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Waldpark Open Air V 21.07.07 Mutterstadt u.a. mit Silent Overdrive, Dead Eyed Sleeper, Agoraphobia, Blackdust
Zum bereits fünften Male stieg am 21.07. im Waldpark in Mutterstadt das Waldpark Open Air. Wobei Open Air nicht sooo ganz zutreffend ist, zumal das Ganze überdacht ist. Wie in den Jahren zuvor gaben sich auch diesmal Punk, Metal, Hardcore und Metalcorebands die Klinke in die Hand. Entsprechend bunt gemischt war dann auch das Publikum.
Begonnen hat das ganze dann wohl bereits um 14 Uhr. Allerdings dauerte es noch eine ganze Weile bis ich mit Agoraphobia dann in Mutterstadt eintraf. Dank der „super“ ausgeschilderten Wege haben wir uns auch noch kurz verfahren, war aber nicht weiter tragisch.
Rechtzeitig zu Blackdust kamen wir dann aufm Festivalgelände an. Blackdust hatten bereits begonnen, so dass ich schon ein paar Songs verpasst hatte. Die Band nennt ihren Stil „Modern Melodic Thrash Metal“. Wobei hier und da dann doch auch ordentliche Einflüsse aus den Achtzigern herauszuhören sind. Hier sind vor allem Metallica zu Master of puppets Zeiten zu nennen. Richtig klasse Band die man sich unbedingt mal reinziehen sollte. Und das die Band von einigen Magazinen als „hoffnungsvollster Newcomer“ gesehen wird und doch schon einige Matten vor der Bühne geschwungen wurden, spricht ja wohl für sich.
Im Anschluss enterten dann Disturbed Minds die Bühne. Mit ihrem relativ sachten Metal konnten sie nicht so viele Leuts vor die Bühne locken. Da fehlt einfach die Arschtrittattitüde in ihrer Musik, auch wenn in manchen Stücken das Tempo angezogen und mit Doublebase unterlegt wird. Die Musik wusste aber dennoch zu gefallen und der Auftritt der Band war auch recht tight, vor allem von Sänger Daniel und Gitarrist und Backvocalist Frank. Für Fans die auf Heavy Metal aus dem Hause DIO oder Iron Maiden zu deren Debutzeiten stehen, ist die Band wärmstens zu empfehlen.
Nach den seichteren Gefilden gab es dann wieder mehr eins auf die Mütze. Rupture, eine Metalcore Band ausm Pfälzischen Frankenthal kamen auf die Bühne. Für die die sich vielleicht gewundert haben. Frank, der bei Disturbed Minds die Klampfe bedient spielt auch bei Rupture Gitarre. Unglücklich für ihn, gleich hintereinander zweimal aufzutreten, aber wenn’s einem Spaß macht, dann dürfte das eigentlich niemandem ausmachen. Mit ihrem Metalcore a la Hatebreed konnten Rupture zwar doch ein paar Fans vor die Bühne locken, aber der große aha-Effekt blieb aus. Kein Wunder, bei der Fülle an Metalcore Bands die es gibt. Da hört sich irgendwann alles gleich an.
Das Currysau Kartell kam im Anschluss auf die Bühne. Da Punk nicht meinen Geschmack trifft, kann ich zu der Band auch nicht viel sagen. Lediglich Songtitel wie „Bier her“ oder „Anarchie im Hallenbad“ sind hängen geblieben.
Nun gab es wieder metalmäßig etwas auf die Mütze. Die Death / Thrasher Agoraphobia aus Wiesloch hatten die Ehre in nur 30 Minuten die Meute ordentlich auf zu mischen. Und das hatten sie auch geschafft und zwar mächtig. Wohl definitiv einer der besten Agges-Gigs (und ich hab se ja schon zigmal gesehn ;) ). Und auch ihr neuer Klampfer Geso, der an dem Abend sein Debut gab machte seine Sache sehr gut. Nur am Stageacting muss noch ein klein wenig gearbeitet werden. Songs wie „In My Thoughts“ und „Misanthropist“ vom aktuellen Longplayer „Sick“ wurde die Meute vor der Bühne angeheizt. Beim Titelstück des Albums „Sick“ war ein „Yes“ ausm Publikum zu vernehmen. Kein Wunder ist auch eines der besten Stücke des Albums und weißt zu dem noch einen guten Mitgröhl-Refrain auf. Aber es wurden nicht nur ältere sondern auch neuere Stücke gespielt, die auf dem noch dieses Jahr erscheinenden Album zu hören sein werden. So kam das böse schwedisch angehauchte „666“ um die Ecke und machte mächtig dampf. Als ungeplante Zugabe gab es dann noch „Sometimes“ das ebenfalls derb kracht und auch aufm nächsten Album drauf sein wird. Hat ja wohl doch etwas geholfen, dass ich mich beim Anblick der Setlist beschwert hab, dass der Song nicht drauf steht. Aber unverhofft kommt oft und Agoraphobia machten nach einem sehr guten Auftritt platz für die nächste Band.
Elle Penetranto, die für X-Punch eingesprungen sind gaben sich dann die Ehre. Irgendwas punkiges spielten die Jungs. Die Zeit verbrachte ich aber im Backstage oder beim Merchstand von Silent Overdrive und Agoraphobia. Die geschätzte 45 Minuten Spielzeit der Band fühlte sich aber leider wie nicht enden wollende 5 Stunden an.
Beim Anblick von Rebirth hatte ich auch wieder eine Punkband erwartet und suchte erst mal den Weg in den Backstage. Aber als meine Ohren dann doch ordentlichen Krach vernahmen stand ich auch schon wieder vor der Bühne. Zwar machen Rebirth nun auch was Metalcoriges allerdings mit einer ordentlichen noch stärker herausragenden Deathmetalschlagseite, als es bei Rupture beispielsweise der Fall war. Der Gesang von Rolly erinnerte teilweise an Disbeliefs Jagger. Das Stageacting der Schwergewichte konnte sich auch sehen lassen und wie sie die Meute vor der Bühne einheizten auch. Konnte sich echt sehen lassen der Gig und die Mugge lief auch recht gut rein. Die Band sollte man im Auge behalten.
 Als nächstes kamen dann Silent Overdrive und zum zweiten Mal Maik (Sänger bei Agoraphobia und Silent Overdrive) auf die Bühne. Mit ihrem Album „Disease“ im Gepäck waren sie nach Mutterstadt gekommen und heizten dann auch gleich mit dem Titelstück des Albums ordentlich ein. Allerdings war der Sound zu Beginn etwas unbefriedigend. Das änderte sich aber mit der Zeit. Aber dann musste die Band eine ungewollte Pause einlegen. Denn. Unser Skandal-Theo hatte nichts besseres zu tun, als die Basedrum am Schlagzeug durch zu treten. Aber Geso von Agoraphobia klaute irgendwo her ne neue Basedrum und so konnte es recht kurz danach wieder weiter gehen und Theo wieder auf die Kessel kloppen. Dann war aber schluss mit Ruhe. Zunächst noch etwas verhalten tauten die Jungs und Mädels mehr und mehr auf und moshten und bangten zu Songs wie „Lost Your Belief“, „Faceless“ oder dem Titelstück ihrer Mini-EP „Babylon Nation“. Auch versuchten sich die Fans an einer Wall of death, allerdings blieb es beim Versuch, oder kann man bei 2 gegen 1 schon von ner Wall of death sprechen??? Egal. Die Meute hatte dennoch ihren Spaß und stürmte zum Schluss auch noch die Bühne. Erst einer, dann zwei, dann waren mehr Leute auf als vor der Bühne und von der Band war fast nix mehr zu sehen. Und dass die bangende und moshende Fraktion nach dem letzten Song keine Ruhe gab und noch eine Zugabe verlangte war dann natürlich klar. Aufgrund des anfangs nicht sonderlich guten Sounds und auch ein paar Verspielern, hätte ich nicht gedacht, dass sich der Gig noch so dermaßen steigert. Echt Top.
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 Nach dem sich die Kiddies bei Silent Overdrive noch mal richtig austoben konnten, wars bei der Death Metal Kapelle Dead Eyed Sleeper dann doch deutlich leerer vor der Bühne. Dead Eyed Sleeper, die noch vor ein paar Jährchen als Legacy durch die Lande zoge, heizten die verbliebende Bangerfraktion mit ihrem recht technischen Death Metal dennoch ordentlich ein. Hier und da etwas an Necrophagist erinnernd wurden neben neuen Stücken, die unter dem Banner Dead Eyed Sleeper auf dem 2007er Album „In Memory of Mankind“ veröffentlicht wurden, auch etliche ältere Sachen aus Legacy Zeiten heruntergebrügelt. Zwar gab es hier und da Riffs mit groove und auch Frontmann Sam weiß wie man ordentlich growlt, aber im großen und ganzen war mir das zu verfrickelt und zu technisch.
Das Festival war im großen und ganzen sehr gut organisiert, was auch von Sam (Dead Eyed Sleeper) noch mal erwähnt wurde. Preise für Essen und Getränke waren auch mehr als ok und die Location an sich, war auch erste Sahne. Wo hat man schon ein Open Air, bei dem man trotz zwischenzeitlichem Regenguss nicht einen Tropfen abkriegt ;) außer Bier vielleicht. Aus dem Metalbereich hatte man richtig gute Truppen am Start und da man hier und da doch etliche alte Bekannte traf, machten einem das Festival richtig sympathisch.
Oimel
 
 
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