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Up from the ground Open Air Wir schreiben das Jahr 2006. Die Open Air Saison neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu und um sie würdig zu verabschieden, machten sich am Donnerstag den 24.8.06 fünf Sinsheimer, ein Zusammenschluss aus Heavy Metal Club Demon Seed Mitgliedern und Sleeplesszine Redakteuren, auf den schweren Weg nach Gemünden am Main. Die Oddysee startete morgens gegen 9 Uhr nach einer total durchzechten Nacht, da unser Tobi glaubte einen Tag vor der Abreise Geburtstag haben zu müssen. Was aber eigentlich nicht schlimm war und wir in wunderbarer Partylaune los fuhren. Noch angeheitert vom letzten Tag brach allgemein eine übergroße Vorfreude aus und es wurde gegen 9.30 zum ersten mal angestoßen. Während der Autofahrt die durch Pümpelspaß (Tobis Geburtstagsgeschenk) geprägt war, schafften wir es doch tatsächlich bei Würzburg 30km in die falsche Richtung zu fahren. Zur Freude unseres Fahrers René, der dazu nur eins zu sagen hatte: „Das hab ich kommen sehen...“ Eigentlich total peinlich, da einige Mitreisenden das Festival schon letztes Jahr mit ihrer Anwesenheit beglückten. Gegen 12 Uhr kamen wir dann endlich am Festivalgelände an und konnten dank der genialen SupaMaren, die eine Akkreditierung besaß, mit unserem Ungetüm von Auto auf das Gelände fahren. Dort traf uns halb der Schlag, da wir das ungefähr 5. Auto und 2. Zelt und Anwesende im unteren Bereich der 20 waren. Um diesen Schock zu verarbeiten wurde erst mal auf gute Nachbarschaft angestoßen und ganz kräftig einer getrunken. Bis sich der Platz gefüllt hatte, wurden wir schon vom halben Rhein Neckar Dreieck zum Umtrunk gezwungen und feierten mit dem ganzen Pack (Zitat: Da denk ich mir nix böses, fahr mal nach Gemünden und hab das ganze Pack trotzdem am Hals) eine wilde Sause bis morgens gegen 6. Diese war geprägt von einem kleinen Zwischenfall, der sich auf dem Party.San ereignete, indem sich 2 Jungs im Zelt verkrochen und man irgendwann nur noch ein: „Oh mein Gott! Der ist ja rießen groß... AUA“ hörte. Der UFTG Running Gag war geboren. Dann hieß es fit werden denn um 12.15 sollte ja schon die erste Band die Bühne betreten. Und ein Gewissenhafter Sleepless Mitarbeiter gibt in seinen Job natürlich immer 100%. Also trottete ich irgendwann um diesen Zeitraum aufs Festivalgelände. Dort stattete ich dem Backstage Bereich erst einmal einen Besuch ab und traf schon wieder aber duzend Magazinkollegen (Zitat von oben!). Um 12.15 war es dann soweit TOURETTES SYNDROM betraten die Bühne. Diese Formation bestach vor allem durch die Frontfrau??, (konnte man schon in Wacken nicht besonders gut erkennen) die großen Bewegungsdrang an den Tag legte und mit ihrer quirligen Art das Publikum anzog. Musikalisch gesehen würde das ganze recht gut in die Sparte Extravaganter New Metal passen. Ihren Opener Job haben Sie jedoch gut gemacht, denn die Menge schien sichtlich begeistert zu sein. Danach kamen auch schon „Umbau“ auf die Bühne. Man muss erwähnen, dass Umbau mit Abstand die Beste Formation des ganzen Festivals waren. Wer 13 mal am Tag spielt kann nicht schlecht sein ;). OBSCURA, eine vom optischen her recht junge Band betrat dann die Bühne. Die Jungs spielten netten Extrem Metal, der mich sogar kurzzeitig zum bangen ansteckte. Frontmann Steffen bestach vor allem durch seine Künste an der Gitarre sowie mit seinen stimmlichen Fähigkeiten. Applaus war sehr kurz aber gut. Nach Umbau gingen DRYROT in die Offensive. Sie schafften es zum ersten mal die Menge richtig mitzureißen. Bei solch einem Hardcore Sound ist es aber auch kein Wunder wenn die Menge eine Pit beginnt. Folglich würde ich es als solides Konzert bezeichnen. Dann stand der erste persönliche Höhepunkt für mich an: JACK SLATER. Die Bonner Brutal Deather sind durch Horns Mr. Eyeballz in der Szene bekannt wie ein bunter Hund. Das Konzert wurde allerdings durch Horns Laberflash Attacken beschattet. Ohne diese hätten sie locker noch einen Klassiker reißen können. Meiner Meinung nach sehr nervig aber vom musikalischen Aspekt her packten die Jungs echt einiges brauchbares auf den Tisch. Die Minipit die während dem Konzert entstand war auch ein wirklicher Augenschmaus. Verletzt wurde niemand. Als nächstes standen HIDDEN IN THE FOG auf dem Programm die schon im Vorfeld als Symphonic Black Metal Band bekannt waren, was natürlich großes Interesse hervorrief, da diese Musikrichtung sich etwas schwer tut in Sache live. Diese lenkten allerdings eher die Aufmerksamkeit mit ihrem etwas dunkelhäutigen Sänger auf sich. Sie spielten kein schlechtes Konzert aber leider fehlte bei der ganzen Sache der Kick. Was nun kommt stellte sich als Lachnummer des Tages heraus: Die mir zu diesem Zeitpunkt noch unbekannte Band HARMONY DIES. Diese kletterte im wahrsten Sinne des Wortes auf die Bühne und Sänger Christoph schaffte es doch tatsächlich im letztes Song am Bühnenpfleiler in ca. 5 Metern Höhe, mit seinem Stiefel, stecken zu bleiben. Der Klettermaxe wurde aber schnell wieder befreit. Trotz allem geile Aktion. Das Konzert an sich war natürlich auch ein Ohrenschmaus. Der Death Metal der Berliner rumste gut und durch die Kletteraktion gibts ganz klar 100 Punkte. Dann waren CRIMINAL an der Reihe. Diese Band schaffte es doch tatsächlich das meiner Meinung nach beste Konzert bis zu diesem Zeitpunkt zu feiern. Die Mannen lieferten ein vernünftiges Ge-Thrashe ab und schienen auch sonst sehr erfreut zu sein in Gemünden spielen zu dürfen. Sehr sympathische Band. Nach diesem erfolgreichen Konzert kamen die sehr seltsamen HEARSE. Ich kann mir nicht helfen aber da passte einfach gar nichts. Sehr schade, war es doch ihr erstes Deutschland Konzert. Der Sound an sich war ja nicht mal das Problem, aber irgendwie war das Wetter sowie das Publikum nicht auf ihrer Seite. Bei GOD DETHRONED gebe ich offen ehrlich zu habe ich mir eine Pause gegönnt, ging ein Bier trinken und etwas essen. Hatte ich die Holländer doch mittlerweile schon 3 mal gesehen und wirklich niemals für gut befunden. Das was ich dann gegen Ende noch mit bekam überraschte mich auch nicht wirklich. Dann kam ich zum ersten mal in den Genuss von LEGION OF THE DAMNED. LOTD hatte ich ja immerhin schon 2x verpennt aus Unwissenheit wer da überhaupt vor mir steht. Das wird mir sicherlich nicht wieder passieren, denn Ex-OCCULT geht ab wie Luzi. Die Holländer lieferten ein wunderbare Show ab. Thrash Killer at it’s finest ;) Zumindest das was ich davon mitbekam. Denn ich hatte nebenher ein Schwätzchen mit Jari von WINTERSUN. Sodele nun zu KORPIKLAANI. Diese Jungs sind eine Band; also da fällt mir nichts mehr zu ein. Alleine schon die Kombination aus Meavy Metal und Folklore lädt zum tanzen ein. Die einen begeistern sie, die anderen nicht und ich bin ein Zwischenmensch. Fand ich sie doch schon auf dem Summer Breeze 05 und Wacken 06 unbrauchbar, doch schienen sie auf dem UFTG zu Hochtouren aufzulaufen. Sie waren zwar wie gewohnt etwas langweilig aber ich kann mir nicht helfen es hat mir gefallen. Kommen wir nun zum absoluten Höhepunkt des Abends: den Meilenstein SUFFOCATION. Die Amis haben mich aus den Latschen gehauen; holla die Waldfee. Schwer gehandicapt angereist, auf die Bühne drauf, geknüppelt und geholzt was ging und hocherfreute Metalheads zurückgelassen. Was will man mehr. Die könnt ihr gerne wieder verpflichten ;) Nun zu OBITUARY. Die Amis stellten meines Erachtens sicherlich auch die komplette Menge zufrieden. Für mich war es das erste aber sicherlich nicht letzte OBITUARY Konzert. Die Sucht hat begonnen... Nun kommen wir zum ärgerlichen Teil des Festivals: Wer ist denn bitteschön so falsch gepolt dass er die Leute nach der letzten Band vom Gelände wirft??? Also so was hab ich echt noch nicht erlebt. Ihr werdet sicherlich eure Gründe haben aber die Menge war äußerst angepisst wegen dieser Maßnahme. Also machte man sich eben wieder auf zum Camping, um dort die Sau rauszulassen, was sich aber als beinahe unmöglich rausstellte, da auf dem Camping um 3 Uhr morgens alles tot war... so was hab ich auch noch nicht erlebt. Also mussten wir eben in den eigenen Kreisen feiern. Ultra ausgeschlafen begann der Samstag morgens gegen 9 Uhr. Zum Einstand wurde natürlich erst mal wieder einer getrunken, um den Ärger vom letzten Abend zu verdrängen. Dabei halfen aber auch die Jungs von SILENT OVERDRIVE insbesondere der Skandalunnerum-Theo. Die SILENT OVERDRIVEr begleiteten wir natürlich, wie solls auch anders sein, zu ihrem doch eher bescheiden besuchten Konzert um 12.15. Es war definitiv nicht das beste SO Konzi unserer Neo-Thrash Nachbarn aus Sinsheim, aber dennoch hatten wir viel Spaß mit ihnen. Babylon Nation! ;) Danach betraten die unschwer zu erkennenden Österreicher DEMOLITION die Bühne. Diese versuchten die Gunst des Publikums mit einigen Ösi Witzen zu erschleichen, was aber meiner Meinung nach nicht wirklich geklappt hat. Trotzdem spielten sie gut hörbaren Thrash Metal, der etwas melodisch daher kam. Ein wirklich gutes Konzert. Im Anschluss traten VERDICT auf die Bühne. Allesamt auch keine unbekannten Gesichter. Die Brutal Thrasher holzten wie immer was das Zeug hält und waren somit auch schneller von der Bühne wie sie drauf gekommen waren, wirklich schade. Dennoch konnten sie eine gehörige Menge von Leuten vor die Bühne mobilisieren und luden auch kräftig zum bangen ein. Nach dem brillianten VERDICT Konzert standen dann REQUIEM auf der Bühne. Diese waren schon im Vorfeld durch zahlreiche Veröffentlichungen aufgefallen und somit war klar, dass man sich die Schweizer nicht entgehen lassen sollte. Requiem ließen auch nichts anbrennen und überzeugten mindestens genauso wie ihre Vorgänger. Eine sehr sympathische Schweizer Band. Mit KOLDBRANN nahm die samstägliche Band Erfolgsstory ihren Lauf. Die Norweger dürften mittlerweile dank 2. Album jedem (Black) Metaler ein Begriff sein, waren sie doch auch schon mit der sympathischen ENDSTILLE auf Tour. Das Konzert war solide und wurde gegen Ende schon beinahe legendär, da Iblis (ENDSTILLE Sänger) mal eben aufgefordert wurde mit auf die Bühne zu steigen. Sehr ultra ich war hocherfreut. Nun näherten sich auch schon die JaKas [JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE Anm. der Redaktion]. Diese lieferten ein Best of Konzert der Extraklasse ab. Mir kamen fast die Freudentränen als „Im Schlafanzug zu Plus“, das 19 Sekunden lange Epos, angekündigt wurde. Der Spaßfaktor lag definitiv bei 200%. Bitte wieder verpflichten. Ein Grindcore Konzert der Superlative. Bravo Bravo. Die Zeit war nun für SINISTER gekommen. Man kennt die Holländer als solide Death Band und wurde auch in Gemünden nicht enttäuscht. Man kam voll auf seine Kosten und wurde natürlich angenehm zum bangen verleitet. Jetzt kommen wir zu meiner All-Time Hoffnung ENDSTILLE. Diese sind ja mittlerweile weltweit durch ihren rohen, unmelodiösen, walzenden Sound bekannt. Ja und sie sind mir immer noch sehr sympathisch. Es wurden ja immerhin einige Klassiker wie Frühlingserwachen ausgepackt. Der Hetzer glänzte wenn leider auch durch Abwesenheit;) Anfangs stimmte der Sound leider nicht, aber das gab sich sofort nach dem Opener Dominanz. Eine wirklich sehr nette Band! Von ONE MAN ARMY bekam ich leider etwas wenig mit, da ich in ein interessantes Gespräch mit der ENDSTILLE verwickelt war. Dennoch war ich sehr überrascht, wie dick die Schweden auftrugen. Der Sound kam gut und insgesamt steckt in Herrn Lindstrads neuer Truppe um einiges mehr wie in THE CROWN. Nun feuerten DISMEMBER aus allen Rohren. Die Schweden veranstalteten ein anständiges Krachereignis, bei dem sicherlich auch der letzte Festivalbesucher Spaß am Tag gefunden hatte. Jetzt kommen wir zum qualitativ hochwertigsten Act des Tages: Jari’s WINTERSUN. Unglaublich was er mit dieser Band angerichtet hat. Innerhalb von 2 Jahren WINTERSUN Existenz suchte sich der gute Jari eine komplette Band zusammen, veröffentlichte sein Debut: Wintersun und tourte schon mehrere male fröhliche durch die Lande. Konzerte auf solch einer Ebene habe ich wirklich selten erlebt. War es doch auch schon WINTERSUN, die 4. für mich. Diese Mischung aus Genie und einfach nur Metal. Jari kann was und da wird auch noch sicherlich viel größeres draus werden. Logischerweise ein Best of Konzert, denn es gibt ja nur ein Album. Dann stellten sich GOREFEST auf die Bühne, die sich vor einigen Jahren aus dem Metal Geschäft verabschiedet hatten und knüpften dort an wo sie aufgehört hatten. An der alten Power fehlte wirklich gar nichts. Nur leider war das Konzert an sich wirklich sehr langweilig und ein weiterer Minuspunkt: Demon Seed fehlte. Kommen wir nun zum absoluten Headliner: MORBID ANGEL. Schon in Wacken hatten sie für meinen (und sicherlich nicht nur meinen) Geschmack komplett versagt. Das hätte eigentlich nur besser werden können. Aber Pustekuchen es ging noch schlimmer. Wie man soviel erzählen kann wie der Herr Vincent verstehe ich nicht. Der Sound kam auch viel zu doomig rüber für MORBID ANGEL’sche Verhältnisse. Nunja der Kauf des Tourshirts war trotz allem Pflicht, denn es hängt ja immerhin ein ganzer Haufen Herzblut an Morbid Angel. Das muss besser werden! Nun stand auch der letzte Party Abend vor der Tür. Kaum vom Gelände vertrieben ging, wie soll es auch anders sein, das Kollektivtrinken los und ein Running Gag Gewitzel wurde an den Tag gelegt. Sämtliche Metaler heulten vor lachen. Ihr solltet unbedingt mal t.b.a. spielen lassen ;) Nach dieser grotesken Nacht hieß es dann Zelt abbauen, Müll sammeln, sich finden und dann nix wie heim. Um 18 Uhr war dann das Festival komplett erledigt. Schön wars Tops: - freundliche Menschen an der Akkreditierung Flops: - unfreundliche Security auf dem restlichen Gelände Fazit: Das Up From The Ground hat auf jeden fall überrascht. Alles in allem trotz den kleinen Fehlern ein wirklich nettes Festival. Wenn das Line Up wieder so geil ist wird man sich sicherlich wieder sehen. Maren |
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