Mein persönliches Tourtagebuch: Vital Remains, Tombthroat, Hidden in the fog & Lifthrasil

So, ich fang dann mal an mit meinem Tourbericht. Leider hatte ich keine Zeit, keine Möglichkeit und auch absolut keinen Bock während der Tour zu schreiben, weshalb ich versuche mich jetzt, so gut es geht, an alles zu erinnern. Dieser Bericht wird auch nicht lückenfrei oder gar vollständig sein, denn in diesen paar Tagen ist so viel passiert, dass ich sicher 666 Seiten beschreiben müsste um das gekürzt wiederzugeben. Aber ich will ja auch niemanden langweilen. Außerdem ist das ganze sehr auf mich bezogen. Nicht im normalen Stil der Berichterstattung. Aber das ist man von mir ja mittlerweile gewöhnt, oder nicht?

Los geht’s:

14.10.’05 Deutschland, Darmstadt, Goldene Krone:

Nachdem ich wirklich sehr schlecht gepennt hatte, holte mich unser Aushilfsbassist Mehmet um halb eins ab, wenn ich mich recht entsinne. Zwei Taschen, eine voll mit Bettwäsche und eine voll mit Klamotten. Wie sich dann herausstellte brauchten wir die Bettwäsche gar nicht. Aber wir haben das vorher so gesagt bekommen, weswegen wir auch alle welche mitschleppten. Was soll’s, war dann eh im Anhänger verstaut. Nach einer sehr stressigen Fahrt mit viel Stau Richtung Darmstadt, kamen wir endlich dort an. Dort war auch schon der brutale Stress ausgebrochen mit ordentlich Geschrei und Schlepperei. Ich dachte nur „Ach du Scheiße, wenn das jeden Tag so wird versaut mir das die komplette Tour.“ Da stand ein bärtiger, glatzköpfiger, der durchgehend sklaventreibermäßig die Leute anschrie und alle schleppten wie die Ochsen. Ich befürchtete der vermiest mir jeden erdenklichen Spaß.

Nun denn, nachdem alles hoch geschleppt war, versuchte ich mich erst mal den meisten vorzustellen, was mit meinem Kindergarten Englisch gar nicht so ungefährlich war ;).

Einige kannte ich ja schon vom Email-Kontakt. Also Leute von Psykra z.B. die Hidden in the Fog auf dieser Tour aushalfen. Bis auf eine Person, waren auch alle sehr sympathisch. Wenn da ein „Ich bin die Evilheit in Person“ steht, versucht so bös’ wie möglich zu kucken und sich dann bei meiner Begrüßung umdreht, ist es bei mir vorbei. Zum Glück war das sein letzter Tag auf der Tour sonst wäre es wohl noch sehr hässlich geworden... Aber mehr sag ich jetzt dazu nicht. Nur, dass ich wohl nicht alleine mit dieser Meinung stehe....

Ich hatte mich nun also den Jungs von Vital Remains (fast allen) und Lifthrasil, die einen Tag vorher zur Tour stiegen vorgestellt und war sehr erleichtert, dass das alles sehr coole nette Menschen sind. Hätte ich zumindest von Vital Remains nicht gedacht... sehr erschrocken war ich, als ich Anthony (Sänger von VR) kennen lernte. Ein Schrank wie die Sau, drückte er mir die Hand zu Brei bei dem ersten Handschlag, aber so unglaublich nett, dass man kaum glauben kann, dass er so dermassen die Kuh rennen lässt auf der Bühne, dass man echt Schiss bekommt. Aber wie gesagt, alle von Vital Remains sind super Leute. Danach hab ich Paul Speckmann begrüßt, den ich ja schon von nem gemeinsamen Auftritt mit Master ein bisschen kannte und der der Merchandiser auf der kompletten Tour war. Nach wie vor ein unglaublich netter Typ und er freute sich echt mich wieder zu sehen. „Yeeeaaaahhhhh, my little brother has arrived...“ So nannte er mich die komplette Tour. “My little brother…” Ob das wohl an meiner Gesichtsfrisur liegt… ;). Danach wurden wir von Jörg dem Tourmanager, der auch natürlich mitfuhr, instruiert, was so alles abgeht und was erlaubt und verboten ist… Alles kein Problem für uns…

So, der Aufbau ging verdammt schnell. Man merkte sofort, dass da Profis am werken sind. Jeder Handgriff saß perfekt. Da wir an diesem Tag zustiegen, bekamen wir auch einen längeren Soundcheck. Vital Remains hatten an jedem Tag einen Soundcheck und die erste Band des Tages hatte einen. So ging das am besten und hat auch wunderbar funktioniert. Allerdings nicht so in Darmstadt für Tombthroat. Beim Soundcheck ging noch alles, aber als das Konzert los ging, war von dem Bühnensound nix mehr zu hören. Katastrophal muss ich sagen. Keiner von uns hat auch nur irgendwas brauchbares auf der Bühne gehört, sodass wir den Auftritt komplett in den Sand setzten. Allerdings kennt wohl anscheinend nicht mal unser Freundeskreis auch nur einen verfickten Ton unserer Lieder, weshalb das wohl wieder mal keine Sau merkte. Das wundert mich manchmal echt sehr. „Was, ihr habt euch verspielt? Hab ich überhaupt nicht gehört...“ Dabei haben wir in Darmstadt so dermaßen Kacke gespielt wie noch nie zuvor... Na ja, Death Metal ist für die meisten wohl doch nur Geschepper mit Gekreische... Schade, Schade...

Aber es konnte nur besser werden...

Ich holte mir mein nächstes Bier und unterhielt mich mit einigen Bekannten und Mitgliedern der anderen Bands, während Lifthrasil spielten. Klang wie Pagan Metal, was es auch ist. Sicherlich nicht jedermanns Sache. Lifthrasil erschweren es den Leuten auch noch mit abgefuckten Taktwechseln und Takten. Ich muss sagen an diesem Abend war ich etwas überfordert mit den Arrangements. Aber während der Tour habe ich mich reingehört und muss sagen, dass es mir gefällt was die Jungs machen. Und das sage ich jetzt nicht nur, weil wir uns so gut verstanden haben, ja, man kann sagen sogar Freundschaften sind wohl geschlossen worden. Gute Band die man unterstützen muss.

Danach waren noch ein letztes mal Hidden In The Fog dran. Nun ja... Ist echt nicht leicht, deren Musik zu verdauen. Schon gar nicht live. Ich persönlich stehe sehr auf so was. Auch wenn mir das Gejaule vom Sänger auf die Dauer etwas auf die Klöten ging. Ein bisschen weniger davon und ein bisschen mehr Kreischgesang wäre sicher um einiges angenehmer. Klingt immer noch sehr nach Emperor das ganze. Wie ich aber gesagt bekommen habe (ich nenne hier auf Rücksicht auf Hidden keine Namen, denn damit wären sie sicher nicht glücklich) waren sie wohl nicht sehr erfolgreich auf dieser Tour und haben die Sääle leergefegt und auch nicht sehr beliebt (musikalisch). Schade, war wohl einfach die falsche Tour, mit den falschen Bands... Aber ich denke, bei einer anderen Konstellation wird das sicher besser...

Danach kamen die mächtigen VITAL REMAINS. Da gehe ich mal ein bisschen zurück zum Soundcheck an diesem Tag. Meine Fresse ist mir die Frisur explodiert als ich alleine Marco am Schlagzeug hörte. Ein Tier das wohl so schnell nicht getoppt werden kann. Beim Wettbewerb der weltschnellsten Drummer war er auf Platz 2. Bei den weltbesten Schlagzeugern überhaupt steht er auf Platz 4. Und der Kerl ist 19 (!!!). Er sieht hinter seinem Schlagzeug aus, während er die technischsten und schnellsten Sachen spielt, als ob er ein Buch lesen würde, oder gerade drüber nachdenkt, wie man nen Haschischkuchen noch besser backen kann. Die meiste Zeit hat er auch noch die Augen zu, während es aussieht als ob er 6 Arme hätte die über das Drumkit fliegen. Unglaublich der Typ. Der absolute Hammer. Aber jedes einzelne Mitglied der Tourband von Vital Remains ist der absolute Hammer an seinem Instrument. Dave Suzuki (Lead Gitarrist) ist der Gott überhaupt, denn dieser Kerl spielt 14 Instrumente (fragt mich nicht mehr welche), legt die schnellsten Soli hin, die ich je gesehen und gehört habe und bangt und post dabei als ob er billige PunkRockRiffs spielen würde... Auch Ron am Bass, lässt die Finger fliegen, als ob es das leichteste überhaupt wäre. Meine Fresse. Ihr merkt ich bin nach wie vor extrem beeindruckt. Jeden Tag stand ich vor der Bühne und hab geweint...

Wer die letzte CD kennt, weiß, dass Dave auf dieser nicht nur die Lead Gitarre eingespielt hat, sondern auch das Schlagzeug und den Bass. Außerdem auch noch die Backing Vocals, die er auch auf dieser Tour ohne Probleme übernahm. Der absolute Hammer die Jungs. Ich kam mir plötzlich vor, als ob ich in ner GaragenPunkBand spielen würde...

Vital Remains bliesen alles weg... Spielten die besten Lieder ihrer Karriere und hinterließen sicher den Eindruck, als ob gerade ein Orkan durch die Halle gewütet hätte...

Nachdem ich meinen Unterkiefer vom Boden aufsammelte, ging auch schon wieder der Stress los. Alex (unser Schlagzeuger), Mehmet (unser Aushilfsbassist) und Matsches (unser Sänger) die faulen Säcke haben gesoffen und Peter und ich mussten das Hardware-Case einräumen. Rene (oben erwähnter Sklaventreiber und Stagemanager) sagte das müssen die neuen Bands am ersten Tag immer machen. Das erwies sich als schwieriger as erwartet. Aber wir schafften es nach etwa ner viertel Stunde. Irgendwann haben sich auch unsere Rockstars dazu durchgerungen, mal ihren Arsch zu bewegen und wir haben den ganzen Kram runter getragen zum Anhänger. Da stand dann auch der Tourbus. Ein Riesenteil. Nachdem wir alles verstaut hatten oder besser gesagt, haben wir es nur abgestellt und dann Rene gereicht, der das dann verstaute. Auch da merkte man, dass er ein Profi ist. Das ging nämlich auch verdammt schnell. Noch während ich Rene die letzten Koffer reichte (auf einmal war ich wieder der einzige der was machte....) wurde ich seeeehr laut gerufen, ich solle sofort zum Tourmanager kommen. Dieser überreichte mir dann die Bettwäsche (schickes Rot) und wies mir meine Koje zu. Meine Fresse war der Gang oben eng. Unten im Bus waren 4 Tische mit jeweils 4 Sitzen dazu. An der Front waren 2 Fernseher angebracht. Zwischen den Sitzen war ne Anlage samt DVD Player eingerichtet. Am Buseingang war dann noch n Kühlschrank samt „Küche“ mit Mikrowelle und Kaffeemaschine und Wasserkocher. Und daneben das extrem stinkende Klo. So ne geile Mischung aus Pisse (Kacken is an Board verboten) und Chemie. Rock ‚n’ Roll pur ;););).

Dann gab’s noch ne Treppe hoch, zu den Kojen und oben ganz vorne war noch mal ne 4er Sitzgruppe mit Tisch. Alles n bissl eng, aber auch sehr cool...

Ich hatte mit Hilfe von Peter mein Bettchen sehr schnell bezogen und ging wieder runter auf die Strasse um mich von den Mädels und dem Rest zu verabschieden, aber die waren alle schon weg. Dafür stand da n total besoffener, der uns zu schwallte. Ach wie sehr ich das doch liebe. Irgendwann hat er es wohl gerafft, dass wir ihn eigentlich nur die ganze Zeit extrem auslachten und er „fuhr“ in den brutalsten Schlangenlinien weiter, mit seinem zerstörten Fahrrad, die ich je gesehen habe...

Jörg, unser Tourmanger (ein super netter und auch cooler Typ) sagte dann, dass es los geht und wir auf nem nahe gelegenen Rastplatz dann übernachten.

Wir verteilten uns alle im Bus und lernten uns ein bisschen kennen. Amis haben allerdings ein großes Problem mit meinem Namen, was mich nicht ansatzweise verwundert, denn sogar viele deutsche können ihn nicht richtig aussprechen...

Wir einigten uns dann darauf, dass sie es im Laufe der Tour lernen sollen. Das hat aber nicht so recht funktioniert. Also hieß ich dann Bjoaarn... Bjoorn oder Bjooon... So etwa... hehe ;). Das störte mich aber keineswegs... Weil wie gesagt, ich bin das gewöhnt... Zum Glück ist es wohl normal aus den Clubs in denen man spielt ordentlich Bier mit zu nehmen. So hatten wir genug zum Saufen im Bus, was auch gleich vernichtet wurde. Was haben wir gesoffen und gefeiert und es sollte nicht das letzte mal sein. Man merkte allerdings, dass die Amis schon etwas länger unterwegs waren, denn die haben nicht ganz so lange mitgemacht. Als es sich langsam lichtete unten an Leuten, saß sich auch Rene zu uns (Sklaventreiber) und siehe da. Ist ja doch ein sehr lockerer und netter Mensch. Wir haben wohl nur nen sehr schlechten Zeitpunkt erwischt um ihn kennen zu lernen. Rene bekam ein paar lustige Namen von uns, wie Sauerkrautgesicht oder Pelzfresse... hehe... Was haben wir gelacht...

Also alles wunderbar bis dahin. Sehr schön. Jetzt kann’s ja los gehen dachte ich und kroch in meine Koje um zu pennen. Da es ja unsere erste Nacht im Bus war haben wir nicht wirklich lange geschlafen und sind recht früh aufgestanden. Wir waren immer noch an dieser Raststätte, weil das nächste Konzert in Waltershausen nicht soo weit entfernt war. Dort haben wir erstmal das Klo besucht und was getrunken. Cola und Kaffee... Kurze PartyPause so zu sagen... hehe ;)

Viele haben sich dann angestellt zum duschen. Da blieb natürlich nicht für jeden Zeit, denn es sollte um 13 Uhr weiter gehen. Das hat ja natürlich nicht geklappt. Weil doch sehr viele duschen wollten. Um 15 Uhr in etwa ging’s dann weiter Richtung Waltershausen in Thüringen. Die ersten Biere wurden schon wieder vernichtet und man laberte so einiges an interessanten und weniger interessanten Sachen... Ich fühlte mich immer wohler, denn es stellte sich wirklich heraus, dass ALLE an Board sehr nett sind... Was will man bitte mehr... (Außer vielleicht ne Boardnutte... hehe... die die Plattenfirma bezahlt... ähem... ok... ich hab nix gesagt...)

15.10.’05 Deutschland, Waltershausen, Kulturfabrik:

Kurz vor Waltershausen hielten wir noch bei nem Baumarkt wo ein paar Sachen gekauft wurden wie Kabelbinder und diese silbernen Köfferchen, von denen wir auch einige benutzen. Allerdings bin ich nicht ausgestiegen, sondern hab weiter gesoffen... hehe... ;)

Nach dem Motto man lebt nur einmal und so... ihr versteht. Rock ‚n’ Roll halt. Aber ich muss dazu sagen, ich bin nie komplett dicht auf die Bühne. Ein bisschen Professionalität muss schon sein.

Wir haben sogar einige Plakate in Waltershausen entdeckt, die uns ankündigten, was nicht selbstverständlich war wie ich im Laufe der Tour feststellen musste. Seltsamerweise waren wir fast überall als Co-Headliner aufgeführt. Die Co-Headlinerstelle wurde aber täglich gewechselt. Mal Lifthrasil und mal wir. Hat wunderbar funktioniert außer in Berlin, aber dazu komme ich später.

Im Club angekommen mussten wir alle erst mal ein bisschen schmunzeln. Ein süßer kleiner Club war das. Sehr gemütlich, aber auch sehr klein. Das Schlagzeug war ja nicht gerade klein, was die Bühne nicht gerade geräumiger machte für die Gitarristen, den Bassisten und den Sänger. Das Equipment (MarshallTurm, mit jeweils 2 Boxen pro Gitarrist und n AmpegTurm mit 2 Boxen für den Bassisten) musste ja auch noch auf die Bühne. Das war hier der Horror. Mein Ohr war etwa 20 cm von der oberen Box entfernt und schon beim Soundcheck (wir mussten wieder anfangen an diesem Tag, damit es für den Rest der Tour mit dem wechseln aufgeht und weil es keine lokale Vorband gab) flog mir die Frisur vom Kopp. Um Tony (Vital Remains Rhythmus Gitarrist) zu zitieren: „That’s blasting the shit out of me...“

Recht hatte er. Danach war ich erst mal 2 Tage fast taub auf meinem linken Ohr... Aber was soll’s. Rock ‚n’ Roll halt ;)

So, alles war aufgebaut und wir begaben uns in den nächsten Supermarkt, um ordentlich Bier und Wein für Skandinavien zu kaufen, da dort ja alles extrem teuer ist und dann wieder in den Backstageraum. Sehr gemütlich mit Bar und Sofas und so halt. Wir haben jeden Tag belegte Brote, Obst und so Zeug und ein warmes Essen bekommen. In Darmstadt war es Pizza, heute gab es Markklösschen in Pilzsoße mit Kartoffeln und was weiß ich noch alles. Hat gut geschmeckt, kann man nicht meckern.

Zwei Mädels sind dann durch die Gegend gerast und haben Interviews gemacht. Allerdings hat es wohl nicht mehr ganz gereicht, weil wir in 10 Minuten auf die Bühne mussten, weshalb ich das jetzt doch im Nachhinein mache...

Also der Club füllte sich nicht wirklich. Aber Mädels waren da. Meine Fresse. So was hab ich ja noch nie erlebt. So dermaßen hübsche Dinger auf nem Metalkonzert. Hammerhart.

Gut, wir gingen auf die Bühne und rockten los wie Sau. Um Welten besser als in Darmstadt aber leider immer noch nicht perfekt. Aber mal wieder hat das keine Sau bemerkt außer Paul, der sagte: „Wow, much better than yesterday. Really cool music, I like it very much... 1000 percent better than the shitty …” Den Namen sag ich jetzt nicht ;).

Um einiges glücklicher als in Darmstadt verlies ich die Bühne, vor der während unseres Gigs wirklich Leute bangten und es anscheinend gut fanden. Direkt vor mir bangte eine überaus hübsche Blondine, die sicher Model is oder so was ähnliches. Meine Fresse hat die gut ausgesehen. Wer mich kennt, weiß aber, dass ich das Maul nicht aufbekomme wenn’s um... ähem... solche Angelegenheiten geht, weshalb es bei dem Mädel nur bei (sehr vielen) Anlächlereien blieb. Nunja. Dafür hat mich ein anderes Mädel angelabert und wollte unbedingt n Foto mit mir haben. So was bin ich ja gar nicht gewöhnt, weshalb ich bestimmt nen brutal roten Kopf auf dem Foto hab... hehe. Sie wollte mir auch unbedingt ihre Telefonnummer geben und ihre Adresse und so... Da hab ich natürlich auch nicht nein gesagt. Mal sehen, ob ich den Zettel noch finde, denn das war auch nicht der letzte... ähem... ;) Nettes Mädel ;););). Hat dann auch noch n Girlie von uns gekauft.

Jetzt weiß ich auch warum einige Leute im Business abheben und zum Allürenschwinger werden. Man bekommt auf Tour so dermaßen den Zucker in den Arsch geblasen, dass man einfach denken muss, dass man der Held überhaupt ist. Zum Glück hatte ich diese Allüren schon vorher, weshalb mich die Tour nicht versauen konnte... höhöhö...

Danach schaute ich mir noch n bissl Lifthrasil an, die wieder nen guten Job hinlegten und hab mich dann nach oben verzogen um mir die Kante zu geben. 15 Bierchen später oder anders gesagt, 15 Minuten später bin ich wieder runter und da waren alle am Saufen. Lifthrasil war fertig und Vital Remains machten sich bereit Waltershausen zu zerstören. Hab mir dann noch n bissl verbal die Eier kraulen lassen und hab dann auch bemerkt, dass man mit dem „Ich-bin-wichtig-wie-Sau-weil-ich-bin-Rockstar“ Ausweis, auch unten an der Bar für umme saufen kann. Das hab ich dann getan und hab noch n paar hübsche Mädels fotografiert und schon war die andere (Name hab ich vergessen) wieder an meinem Rockzipfel gehangen. Was soll’s. War ja ähem...“sehr nett“ ;););) zu mir... ähem...

Was haben wir gesoffen an dem Tag. Selbst Jörg hat mit uns gesoffen wie Sau. Die Lifthrasil Jungs sind nicht ganz so die Säufer wie wir. Robert (Sänger und Gitarrist) trinkt z.B. überhaupt gar nix und hat das auch noch nie getan, ist aber trotzdem immer dabei und extrem sympathisch. Chris (Gitarrist) is sehr zurückhaltend und ich hatte das Gefühl, dass er nicht wirklich Spaß an uns Laberdeppen hatte. Martin der Schlagzeuger war da schon anders und hat auch ordentlich mal einen mit uns gebechert und Andi is eh der beste... hehe.. Was musste der arme Kerl unter uns leiden. „Hey Andi, saufen Junge, du musst saufen...“ Das musste er sich die ganze Zeit von uns anhören. Aber er hat sich nicht aufgeregt, obwohl wir ihn wohl doch sehr nervten und hat fröhlich mitgemacht... auch wenn er zwischenzeitlich echt krank war, wie der gesamt Tourtross. Super Leute echt und ich hoffe wir werden noch öfters mal einen saufen...

Mich hat es erst jetzt so richtig erwischt... höhö...

Jetzt bin ich auch krank... Aber was soll’s... Druff gschisse wie man hier so sagt.

So, dann ertönte auch schon das Intro von Vital Remains. Das der letzten CD „dechristianize“. Sau geil das Teil und los ging die Virtuosität. Selbst in so nem kleinen Club schaffen es VR ne geile Atmosphäre und Energie zu schaffen, dass einem die Gänsehaut den Arsch freilegt...

Leider war halt wie gesagt nicht wirklich so viel los, weshalb sich Anthony (Sänger) den Spaß erlaubte, mit dem Funkmikro unseres Sängers Evil Ass durch den Club zu marschieren um sich dann bei Evil Ass dafür zu bedanken... hehe...

Das Mikro wurde dann auch für alle Tourbands benutzt für den Rest der Tour. Nur die Vorbands bekamen es nicht. Aber das waren ja auch nicht sonderlich viele...

Vital Remains waren alle krank, wie ich schon vorher erwähnt habe. Dadurch wurden die Pausen zwischen den Liedern etwas länger. Aber Dave füllte diese mit geilem Gitarrengedudel. Der Typ hat es so dermaßen drauf an der Gitte. Mir fällt im Moment nur Muhammed von Necrophagist ein, der wohl auf dem gleichen Level ist. Unglaublich so was...

Danach hab ich mich dann in den Backstageraum begeben nachdem ich mich von dem Mädel verabschiedet habe und ihr versprochen habe mich auch wirklich mal zu melden. Dort hab ich mich dann mit Dave lange unterhalten und so einiges erfahren. Die proben 7 Tage die Woche 6 bis 12 Stunden vor einer Tour. Tja das merkt man.

Er ist Drucker von Beruf. Eigentlich und hat nen super Chef, der ihm immer erlaubt auch solch lange Tourneen zu fahren. (Das ist aber die längste die sie bisher gefahren sind).

Tja, dort wurde dann noch ein wenig weiter gesoffen, bevor wir wieder das Bier im Bus verstauten und dort weiter feierten. Dieses mal ging es direkt weiter nach Hamburg. War ja auch ne etwas weitere Strecke... Wieder gab es ordentlich Party im Bus... Lautes Gegröle und Gelächter, laute Musik und verdammt viel Suff. Dass wir noch leben wundert mich echt... hehe...

16.10.’05 Deutschland, Hamburg, Headbangers Ballroom:

Hartes aufwachen an diesem Tag. Mit noch etwa 666 Promille im Kopf, wurde durch den Bus gegrölt, dass wir in Hamburg am Club angekommen sind und es ans ausladen geht. Meine Fresse hatte ich nen Schädel... hehe...

Der Headbangers Ball Club ist wirklich nicht groß, aber sehr gemütlich und dort arbeiten sehr nette Leute. Also alles wunderbar. Dusche gab es auch im Backstagraum. Also wurde erst mal ein belegtes Brot vertilgt und dann hab ich erst mal ordentlich geduscht. Ich hatte es echt nötig .

Das tat sehr gut. Unten im Club hat Powerslave, eine Iron Maiden Cover Band geprobt. Sau geil... Ich hab dann erst mal ordentlich was gegessen. Dort gab es Standart RockStarEssen: Nudeln mit Bolognese und Käse. Hat aber auch sehr gut geschmeckt.

Dort habe ich dann mit dem neuen Busfahrer Raik, der ab dem vorherigen Tag fuhr ordentlich Bierchen gezecht und mich gut mit ihm unterhalten. Außerdem hab ich noch den Schlagzeuger (?) von Negator kennen gelernt. Auch ein sehr sympathischer Mensch. Nach langen Unterhaltungen und vielen Getränken wollte ich mich dann zum Bus verziehen um unsere Sachen (Duschzeug halt und so) zusammen mit Evil Ass und Andi zurück zu bringen.

Draußen wurde ich dann gleich mal von der anderen Seite von Leuten mit meinem Namen gerufen, die ich noch nie gesehen hatte. Einer kam herüber und sagte er sei Tobi. Und da machte es klick. Heyhou, das sind unsere Chefs von der Plattenfirma. Ok, kurzer Smalltalk und dann ging es zum Bus. Man hatte ja später noch genug Zeit zum labern...

So, vom Bus zurück gekehrt, haben wir uns erst mal mit den Leuten unserer Plattenfirma bekannt gemacht und noch einige geschäftliche Dinge bei nem gemütlichen Bierchen geklärt. Hat alles wunderbar geklappt...

Danach waren Lifthrasil an der Reihe, Hamburg anzuheizen. Man muss fairerweise sagen, dass am selben Tag Motörhead in Hamburg spielten, weshalb wir mal wieder nicht sonderlich viele Gäste hatten.

Lifthrasil waren gut, aber das Publikum hat sich wohl komplett auf Death Metal eingestellt, weshalb sie leider nicht soo gut ankamen. Aber alles noch im grünen Bereich ;)

Danach kamen wir dran. Bei uns war schon um einiges mehr los vor der Bühne und es wurde auch schon etwas lauter gebrüllt zwischen den Liedern. Ein Witzbild hat zwar ein zwei mal hinten an der Bar zwischen unseren Liedern Vital Remains gerufen, was mir brutal auf die Klöten ging und ich hätte dem Typ am liebsten meine Gitarre um den Hals gewickelt... Aber was soll’s. Wir kamen recht gut an und es wurde ordentlich gebangt...

Dummerweise hatte ich aber einen Tag zuvor in Waltershausen beim vorletzten Lied einen stechenden Schmerz in meinem linken Arm. Dieser wurde heute extrem. Das war die Hölle beim Gitarre spielen. Dieser bekackte Scheiss sollte mich die ganze Tour leider quälen. Die Hölle auf der Bühne. Zum Glück hatte Robert Schmerzsalbe dabei und Anthony massierte mir den Arm, was nach den Shows doch für erhebliche Linderung sorgte. Aber ich sag’ euch. Das war die Hölle bei den Gigs. Mir wurde schwarz vor Augen... So genug geweint, the show must go on und ich hab’s durchgezogen, wie alle anderen auch. Und überlebt...

Wir haben dort so einige Kontakte geknüpft, was uns wohl noch so einige Auftritte auf Festivals und Konzerten eingebrogt hat ;).

Danach kam wieder der Donner. Wie jeden verdammten Tag haben Vital Remains gekillt ohne Ende. Ich denke der Laden raucht jetzt noch... Da brauche ich nicht mehr viel zu sagen. Lest oben... Wie immer der Hammer...

Danach gingen wir alle wieder zum Bus um einzuladen. Diese Nacht hatten wir Zeit bis 14 Uhr am nächsten Tag, da das nächste Konzert in Malmö (Schweden) leider abgesagt wurde. Das nutzen 80 Prozent des Trosses um die sehr nahe gelegene Reeperbahn zu besuchen. Da ich allerdings kein Geld hatte für die Nutten und auch so etwas wie Treue empfinde (was total für den Arsch war, wie sich jetzt heraus gestellt hat) und an „„mein““ Mädel zu Hause dachte, blieb ich mit Rene, Dave und Ron im Bus. Ron ist die Schüchternheit in Person. Noch schlimmer als ich, was ich nicht für möglich hielt. Dieser hat sich gleich wieder nach oben verzogen und da saßen dann nur noch Dave, Rene und ich. Peter hatte sich schon ne Schnalle klargemacht, wenn ihr versteht. Keine Nutte. Groupie... (oder doch was ernsteres ;) )

Also, wir 3 haben dann ordentlich gelabert und gesoffen. Na ja, Dave und ich haben gesoffen, denn Rene trinkt nicht sehr viel. Ich hab mich bei Dave n bissl ausgeweint, weil ich meinen Gitarren Sound so Kacke finde. Er versprach mir dann ab jetzt dabei zu helfen. Der hat’s halt im Gegensatz zu mir ordentlich drauf. Rene ging schnell ins Bett und ich unterhielt mich über alle möglichen Sachen mit Dave. Und das in meinem Kindergarten Englisch. Aber es hat funktioniert. Auch wenn wir uns stellenweise mit Händen und Füssen unterhielten ;). Ich habe dabei so einiges über de Bentons Glen erfahren und über VR allgemein und die Amiszene an Sich (Dave hat ja auch Deicide auf deren Tournee ausgeholfen). Da ich aber keine Tratschtante bin, schreibe ich das hier nicht, denn Dave hat es mir im Vertrauen erzählt...

Irgendwann haben wir uns dann auch nach oben verzogen und ich bin sofort eingepennt.

17.10.’05 Dänemark, Day Off:

Am nächsten Tag wurde ich durch flüstern neben meiner Koje wach. Ich zog den Vorhang zurück und sah den Peter mit einer schwarzen Perücke auf dem Kopf in seiner Koje liegen und mir zu winken. ich dachte nur: „Was zur Hölle is denn mit dem los???“. Nachdem ich aber meine Brille anzog, sah ich, dass das gar nicht Peter war, sondern das Mädel das er am Tag zuvor abschleppte. Oder war es umgekehrt? Keine Ahnung. Jedenfalls kann ich mir nicht erklären, wie er es schaffte in dieser kleinen Koje zu bumsen... Aber er hat es geschafft... Auch wenn er es im Nachhinein nicht sonderlich empfehlenswert findet hehe... Das ist Rock ‚n’ Roll, so muss das sein.

Es war inzwischen so etwa halb eins. Unten standen schon die ersten und waren schon wieder (oder immer noch) am saufen. Dazu gesellt, weiter dumm gelabert und mit gemacht. Das ist das Tourleben. Nix für Weicheier... Oben roch es seeeehr nach Sex und die daraus folgenden Ausdünstungen. Wenn man selbst nicht daran beteiligt war, ist das nicht unbedingt angenehm. Also blieb ich für den Rest des Tages unten bis ich ins Bett ging. Jörg (Tourmanager) sagte wir sollen auf jeden Fall pünktlich sein, damit wir um 2 los fahren können um die Fähre nicht zu verpassen. Tony und Marco kauften sich Jacken für den kalten Norden. Marcos Jacke war der Hammer. So n Eskimoteil. Mit Kapuze auf dem Kopf sah er aus wie Kenny aus Southpark. Was wurde da gelacht... hehe... sehr lustig.

Aber der einzige der noch fehlte war... na???... japp, Jörg der Tourmanager. Der kam dann so um 4 oder so...

Dann gings los. Da ja kein Konzert anstand an dem Tag wurde ordentlich gefeiert im Bus.

Die Fähre ging aber um 1:20 Uhr los und wir mussten bis 7:30 dort verweilen, weshalb wir uns dann doch ins Bettchen schmeißten um nicht komplett aus den Latschen zu kippen.

Am Wasser (Nordsee) angekommen wurden wir dann aus dem Bus gescheucht, da man auf diesen Fähren nicht im Gefährt bleiben darf. Scheiße war es da kalt. Die Stimmung wurde aber sehr gehoben, als sich jemand im vollen Lauf etwa 30 Meter von uns entfernt so dermaßen auf die Fresse legte, dass er nicht mehr aufstehen konnte. Tja, wir sind schon gemein. Aber das sah zu gut aus... hehe... Wir sind halt doch evil wie Sau... höhöhö... ;)

Endlich auf der Fähre (wir waren ja schon in Dänemark) fiel allen, die noch nie auf so einer Fähre waren (ich inklusive) erst mal das Kinn auf den Boden. Man stellt sich ja viel unter dem Wort „Fähre“ vor, aber so was. Ich dachte da immer an ein Holzfloß mit nem langen Stock zum vorankommen oder an ein schickes Bötchen mit Bänken und Fenstern zum Wasser glotzen.

Aber nein, das war ja wie in nem Luxushotel. Hunderte von Spielautomaten, Internetautomaten, ein riesiger Supermarkt. Wechselbude, sogar n fettes Kino mit den neuesten Filmen, Restaurants, Cafes, Bars, hotelmäßige Anordnung von Zimmern mit Betten und so weiter. Der Hammer sag ich euch. War 10 stöckig das Teil...

Wir haben uns für ne Bar entschieden. Natürlich ;) . Irish Pub mäßig war das. Da spielte sogar ne Live Band. Unglaublich so was. Also gesoffen wie die Sau. Dummerweise hatte uns niemand gesagt, dass die auch um 4 morgens schließen. Die Security schmiss uns raus und da saßen wir nun wie die Vollidioten. Die Zimmer kosteten 63 Euro. Pfffffffft.....

Alles war zu nur die Getränkeautomaten gingen noch.

Ein Norweger laberte uns so penetrant voll, wie viele minderjährige er schon gebumst hat, dass es mir schlecht wurde und ich holte mir ne Cola am Automaten. Hatte ich zumindest vor. Aber wer mich kennt, weiß, dass dieser schwule Gott mich wohl am meisten hasst und mir bei jeder Gelegenheit mit Anlauf in die Klöten kickt.

Ich werfe die dänischen Kronen (oder den chronischen Dänen; ich weiß es nicht mehr) in den Automaten (Evil Ass war dabei), drückte den Knopf mit dem Spruch „Alda isch brauch jetzt ä Koolaaah...“ und diese verfickte Dose klatscht unten im Auffangfach auf, explodiert und duscht mich von oben bis unten mit klebriger Cola ab. Was hab ich geflucht. Evil Ass hat sich natürlich den Arsch abgelacht und ich hab mir fluchend nen anderen Automaten gesucht. Das war auch noch teuer wie Sau...

Als ich dann zurück kam, könnt ihr euch sicher vorstellen was passierte. Evil Ass hatte das natürlich allen anderen erzählt und das dumme Björnsche stand da und wurde erst mal 3 Stunden am Stück ausgelacht... Wunderbar...

Nun ja. Irgendwann wurden wir auch den nervenden Norweger los, setzten uns gemütlich hin und erzählten, bis wir endlich wieder an Land waren und in den Bus konnten. Am Zoll gab es noch Probleme mit dem unfreundlichen norwegischen Zollpack, aber das interessierte keine Sau mehr. Alle waren zu müde um sich überhaupt noch über irgendwas aufzuregen.

Dummerweise wollte ich noch die norwegische Landschaft sehen, weshalb ich nicht gleich ins Bett bin. Und es hat sich gelohnt. Meine Fresse is das geil da oben. Sehr viele Seen mit Steinen mittendrin. wunderbare Wälder und Berge. Echt der Hammer. Was mich aber sehr verwunderte: Überall verdammt waren Schafe. Ohne Scheiß. Wir sind sicher 2 Stunden durch die Landschaft gefahren und die war verdammt noch mal voll mit Schafen. Mehmet hat seine Kondome und sein Dönermesser gleich mal rausgeholt, die alte Drecksau... hehe ;)

Aber auch die schönste Landschaft lässt einen irgendwann los, wenn man bedenkt, dass man Abends auf die Bühne muss. Also ab in die Koje...

18.10’05 Norwegen, Sandnes, Tribute Club:

Nachdem ich erwacht war, stieg ich in schwankendem Gang die Bustreppe hinab, wo schon einige wieder saßen. Wir standen an ner Tankstelle kurz vor Sandnes. Selbst dort war die Landschaft unglaublich. Ein geiles Land. Aber arschkalt. Hab ich gefroren...

Von dort aus ging es weiter zum Club. Kurz davor, standen wir erst mal ewig und Jörg und Raik rannten durch die Gegend um den Club ausfindig zu machen. Wir saßen im Bus und begafften die norwegischen Mädels die dort vorbei liefen. Sehr hübsche Frauen. Nur die haben anscheinend ein großes Schuhproblem dort. Da hatte ja eine hässlichere Schuhe an als die andere. Brutal so was. Sorgte aber abermals für Belustigung innerhalb des Busses. So was nennt man wohl dann Kulturschock... hehe...

Endlich am Club angekommen merkte man sofort dass die Leuts da oben anders drauf sind als hier. Dort is wohl fast jeder evil. Is ja unglaublich; selbst die Begrüßung war eher ne Morddrohung. Die schauen einen an, als ob man gerade deren Mutter vergewaltigt hätte. Solche Blicke ist man ja eigentlich nur von Ex Freundinnen gewöhnt. Sehr seltsam. Jetzt verstehe ich auch, warum es da so viele Black Metal Bands gibt. Aber man kann’s auch übertreiben.

Nunja, nach dem Aufbau gab es was zu essen und es wurden wieder ein paar Bierchen getrunken. Und Tee für die Sänger, denen die Erkältung doch sehr zu schaffen machte.

Das Essen war seltsam aber mir hat es geschmeckt. Echt jetzt. Man kann es sich kaum vorstellen aber es war echt gut. Achtung: Reis mit Gulasch in... ... ... tätää... Erdnuss-Soße.

Wirklich, ihr habt euch nicht verlesen. Das war gut...

Der Club war eher so was wie ne Kneipe. Sehr klein, mit ner Säule direkt vor der Bühne und nem Geländer an letztgenannter. Seltsam aber auch irgendwie cool. Die Lichtshow war der Hammer für so nen kleinen Club. Es waren etwa 35 zahlende total eingefrorene, extrem böse Black Metal Fische da. Außer böse durch die Gegend zu guggen haben die sich so gut wie gar nicht bewegt. Wir mussten anfangen an dem Tag. Ok, kein Problem, war eh so was wie ne Probe, da keine Sau da war. Dave kam auf die Bühne und half mir beim Einstellen des Gitarrenverstärkers. Und siehe da: Ich hatte plötzlich nen Hammer Sound. Wohl auch kein Wunder. Nach dem Soundcheck sagte mir noch Dave, dass es jetzt richtig geil klingt vorne in der Gesamtheit mit Peter. Also konnte es ja losgehen. Ich hatte meinen Spaß auf der Bühne. Kein Stress und nix dergleichen. Es gab Applaus ja und es gab sogar zwei Banger. Mit dem Kopf haben auch einige leicht gewippt, ohne aber von ihrem bösen Blick abzulassen. Aber Konzert kann man das wohl nicht nennen. Eingefrorene Deppen sag ich da nur... Aber sie haben gesoffen. Und das obwohl in dem Club ein 0,33 Bier um die 10 Euro kostete. Die müssen ja Kohle haben. Zum Glück bin ich ein verfickter Rockstar und bekomme immer alles umsonst.

Nach dem „Auftritt“ musste ich pissen wie ein Elch und da ich ja gut erzogen bin, hab ich das nicht an der Bar gemacht, sondern auf dem Klo. Dort standen 3 evil Black Metaler mit langen Ledermänteln und schauten mich kurz böse an. Dann laberten sie mich plötzlich voll, wie toll sie doch Tombthroat finden und wollten unbedingt ein Foto mit mir machen. Ich hab die mal gefragt, ob das normal sei, dass man nur rum steht und dumm... äh... sorry.... böse durch die Gegend kuckt obwohl man die Band gut findet. Und sie meinten nur: „Yes, that’s Norway...“

Was n Scheiss...

Lifthrasil nach uns erging es nicht anders. Schade, denn auch sie gaben sich wie jeden Tag Mühe...

Bei Vital Remains wurden einige sogar n bissl wärmer und haben gebangt und geschrieen... Na also, geht doch...

Danach haben wir wie immer schnell abgebaut und hatten dann noch etwas Zeit. Diese nutze ich (ich war mittlerweile so betrunken, dass ich mich was traute, aber nicht peinlich voll) indem ich mich zu nem Mädel setzte das gerade mit so nem Evil Typen laberte. Die waren auf einmal brutal nett. Wir stießen an und sie sagte mir, dass sie uns toll fand und mein Gitarrenspiel super sei... Plöpp... da ging mir das grinsen durch die Fresse, da ich weiß, dass ich nicht gut spiele und bei den Schmerzen ja erst recht nicht. Aber mir soll es recht sein.

Sie sagte mir auch sehr „auffällig“ (wenn ihr versteht), dass der Typ „nur“ ihr Bruder sei. Ich merkte schnell, dass ich wieder bei nem Groupie gelandet war. Sie zeigte mir, dass sie deutsch in der Schule gelernt hatte. Toll... Das wusste ich auch nicht, dass Norweger deutsch in der Schule lernen. Ich habe ihr dann noch 2 Bier ausgegeben (war ja umsonst) und schon war ich ordentlich im Rennen... Die hat mir doch tatsächlich, ohne ein Wort der Vorwarnung zu verlieren, über das komplette Gesicht geleckt... War ich erschrocken, das könnt ihr mir glauben. Die is ran gegangen wie die Sau. Und ihr Bruder stand nur auf und grinste fett... hehe... Norweger sind komisch.

Aber da war auch schon Jörg und meinte ich soll mich beeilen wenn ich bumsen will, denn der Bus fährt in 5 Minuten. Nunja, wie oben erwähnt bin ich wohl blöd wie Sau. Sie hat mir noch mal ordentlich über das Gesicht geschlabbert und mir ihre ganzen Daten (Telefon-Nummer und Adresse) gegeben und gesagt, ich soll sie kontaktieren und sie kommt mich dann in Deutschland besuchen..

Ich dachte nur: „Was zur Hölle is denn los? Träum ich oder haben Frauen echt so wenig stolz, dass sie mit jedem ficken, nur weil er in ner Band spielt und auf Tour is???“

Aber ich beschwere mich da sicher nicht. Die Natur will dass Menschen bumsen, also warum dagegen wehren... ;););) Aber ich Depp bin ja so blöd und bin unnötigerweise „treu“ wegen ner Frau die mich verarscht während ich auf Tour bin... oder so... nunja...

Nach ein wenig Stress mit ein paar der Typen, die mit fahren wollten nach Oslo (super Idee) und es nicht rafften, dass das im Tourbus nicht geht, ging es auch schon weiter. Das sind echt lange Strecken in Norwegen gewesen, weshalb wir immer so schnell wie möglich nach den Konzerten losfuhren. Schade um die Mädels und die Partys mit den Eingeborenen, aber so ist das Tourleben halt...

Lange haben wir da aufgrund der langen Reise nicht mehr gemacht. Sind schon bald alle ins Bett und haben gepennt, bis wir in Oslo ankamen...

19.10.’05 Norwegen, Oslo, Gamla Club.

Ich erwachte wieder direkt vor dem Club. Als ich ausstieg aus dem Bus, dachte ich zuerst: „Scheiße, die Norweger sehen ja alle gleich aus...“. Kurze Zeit später stellte sich aber heraus, dass das der Promoter für alle drei Norwegen-Konzerte war und auch überall anwesend war. ;). Der Typ schreibt auch für das Eternal Terror Magazin aus Norwegen und hat uns für „out of the tomb“ 2 von 10 Punkten gegeben... Aber auch dazu später mehr...

Der Club in Oslo war sehr groß im Gegensatz zu den beiden Minidingern in Sandnes und Walterhausen. Dafür aber auch nicht so gemütlich.

Da bemerkte ich gleich mal wieder wie unfreundlich ein Grossteil der Norweger ist. Ich stand da mit nem gemütlichen Bierchen aus dem Bus im Club und da kam einer angerannt und schrie mich brutal an als ob ich gerade seine Frau gefickt hätte, dass man in dem Club kein anderes Bier trinken darf außer dem dass er verkauft und hat mich aus dem verfickten Drecksladen rausgeschmissen. Ich war kurz davor, ihm meine Bierflasche in den Hals zu schieben. Arschloch, blödes... Aber ich bin ja nett und scheu und bin dann halt raus.

Als ich wieder rein kam, standen 2 Bier vom Club auf dem Tresen und ich bekam erzählt, dass die für mich seien, weil der Typ grad ordentlich auf die Fresse (verbal) bekommen hatte von unseren Betreuern... Von wem genau kann ich nicht sagen... Aber es war wohl nicht sonderlich nett... hehe. Der Arsch hat auch kein einziges Wort mehr den ganzen Abend zu mir gesagt. Nun ja, einer mehr auf meiner unendlichen Liste ;)

Da heute das Konzert erst um 22:00 Uhr losging (scheint in Oslo normal zu sein trotz 4 Bands), gingen wir alle duschen. Dafür wurde extra in einem nahe gelegenen Hotel ein Zimmer gemietet. Coole Sache... hehe. Da fühlt man sich gleich noch mehr wie ein Rockstar… Das tat mal wieder sehr gut…

An diesem Tag bekam jeder ein Whopper Menü, weil die in dem Club nicht für uns kochten. Wie ja bekannt ist, liegt so was schwer im Magen und es wird einem eigentlich immer schlecht davon, weshalb danach auch alle jammerten (auch ich) wie Scheiße wir uns doch fühlen... hehe... Scheiß Ami-Fast-Food-Dreck... ;)

Anderes Thema. An diesem und am darauf folgenden Tag hatten wir eine Supportband aus Norwegen dabei. Diese nennt sich Zeenon und da spielen 2 unglaublich hübsche Mädels mit. Gitarristin und Sängerin. Eigentlich noch eine Bassistin, die is aber im Moment trächtig, weshalb der Bassist von Blood Red Throne aushalf. Die kennt man ja hier in Deutschland auch und, meine Fresse hat der es drauf. Ein Vieh am Bass. Unglaublich!!! Der könnte auch bei Necrophagist spielen. Ich hab mich mit ihm unterhalten und er hat mir erzählt, dass er 4 Jahre Bass studiert hat an der Uni. Der Typ hat mit 8 Fingern getappt. Der Hammer...

Als das Konzert los ging, war die Bude plötzlich gerammelt voll. Zeenon scheinen in Norwegen doch schon um einiges bekannter zu sein als im (von dort aus gesehenem) Ausland. Ich stehe nach wie vor nicht so auf Grunzgesang von Mädels, aber das war echt nicht zu verachten was die da auf der Bühne veranstalteten. Gebangt, sehr guter Schlagzeuger, mit dem ich mich auch noch ausgiebig unterhielt, Hammer Bassist und moderne Death Metal Liedchen. War schon cool irgendwie...

Ich hätte mich ja gerne noch n bissl mit den hübschen Mädels von Zeenon unterhalten; aber das war unmöglich. Tony is so ein Stelzbock. So was habe ich ja noch nie erlebt. Außer hier bei nem Typen, dessen Namen ich nicht nennen will. Nur das Tony nicht wie n Vollidiot Füße küsst wie dieser eben erwähnte, sondern der geht ran wie die Sau. Da hat man echt keine Chance dagegen. Auch dazu später mehr wenn ich mich dran erinnere. Da hat es für mich nicht mal für ein „Hallo“ gereicht... hehe... Alter Stelzbock... Kaum war n Mädel zu sehen, warf er alles weg und legte los... ;). Cooler Typ...

Danach spielten Lifthrasil. Das hat so gut wie keine Sau interessiert. 90 % gingen an die Bar zum saufen und evil sein. Die anderen standen vor der Bühne und schauten böse durch die Gegend.. Ts... Echt Schade für die Jungs.

Ich dachte für uns kann es ja nur besser werden. Aber Pfffffft....

Bei uns waren dann halt 89 % an der Bar zum Saufen. Komische Leute. Bezahlen nen Haufen Kohle (Um die 20 Knüppel dort oben) und stehen nur an der Bar zum saufen...

Na ja, wenn sie das toll finden. Sollen ihnen die Ärsche einfrieren... Obwohl, das sind sie ja eh schon...

Bei Vital Remains kamen sie dann alle wieder rein. Natürlich und auch verständlich. Da „ging es plötzlich ab“. Verhältnismäßig. VR war gut wie immer. Aber die Leute... nuja... ich sag nix mehr... Luftpumpen...

Die Stimmung danach war auch nicht gerade die beste. Im Bus hab ich mich dann noch mit dem Gitarristen von „The All Seeing I“ unterhalten. Hab ich noch nie gehört, aber da spielt auch der Blood Red Throne Bassist und der Zeenon Schlagzeuger mit. Nunja. Dieser erzählte mir, dass in Sandnes zwei Dissection Leute waren. Vom letzten Line Up. Die hätten ihm erzählt, dass das Konzert der Hammer war und die Bands super gewesen wären. Und sie hätten sich mit dem Tombthroat Gitarristen mit dem längsten Bart in Europa fotografieren lassen. Soso, die waren das also... hehe... Wenn die so was ein „geiles Konzert“ nennen... ähem... nun ja... Aber was machen Schweden in Norwegen? Nuja...

Danach haben die Tourbands noch ein paar gemeinsame Bierchen im Bus getrunken während der Fahrt, kaum was gesprochen und auch schnell ins Bett. So was is halt echt Scheiße. Solche Konzerte. Auf nach Trondheim. Kann ja nur besser werden...

20.10.’05 Norwegen, Trondheim, Rock City Club:

...und es wurde besser. Auch wenn wir mal wieder ordentlich Pech hatten. Aber zuerst muss ich mal sagen, dass ich mich hier zum ersten mal „Im Ausland“ fühlte. Sandnes könnte ein Hinterhof in Mannheim sein. Der Gamla Club in Oslo war in der Innenstadt, die aussah wie die in Mannheim oder Heidelberg. Aber hier war das anders. Gemütliche Gassen, diese bekannten Holzhäuser von den Postkarten (fast ausschließlich), Norweger mit „Norweger Pullis“, Kleine Flüsse mit schönen Brückchen. Reisige Kirchen und Steine mitten in der Stadt... Ja, Trondheim is schön...

Nach dem ausladen wurde der Bus wieder weggefahren, weil vor dem Club kein Platz war. Nicht allzu weit, aber nicht vom Club aus zu sehen. Der Club heute war auch der Hammer. Direkt am Fluss auf Stämmen, die nicht wirklich stabil aussahen. Ein Uraltes, komplett aus Holz bestehendes Gebäude. Was ich vergessen habe zu erwähnen: In Norwegen und Schweden ist es verboten in den Clubs zu rauchen wenn diese geöffnet sind. Aber hier ist es komplett verboten. Verständlicherweise. Sah eher aus wie ne nette uralte Kneipe oder so. Oder ein kleines uraltes Theater. Unten ne Bühne und n bissl Platz. Oben dann noch mal so amphitheatermäßige Sitzreihen. Das machte mich dann auch ein bisschen nervös. Wenn man auf der Bühne steht und die Leute schauen von oben runter... Na ja, aber ich konnte das dann später doch verdrängen...

Was sehr lustig war, zumindest für alle bis auf Tony, war, dass Tony im Bus gepennt hatte während dieser an vorher besprochener Stelle geparkt wurde und keiner hatte ihm Bescheid gegeben wo er hin muss. hehe... hehe... Er kam zum Club (etwa 3-4 Stunden nach dem parken) und regte sich auf wie die Sau. Er erzählte, er sei ausgestiegen und stand vor ner riesigen Kirche, laberte die Leute an, aber die seien ängstlich schnell weiter gelaufen. hehe.. Er entschied sich nach rechts zu laufen (der Club war aber links)... zu geil... Irgendwann, hat er es dann geschafft jemanden zu treffen, der nicht vor ihm wegrannte und dieser erklärte ihm dann wo der Club ist, nachdem Tony ihm auf seinem Tour Shirt zeigte wo er heute spielen soll... hehe... hat der sich aufgeregt. Und ALLE anderen standen um ihn herum und haben sich den Arsch abgelacht... hehe... „I’m scarring the people... Every fuckin’ Cocksucker ran away…” Hehe… Ein Mordsgelächter…

Es gab heute keine belegten Brote. Nur Chips, Obst und dergleichen. Später aber dann doch ein warmes Essen. Und was für eins... hehe...

Wir latschten in den ersten Stock in so was wie ein Restaurant. Mit Klavier, langen Tischen mit jeweils 10 Mann pro Seite auf sehr edlen Stühlen und sehr edlen Decken auf den Tischen. Der Raum war komplett nur mit Kerzenlicht beleuchtet. Sehr romantisch.. hehe.. 20 grölende und scheißelabernde Metal Typen in so nem Raum. Da wurde gleich mal n bissl gefilmt... hehe...

Man konnte sich was zum trinken bestellen und dann kam das „Essen“. Schmeckte wie Salz-   Lasagne mit gegorenem Fisch oder so. Dazu Kartoffelbrei und Salat. Das war ja echt ekelhaft. Was für ein Fraß... Aber ich muss mich wiederholen. Das ist Rock ‚n’ Roll. Ich hab’s mir schlimmer vorgestellt...

So nun zu dem vorhin erwähnten Pech. An diesem Tag spielte in Trondheim eine angeblich in Norwegen sehr bekannte und beliebte Metal Band, die sich vor einigen Jahren auflöste und sich nur für diesen einen Gig reu(ri)nierte. Sehr toll. Das machen die natürlich an einem Donnerstag wenn wir in der Stadt sind. Wunderbar...

Nunja, heute nutze ich meine Chance und laberte die beiden Mädels von Zeenon an. Sehr nett die beiden. Eine kann sogar n bissl deutsch. In der Schule gelernt. Aber das war ihr peinlich, weshalb ich dann doch in englisch mit den beiden labern musste. Aber kein Problem. Hat einigermaßen funktioniert. Die konnten es nicht glauben, dass ein Deutscher Björn heißt. Sie haben 10 mal nachgefragt, ob ich sie nicht verarsche... „Hey, come on, thats a nowegian Name... not a german…” Stimmt ja nicht ganz, is ja eigentlich schwedisch soweit ich weiß. Aber irgendwann haben sie es geglaubt. So, hab mich also mit Linn (Sängerin) und Linda (Gitarristin) ein bissl unterhalten. Aber auch nicht lange, da sie ja bald auf die Bühne mussten. Heute hatten Zeenon die Arschkarte. Kaum eine Sau war da, was die anderen Bands dazu animierte sich vor die Bühne zu stellen und ein bissl mit dem Kopf zu nicken und zu klatschen. Allen voran natürlich Stelzbock Tony. Die Mädels haben wieder nen guten Gig hingelegt und der Bassist ist einfach unbeschreiblich gut an seinem Instrument....

Danach kamen wir dran und plötzlich wurde es ein bisschen voller. Man kann sagen, das war der erste richtig geile Auftritt für Tombthroat auf dieser Tour. Vor der Bühne ging es verhältnismäßig ab. Zwischen den Lieder musste ich Hände schütteln und es gab Ausrufe wie „You rule...“ Das macht mich stolz, glaubt es mir. Auch oben waren viele Leute inzwischen, die sich das ganze anschauten und über die Brüstung bangten. Hat cool ausgesehen...

Man merkte sofort wie viel besser man spielt und „performt“ wenn man auch was vom Publikum zurück bekommt. Selbst die Schmerzen in meinem Arm waren bald vergessen und wir spielten uns in Ekstase. Wir mussten 2 (!!!) Zugaben geben an diesem Tag. Dave und Linda standen direkt vor mir und haben mich beklatscht und mir die Hand gegeben. Ja, ich hab mich gut gefühlt. So richtig gut...

Am gleichen Tag hatten mir auch Dave, Anthony und Tony gesagt, dass sie die Musik von Tombthroat richtig geil finden. „Kein Firlefanz oder dergleichen. Direkt in die Fresse... Echt ziemlich cool...“ Das waren ihre Worte, wenn ich das mal frei übersetzen darf. Das musste ich jetzt schreiben, denn das macht mich unglaublich stolz...

Da kommt sogar in mir wieder der Fan raus...

Nach uns waren Lifthrasil dran. Auch die haben heute ordentlich gerockt. Sehr gut gemacht und die Leute fanden es auch super. So muss das sein. Allerdings kam beim zweiten Lied die hübsche Linda zu mir und begann sich mit mir zu unterhalten. Ja, wir haben uns sehr gut unterhalten... ja... ja... ja... ähem... Und lange... Und intensiv.. und so weiter... nunja... „You are my favourite guy...“ sagte sie zu mir. Und noch viel mehr der gleichen… Aber wie bereits mehrfach erwähnt, ‘s Björnsche is ganz schön dumm und denkt in solch beschissenen Dimensionen und an Frauen an die er gar nicht denken sollte, dass er auch das wieder nicht hinbekommen hat. Pffffft... Nunja, sie hat mir ihre Nummer und ihre Adresse gegeben und ihr werdet es nicht glauben. Heute kam schon ne 10 Seiten lange Email von ihr an mich, obwohl ich ihr nicht mal meine Adresse gegeben habe. Sie hat wohl n bissl recherchiert. Ich werde doch nicht mal n Mädel beeindruckt haben??? Ich habe ihr erzählt, dass mir das auf die Nerven geht wenn Weiber Kerle nur toll finden weil sie Gitarrist der Band sind und sie sagte dass sie das genau so sieht... Hm... seltsam seltsam... ;););) Das kann’s ja dann nicht gewesen sein...

Nunja, wir haben an diesem Tag ordentlich Merchandise verkauft und ich wurde auch ordentlich von „Fans“ vollgelabert... Immer wieder lustig was die so sagen... hehe...

Joa, dann waren mal wieder Vital Remains an der Reihe. Und siehe da. Das andere Konzert war wohl vorbei. Denn plötzlich strömten die Massen in den Club. Meine Fresse war es da voll auf einmal. Ich holte Linda und mir noch n Bier (denn komischerweise bekam ich alles umsonst und sie nicht, obwohl sie ja auch an diesem Tag spielte) und wir sahen uns das Spektakel zusammen an. Und auch auf die Gefahr hin, dass ich mich hier zum hundertsten mal wiederhole und euch nerve. Schon wieder der absolute Hammer. Der absolute Wahnsinn diese Band.

Marco signierte an diesem Tag seine ersten Titten. Das machte ihn wirklich extrem glücklich.. hehe... und er bat mich das doch bitte mehrfach zu fotografieren. Mit ihm zusammen und nur die Tüten... Das Mädel war alles andere als schüchtern und schleimte Marco voll wie die Sau... Aber der hat sein Mädel zu Hause und macht da nüschd...

Dann ging es mal wieder an die Schlepperei. Is aber alles gar nicht so wild. Wir waren ja genug Leute. Allerdings bekam ich ordentlich Ärger mit dem Rene und dem Jörg, weil ich mit meinem kaputten Arm schwere Sachen trug und dann haben sie mir es für diesen Tag komplett verboten zu helfen... na ja... da hab ich mich nicht wirklich gegen gewehrt... hehe ;). Also wieder zurück um mit den Zeenon Leuten zu reden. Diese waren aber auch grad am packen. Also hab ich halt einfach weiter Bier getrunken...

Als alles verstaut war, haben wir dann noch n paar Fotos zusammen mit den Leuten gemacht und ich hatte plötzlich Linda im Arm... ähem... Nunja... komisch... Wurden immer weniger Leute um uns rum... Gugge, glotze... gugge... Und schon kam Jörg in seiner unglaublich coolen Art angelatscht und meinte: „Verabschiede dich endlich und schaff dich in den Bus. Du hast eh keine Zeit mehr zum ficken...“ Dreht sich um und geht in den Bus. Ich liebe diesen Kerl echt; ein super Typ... Und das meine ich jetzt nicht in der Homoart, bevor wieder einige anfangen dumm zu kichern...

Naja, schnell verabschiedet und weiter ging’s. Die Stimmung war heut echt geil und es wurde wieder ordentlich gefeiert und gesoffen im Bus... Wir hatten es uns echt verdient. Geiler Tag...

Jetzt wurde es brutal. Zumindest für den Fahrer. Denn wir hatte um die 800 Kilometer bis nach Göteborg in Schweden... Los ging es... Wir feierten...

21.10.’05 Schweden, Göteborg, Musikens Hus:

Also von Schweden hab ich leider kein Stückchen Natur gesehen. Ich hab die komplette Fahrt verpennt. Direkt vor dem Club bin ich aufgewacht. Und weiter ging es mit der Tragerei. Einarmig dieses mal, weil ich sonst wohl von Rene auf die Fresse bekommen hätte ;). Ein großer Club und ich dachte, dass der sicher voll wird bis hinten hin, weil ja alleine 80 % der Bewohner in Metal Bands zu spielen scheinen. Aber nix war... Scheiße war’s.

Wieder die selbe Prozedur. Belegte Brote fressen, Soundcheck machen, aufs Klo gehen, duschen. Eine Tussie hat sich auf dem Hof gleich mal von allen die Titten signieren lassen... Wenn’s sein muss.. hehe ;)

Marco lief die ganze Zeit durch die Gegend und rief :“ I had signed titts...“ Oder so ähnlich... Mein Englisch ihr wisst ja... Das durften wir uns für den Rest der Tour anhören... hehe... er war sehr stolz darauf... hehe

Nunja, irgendwann gab es dann auch warmes Essen. Reis mit Gulasch. War erträglich. Nicht wirklich gut, aber auch nicht wirklich schlecht...

Danach hab ich mich mit den Leuten von Bloodride unterhalten. Nette Leuts, wenn auch n bissl komisch. Fressen die ganze Zeit so seltsame Tabakpackete... Komisch...

Wir hatten Dosenbier und los ging’s...

Allzu viele Gäste waren nicht da. Eher das Gegenteil. In dem Club darf man nicht nur nicht rauchen, sondern auch keinen Alkohol im Konzertsaal trinken. Das führte dazu, dass alle an der Bar waren und soffen und keine Sau war im Saal.

Die Supportband an diesem Tag war Nominon. Einige werden sicher schon mal zumindest den Namen gehört haben. Da war noch einiges mehr los, da die in Schweden anscheinend auch n bissl bekannter sind. Cooler Death Metal. Schwedisch halt. Schon Millionen mal gehört, absolut unspektakulär. Aber halt gut gemacht... Klingen wie alte Entombed und Dismember... Schwedisch halt...

Danach mussten Lifthrasil ran. Das hat so gut wie keine Sau interessiert. Sehr Schade und ich erwartete Schreckliches für Tombthroat. Und ja, es war so. So gut wie keine Sau hat ihren Arsch in den Saal bewegt. Vielleicht 30 Mann, vielleicht ein paar mehr. Erbärmlich. Ne hammergroße Bühne. n sehr großer Saal und kein Schwein drin... Das tut weh...

Eine Tusse bangte durchgehend, die anderen glotzten permanent auf meine Finger. Ich glaub die wollen mir meine Riffs klauen die Penner. Ohne Scheiß, durchgehend haben die auf meine Finger geglotzt...

Das hat mich nicht wirklich in Begeisterungsstürme verfallen lassen...

Scheiß Konzert...

Danach Vital Remains. Viel mehr los als bei den Vorbands. Aber noch immer erbärmlich. Hätte ich von so einer Metal Stadt an einem Freitag nicht erwartet... Ich war mittlerweile im Backstageraum, um mir n Bierchen zu holen. Plötzlich ein brutaler Alarm... und... ja... alle Türen waren dicht. Brutal laut und s Björnsche ist ganz alleine im Backstageraum eingesperrt. Das macht Spaß, das sag ich euch. Nach langem rütteln und treten gegen die Tür, hab ich mich halt hingesetzt und mein Bier getrunken... nach ner viertel Stunde akustischen Terrors, wurde die Tür von etwa hundert Feuerwehrmännern geöffnet die mich auf schwedisch zu laberten. Tja, ich hab denen irgendwie weis gemacht, dass ich deutscher sei und sie haben mich nur abfällig angeschaut... Draußen brannte ein Aschenbecher... Sehr toll... Scheiß Tag...

Noch n bissl mit Schweden vor dem Club gelabert bei ner Kippe. Die uns natürlich super fanden... (Schleimer...), ab in den Bus. Da die Fähre nach Dänemark aber nicht weit weg war von dort, haben wir dort auf dem Parkplatz im Bus übernachtet. Noch n bissl mit den Bloodride und den Nominon Jungs gesoffen und gelabert und dann aufgrund schlechter Stimmung ins Bett verzogen.... Punkt... Der beschissenste und depremierendeste Tag der gesamten Tour...

22.10.05 Dänemark, Aarhus, Musicaafen:

Am nächsten Morgen wurden wir dann wieder an der Fähre (woanders als vorher natürlich) geweckt und die Stimmung war immer noch nicht sonderlich gut. Die Fähre war auch nicht zu vergleichen mit der letzten. Aber nunja. Hunderte von nervenden Kindern und Erwachsenen, die an den scheiß Spielautomaten daddelten und was weiß ich noch alles. Wir haben uns dann in eine Bar in die Ecke gesetzt in der ein Typ mit Gitarre die Gäste unterhielt. Plötzlich sagte der, dass ein paar Biker und Rocker aus den USA und aus Germany an Board seien, die gerade auf Tour sind. Der meinte echt uns. Warum jetzt Biker weiß ich auch nicht. 2 von Lifthrasil sind zwar Biker, aber das kann der doch unmöglich gewusst haben. Na ja... er meinte dann, dass er gerne was von Maiden oder Motörhead für uns spielen würde (ins Mikro, nicht direkt zu uns) aber dass das die Leute wohl hier nicht kennen würden. Deshalb spielte er Neil Young. Auch nicht so schlecht... Immerhin nur für uns Rocker... hehe ;)

Wir haben dann versucht da zu pennen in der Ecke. Das hat nicht wirklich funktioniert. Zum Glück war die Fahrt nur etwa 3 Stunden lang... Zurück an Land haben wir noch ein paar Bierchen getrunken und uns dann noch für kurze Zeit in die Kojen geschmissen. Aarhus war ja nicht so weit...

In Aarhus im Club wurden wir gleich wirklich sehr freundlich begrüßt, was wir ja schon gar nicht mehr gewöhnt waren nach den ganzen Evil Typen da oben. Sehr schön. Getränke waren auch schon im Kühlschrank und wir bekamen auch schnell (nach der Schlepperei versteht sich) geschnittenes Baguette mit einer Menge Schalen mit verschiedenen Sachen drin wie Salsa, Thunfischsalat, Eiersalat, komische Maispampe und so weiter. War cool.

Zu Gast waren heute n paar von Illdisposed. Gut zu wissen dachte ich. Das sind keine Black Metal Typen die nur blöd rum stehen. Vielleicht animiert das heute mal das Publikum und ich sollte recht behalten...

Nachdem wir in dem angelegenen Restaurant speisten (nach Karte sogar) und ich mich dummerweise für nen Burger entschied, der nach absolut gar nichts schmeckte (Paul hat meinen Rest gegessen und meinte „Tastes like cow. Thats good...“), obwohl es viel geilere Sachen gab, wurde mir gesagt dass der Club restlos ausverkauft sei... Sehr cool.

Leider mussten wir als erster auf die Bühne. Aber drauf geschissen. Der Laden war voll bis hinten hin. Die Leute sind bei uns abgegangen wie die Sau als ob wir Metallica oder was weiß ich was wären. Der Hammer. Die haben uns angeschrieen, gebangt wie die wilden, gemosht wie die Sau, uns die Hand gegeben von unten aus. Das war sehr befriedigend das muss ich sagen... Dave, der seit einigen Tagen immer direkt vor der Bühne stand und sich uns ansah, und Marco der uns bei diesem Auftritt filmte waren mittendrin, haben fast schon am lautesten geschrieen und sind mitgegangen. Ja, ich wiederhole: Das macht mich verdammt stolz...

Unglaublich hübsche Mädels waren auch da, was viele von uns auch nicht vernachlässigten. Unglaublich, dass es so was wirklich gibt...

Danach hab ich mir erst mal wieder ordentlich den Zucker in den Arsch blasen lassen, wie geil doch Tombthroat und mein Bart sei und hab mich dann gediegen voll laufen lassen. Obwohl ich ja alles umsonst bekam und das auch den Leuten sagte, wollten mir doch alle einen ausgeben. Nun, ich wollte sie ja nicht beleidigen und habe dankend angenommen ;).

Lifthrasil waren an der Reihe und das selbe Spiel. Die Jungens waren mal wieder gut und wurden nicht ansatzweise weniger abgefeiert als wir. So hätte echt die ganze Tour sein sollen...

Bei Vital Remains war dann Polen offen sozusagen. Was da los war, war die Hölle. Ein geramme, gebange, gemoshe und was weiß ich noch alles. Echt der Hammer.

Die Stimmung war, trotz Krankheit der Businsassen wunderbar und es wurde gefeiert ohne Ende sollte man glauben. Das war die letzte Nacht im Bus für Lifthrasil und Tombthroat und das merkte man auch. Es wurde gesoffen und es wurde gelacht. Es wurde dumm gelabert und es wurde noch mehr gesoffen. Paul war irgendwann so dermaßen voll, dass er mit seinem geilen unglaublichen Bart bangte und das geilste Zeug ablies, was man sich denken kann... hehe.. wir haben das auf Video. Paul Spackmann is dicht wie die Sau und feiert mit uns als ob es kein morgen gäbe. Ich musste ihm versprechen in Berlin (unser letztes Konzert) mit offenem Bart auf die Bühne zu gehen und er wollte unbedingt noch ein Foto mit mir zusammen, dass er sich dann in seine Küche hängt... hehe... Coole Scheiße man.

„Hey brother...“

23.10.’05 Deutschland, Berlin, K 17:

Dieses mal ist echt jeder erst direkt vor dem Club aufgewacht. Zu viel gefeiert könnte man sagen... hehe... Bis 12 Uhr sollte der Bus geräumt sein. Komplett. Vital Remains bekamen einen neuen an dem Tag, weil dieser für die Graveworm Tour gebraucht wurde und Lifthrasil und Tombthroat waren ja leider an dem Tag fertig mit der Tour. Fragt mich nicht warum...

Tja, das war dann auch gar nicht so einfach. Wenn man bis um 6-7 morgens durchsäuft ist es gar nicht so leicht, um 11 das Bett in dem engen Bus abzuziehen und seinen Kram zusammen zu packen... hehe... hat dann auch sehr viel länger als geplant gedauert. Aber schlecht drauf war deshalb eigentlich niemand. Oder ich hab’s einfach nicht bemerkt... hehe ;)

Im Club standen neben unserem ganzen Equipment, was wirklich extrem viel war, plötzlich auch noch das ganze Gepäck von 20 Mann. Ihr könnt euch sicher vorstellen, was da los war...

Ich hatte schon viel über das K 17 gehört. Klein, keine Sau kommt zu den Konzerten... Schwachsinn. Das is n super Laden. Richtig fette Bühne, großer Saal. Dann der Barraum mit Leinwand, auf der die Bühne durchgehend zu sehen ist. Alles wunderbar. Direkt daneben gibt es ein Wohnhaus in dem die Bands dann übernachten können. Echt super dort. Die Stimmung war allerdings wieder etwas gedrückt. Man hat Freundschaften geschlossen (ja, jetzt werde ich wieder pathetisch), hatte ne echt geile Zeit und plötzlich ist der definitiv letzte Tag. Das bewegt, das macht traurig. Alle. Das war keine gespielte Traurigkeit, das hat man echt bemerkt. Es wurden Adressen ausgetauscht, es wurde sich umarmt. Wie in nem schlechten Film kann man sagen. Oder wie bei so ner bekackten Castingshow. Aber uns war danach und wir haben uns umarmt und fast geflennt...

So, Träne weggewischt und weiter geht’s ;)

An diesem Tag stiegen die zwei neuen Bands zu. Eine italienische und eine kroatische. Komischerweise sollten die auch beide an diesem Tag spielen, weshalb wir nur 30 Minuten und nicht wie sonst 40 hatten. Das fand ich ehrlich gesagt nicht sonderlich berauschend. Außerdem sollten wir ja nach Plan Co-Headliner sein an diesem Tag, worauf ich mich wirklich sehr freute. Aber nix da. Die Kroaten wurden vorgezogen. Warum weiß ich leider bis jetzt noch nicht... Das drückte die Stimmung noch mehr. Außerdem gab es noch Probleme, weil Rene echt beschissen krank und ausgelaugt war und den Rest der Tour nicht mitfahren konnte. Also Stimmung komplett im Arsch...

Die Zeit bis zum Konzert verbrachte ich damit, Bier zu trinken. Vorher ging ich allerdings noch mal duschen und machte den Zopf aus meinem Bart. Ich hatte es ja Paul versprochen. Diese Kackdusche kennt aber nur zwei Dinger anscheinend,. Entweder brühend heiß, oder kalt. Nicht saukalt aber kalt. That’s Rock ‚n’ Roll.. Nunja... ;) Was soll’s dachte ich mir. Letzter Tag, noch mal saufen, ne ordentliche Show hinlegen, noch mal ordentlich die andern Bands (die mit uns auf Tour waren) unterstützen und aus is. Beim Essen, heute gab es Hackbraten mit Kartoffelbrei und Gemüse, echt gut, serviert von überaus hübschen Mädels, sah Paul meinen Bart und wollte sofort das Foto machen. Er hatte wohl vergessen dass er mir schon mal sagte, dass er es für seine Küche bräuchte, für die Wand, denn er sagte es mir noch einmal...

76 Biere später ging es los mit den Italienern. ich hatte die Namen der beiden neuen Bands vorher nie gehört und deshalb auch schon wieder vergessen. Man nennt mich gelegentlich Metal Bibliothek, weil ich alles kenne. Aber die kenne noch nicht mal ich. Nun ja...

So eine übertriebene Bühneshow habe ich ja noch nie gesehen. Aggressivität?, gut, muss sein! Moshen auf der Bühne?, schön, muss auch sein. Aber was die da hinlegten war ja wohl der Abschuss. Die unglaubwürdigste und arroganteste Performance die ich je sah. Verspielt am laufenden Band, extrem verstimmt, schlimmer gepost als Manowar und Metallica zusammen und der Leadgitarrist ging bei jedem Solo vor an die Bühne und machte so als ob er der Käse wäre und spielte eine noch größere Scheiße zusammen als ich... Unglaublich so was. Scheinen ja sehr nette Leute zu sein. Aber so was macht man auf der Bühne nicht. Schon gar nicht wenn man so was spielt...

Sonderlich viel Leute hat es auch nicht interessiert...

Danach kamen Lifthrasil an die Reihe. Und ja, es wurde voller im Saal. Natürlich haben wir uns alle vor die Bühne gestellt um die Jungs zu unterstützen. Der letzte Tag. Auch der Grossteil von Vital Remains war vor der Bühne. Sie haben gerockt. Wir haben sie gefeiert.

Dann kamen wir. Das gleiche Bild. Die Leute fanden uns echt gut, es wurde gemosht und gebangt. Vital Remains und Lifthrasil haben uns direkt vor der Bühne gefeiert und unterstützt und auch die Italiener und die Kroaten waren da, wenn auch an der Seite. Die Bude war einigermaßen gut gefüllt. Natürlich nicht so wie am Tag zuvor wie man mir erzählte als Vader spielten denn die hatten halt den Samstag erwischt und wir den Sonntag. Da war es wohl mehr als klar, dass es nicht wirklich so voll wird. Aber wir können mehr als zufrieden sein...

Lifthrasil hatten sich auf der Bühne von uns verabschiedet und wir haben das gleiche getan. Natürlich. Bedankt bei Lifthrasil, bei Vital Remains, bei der Roadcrew und verabschiedet, laut durch das Mikro. So muss das sein. Pathos hin, Pathos her. Fahrt so ne Tour mit so coolen Leuten und ihr wisst was ich meine...

Danach waren die Kroaten dran. Tja, ich denke das werden sie nie vergessen. Sie haben die Halle fast komplett leer gefegt. Das fand wohl kaum einer wirklich toll. Sah fast schon wie ne Massenflucht aus. Das wird sicher keine schöne Tour für die Jungs. Mehr sag ich dazu jetzt mal nicht...

Wir haben noch mal ordentlich Merchandise verkauft (zumindest verhältnismäßig) und uns noch mal ordentlich voll laufen lassen.

Danach kamen Vital Remains und legten Berlin in Schutt und Asche. Man merkte ihnen schon an, dass sie krank waren. Aber trotzdem haben sie das Ganze professionell und ohne Fehler durchgezogen und den Leuten ne Hammer Show hingelegt... Was ich noch vergessen habe: Tombthroat und Lifthrasil bekamen an jedem Tag ein Lied von Vital Remains gewidmet. An diesem Tag aber wurde nicht nur dieses Lied uns gewidmet, sondern jede Band bekam noch mal ein eigenes. Da könnte einem schon ein Tränchen das Bäckchen runter kullern...

Tja, nach der Show kam dann der echt sentimentale Teil der Tour. Es wurden Unmengen an Fotos gemacht und Videos gedreht. Es wurden T-Shirts getauscht. CDs getauscht, Adressen getauscht und so weiter.

Wir sollten alle in dem anliegenden Wohnhaus übernachten, wo wir uns dann sofort hinbegaben. Alle! Dort wurden weitere Fotos gemacht, gesoffen und melancholisch über die vergangenen 11 Tage geredet. Sehr viele Tombthroat Shirts wurden da getragen. Von Lifthrasil und von Vital Remains. Saucool so was... Ich wiederhole. Das macht mich stolz. Dave und Marco fragten noch nach Gilries für ihre Freundinnen zu Hause. Diese hab ich ihnen natürlich mit gegeben mit der Vorraussetzung, dass sie mir ein Foto schicken, auf dem die Mädels das dann anhaben... Irgendwann kam dann aber die Zeit des Abschieds. Noch einige Umarmungen, Versprechungen und Geschreibseln später wurde es langsam ruhig im Puff und wir legten uns schlafen. Am nächsten Tag hatten wir ja noch ne weite Strecke zu fahren. Zum Glück trinkt Mehmet keinen Alkohol...

24.10.’05 Heimreise:

Tja, am nächsten Tag ist Alex wohl als erster erwacht. Zwar 3 Stunden zu spät aber immerhin. Er und Mehmet holten das Mietauto und wir machten uns fertig für die Heimreise. War gar nicht so leicht, dass alles in das Auto, das wir bei Europcar mieteten zu bekommen, aber auch das haben wir geschafft. Noch mal bei den Lifthrasil Mädels und von Rene verabschiedet, die auch dort übernachteten und los ging’s in das nächste Cafe zum frühstücken. Das haben wir auch ausgiebig getan und dann ging es heimwärts. Wir brauchten echt lange um überhaupt aus Berlin raus zu kommen. Was ne Reisenstadt. So um halb zehn waren wir dann am Proberaum und haben die ganze Scheiße hoch getragen, was ja nach so ner anstrengenden Fahrt auch noch sehr viel Spaß macht und zwischen 10 und 11 waren wir dann auch alle zu Hause.

Ob wir alle glücklich darüber sind kann ich nicht sagen. Ich hätte sehr gerne noch weiter gemacht.

An dieser Stelle noch mal herzlichen Dank und Grüsse an Jörg, unseren Tourmanager, unser Papa und unsere Mama auf der Tour, der uns super betreut hat, Falko, der uns vor der Tour super betreut hat, unsere Plattenfirma, die uns das überhaupt ermöglicht hat, Rene, den Stagemanager, der uns super auf der Bühne geholfen hat, Locke den Tontechniker, der uns den besten Sound hingeknüppelt hat, den wir je hatten, an die Busfahrer Raik und Christian, an Paul, der unseren Kram verkaufte und mir „a girlie for your girlfriend“ (die es jetzt aber doch nicht bekommen wird) schenkte, an die Jungs von Lifthrasil und natürlich an die Jungs von Vital Remains für die beste Zeit meines Lebens... Das werde ich noch meinen Enkeln erzählen, falls ich jemals welche bekommen sollte...

Auf eine neues...

PS: Was ich immer für ein Gerücht hielt, hat sich auf dieser Tournee echt bewahrheitet: Groupies. Es gibt sie wirklich... Und nicht zu knapp. Unglaublich so was... ;);););););););););)

Das nächste mal lasse ich mich da auch nicht mehr lumpen... Außer es wartet zu Hause die Champions League, denn dann spiele ich sicher nicht in der Regional Liga ;)

Björn (Tombthroat)

Links zu den Bands

Vital Remains
Tombthroat
Hidden in the fog
Lifthrasil

Bilder zum Event gibts bei Hell is open