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Interview mit Hannes, Sänger und Gitarrist bei The Prophecy 23
Anno 2007 feierten die Thrash Metaller von The Prophecy 23 bereits ihren fünften Geburtstag. Begonnen als Schüler- und Coverband mauserte sich die Truppe aus Bad Rappenau mittlerweile zu einer festen Größe in der hießigen Metalszene. Neben der Orga ihrer Geburtstagsparty, nahm die Band auch ihre zweite Platte “Immortal Attitude” auf. Wir hatten die Ehre mit Hannes, Sänger und Gitarrist der Band ein Interview durchzuführen.
Hallo Hannes. Und bei euch alles in Ordnung? Ja, danke der Nachfrage
In diesem Jahr habt ihr ja mit The Prophecy 23 bereits euer 5jähriges. Habt ihr euren Geburtstag auch ausgiebig gefeiert? Das kann man wohl sagen. Am 26.10.2002 hatten wir unseren ersten Auftritt im Bad Rappenauer Jugendhaus. Und genau in der gleichen Location haben wir dann auch unser 5-jähriges gefeiert. Die Resonanz war überwältigend: über 300 Leute haben das JuHa zum platzen gebracht.
Wie kam es denn letzten Endes zur Bandgründung? Ursprünglich hatten sich ein paar Klassenkameraden von mir zusammengetan um auf der Abschlussfeier unserer Schule 2-3- Songs zu spielen. Das waren aber größtenteils noch andere Leute. Von damals ist nur noch Dennis dabei. The Prophecy²³ haben wir erst später gegründet, weil wir Bock hatten ne verdammte Band zu haben und es damals hier in der Gegend nur wenige gab.
Wie kamt ihr auf den Namen „The Prophecy 23“? Die „23“ musstet ihr ja mehr oder weniger ungewollt nachträglich noch anfügen. Wie kam es dazu? Ja am Anfang nannten wir die Band nur „The Prophecy“, ich glaube das hatte damals was mit einem gleichnamigen Maiden-Song zu tun. Ein paar Monate später haben wir gemerkt, dass es schon ein Haufen andere Bands gibt, die so heißen und da haben wir uns sicherheitshalber gleich umbenannt. Die Bedeutung der Zahl „23“ bleibt ein Mythos der von uns jetzt hier nicht gelöst wird.
Anfangs hattet ihr ja nur Coversongs in eurem Set und habt erst später eigene Songs geschrieben. Welcher Song war denn euer aller erster, den ihr selbst geschrieben hattet und spielt ihr heute auch noch gelegentlich Coversongs? Der erste Song den wir geschrieben haben war so weit ich weiß “No Future For The Dead“. Den Song haben wir jetzt aber schon bestimmt 2 Jahre nicht mehr gespielt, weil er einfach nicht in unser aktuelles Set passt.
Ab und zu spielen wir ein Cover z.B. von Sodom, Slayer, Metallica oder Tom Angelripper aber das meistens nur als Zugabe und wenn wir schon besoffen sind. Das Covern am Anfang war im nachhinein gesehen Zeitverschwendung aber dadurch sind wir an ziemlich viele Auftritte gekommen, was als Newcomerband relativ schwer ist.
Wenn du euren ersten Song „No Future For The Dead“ mit „Immortal Attitude“ von eurer aktuellen gleichnamigen EP vergleichst, wie siehst du da die Entwicklung von The Prophecy 23? Ganz klar erst mal die Aggressivität der Vocals. Dann sind die Riffs eingängiger und abwechslungsreicher und wir haben ein straighteres Schlagzeug. Wir spielen weniger Solos und machen die Songs kompakter als früher. Außerdem können wir uns mit den Texten besser identifizieren. Auf der neuen CD sind alle Texte von mir, bei der ersten Platte ist es ein Mischmasch.
Wie kam es dazu, dass ihr euren Stil vom eher melodischeren Thrash nun zum „Brutal Thrash“ gewechselt habt? Mh, ich denke, dass hängt stark mit unseren privaten Vorlieben zusammen. Tobias und ich sind große Deathmetal-Fans und Flo kommt aus der Hardcore-Ecke. Bei Dennis ist es breiter gefächert aber das macht eine gute Mischung. Die Melodien haben wir weggelassen oder spielen sie härter, weil wir mit unseren Songs mehr auf die Fresse geben wollen. Der Song und der „Abgeh-Faktor“ stehen im Vordergrund und nicht das Können einzelner Musiker.
Mit Tobias, der auch noch bei Skepsis aktiv ist, habt ihr ja einen neuen Basser in den Reihen, der dich auch gesanglich unterstützt, was eurem neuen Material übrigens sehr gut zu Gesicht steht. Wie kam denn der Kontakt zwischen euch zustande? Ich kenn den Tobi schon seit dem Kindergarten. Wir haben zusammen Handball gespielt und –man glaubt es kaum- sogar mal Trompete, ist allerdings auch schon ne ganze Weile her. Man hat sich über die Jahre ein bisschen aus den Augen verloren aber die letzten 2-3 Jahre haben wir uns immer wieder auf Konzerten getroffen und eines schönen Abends hab ich ihn auf einer Party gefragt, ob er Bock hätte bei uns zu spielen, nachdem Phileas bei uns ausgestiegen ist und sich Tobias alte Band „Lycantrophy“ aufgelöst hat.
Mit eurer aktuellen EP „Immortal Attitude“ habt ihr ja nun einen neuen Silberling für die gierigen Fans da draußen. Ist die Platte mittlerweile schon auf dem Markt oder wird es noch ein wenig dauern? Eigentlich war die Veröffentlichung vor Weihnachten gedacht aber da im Presswerk 2 Maschinen ausgefallen sind, kommt die Pressfirma nicht mit den Aufträgen hinterher und wir müssen wohl bis Anfang Jan. 2008 warten.
Zwischenzeitlich ging das Gerücht rum, dass eure EP über MDD erscheinen wird. Auf euer HP ist aber zu lesen, dass ihr sie nun doch selbst vertreibt. Was von beiden stimmt nun? Wir veröffentlichen die Platte selbst.
Was wird denn auf dem CD-Cover zu sehen sein und wer war der Schöpfer? Es ist ein menschlicher Oberkörper zu sehen bei dem durch abstrakte Effekte der körperliche Zerfall angedeutet wird. Der Schöpfer des Covers ist unser Freund Christian Sommerfeld (Gitarrist von Circle of Silence). Wir hatten einige Entwürfe aus denen wir uns für dieses entschieden haben. Die Suche nach dem richtigen Cover hat viel länger gedauert als wir gedacht haben, was die Fertigstellung letztendlich auch um einige Wochen verschoben hat. Wir sind froh jetzt ein richtig geiles CD-Cover zu haben.
Habt ihr ihm beim gestalten freien Lauf gelassen oder irgendwelche Vorgaben gegeben? Wir haben am Anfang schon Vorgaben gehabt, später dann aber gemerkt, dass es besser ist den Künstlern freie Hand zu lassen. Christan hat sich aber wohl durch den CD-Titel inspirieren lassen.
In wiefern spiegelt das Cover den Inhalt eurer EP wieder? Ich würde es so interpretieren: Das äußerliche kann sich ändern aber die „attitude“ bleibt für immer bestehen und ist unsterblich. Diese Einstellung ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Metal-Szene. Man könnte das Cover aber auch als Verbildlichung der Texte von „Human Decay“ oder „Modification“ sehen.
Auf eurer EP ist auch der Song „Surf Nazis Must Die“ zu finden. Was zum Geier hat es mit diesem Stück auf sich? „Surf Nazis Must Die“ ist ein B-Movie aus den 80ern und so schlecht, dass es ein Kultfilm wurde. Wie wir auf den Film gekommen sind und warum wir einen Song darüber geschrieben haben habe ich irgendwie vergessen aber es ist wohl alles aus einer „Bier-Laune“ heraus entstanden. Der Surf-Teil in der Mitte des Liedes ist inspiriert von Dick Dale, dem „King Of The Surf-Guitar“ (jeder kennt seinen bekanntesten Song aus Pulp Fiction). Der Surf-Spirit hat mich schon immer irgendwie fasziniert, egal ob es kalifornische Deathmetal-Bands sind, Sacred Reich (Surf Nicaragua) oder eben alte Dick Dale Platten. Da war es doch mal an der Zeit den ersten „Surf-Metal-Song“ der Geschichte zu schreiben. ;-)
Kannst du auch etwas zu den anderen Stücken sagen?
Immortal Attitude: Titeltrack, textlich identifizierend, musikalisch straight und ausgereift.
Human Decay: Typischer gesellschaftskritischer Thrashmetal-Text. Hat im Studio viel mehr Groove bekommen wegen dem Wechselgesang. Epochaler, eher untypischer Schluss-Teil.
Modification: Deathmetal-Dampfwalze. Groove-Nummer. Viel Gegrunze. Live-Hit.
Burning Yourself: Wieder typisch Thrash. Mitgrölstelle. Mega-Mosh-Riffs.
Wieso habt ihr euch dazu entschlossen „nur“ eine EP mit fünf Songs aufzunehmen und kein Full Length Album zu machen? Es war eine Kostenfrage. Wir hatten die Wahl zwischen einem Album in mittelmäßiger Qualität oder einer EP in Hammer-Quali und mit einem erfahrenen Produzenten, der noch einiges aus den Songs rausholen kann.
Weil wir selbst Metal-Fans sind wissen wir, dass man eher mal nen Fünfer für ne geile EP übrig hat als gleich 10 € für ein Album auszugeben. Wir machen kleine Schritte.
Aufgenommen wurde die Scheibe in den Maranis Studios in Backnang. Wie war denn der Studioaufenthalt bei Vagelis Maranis? Der Aufenthalt war sehr stressfrei, weil wir nicht unter Zeitdruck standen. Vagelis ist ein verrückter Grieche der sehr viel Ahnung von Sound und Produktion hat. Er ist auch Gitarren- und Gesangslehrer, was uns viel geholfen hat. Du brauchst im Studio einen der dir in den Arsch tritt, das ist besser als ein Kumpel der nicht ganz ehrlich ist.
Seid ihr im Nachhinein vollends zufrieden mit der Scheibe? Auf jeden Fall. Wir bereuen unsere Entscheidung nicht und ich denke, dass jeder der die CD hört vom Sound umgehauen wird.
Wie wird denn im Hause The Prophecy 23 an das Songwriting heran gegangen? In letzter Zeit ist es meistens so gelaufen: Ich bringe ein paar Texte mit in die Probe, bei denen ich schon vorher weiß, in welcher Geschwindigkeit die Riffs etc sind, damit man den Text dazu singen kann. In der Probe werden dann Riffs ausprobiert und gejamt die wir uns entweder daheim überlegt haben oder in der Probe entstehen. Oft kommt der Ausschlag für einen guten Riff auch von unserem Drummer Flo, der immer aufpasst, dass wir an den Gitarren nicht zu viel friggeln und der Song schön nach vorne geht. Am Schluss wird der Gesang im Wechsel mit Tobias verfeinert.
Wir sind seit diesem Jahr in einem neuen Proberaum der das Songwriting sehr viel einfacher macht, weil wir bessere technischen Vorraussetzungen haben z.B. einen Bierautomaten, Duschen, jede Menge Sofas, Kühlschrank, PC und vor allem 73 m² Platz!
Von welchen Bands seht ihr euch denn am stärksten beeinflusst? Musikalisch klar von alten Thrashmetal-Kapellen und unterschiedlichsten Death-Bands die wir hier nicht alle aufzählen können. Ein bisschen sind wir aber auch von alten Hardcore-Bands beeinflusst. Bei den Lyrics ist es da etwas anders. Wir haben z.B. keine typischen Deathmetal-Texte, da lasse ich mich hauptsächlich vom aktuellen Weltgeschehen und unseren eigenen Erfahrungen leiten.
Wenn ihr auf die vergangenen fünf Jahre zurückblickt. Was waren denn die absoluten Höhepunkte und was eure Tiefpunkte? Jedes Konzert ist ein kleiner Höhepunkt. Besonders aber die Konzerte mit befreundeten Bands oder in geilen Locations. In letzter Zeit würde ich ganz klar unser 5-Jähriges Jubiläums-Konzert nennen. Da hat einfach alles gestimmt. Alle Bands waren saugeil und sind gute Kumpels, da hat sogar das Auf- und Abbauen Spaß gemacht. Die Bude war gerammelt voll und es war eine einzige Party. Solche Momente sind uns viel lieber als große „Erfolge“ weil sie auf wahrer Freundschaft und Vertrauen basieren! Dieser Abend war die Quintessenz der letzten 5 Jahre. Auch geil war aber letzten Sa bei X-Mas-Rockt vor einer ausverkauften Halle mit über 2000 Leuten zu spielen.
Tiefpunkte hatten wir immer dann wenn es Veränderungen in der Besetzung gegeben hat, weil uns das jedes Mal wieder ein paar Monate zurückgeworfen hat.
Wie seht ihr die Zukunft von The Prophecy 23? Wie schon gesagt, wir machen kleine Schritte. Jetzt kommt die EP, dann wollen wir natürlich so viele Konzerte wie möglich spielen und irgendwann dann ein Album produzieren. Wir schreiben grade schon neue Songs die auch wieder gut rein knallen werden.
Wir vom Sleepless bedanken uns für das Interview. Und wenn ihr noch was los werden wollt, dann dürft ihr das nun tun! Wir möchten uns an dieser Stelle mal bei allen bedanken, die uns in letzter Zeit unterstützt haben – ohne euch wäre vieles nicht möglich gewesen!
Und wenn ihr Bock auf eine geile EP habt, dann checkt mal unsere neue CD!
Oimel
www.theprophecy23.de
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