten Biere. Neben dem erwähnten Song wurde unter anderem auch „War is hell“ vom aktuellen Album „Stone Cold World“ gespielt. Im Vergleich zum Vorgängeralbum „Only ashes remain“ wird bei den neueren Stücken etwas mehr die Keule geschwungen. Lediglich die Refrains kommen noch in gewohnter RESPAWN INC. Manier daher.

Eine ganz andere Stimmung herrschte dann bei den Thrashern von NUCLEAR WARFARE. Mit ihrem 80er Thrash der Marke SODOM, DESTRUCTION und TANKARD konnten die Schwaben von Anfang an beim Publikum punkten. Hier war vom ersten bis zum letzten Akkord Party angesagt. Und mit schon ein paar Bier intus spielt es sich wohl auch leichter. Das hat sich die Band wohl gedacht. Aber mit ein paar Bier intus sollte man dann doch auch vor der Bühne besser abgehen können oder? Also was machen die Aachener. Genau. Sie verteilen in der ersten Reihe ein paar Freibiere – diese Aufgabe übernahm Drummerin Miriam - und stimmen auch gleich ihren Partykracher schlecht hin an „Dosenpfand muss weg!!!“. Und da der Text wirklich nicht sonderlich schwer ist, konnten die Metalheads den Song auch eifrig mitgrölen, nachdem sie natürlich von Frontmann Nuke eine Singstunde erteilt bekommen hatten. Spätestens ab diesem Song hatte die Truppe die Halle in fester Hand und feierte mit den Fans Songs wie „Warfare“ vom Album „War is unleashed“ ab. Und wie bei NUCLEAR WARFARE fast schon üblich wurden gegen Ende die Fans auf die Bühne geholt. So ging es nicht nur vor sondern auch auf der Bühne ordentlich ab.

Ebenfalls mächtig ab ging es danach bei FALLEN YGGDRASIL. Eigentlich hätte an dieser Stelle AGORAPHOBIA bereits die Bühne entern sollen, aber FALLEN YGGDRASIL hatten aus terminlichen Gründen mit den Death Thrashern vorab schon den Slot getauscht und so durften nun die „Yggis“ ihre Musik den Fans um die Ohren pfeffern. Persönlich war ich auf die Melodic Deather am meisten gespannt und ich muss sagen. Ich wurde von dem Auftritt der Jungs in keinster Weiße enttäuscht. Mit Songs wie „Crown of all creatures“ oder „In the fire“ von der aktuellen Promo CD „Prospect of Prey“ gab es immer straight forward eins auf die Mütze. Und das ohne die Melodien außer Acht zu lassen. In fast schon beängstigender Präzision schafft es die Truppe Melodie und knüpplig en Death Metal unter einen Hut zu bringen. Hier ist es auch kein Wunder, dass sich die Schwaben schon seid nunmehr zehn Jahren einen sehr guten Namen im Süden der Republik erspielt haben und auch schon mit ein paar Langeisen aufwarten können. Mit Matthias am Gesang, konnte die Truppe einen richtig toughen Sänger engagieren, der „erst“ seid ca. einem dreiviertel Jahr bei FALLEN YGGDRASIL ins Mikro röhren darf. Aber auch der Rest der Truppe konnte vollends überzeugen und die Meute vor der Bühne noch bei Songs wie „Babylonian Prayer“ oder „Building up a ruin to come“ zum Mattenschwingen animieren.

Nach dem fulminanten Auftritt von FALLEN YGGDRASIL sollten es die Jungs von AGORAPHOBIA wohl schwer haben, das ganze noch zu toppen. Aber wer nun dachte, dass die Jungs um die Frontmänner Maik und Splatter hier gnadenlos baden gehen, der hat die Rechnung ohne die angereiste Fanschar gemacht. Schätzungsweise gut die Hälfte der überhaupt anwesenden Metalfans dürften AGORAPHOBIA schon einmal live gesehen haben, was auch nicht sonderlich schwer ist, da „Agges“ ja in der Region beheimatet sind, und so war vor der Bühne dann auch einiges los. Und nicht nur das. Die Band wurde dermaßen abgefeiert und von den Fans gepusht, dass die Jungs auf der Bühne wohl mit den Gig ihres Lebens hingelegt haben dürften. Zu bereits von der „Sick“ CD bekannte Songs wie „Misanthropist“ oder „Unbreakable“ wurde gemosht und gebangt und natürlich auch lautstark mitgesungen. Da lies sich auch SILENT OVERDRIVE Drummer Theo nicht lumpen um hier und da mal selbst ins Mikro zu röhren. Dieses Jahr soll noch das neue Album „The Fire Inside“ erscheinen und mit entsprechend Feuer im Arsch wurden unter anderem das ultraböse „666“, das fast schon geniale „The Bait“ oder auch das einem Sleepless Mitarbeiter gewidmeten „Sometimes“ in die Menge gefeuert. Hier sollte eigentlich dann Schluss sein, aber nach den frenetischen Zugaberufen der Fans kam die Truppe nicht drum herum noch den Titelsong des aktuellen Albums „Sick“ zu spielen.

Nach diesem Gig wurde die Halle dann ganz schnell leer. Grund hierfür war, dass sich doch etliche Metalheads so verausgabt hatten, dass sie eine ordentliche Verschnaufpause benötigten. Ist auch verständlich, denn schließlich stehen noch MY DARKEST HATE auf dem Programm. Etwas früher als erwartet dröhnte allerdings schon die Mucke der Ludwigsburger aus den Boxen und so begann die Truppe vor einer noch relativ leeren Halle. Aber das änderte sich vom einen auf den anderen Augenblick. Mit ihrem aktuellen Album „Combat Area“ im Gepäck föhnten die Jungs mit ihrem ordentlichen Death Metal die zerzausten Haare wieder zurecht. Allerdings blieb die frischgeföhnte Frisur nicht lange, denn der Old School Death Metal der Marke BOLT THROWER der Schwaben hatte ganz groß „Bangen ist Pflicht“ auf seinen Fahnen stehen und so konnte die Truppe um Frontmann Claudio nicht gerade wenige Fans zum Headbangen verleiten. Aber auch kein wunder, denn schließlich reihte sich in den Songs ein Riff der Marke Genickbruch nach dem anderen. Neben Songs des aktuellen Albums wie „Enter Combat“ gab es auch ältere Stücke wie „Bleed for me“ oder „Scars“. Mit einem ganz neuen Stück, „Me The Cure“, gab es auch bereits einen kurzen Ausblick auf das kommende Album.

Nach MY DARKEST HATE gab es im Anschluss noch eine Aftershowparty. Allerdings leerte sich die Festhalle doch so langsam aber sicher. Zum Festival allgemein bleibt nicht viel zu sagen, außer: Sau Geil!!! Ich habe selten so „kleine“ Indoor-Festivals erlebt, bei denen mehrere Bands am Stück einen Top-Gig hinlegten, wie es an diesem Abend NUCLEAR WARFARE, FALLEN YGGDRASIL, AGORAPHOBIA und auch MY DARKEST HATE getan haben und das auch noch bei einem bemerkenswerten sehr guten Sound. Neben den Bands waren aber auch die Fans sehr gut aufgelegt und hatten sichtlichen Spaß. Sei es beim Bier zischen oder beim herumalbern mit so komischen Flummies. Ein großes Kompliment geht auch an die Jungs und Mädels von Hard Music, die wirklich ein klasse Festival auf die Beine gestellt haben. Weiter so!

Oimel

Slurm

 

 

Respawn Inc.

 

 

Nuclear Warfare

 

 

Fallen Yggdrasil

 

 

Agoraphobia

 

 

 

My Darkest Hate

 

 

 

Das Festival