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Zabbaduschder Open Air VIII 17. – 18.07.09 – Urbach bei Stuttgart u.a. Thy Final Pain, Disbelief, Dead Eyed Sleeper, Bleeding Red, Agathodaimon, Neaera
So kanns gehen. Erst muss man bis zum Frühjahr warten, ehe die ersten Bands für das diesjährige Zabbaduschder Open Air bekannt gegeben werden – und nun ist das Zabba 09 auch schon wieder geschichte. Die achte Ausgabe des schwäbischen Kultfestivals zog – womöglich auf Grund der recht späten Bekanntgabe der Bands – vergleichsweise wenige Besucher nach Urbach. Ein weiterer Aspekt dürfte dazu noch die Festivalkonkurrenz am selbigen Wochenende (u.a. Baden in Blut) und letztendes auch das Wetter gewesen sein, wo durch doch einige dem Zabbaduschder fern blieben.
Uns hat das alles nicht davon abgehalten auch dieses Jahr wieder nach Urbach in die schwäbische Einöde zu pilgern und uns eine Vollbedienung in Sachen Metal der härteren Gangart einzufangen. In Urbach eingetroffen fiel gleich auf, dass das Gelände komplett umorganisiert werden musste. Aufgrund der Wetterkapriolen in den Tagen zuvor – die für das Zabbaduschder 2009 auch beinahe das Aus bedeutet hätten – mussten Camping- und Festivalgelände umverlegt werden, da das alte Festivalgelände zum Teil unter Wasserstand und die Bühne drohte im Matsch zu versinken.
Mehr als pünktlich – man hatte gerade mal zwanzig Minuten vor Beginn der ersten Band, das Zelt fertig aufgebaut – konnten wir dann auf dem Festivalgelände einfallen und gleich zu Beginn des Festivals einen grandiosen Auftakt miterleben. BLEEDING RED prügelten einem durchweg das Hirn aus dem Schädel und zeigten keinerlei Erbarmen mit ihrem Death Metal der stellenweise an Lay Down Rotten erinnert. Zum Abschluss gab es noch ein kleines Schlagzeugsolo, das neben den Fans auch von den restlichen Bandmitgliedern der Truppe mit Beifall gefeiert wurde.
ABSORB aus Erlangen schmissen im Anschluss auch ordentlich Todesblei durch die Menge, wobei hier eher Bands wie Obituary oder Death als Vorbild gelten. Und das Wort Vorbild ham die Franken wohl etwas zu ernst genommen, zumindest was ihre Musik angeht. Zwar war der Gig und auch die Musik recht ordentlich, doch konnte es nicht wirklich überzeugen. Man hatte den Eindruck, dass sie unbedingt wie ihre Idole klingen wollten und so kam einem etliche Riffs irgendwo bekannt vor.
Auch aus Franken – allerdings aus Unterfranken – kamen die Thrasher von HATRED. Von Beginn an wurde hier die Thrashkeule durch die Menge geschwungen und entsprechend dem Song „Follow The Leader“ folgte die Meute den Anweisungen zu Bangen. Eingängige und klare Songstrukturen fanden gleich den Weg ins Gehör. Nicht nur musikalisch konnte die Band überzeugen, auch konnte sie mit ihrer lockeren Art Fans auf ihre Seite ziehen. Als einem der Gitarristen eine Saite riss – was auf diesem Festival etlichen anderen Gitarristen auch noch passieren sollte – mutierte der Frontmann zum Alleinunterhalter und hielt die Fans bei Laune.
Wie bereits erwähnt sollten auch andere Gitarristen noch Probleme bekommen und so mussten auch bei DEAD EYED SLEEPER die Saiten gewechselt werden. Zwischenzeitlich hatte es mehr als ordentlich angefangen zu Regnen und verwandelte den Platz vor der Bühne zusehends in ein Schlammbad und teile des Campinggeländes in eine Seenlandschaft. Und trotz des strömenden Regens ließen sich die Fans von dem recht technischen Death Metal mitreißen. Die Truppe stieß beim Puplikum auf allgemeines Wohlwollen und kann mit Bands wie Necrophagist locker mithalten.
Vor der Bühne füllte es sich nun zusehends, trotz der widrigen Verhältnisse und so konnten AGATHODAIMON den bis dato größten Zuschauerstrom verbuchen. Allerdings konnte die Truppe ihren Auftritt nur verspätet beginnen – wohl weil sie im Stau standen. Ein wenig sah man die Enttäuschung der Band auch an, sie versuchte aber das beste drauß zu machen und spielten den Umständen entsprechend dennoch einen recht soliden Gig, allerdings ohne Keyboard. „The Darkness Inside“ oder „Alone In The Dark“ – einem Bonussong zum neuen Album „Phoenix“ gehörten mit zu der stark gekürzten Setliste, die die Truppe bereits nach ungefähr sechs Songs beendeten, was dann wiederum für Unmut und Enttäuschung bei den Fans mit sich brachte.
Überraschenderweise mussten sich ONE MAN ARMY And The Undead Quartet mit einem etwas weniger gefüllten Bereich vor der Bühne begnügen. Vielleicht war das auch der Grund, dass die Band – so hatte es zumindest den Anschein – mit angezogener Handbremse auf der Bühne werkelte. Aber dennoch kann man über eine recht gute Performance und auch guter Stimmung aus dem Publikum berichten. Mit „So Grim, So True, So Real“ und einem neuen Stück des kommenden Albums beendeten die Schweden ihren Auftritt beim diesjährigen Zabbaduschder.
Der erste Tag neigte sich dem Ende entgegen und so war es nun Zeit für NEAERA. Die mächtig gut aufgelegte Truppe vermochte die Fans von Anfang an auf Ihre Seite zu ziehen, was auch gelang. Trotz Regen und der riesigen Matschpfütze vor der Bühne konnte die Band die Fans zum Mitmachen animieren und gar ein „Cirlepit of Matsch“ und eine Wall Of Death wurden vollzogen. Mit erstklassiger Stimmung und ebenso starkem Stageacting war der Auftritt von NEAERA wohl DER Auftritt des ersten Festivaltages. Einzigster Wehrmutstropfen war das teils unnötige Geplapper des Sängers.
Samstag:
Während etliche Metalheads noch in ihren Zelten (oder sonstwo) lagen oder noch bzw. wieder am feiern waren versuchten die Organisatoren des Festivals dem Matsch auf dem Festivalgelände irgendwie Herr zu werden. Als altbewärtes Behelfsmittel musste auch hier Stroh herhalten, das vor allem im Bereich vor der Bühne verteilt wurde. Das restliche Festivalgelände wurde seinem matschigen Schicksal überlassen. Zwar regnete es am zweiten Tag deutlich weniger und gar die Sonne lies sich des öfteren zeigen, aber die Platzverhältnisse wurden nicht besser und auch die erhoffte Funktion des Strohs verpuffte gegen Ende des Tages zusehends.
Aber sei es drum. Den Anfang an Tag zwei durften THY FINAL PAIN machen und man muss der Truppe einen sehr guten Auftakt und für etliche eine sehr gute Funktion als Weckdienst attestieren. Mit ihrem eher groovigen Death Metal konnten sie gleich etliche Fans für sich gewinnen, auch wenn es doch noch recht leer vor der Bühne war. Leider war der Gig aber auch viel zu schnell rum. Da war sogar der stets grimmig drein schauende Frontmann überrascht und so wurde aus „wir spielen noch ein, zwei Songs“ schnell ein „oh, wir sind schon fertig“.
Rein vom Namen her dürfte man bei STAHLMAGEN wohl eher auf eine Spaßkombo schließen. Dies war wohl mit der Grund, dass es doch etliche geschafft haben ihre Kadaver aufs Gelände zu schleppen und dem Death Black Metal sein Gehör zu leihen. Teils erinnerte die Musik ein klein wenig an ältere Eisregen, allerdings nicht mit gleichen morbiden Texten. Der Auftritt der Truppe war zwar recht gut, doch die Musik vermochte den Anwesenden nicht die zerknitterten Gesichter wieder glatt zu bügeln.
Noch weniger gelang dies DYING HUMANITY – zumindest bei den ersten zwei, drei Songs. Hier hatte auch man den Eindruck, die Band würde aneinander vorbeispielen. Die Truppe fing sich zwar und das gespielte, das aus den Boxen wummerte klang mit Dauer des Gigs auch etwas besser, aber der Brüller war der Auftritt der Sachsen auf keinen Fall.
Aus dem weiten Spanien – um genauer zu sein aus dem Baskenland – angereist kamen DARKNESS BY OATH, die auch gleich ordentlichen Todesblei mit ins Schwabenland brachten. An ganz alte Zeiten des schwedischen Death Metals erinnerte die Musik der Truppe und so kamen Erinnerungen an At The Gates, Nihilist oder ganz frühen In Flames hoch. In der Auflistungen kann man auch noch Dismember mit einfügen, von denen die fünf Spanier auch einen Song coverten. Coversongs hat die Truppe aber nicht nötig, denn die Musik die sie von sich geben ist mehr als ordentlich.
Dass unser westliches Nachbarland Frankreich durchaus gute Metalbands vorzuweisen hat, haben im letzten Jahr auf dem Zabbaduschder schon Destinity bewiesen. Dieses Jahr bewies es eine andere Band, nämlich SIDEBLAST. Blast steckt schon im Namen und Blast ist hier Programm. Von Anfang an wurde hier ordentlich geknüppelt. Aber nicht nur stupide drauflos, nein. Mit Hirn und Geschick vermochten die Franzosen ihrer Musik auch noch ordentliche und durchweg mit dem Rest harmonisierende Abwechslung einzuverleiben. Die Truppe konnte von vorne bis hinten überzeugen und dürfte vor allem Fans von Aborted ansprechen. Auf der Bühne schienen die Jungs auch in einer anderen Welt zu Hause zu sein. Abseids der Bühne vermochte man sie des öfteren als eher harmlose Bürschchen zu Gesicht zu bekommen, doch auf der Bühne mutierte die Truppe zu derben Frontschweinen. Sauberer Auftritt.
Der Samstag war wohl der Tag der ausländischen Bands. Mit ONHEIL aus den Niederlanden war eine weiter in unserem Lande wohl eher noch unbekannte Band an der Reihe. Ich weiß ja nicht, wie die Herren des Zabbaduschder das machen. Aber was die Bandauswahl angeht haben die Jungs immer ein paar echte Schmankerl im Peto. So auch eben ONHEIL. Death Black Metal der Marke Dissection und Naglfar wurde hier in einer dermaß starken Art und Weise auf die Bühne gebracht, dass man sich echt fragen muss, wieso einem die Band bisher unbekannt blieb. Ein Mehr als ordentlicher Auftritt den die Jungs hier darboten.
Nun war es Zeit für den totalen Krieg. Aber diesmal brachten nicht die deutschen, sondern die Amerikaner den Krieg ins Zabbaduschderland. WARBRINGER aus den USA eröffneten ihr Set passenderweise gleich mit „Total War“ und so zeigten sie auch gleich wo der Hammer hing. Gut gespielter und dargebotener Thrash Metal, der eher an den deutschen Thrash als den amerikanischen Bay Area Thrash erinnert, durfte hier einem die Lauscher noch einmal ordentlich durchpolieren. Die Truppe war durchweg relativ gut aufgelegt und lies sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Naja fast nichts. Ein aus dem Puplikum geworfener voller Becher vermochte es dann doch den Basser etwas aus der Fassung zu kriegen. So sprang dieser während er weiter munter Bass spielte von der Bühne, um seinem vermeindlichen Angreifer aus der ersten Reihe eine zu scheuern. Entsprechende Gesten und kleinere Wortgefechte begleiteten den Auftritt, schafften es aber nicht den Gig irgendwie großartig negativ zu beeinflußen. Auch als der Frontmann – mal wieder – gegen Ende des Auftritts von der Bühne reierte, zeigte sich die Truppe davon gänzlich unbeeindruckt. Als der Sänger mit dem Satz „We love to smoke weed“ die Bühne verlies, dürfte einigen der Grund für das Bandverhalten klar geworden sein.
War für manche wohl Warbringer noch etwas unbekannt, dürfte DISBELIEF wohl so ziemlich jeder bereits kennen. Als feste Größe im deutschen Death Metal ziehen die fünf Hessen seid weit über zehn Jahre durch deutsche und europäische Lande und können stets ihre Fangemeinde weiter ausbauen. In gewohnt routinierter Manier enterten die Herren auch die Bühne des Zabbaduschder Open Airs und zeigten sich auch recht Fannah. Musikalisch wurde ein guter Mix aus der Schaffenszeit von DISBELIEF abgeliefert. Neue Stücke der letzten Platte, darunter das starke „The Return Of Sin“ durften hierbei natürlich nicht fehlen. Mit ordentlich Druck hämmerten die Songs der Hessen aus den Boxen, was natürlich einen mächtigen Eindruck bei der Hörerschaft hinterlies.
Mit GOD DETHRONED durfte die letzte Band und somit der Headliner des diesjährigen Zabbaduschders die Sau raus lassen. Sie durften, aber es gelang ihnen nicht so recht. Zwar lieferten die Niederländer auch einen sehr soliden Gig ab, aber wirklich Headlinerwürdig war der Auftritt nicht wirklich. Er war keines falls schlecht, ebenso die todesbleihaltige Musik, die mit guten Melodien zu überzeugen wusste, aber so richtig wollte der Funke nicht überspringen und so ging der Auftritt und die Musik irgendwie an einem vorrüber. Auch Hits wie „The Warcult“ änderten da nichts dran. Rein vom Auftritt und der Stimmung her, hätten hier definitiv DISBELIEF als Headliner fungieren sollen. Denn dann hätte das Zabbaduschder einen mächtig guten Abschluss gehabt. So ist es eher etwas lässig ausgeplätschert.
Positiv:
- sehr gute Bandauswahl - nette Leute - gute Stimmung trotz des miesen Wetters - gute Preise für Essen und Trinken - mit der Bahn recht einfach zu erreichen - dass die Bands ihre sehr häufig auftretenden technischen Probleme so gut gemeistert haben - dass das Festival nicht ins Wasser gefallen ist. Hier ist den Veranstaltern ein Lob auszusprechen, dass sie alles mögliche getan haben um das Festival doch noch über die Bühne zu bringen, was dann auch gut geklappt hat.
Negativ:
- keine Duschen - nur Dixies - überschwemmter Campingplatz - undichtes Zelt - mieses Wetter - wenig Merchandise-Stände - keine Stoffbändel (lag an der Stickerei, die ham das verbockt) - auf dem Käsebrötchen war nur eine Gurkenscheibe - Stromausfall in der Küche und in der Zeit keine Pommes und keinen Kaffee - drecks Nazi-glatzen auf dem Zabbaduschder (und entsprechende Musik aufm CP)
Fazit: Trotz des miesen Wetters war es auch dieses Jahr wieder ein gelungenes Festival, wenn auch irgendwo die Stimmung nicht mit der des letzten Jahres mithalten konnte. Nächstes Jahr werden wir auf jeden Fall wieder mit am Start sein. Nur sollten die Organisatoren vielleicht um einiges früher mit der Bekanntgabe der Bands beginnen.
Oimel, Kadaversalat (Gastschreiberle)
Bands Freitag:
BLEEDING RED


ABSORB

HATRED

DEAD EYED SLEEPER
 


AGATHODAIMON


ONE MAN ARMY And The Undead Quartet

NEAERA


Bands Samstag:
THY FINAL PAIN


STAHLMAGEN

DYING HUMANITY

DARKNESS BY OATH


SIDEBLAST


ONHEIL


WARBRINGER


DISBELIEF


GOD DETHRONED


Impressionen:
CAMPINGGELÄNDE




FESTIVALGELÄNDE





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