Teutonian Warcry
26.01.08 im Cafe Paradox in Ingolstadt
mit Slaughter Command

Samstag Abend, punkt Acht Uhr im Keller des Cafe Paradox in Ingolstadt. Die Nieten sind auf Hochglanz poliert, das Leder eingefettet und die Haare wie immer nicht gekämmt. Kurz gesagt, das Paradox sieht schwarz…aber wirklich das ganze Paradox? Nein, ein kleiner heller Lichtfleck bahnt sich unerbittlich seinen weg durch die Menge. Kurz darauf betritt ein kleiner haariger Mensch mit einem weißen He-Man T-Shirt, zerrissenen Hosen und riesiger verspiegelter Fliegerbrille die kleine Bühne. Ja meine Damen und Herren, das ist „Whore hunter“ der Sänger der Underground Thrash-Metal Band Slaughter Command aus Ingolstadt.

In bester Manier legen die Jungs auch gleich mit “ The buzz is back” los. Ein Lied das auf einen ihrer Lieblingsfilme „The Texas Chainsaw Massacre“ anspielt. Und nicht nur im Text, nein auch auf der Bühne ist Gemetzel angesagt. Trotz heftigstem Kopfgeschüttel schafft es der Sänger profimäßig seine Brille auf dem Kopf zu behalten, Respekt!

Mit ihrer Musik wollen die Oldschool-Thrash-Metaler vor allem beweisen „dass es auch noch junge Leute gibt die auf den alten Scheiß stehen und uns nicht diesem New Metal, Hardcore Bockrotz widmen“, so Whore hunter. Und dass ihnen das mehr als gelingt, sieht man daran das vor allem die ältere Generation ihren Auftritt mit einem breiten Grinsen im Gesicht verfolgt. Ein Tribut an einen weiteren Horrorfilm Klassiker folgt mit „Camp Blood“, bei dem sicher viele richtigerweise an „Friday 13th“ denken werden.

Doch handeln Ihre Songs natürlich nicht nur von Filmen die sie in ihrem jungen Leben maßgeblich beeinflusst haben, sondern auch von persönlichen Erlebnissen, die zwar übertrieben aber sehr unterhaltsam geschildert werden. „Festival Fucker“ oder auch „Overnite Cumshot“ geben einen kleinen Einblick in das ereignisreiche Privatleben der Thrasher. Beides Lieder die sich auf wahre Erlebnisse beziehen und vor allem für die männliche Zuhörerschaft, einen hohen Unterhaltungsfaktor besitzen. Was könnte da die Stimmung noch mehr anheizen, als dass sich der besagte „Festival Fucker“ im Publikum befindet?

Was musikalische Einflüsse betrifft lassen sich Größen wie Venom, Motörhead, Sodom und Celtic Frost nennen. Eine Mischung die vor allem für Metalheads, die auf guten alten Oldschool Thrash-Metal stehen sehr interessant sein dürfte. „Hauptsächlich wollen wir den Leuten mit unserer Musik ordentlich in den Arsch treten und dabei unseren Spaß haben.“ Und das sie auch halten können was sie versprechen, beweisen sie sogleich mit „Nymphomanic Nurse“, ein Lied über das man nicht viele Worte verlieren muss, da ja alleine der Titel schon Bände spricht.

Unterstützt werden ihre aussagekräftigen Texte von standesgemäßem Geknüppel, heftigstem Riff-Armageddon und besessenem Gekreische. Eine Mischung die auch noch den letzten Skeptiker überzeugen und sich für längere Zeit in das Gedächtnis der Zuhörer prügeln wird.

Leider war der Sound im Paradox nicht der Beste was der Band einige Einbußen an der Qualität ihrer Lieder brachte, jedoch durch das Auftreten der Jungs ausgeglichen wurde. Nicht nur die bewusst prollige Selbstdarstellung der Band, sondern auch die lockeren Sprüche des Sängers, der eindeutig Talent zum Stand-Up Comedian besitzt, bringen jeden im Raum zum Schmunzeln.

Mit „Night of the goblin” kündigt sich auch schon der letzte Titel des Abends an, den sie genauso professionell durchziehen wie die restlichen Songs zuvor. Ein gelungener Auftritt mit Thrash-Metal der alten Schule der viele Klischees mit einem Augenzwinkern aufgreift und einfach nur Spaß bringt! In diesem Sinne :

Slaughter your local dancefloor! 

Setlist:

The buzz is back
Camp blood
Blowjob of hell
Festival Fucker
Overnite Cumshot
Revenge of the undead
Join or be conquered
Nymphomanic Nurse
Night of the goblin

www.slaughter-command.de
www.myspace.com/slaughtercommand

Kati