Tverd- Follow the Sun’s way

Nachdem es um Pagan Reign still geworden war, überrascht nun dessen Hauptdenker Vetrodar die Pagan/Folk Metal Szene mit einer neuen Formation Namens Tverd. Seit dem Gründungsjahr 2007 hatten die Ideen genügend Zeit, um zu den jetzigen Songs heranzureifen, sodass mir nun das erste Album der Russen als frisch gepresste Scheibe vorliegt.

Tverd - Follow the suns wayInhaltlich lässt sich auf Grund der nur in Russisch abgedruckten Songtexte leider nicht viel sagen. Den Titeln nach zu urteilen, besingen sie ihre Heimat und deren Natur in Liedern wie „The Motherland’s Heart“ oder „The Spring“. So beruht auch ihr Bandname auf dem Namen ihrer Heimatstadt Tver. „Wide Maslenitsa“ und „To the foreign land…“ sind beispielsweise original russische Folk Texte. Auch wenn ich die Texte nicht verstehe, hat die russische Sprache einen interessanten Klang, welcher bekanntermaßen sehr gut zu dem Genre des Pagan-Metals passt.

Die gemalten Bilder des Covers und des Booklets sind entsprechend den Songtiteln gestaltet. Das Farbkonzept ist für meinen Geschmack jedoch zu überladen und zu kitschig. Dies sollte einem aber beim Hören der Musik nicht weiter stören.

Die enthaltenen zehn Lieder, welche hauptsächlich von Vetrodar komponiert wurden, haben mit einer Gesamtlänge von über einer Stunde gut was zu bieten. Die Klänge der Scheibe gehen in ihre erste Runde. Das erste Lied, welches den englischen Titel „Wolf & Gyrfalcon“ trägt, wird durch den zarten Gesang der Sängerin Svetlana eingeleitet und man weiß sofort worauf man sich eingelassen hat. Im Mid-Tempo gehalten, hört man hier und da Gitarrenriffs im Stile von Pagan Reign. Diese werden tatkräftig von einer Vielzahl von Folkinstrumenten wie Dudelsack, Flöte und Mandoline untermalt, die teilweise sehr dominant klingen. Gesanglich bewegt man sich dabei von zarten, weiblichen über voluminösen, männlichen Klargesängen bis hin zu einer kräftig, kriegerischen Stimme. Anders als die Melodien der skandinavischen oder deutschen Pagan/Folk Bands, sind ihre deutlich an der slawischen Folklore orientiert, sodass die Herkunft offensichtlich ist. Mut zum Experimentieren beweist der letzte Song „Russian Land´s Sorrow“, in welchem zwei DJs mitwirken. Dies ist jedoch meiner Meinung nach hier Fehl am Platz, da die elektronischen Einlagen nicht zum Gesamtbild des Albums und erst recht nicht zum schwebenden und ruhigen Charakter des Liedes passen.

Abwechslung hat dieses Album auf jeden Fall zu bieten, denn von ruhigen, schön arrangierten, instrumentalen Parts bis hin zu kräftig, energiegeladenen Stücken ist alles vorhanden. Nach mehrmaligen Durchläufen lässt sich sagen: Eindrucksvolle Klargesänge und slawische Melodien werden jeden Fan von Arkona, Pagan Reign und Alkonost aufs Höchste erfreuen. Man sollte diese Band auf jeden Fall im Auge behalten.

7 von 10

Laura

Tracklist:

1. Wolf&Gyrfalcon
2. The Spring
3. Wide Maslenitsa
4. The Motherland’s heart
5. …Under the sun’s magic arrows
6. When the steel is being broken
7. A falcon is over Rus
8. To the foreign land
9. Epic metal cantata “The Bogatyr’s gates”
10. Russian land’s sorrow (Kalinov’s bridge)