THE BLACK PASSAGE

Against all Conspiracies

The Black Passage I012010 (6)“Alles für zuhause“, so könnte man die Besprechung des Debüt Album der fünf Karlsruher Radaubrüder auf einen Satz bringen. Bereits seit fünf Jahren rocken THE BLACK PASSAGE den Untergrund der Region. Die 5 Songs von „Against all Conspiracies” begeistern durch Abwechslungsreichtum, wirken aber trotzdem wie aus einer Schmiede. So hört man auch direkt verschiedene Einflüsse heraus, welche die Band wohl kaum verleugnen kann. Der brachiale Gesang erinnert an sfu und Amon Amarth. Ganz klare old-shool Fragmente in den Gitarrensolis, welche auch von Mastermind Mustaine stammen könnten. Straighte Doppelbass-Attacken ohne Schnick-schnack und eine wirklich saubere Produktion.

Eröffnet wird das Scheibchen mit „Crestfallen“, einem überlangen aber atmosphärischen Intro, welches an die Klippen der eigen dunklen Abgründe führt. Erinnert an die frühen Fear Factory.

„When Heaven Cries“ ist der Schritt über diese Klippe hinweg. Stampfende Beats bilden den Teppich für wirklich geile Gitarrensolos.

Der Titelsong ist ein absoluter Höhepunkt und dürfte sich live zum Mitgröhler aller erster Güte Entwickeln. Absolut geil und an keiner Stelle langweilig. Was besonders gefällt ist die Tatsache, das trotz der Zahlreichen Solos keine Instrument (inklusive Vocals) dominieren. Die Combo funktioniert als Kollektiv. Was eine gute Band halt ausmacht!

„The Absence of Presence“ dürfte Gesangstechnisch wohl das vielfältigste sein. Dreckiger Rock n Roll wechselt sich ab mit Deathmetal Crowls und Hardcore Gekeife. Besonders Kraftvoll sind die Drums im Duett mit dem Bass. Auch hier zeugen die Solis von einer hohen Feinmotorig, ohne damit allerdings zu sehr zu übertreiben.

Zum Abschluss wird’s mit „Envy the Young“ nochmal launisch und nach einem langsamen Intro schließt sich geschwindigkeitsmäßig wieder der Kreis mit dem zweiten Song. Bei aller Liebe zum Speetmetal gefallen besonders die langsameren Passagen. Das Lied ist halt der geborene Genickbrecher… und mein persönlicher Favorit! Die Gitarre gegen Ende schließt sich doch nahtlos an „Hell awaits“ der 80ziger Jahre Slayer an, oder ;) Überhaupt freut sich der unverbesserliche Oldschool-Metaler über traditionelles Handwerk, das ja nicht schlecht ist nur weil `s alt ist.

Das Artwork des Covers ist zwar garnicht mein Geschmack, aber es passt dennoch zum gesamten Konzept der Scheibe. (Und wenn Polaroids nicht old-shool sind dann weiß ich auch nicht…)

Trotz der vielen Vergleiche mit anderen Bands hat TBP ganz klar einen eigenen Style und jeder Musiker ist davon ein wesentlicher Teil. Selten habe ich eine derartig gelungene Mischung aus unterschiedlichen Elementen gehört und die Band steht auf der Liste meiner nächsten anvisierten Livebattels ganz oben.

8,5 Punkte

Angel§layer

Tracks:

Crestfallen
When Heaven Cries
Against All Conspiracies
The Absence off Presence
Envy the Young

http://www.myspace.com/theblackpassage