Various Artists - Metal Message V

metalmessage5Mit der fünften Ausgabe des Metal Message Samplers bekamen auch wir ein Exemplar zur Rezension zugesandt. Mit dreizehn Bands aus dem Pagan Metal Bereich, die neben Bands aus Deutschland auch Bands aus Irland, Brasilien oder Russland mit dabei hat, kann man hier von einer sehr gut ausgewogenen Platte sprechen. Gerade in Zeiten wo alles noch so miserable Songmaterial irgendwo auf Samplern landet oder seine Abnehmer findet, ist es gut zu wissen, dass es noch Leute gibt, die eben nicht jeden Schund nehmen sondern sich die Mühe machen und sich Bands heraussuchen und auf ihren Sampler packen, die aus der breiten Masse herausstechen.

Für einen Pagan Sampler wurde Metal Message V von seinem „Schöpfer“ Markus Eck auch entsprechend fein ausgearbeitet, allerdings ohne auf üblichen unzählig auf CDs verwerkelten Symbolen etc. zurück zu greifen. Im dreißigseitigen Booklet sind neben Kontaktinfos, Foto und der Besetzung der einzelnen Bands auch stimmige Naturbilder mit eingearbeitet, die das ganze deutlich aufwerten. Das Coverartwork – auf dem zu sehen ist, wie Thor gegen Trolle kämpft - stammt von Ed Repka, der unter anderem schon für Death gearbeitet hatte. Der Sampler ist auf zweitausend Exemplare limitiert und auch noch handnummeriert.

Fimbulvet – Helias Bann

Den Opener macht Fimbulvet mit „Helias Bann“. Gesanglich an Menhir erinnernd geht es musikalisch nicht rasend schnell, aber dezent flott zu Werke. Anfangs wollte die Nummer nicht gleich zünden, aber nach einem Weilchen hatte sie mich gleich überzeugt. Guter Opener.

Hromovlad – Slavia

Anfangs dachte ich es käme nun eine gänzlich akustisches Stück, doch als die restlichen Instrumente und der Gesang einsetzten wurde ich eines besseren belehrt und so prescht der Song gekonnt zwischen midtempo-parts und blastparts hin und her, unterlegt mit einer – wohl von einem Keyboard stammenden – Flöte, die allerdings etwas penetrant wirkt. Dennoch wissen die Slowaken zu überzeugen.

Tumulus – Kochevonov Plyas

Mit weitgehend traditionellen Instrumente kommen die Russen von Tumulus daher. Eher progressiver Rock wird hier mit traditionellen Instrumenten vermengt, wodurch eine zwar interessante Mischung entsteht, aber dieser wohl nicht jedermanns Sache sein dürfte, was vor allem auf den Gesang zu treffen dürfte. Eher gemütliches Flair wird hier versprüht.

Dark Forest – Journey To Ecer-Eternal Skies

Das Kanadische Ein-Mann-Projekt Dark Forest kommt hier nun mit eher düsterer langsamerer Musik über den großen Teich geschippert. Dezent mit Schlachtenlärm untermalt wird man hier an Bathory und auch etwas an Burzum erinnert. Allerdings nicht als billige Kopie sondern als richtig gut durchdachter eigenständiger Song, der zu überzeugen weiß und trotz mit seiner über acht Minuten länge keine Langeweile aufkommen lässt.

Tiwaz – The Battlelore

Mit Tiwaz hat man einen richtigen Exoten auf dem Sampler. Nein, nicht der Musik wegen sondern weil die Truppe aus Brasilien stammt und es sicherlich nicht vielen bekannt war, dass selbst in Südamerika der Pagan Metal verbreitet ist. Von Tiwaz wird hier eher traditioneller Pagan Metal geboten, der von der Gitarrenarbeit allerdings an Suidakra erinnern lässt. Cleaner und Kreischgesang sind ebenso vorhanden wie die typischen Tempowechsel, auch wenn es weitgehend flott voran geht.

Dyrathor – Im Auge des Sturms

Angeschwärzter Pagan Metal mit Folk-Elementen der an Equilibrium und etwas an Menhir erinnert bekommt man nun von Dyrathor geboten. Mit ihrem 2007er Demo „Memories In Frost“ konnten sie schon etwas auf sich aufmerksam machen, doch dürften sie mit dem Sampler hier noch weitere Leute auf sich aufmerksam machen. Untermalt wird das ganze durch die von einer Violine beigesteuerten Melodien. Klasse Stück.

Xerion – No Pazo Derrundo Da Existencia

Eingängiger wird’s dann bei Xerion aus Spanien. Irgendwie wird ich bei dem Stück ein wenig an Nargaroth erinnert. Aufgelockert wird das Stück durch ein feines Melodiestück in der Mitte des Songs, was dem sonst eher flotter vorangetriebenem Song gut zu Gesicht steht.

Adorned Brood – Sons Of The Damned

Vom aktuellen Album „Noor“ stammt „Sons Of The Damned“ den Adorned Brood für den Sampler beigesteuert haben. Für alte Hasen, wie es Adorned Brood sind, merkt man hier natürlich gleich die Erfahrung an. Allerdings haben die Jungs schon Songs geschrieben, die wesentlich besser gezündet haben, als dieser hier, was aber nicht heißen soll, dass das Stück nix wäre. Im Gegenteil.

Waylander – As Deities Clash

Wesentlich besser zündet hier dann gleich die Iren Waylander mit ihrem Stück „As Deities Clash“. Wenn man an Irland denkt, denkt man gleich an Promordial oder die grünen Wiesen und natürlich die traditionelle Irische Musik. Letztere wird auch bei Waylander mit in die flotten Stücke eingewoben. Definitiv mehr als nur ein Geheimtipp.

Natan – Volkskracht

Deutlich schwärzer und schneller geht es nun mit „Volkskracht“ der Belgischen Truppe Natan weiter. Recht hohes Tempo wird hier gegangen, ehe recht plötzlich Akkustikgitarre und Violine einsetzen und dem Song eine melancholische Stimmung verleihen. Einziger Kritikpunkt wäre hier, der Abrupte Wechsel zum Akustikpart. Ansonsten handelt es sich hierbei um ein klasse Stück, das überzeugt.

Andras – Miasma Track

Etwas verwundert musste ich schauen, als der Song von Andras anfing. Kenne ich doch eher die älteren Stücke der Truppe, so hat mich der sehr stark an Vintersorg erinnernde Gesang nun doch mehr als überrascht. Nach dem sich das aber etwas gelegt hatte und ich auch ein Ohr für die restliche Musik bekam, und dazu auch noch normaler Kreischgesang einsetzte, musste ich Andras allerdings eine gute Entwicklung attestieren. Auch kann das Stück weitgehend überzeugen. Sollte mir vielleicht mal die neueren Sachen von Andras zu Gemüte führen.

Obscurity – Nach Asgard wir reiten

Bereits vom Pagan Fire Sampler dürfte einigen der Song von Obscurity bekannt sein. Das erste was ich bisher von der Truppe hörte und der Song hatte mich damals schon voll überzeugt. Gekonnt hier und da das Tempo etwas heraus genommen, um im nächsten Moment dann mit voller Wucht wieder nach vorne ins Schlachtengetümmel zu preschen. Sehr starkes Stück.

Vinternatt – De Zwarte Mis

Wie Natan kommen auch Vinternatt aus Belgien. In ihrer Musik wird eine Violine mit eingeflochten, die recht feine Melodien von sich gibt. Zwischendurch wird man hierdurch etwas an Black Messiah erinnert. Das Stück weist zwar Abwechslung auf und ist vom spielerischen auch recht gut anzuhören, allerdings zündet es bei mir in keinster Weiße.

Fazit: Sowohl optisch als auch inhaltlich kann der Sampler weitgehend überzeugen. Die eine oder andere eher Mittelklasse Band ist zwar vorhanden, allerdings keine Band die wirklich schlecht ist. Im Gegenteil. Mit Waylander, Dyrathor oder Dark Forest hat man ein paar echte Perlen mit auf den Sampler gepackt, die gleich überzeugen konnten. Dazu dann die bereits bekannteren Beiträge von Adorned Brooder oder Obscurity.

Was die Aufmachung angeht, so finde ich es recht schade, dass der Sampler „nur“ in einer DVD Hülle daher kommt. Da hätte ein einfaches CD-Format auch gereicht. Und wenn schon in diesem Umfang, dann vielleicht doch besser im Digi-Format, was optisch sicherlich noch mehr her gemacht hätte. Man merkt dennoch, dass recht viel Herzblut in dem Werk steckt.

Trackliste:

  • Fimbulvet – Helias Bann
  • Hromovlad – Slavia
  • Tumulus – Kochevonov plyas
  • Dark Forest – Journey to ever-eternal skies
  • Tiwaz – The battlelore
  • Dyrathor – Im Auge des Sturms
  • Xerión – No pazo derruido da existencia
  • Adorned Brood – Sons of the damned
  • Waylander – As deities clash
  • Natan – Volkskracht
  • Andras – Miasma track
  • Obscurity – Nach Asgard wir reiten
  • Vinternatt – De zwarte mis

www.metalmessage.de

Bewertung 7,5 / 10

Oimel

Hier ein paar Beispielbilder zur Aufmachung des Samplers:

MM5-compl

EXAMPLE_5_adorned

EXAMPLE_5_andras

EXAMPLE_5_dyrathor