Zabbaduschder Open Air Part VI
27. – 28.07.07 in Urbach

Wie mittlerweile ja jeder wissen dürfte, ging es im Vorfeld zum letztjährigen Zabbaduschder Jubiläum heiß her, was vor allem auf den Auftritt von Satan in Form von Belphegor zurückzuführen war. Das letztjährige Zabbaduschder stand auf der Kippe und auch dieses Jahr bedarf es einiger Anstrengungen, damit das Festival auch heuer wieder im schwäbischen Urbach stattfinden konnte.

Am letzten Juli-Wochenende war es dann aber endlich soweit und nach all den Mühen, startete das Zabbaduschder in seine nun mehr sechste Runde. Abgesehen von dem verregneten Sonntagabend, zeigte sich das Wetter von seiner Festivalfreundlichen Seite. Nicht zu warm und nicht zu kalt. Also genau richtig. Und wie es natürlich zu unserer Pflicht gehört, war ds Sleepless Team auch vor Ort um dem Metal zu frönen und euch vom Zabbaduschder Open Air Part VI zu berichten.

Freitag 27.07.07

Den Anfang machten Corporate Pain aus, die mit einer ordentlichen Portion eingängigem Death-/Thrash Metal um sich schossen, dass einem noch heißer als heiß wurde. Old School, Baby. Der Song „Failed“ in Ihrem Reportoire war auch all den Moralaposteln und Möchtegern-Heiligen gewidmet, die alles taten um das Festival zu begraben und dennoch versagten. Die Jungs legten die Messlatte ordentlich hoch und begeisterten mich an diesem Tag mehr als jede andere Band, Dismember ausgenommen natürlich. Die meisten Fans waren noch auf dem Zeltplatz zu Gange und genehmigten sich lieber ein helles Blondes und lauschten den Klängen aus der Ferne. Schade, den somit haben sie einen fetten Auftritt verpasst. Ein rundum gelungener Auftritt. Interessierte sollen mal auf die Homepage der Band schauen (www.corporate-pain.de) und sich das Album zulegen, wer es schon nicht live gesehen hat.

Nach einer kurzen Umbaupause betraten Scratched Surface (Abwandlung des Titels des Sick Of It All "Scratch The Surface) aus Göppingen die Bühne. Die Band spielt grundsoliden modernen Thrash Metal. Die Jungs schaffen es auch stellenweise einen ordentlich mitzureissen und laden teilweise zum Bangen ein. Mehr aber leider auch nicht, die hat Band hat schon ordentliche Ansätze, das ist aber auch alles noch steigerungsfähig. Wer modernen Metal ala Machine Head, Soulfly, The Haunted etc. liebt, der sollte die Jungs mal unter www.myspace.com/scratchedsurface anchecken.

Weiter ging es um 17:15 Uhr mit Havok. Die Band überzeugte mit einer ordentlichen Portion Old School Death-/Thrash-Metal mit amerikanischer Prägung mit melodiösem Einschlag. Aus vollen Rohren knallt es bei dieser Band und der Sänger hatte vor lauter Grunzen und Kreischen auch einen roten Kopf. Bei Havok sammelten sich auch das erste mal richtig viel Leute und es wurde eng vor der Bühne. Die Band übertrug eine Wahnsinnsenergie von der Bühne auf die Fans, die allesamt komplett mitgingen und die Band vom ersten bis zum letzten Song abfeierten. Auch hier unbedingt die Homepage anchecken (www.havok-music.de).

Nach dem ordentlichen Hassklumpen von Havok wurde es wieder leerer um die Bühne und Perishing Mankind aus Österreich enterten die Bühne. Der melodiöse Thrash schwedischer Prägung von Perishing Mankind ist eher im Midtempo anzusiedeln und kann mit mitreisenden Refrains und eingängigen Riffs aufwarten. Abwechslung wird hier groß geschrieben. Der Gesang erinnert teilweise an die heißere Version Tanelli Jarva zu Amok-Zeiten (Sentenced Album) und dies ist auf keinen Fall negativ gemeint. Interessenten sollten die Band mal unter http://www.perishingmankind.com oder http://www.myspace.com/perishing_mankind anchecken.

Als nächstes waren Teamkiller an der Reihe. Hierbei handelt es sich um Metalcore. Aber endlich mal wieder eine Band, die ein Gesicht hat und sich nicht unter den ganzen gleichklingenden Bands verliert. Herausstechend ist schon mal der Gesang der (genauso wie Musik) eindeutig mehr an den Hardcore angelegt ist und mit einigen Metal-Elementen aufwartet. Meistens ist es dies eher umgekehrt der Fall. Die Band wurde gut von den Fans angenommen, obwohl die meisten Fans eher auf der Extreme-Metal-Schiene fahren. Die lieferte einen gelungenen Auftritt ab. Wer Born From Pain und Hatebreed mag, darf mal die Band unter http://www.teamkiller.com oder http://www.myspace.com/teamkiller besuchen.

Endlich waren dann Lay Down Rotten dran. Die bretterten wie eine ganze Armada los. Was die Jungs bieten ist absolut klasse. Die Mucke geht nach vorne und macht keine Gefangenen und das war an diesem Abend auch nicht das Ziel von Lay Down Rotten. Die Band kam auf die Bühne, knüppelte und blastete alles weg, was ihnen im weg stand. Aufgelockert wird das ganze hier und da von ein paar melodiösen Passagen, die man dann auch mal kurz zum Verschnaufen nutzen konnte, bevor es wieder Vollgas voraus ging. Die Band versteht es Härte mit eingängigen Riffs zu verbinden. Hier erkennt man deutlich die alte schwedische Schule. Die Band ist unter der Homepage http://www.laydownrotten.com und auf Myspace unter http://myspace.com/laydownrotten anzutreffen.

Mit Negura Bunget aus Rumänien wurde es passend zur einsetzenden Dämmerung auch wirklich richtig Düster. Und zwar Zabbaduschder. Mit ihrem sehr atmosphärischen Black Metal der mit, für den normalsterblichen Metaller eher ungewöhnlichen Instrumente, wie überdimensionales Holzxylophon, Panflöte, Pauke oder einem Didgeridoo-ähnlichem Blasinstrument unterlegt wird. Auf Grund der Fülle an Instrumenten musste das Transilvanische Trio zwei Gastmusiker mit nach Urbach bringen, die eben die genannten Instrumente und Keyboard bedienten und der Musik von Negura Bunget seine ganz eigene atmosphärische Note verpasste. Zwar sind einige der Songs recht lange, aber durch das Wechselspiel zwischen räudigen Black Metal Passagen und seichten, melodischen Zwischenspielen. http://www.negurabunget.com/

Dismember hatten die Headliner Position am Freitag inne und die Band präsentierte sich in Höchstform. Mit knapp einer Stunde Spielzeit gelang es der Band ein hervorragendes Set aus Klassikern und neuen Stücken zusammenzustellen. Es war alles vorhanden von Klassikern wie Skin Her Alive, Misanthropic und Collection By Blood bis hin zu neuen Stücken wie Tragedy Of The Faithful und Autopsy Of God. Die Band wurde gebührend abgefeiert und hatte die Headliner Position zu recht inne. Die Meute stand kurz vorm Durchdrehen und den Securities wurde auch nicht langweilig, da die Absperrung wahrlich mehr als einmal durchzubrechen drohte. Wer Dismember noch nicht so gut kennt, der sollte mal auf der Homepage der Band vorbeischauen (http://www.dismember.se).

Nach Dismember war auch der erste Tag zu Ende und die Party begann erst richtig und ging bis tief in die Nacht.

Samstag 28.08.07

Am nächsten morgen, gabs dann zum Frühstück zu aller erst mal ein deftiges Steak und a Brodworschd. Für die etwas geräderten gabs dazu auch Kaffee.

Gegen Mittag begannen dann The Exorial den Tag mit ihren Death Metal Klängen. Und hier bekam man auch gleich ein einzigartiges Häppchen serviert. Denn die Stuttgarter feierten aufm Zabbaduschder ihren einzigen Reunion Gig. Guter Grund also für die Frühaufsteher auch recht früh sich vor die Bühne zu begeben. Und das taten dann auch doch einige und moshten zu dem schwedisch angehauchten Death Metal, den The Exorial hier auf die Meute los liesen. Da wurden selbst die letzten vom schlaf zerknitterten Gesichter wieder glatt gebügelt. http://www.myspace.com/theexorial

Mit Pigskin aus der Schweiz kam die nächste Combo auf die Bühne. Thrash Metal der klassischen Schule trifft hier auf modernere Einflüsse und bilden hier ein raubeiniges Konstrukt, das zu so früher Stunde zwar nicht jeden vom Hocker reist, aber dennoch zu gefallen weiß. Von der Band als „Thrash’n’Core“ bezeichnet, dröhnen die teils etwas oldschoolig angehauchten und mit modernen breaks versehenen Thrasheinlagen aus den Boxen. Hörbare Einflüsse sind von den Landsmännern The Haunted aber auch von Dew Scented, Unearth oder Disbelief zu vernehmen. http://www.pigskin.ch

Sniper enterten die Bühne und man konnte nostalgisch, man fühlte sich wahrlich wieder in die 80er zurückversetzt, denn die Band zelebriert alten Thrash Metal der Marke Destruction mit dem Original Ufda-Ufda Drumming und hier kann man nur sagen, hätte es diese Band schon 25 Jahre früher gegeben. Geile Gitarren-Solis lockeren das ganze noch auf und man kann zwischendurch entspannen um nur im nächsten Moment wieder die Nackenwirbel kreisen zu lassen. Und als man als Zugabe auch noch „Reign in Blood“ von Slayer anstimmte, war eh alles am bangen. Wer mehr über Sniper erfahren will, soll die Homepage http://www.sniper-metal.de oder die Myspace-Seite http://www.myspace.com/snipermetal ansteuern.

Parsifall traten dann besonders positiv aus der Reihe. Die Band hat einen recht eigenständigen Sound und vermischen Metal mit Hardcore auf Ihre besondere Art und Weise, das ganze würde ich aber nicht als Metalcore bezeichnen. Am ehesten kann man das ganze als eine Mischung aus Disbelief und Neurosis bezeichnen. Musikalisch ist die Sache technisch und düster gehalten. Aus den Ansagen von Sänger Dave (der unter anderem auch bei Davidian singt), dass es sich textlich um ernste Angelegenheiten dreht unter anderem Dinge wie ein zerüttete Familienverhältnisse. Leider kann ich das nicht sagen, warum die Band wenig Resonanz bekam. Vielleicht war einfach der Sound für viele zu komplex, vielleicht war für viele auch einfach die Nacht zu lang. Ich für meinen fand den Gig absolut klasse und kann nur sagen beide Daumen hoch. Erreichen kann man die Band über die Homepage http://www.parsifall.de/ und auf Myspace: www.myspace.de/parsifall

Knüppelhart gingen dann Goddamned X aus Österreich zu Werke. Die Band hat einen ordentlichen Schwinger. Auch hier gibt es wieder Old School Death Metal, der coolen Art. Straight nach vorne ist das Motto. Goddamned X können aber auch anders. Teilweise werden die Songs durch Geschwindigkeitsvariationen aufgelockert um nur im nächsten Moment wieder loszubrettern. Die Mucke würde ich als Mischung aus amerikanischen und schwedischen Death Metal nennen Vor allem ist eine starke Obituary Schlagseite im Gesang zu vernehmen. Goddamned X vereinen das beste aus den letzten 15 Jahren Death Metal. Das sahen auch die Anwesenden so und gingen richtig ab. Die Band wurde positiv aufgenommen und hätte ruhig noch länger spielen können. Für mich auf jeden Fall eines der Highlights des Festivals (Homepage: http://www.goddamnedx.com)

Neben Negura Bunget kommt mit Grabak der zweite Black Metal Happen auf die Bühne. Im Gegensatz zu ihren Genrekollegen die am Vorabend spielten, bekommt man bei Grabak eher den Knüppel-Black-Metal um die Ohren gehauen. Freunde von Belphegor oder Marduk kamen hier auf ihre kosten, wenn auch Grabak nur rein stilistisch mit den beiden Bands zu vergleichen sind, den man merkt ihnen eine beachtliche Portion Eigenständigkeit an. Mit ihrer brandneuen Scheibe „Agash Daeva“ in der Tasche kamen die Leipziger ins schwäbische Urbach um wenigstens ein bisschen Black Metal – vorgetragen in deutscher und englischer Sprache - heuer vorbei zu bringen. Lag das Hauptaugenmerk diesjahr eindeutig beim Death und Thrash Metal, so war es auch nicht sonderlich verwunderlich, dass vor der Bühne nicht sonderlich viel los war. Die Band spielte solide ihr Set herunter und bewies, dass ihre neueste CD nicht umsonst mit sehr guten Kritiken bewertet wurde. http://www.myspace.com/grabak

Nun kamen Amok aus der Schweiz auf die Bretter. Und, was soll man dazu sagen. Die Musik von Amok ist sehr gewöhnungsbedürftig. Ihr von den Amis inspirierter Death Metal, der hier und da an Origin oder Morbid Angel erinnert, ist sehr sehr komplex und extrem verfrickelt. Die Band wechselt in einem irren Tempo zwischen unzähligen Stakkato-Riffs hin und her, dass es den Leuten vor der Bühne fast schwindelig wird. Wer auf extrem technisches Material steht, dem wird es gefallen haben. Ansonsten ist die ganze Mugge recht weit davon entfernt sich in Gehörgänge zu quälen, die um einiges weniger technisch verfrickeltes Material gewöhnt sind. http://www.amoklegion.ch

Alle Guten Dinge sind bekanntlich drei. Und so kamen nun nach Pigskind und Amok mit Requiem die dritte Helvetische Hartwurstcombo auf die Bühne. Die neueste Scheibe „Premier Killing League“ ist im Kasten und knüpft nahtlos an ihre beiden Vorgängerlangeisen der schweizer Antwort auf Malevolent Creation an. Und mit mittlerweile drei sehr zu empfehlenden Alben im Gepäck, durften Requiem nun auch das schwäbische Publikum ordentlich einen vor den Latz knallen. Und das geschah auch mit Songs wie „Premier Killing League“, „Diary of a damaged man“ oder „Governmend denies knowledge“. Von dem sehr guten Auftritt der Schweizer angestachelt, wurde vor der Bühne ordentlich gebangt und gemosht. Der einsetzende Regen hielt die hartgesottenen unter den Metalheads auch nicht davon ab, weiter dem Todesblei aus der Schweiz zu frönen. Zwar fehlt der zweite Gitarrist im schweizer fünfer, aber dennoch wird aus allen Rohren gefeuert und das auf allem höchsten technischen Niveau. http://www.requiem-net.com/

Nach Requiem waren Crisis Never Ends an der Reihe und versuchten einen davon zu überzeugen, dass Metalcore auch zur Szene gehört und keine eigene darstellt. Ob dies nun der Fall ist oder nicht, darüber kann man stundenlang diskutieren und dies will ich hier auch gar nicht. Die Band versuchte dennoch den Beweis zu erbringen, in dem sie eine Cover-Version von Judas Priest's Breaking The Law zu beste gaben, welche allerdings etwas deplaziert im Set wirkte. Den Stil der Band würde ich als Mischung aus As I Lay Dying und Heaven Shall Burn bezeichnen. Wobei die Einflüsse der zwei genannten Bands schon zu groß sind und man hier leider von einem „As I Shall Burn“ oder „Heaven Shall Lay Dying“ Klon sprechen kann. Mich hat die Musik nicht vom Hocker gerissen und war daher auch schon auf Fleshcrawl gespannt. Homepage: http://www.crisisneverends.de

Dann war es soweit: Fleshcrawl enterten die Bühne und kamen sahen und siegten. So und nicht anders kann man es nennen. Zum vorletzten mal an dem Abend reckte sich die Meute auf und feierte die Band ab, die gleich mit „Flesh Bloody Flesh“ loslegte. Hierbei handelte es sich um ein typisches Fleshcrawl-Set mit dem Schwerpunkt auf den 3 letzten Alben. Auch wurden 3 Stücke vom kommenden Album "Structures Of Death" zum Besten gegeben und die Songs konnten wahrlich überzeugen. Fleshcrawl zeigten warum sie die schwedischste aller deutschen Bands ist. Schweden Tod par Excellence steht auf dem Banner Of Death von Fleshcrawl und genauso gingen die Fans auch ab. Wie schon bei Dismember am vorigen Tag hatten die Securities aller Hand zu tun, damit die Barrikade nicht durchbrach. Fleshcrawl wurden gefeiert und hinterliessen Tod und Zerstörung als sie gingen (:-)). Homepage: http://www.fleshcrawl.net

Nach der doch beachtlichen Show von Fleshcrawl kamen nun die Schweden von Carnal Forge als letzte Band des Abends und auch letzte Band des diesjährigen Zabbaduschder Open Airs zum Zuge. Der eingängige und intensive Thrash / Death Metal der Band brachte zwar nicht ganz soviel zum ausflippen wie bei Fleshcrawl oder ihren Landsleuten von Dismember, die am Abend zuvor rockten, aber dennoch war es sehr gut gefüllt vor der Bühne und das bangen und moshen blieb natürlich auch nicht aus. Das interessante Wechselspiel zwischen Midtempo-gemoshe und Brügelattacken zeichnet den beleibten fünfer aus dem hohen Norden aus und so wurde ein Song nach dem anderen aus der PA gequetscht. Mit einer sehr coolen Show der Recken um Rastamann Jens, ging auch das Zabbaduschder Open Air dieses Jahr wieder viel zu schnell rum.

Zwar waren auf dem Gesamtbilling doch weniger bekannte Bands, als noch im Vorjahr, dafür hatte es hier aber einige überraschend gute Undergroundbands gegeben, die einem hin und wieder ordentlich die Kauleiste offen stehen ließen. Neben Fleshcrawl, Dismember und Requiem, kann man auch Corporate Pain, Goddamned X und Havok als die Abräumer des Festivals nennen.

Wir freuen uns schon auf das nächste Zabbaduschder 2008!

Styx, Oimel

HIER gibts noch mehr Bilder zum Zabbaduschder 2007