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Thrash Em Down V 27.09.08 - Juz Farbstraße - Bietigheim Bissingen
Wir schreiben den 27.09.08 ganz Deutschland ist vom Bohlen besetzt. Ganz Deutschland? Nein, ein von unbeugsamen Thrashern besuchtes Festival leistet an diesem Datum zum 5.Mal heftigen Widerstand gegen die völlige Verblödung.
Der Verfasser dieses historischen Dokumentes wurde vom südbadischen Clan der Pessimisten aus Weil am Rhein eingeladen sie auf ihrem Weg zu der Schlacht der geschüttelten Köpfe und geleerten Biere zu begleiten. Man traf sich also am Samstag morgen in Weil am Rhein wo ein Truppentransporter bereits auf die Pessimisten und ihre Verstärkungstruppen wartete. Frontpessimist TZ und Lischtl von Nuclear Warfare hatten gemeinsam einen Shuttlebus für diese wilde Horde organisiert. Und es kamen 43 trink und bang freudige Metalköppe pünktlich um halb Zehn an der Realschule in Weil zusammen. Nach dem Tz noch ganz pingelig die Anwesenheitsliste durchgegangen war enterte man das Gefährt und schon ging die Reise los.
Wir waren kaum 3 m gefahren da hatte auch schon jeder ein Bier in der Hand und es folgten jede Menge Blödeleien und Alkoholvernichtungsriten. Ich selber saß ganz vorne zwischen 5 Schweizern , Tz , dem Bandbetreuer Mike und dem armen Busfahrer. Erster Halt war Freiburg wo nach einer kurzen Irrfahrt noch 3 weitere Anhänger des guten Thrashmetal aufgegabelt wurden. Herrlich war das sobald in Freiburg die Türen aufgingen, sich sämtliche männlichen Fahrgäste schleunigst einen freien Baum an der kleinen Haltestelle gesucht haben um das bereits eingefüllte Bier wieder dem Kreislauf des Lebens zurück zu geben. Die Gesichter der an der Haltestelle wartenden Leute werde ich nie vergessen. Dann ging es auch schon weiter Richtung Bietigheim. Im Bus wurde derweil kräftig Party gemacht, gefachsimpelt oder einfach gepennt. Nach 3 weiteren Pausen kam die ganze Bande gegen 15 Uhr am Ziel an. Nun wurde zuerst alles ausgeladen und dann verzogen sich die meisten Leute in die Stadt um was zu essen oder gepflegt was zu trinken.
Pessimist verräumten erstmal ihr Equipment und gingen dann auch zum essen in die Stadt. Obwohl sich bereits Nuclear Warfare , die das ganze auch organisierten, in der Küche um das Catering kümmerten. Spätzle mit Linsen und Seidenwürschtle oder wahlweise Currywurst mit von Fritz (NW) extra für Heute angerührte Currysoße( sehr lecker und schön scharf). Aber das war den Südbadner wohl doch etwas zu schwäbisch ^^. Langsam trudelten auch die restlichen Bands ein. Miri, der Kopf der ganzen Organisation düste von A nach B und kümmerte sich um alle belangen der Bands, fragen und was ihr noch so vor die Füße gelegt wurde. Ich machte mich mal mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut ,da ich eigentlich vor hatte das ganze Festival zu filmen und ne kleine DVD zusammen zu schustern …Hm, naja es fing damit an das der Ton, den wir extra mitschneiden wollten, ein ständiges Brummen enthielt und nicht alle Kameras auch funktionierten. Meine Laune war erstmal im Keller. Da trat Fritz an mich heran und fragte ob ich sie nicht mit meiner Cam bei ihrer Festival-Tradition begleiten wolle? Es gehört nämlich zum TED das die Gäste um 18 Uhr am Bahnhof in Bietigheim mit einem Bollerwagen voll reichlich Freibier abgeholt werden, und man dann gemeinsam als Metalmob zum Ort der Geschehens zieht. Na das konnte ich mir ja nicht entgehen lassen…Ok hätte ich gewusst, dass es 5 Km weit weg ist und ich den Bollerwagen auch schieben muss wäre ich im Juz geblieben und hätte es mir dort gemütlich gemacht, aber egal. Wir kommen also am Bahnhof an und es stehen grade mal 3 Nasen dort…Meinen leicht enttäuschten Blick bemerkend beruhigt Fritz mich, da die meisten erst kurz vor 18 Uhr mit dem Zug ankommen. Was dann auch wirklich so war.
Plötzlich standen da 20 Metaller mit CD-Player, laut, wild und super gelaunt. Beim Anblick dieser langhaarigen Meute verzogen sich zuerst die kurz vorher noch lästernden Hip Hopper und die Zeugen Jehovas die an der Ecke gestanden sind und ihren Wachturm wie ein Schutzschild vor ihrer Brust gehalten hatten. Da ist wohl etwas „ Erwachet „ was nicht ihrer Erlösung dienlich war ^^. So zogen wir dann mit dem ganzen Mob wieder zurück zum Juz. Nicht ohne das alljährliche Metallerutschen, das auf dem am Weg liegende Spielplatz vollzogen wurde. Da stürmen plötzlich 15 erwachsene, in Kutte gekleidete Menschen den Holzturm mit den Rutschen im Eiltempo ganz nach oben. Dann wurde erstmal genüsslich gepost, sämtliche Kinder flüchteten zu ihren erschrockenen Mütter und verfolgten ungläubig das Schauspiel. Nachdem dann alle die große Rutsche hinunter sind kehrte auf dem Spielplatz wieder Ruhe ein.
Als wir dann am Juz ankamen, stellte ich mit entsetzen fest das Torment Tool bereits am zocken waren. Ich meine Kamera untern Arm geklemmt , hinein gestürmt und habe grade noch die letzten Schluss Akkorde mitbekommen. Bisschen angepisst bin ich dann zum Fredl und habe ihm meine Kamera in die Hand gedrückt er solle mal für mich Thrashtanica filmen ich müsse erstmal was essen und nen Bier haben. So habe ich leider von Thrashtanica nix mitbekommen, aber was ich so im Vorraum mitbekommen habe war nicht zu verachtender guter Thrash. Laut Fredls Aussage sind sie beim Publikum auch super angekommen.
So endlich hatte man das mit dem Ton hin bekommen, eine Cam stellten wir zum Mischpult und ich ganz vorne mit der Handcam bereit den Auftritt von Pessimist für die Nachwelt fest zu halten. Die legten auch gleich mit dem neuen Song „Trommelfeuer“ los und heizten dem Publikum ordentlich ein. Um Marc Halupzok zu zitieren : Old school bis auf die Unterhose. Die beiden Gitarristen Peppi und Richy bretterten ein mächtiges Riffgewitter auf die Fans hernieder, wobei sie von Drummer Raphi und Bassist Sevi mit einer fetten Rhythmussektion unterstützt wurden. Das ganze wurde abgerundet von Tz´s abwechselndem grunz, schrei und brüll Gesang. Der Typ wirkt zwar auf der Bühne immer wie frisch ausm Zoo, aber hat ne Ausstrahlung die leider bei vielen Frontleuten dieser Tage fehlt. Pessimst konnten jedenfalls auf der ganzen Linie punkten.
Aber da die nächste Katastrophe, nach dem 2. Song ist die Kamera beim Mischpult über den Jordan gegangen…Ok ich schnell versucht für Nuclear Warfare ne Ersatzkamera zu organisieren. Nix zu machen, ok dann halt nur mit der Handcam. Nuclear Warfare, die ja wie bereits erwähnt die Organisatoren des Thrash em Downs sind, legten einen spitzen Auftritt hin. Nucleator brüllte seine Lunge direkt ins Micro und heizte das Publikum mit kurzweiligen amüsanten Ansagen weiter an. Lischtl würgte seine Gitarre wie Homer Bart , was bei ihm aber wesentlich besser klang. Fritz riss an seinem Bass herum und Miri klopfte aufm ihrem Drumkit imaginäre Schnitzel platt. Die Fans dankten es indem sie das legendäre „ das Dosenpfand muss weg!!! „ lauthals mitgröllten. Und als Nuclear Warfare dann noch dem kürzlich verstorbenen Chris Witchhunter mit“ Bombenhagel „Tribut zollten war es jedem Anwesenden an zu sehen das er sich scheißegeil amüsiert hatte. Und schon kam das nächste Problem, der Ton war kurz nach Nuclear Warfare abgebaut worden, das hiess ich hatte nur noch den Ton meiner Hancam zur Verfügung.
Etwas arg genervt wartet ich dann auf den Auftritt von Fatal Embrace, die für Steel Preacher eingesprungen waren. Die Jungs aus Berlin zauberten aber sehr schnell wieder ein Lächeln auf mein Gesicht. Denn das was da aus den Boxen kam war aller feinster Thrashmetal. Moloch und Spezi entlockten ihren Klampfen ein heisses Riff nach dem Andren. Und man sah ihnen die Spielfreude deutlich an. Auch Bandchef und Bassmaster Ronald poste in einer Tour, und düste mit seinem Bass über die Bühne um mit seinen beiden Gitarristen dem Publikum mächtig was auf die Ohren zu geben. Michi trommelte sich an der Schiessbude nen Wolf und Heiländer rundete das ganze mit seiner exzellenten Stimme noch ab. Zum Schluss gab man noch Iron Maidens Killers zum Besten. Leider fiel das Micro aus und man hört erst gegen ende des Songs Heiländer wieder, dafür stand aber min. ¾ des Publikums auf der Bühne und rockte mit ab. Als Rausschmeißer folgte Exodus`s Bonded by Blood und nun war wirklich jeder im Saal am strahlen.
Da mein Freund Flonitz Chainsaw filmen wollte verzog ich mich mit Fatal Embrace Backstage und kippte ein paar Bierchen mit meinen Freunden. Leider hatte Flonitz den falschen Akku dabei, sodass auch von Chainsaw leider an dieser Stelle nix zu berichten vorliegt. Aber mir wurde berichtet das Chainsaw eine grandiose und recht blutige Show zum Besten geben haben und das die Fans völlig ausgerastete seien. Danach wurde im Vorraum die Open End Disco zelebriert, und da gab es Songmässig nix zu meckern, wirklich jeder Geschmack wurde da bedient ein Hit folgte dem Nächsten. Leider forderte dann gegen 3 Uhr der Alkohol seinen Tribut und ich knackte auf einem Stuhl sanft ein. Als ich dann gegen 7 Uhr wieder wach wurde und aus den Boxen die Pudhys , und Udo Jürgens kamen dachte ich erst im falschen Film zu sein. Als ich dann aber Ronald und Miri aufm Tresen tanzen sah wusste ich wieder wo ich war.

Langsam machten sich wieder alle auf den Heimweg, der wesentlich ruhiger als die Hinfahrt verlief, da der gesamte Bus am pennen war… zur Freude des Busfahrers. Also mir hat das TED trotz der paar Pannen sehr gut gefallen und ich wird nächstes Mal auf jeden fall wieder dabei sein.
GOREFIELD
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